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Wildpark Schorfheide und Umgebung ++ Antaris-Festival in Stölln ++ Winterlinge

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MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ich habe Maßnahmen ergriffen, um nie wieder vor die Tür zu müssen. Das ist nicht der beste Einstieg in einen Newsletter, der “Raus aufs Land” heißt, doch ich fühle mich der Wahrheit verpflichtet. Wie das geht, nie wieder vor die Tür? Ich habe für meine Familie einen größeren, nein: einen wirklich großen Kühlschrank gekauft, mit zwei Türen. Links Gefrierteil, rechts Kühlteil. “Side-by-Side” heißt das in Kühlschrankfachkreisen, zu denen ich mich jetzt zähle – ich hätte nie vermutet, dass ich Wörter wie “Kühlschrankfachkreise” je schreiben werde. Ich halte es nicht zwingend für ein gutes Zeichen, dass ich nun mit solchen Wörtern jongliere.
Es geht in Richtung Burgmentalität, ich kann viel horten in dem “Side-by-Side”. Um das zur Ehrenrettung noch zu sagen, es ist ein wirklich sparsames Gerät mit einer guten Effizienzklasse. Aber das sagen sicher auch die SUV-Fahrer, die sich ihre 250 PS schönreden. Warum ich diesen großen Kühlschrank wollte? Weil ich merkte, dass ich kaum noch raus gehe. Halb Unlust auf Menschen, halb Furcht vor dem Virus. Wer Lagerraum im Kühlschrank hat, kann drinnen bleiben. Doch der Wocheneinkauf hat an Bedeutung gewonnen – den ich übrigens mit Muskelkraft nach Hause trage, nicht mit dem Auto transportiere. Das ist moralisch meine Form von Ablasshandel: Kein Auto, dafür eine etwas größere, gut gekühlte Vorratskammer. Ob Robert Habeck mit der Rechnung einverstanden ist?
Weil es traurig wäre, wöchentlich nur einmal aus dem Haus zu gehen, lediglich um einzukaufen, greife ich zurück auf meinen kleinen Kreis an Brandenburger Orten, die mir gut tun. Und die von mir erprobt sind. Eines dieser Ziele ist der Wildpark Schorfheide. Ich komme langsam in das Alter, in dem ich Tierfilme schaue. Noch toller aber ist es, Tiere leibhaftig zu sehen. Im Wildpark sind die Tiere der Umgebung zu finden, auch Wölfe, doch sie leben in einem wirklich großen Reservat (noch größer als mein neuer Kühlschrank). Man muss sie suchen. Weil die Geduld dafür nicht immer reicht, gehe ich meist zur Fütterung, da sieht man sie auf jeden Fall. Beim Essen sind wir alle gleich: Beim rohen Fleisch trifft man die Wölfe, am Kühlschrank trifft man mich. Gutes Essen, das ist die Überlebensstrategie während Corona.
In diesem Newsletter möchte ich Ihnen eine Wanderroute vorstellen, die den Wildpark streift, sich aber nicht auf ihn beschränkt – obwohl der Wildpark als Auslauf, gerade mit Kindern, vollkommen genügen kann. Die erweiterte Wanderung führt am alten Jagdhaus von Erich Honecker vorbei, was mich im Grunde nicht besonders interessieren würde, wenn ich nicht neulich diese großartige Serie gesehen hätte, einen perfekt Thriller, bei dem es um die Jagd geht: “Der Pass” läuft nun bei Sky in zweiter Staffel. Sie sei Ihnen empfohlen für Abende, an denen Ihnen das Leben vor der Tür herzlich egal ist.
Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen!
Herzliche Grüße,
Ihr Lars Grote
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Wanderung um den Wildpark Schorfheide

Rotwild im Wildpark Schorfheide. Foto: Volker Hohlfeld
Rotwild im Wildpark Schorfheide. Foto: Volker Hohlfeld
Der Wildpark Schorfheide liegt im Landkreis Barnim, fast präzise zwischen Zehdenick und Eberswalde. Wir starten unsere Tour auf dem Parkplatz des Wildparks (Prenzlauer Straße 16, 16244 Schorfheide) und müssen uns entscheiden, ob wir im weitläufigen Wildpark bleiben wollen, der viel Auslauf bietet und neben Wölfen auch Luchse und Elche in den weiten Gehegen hält. Oder ob wir auf einen zehn Kilometer langen, reizvollen Rundweg gehen, abseits des Wildparks, für den wir gute zweieinhalb Stunden benötigen.
Wenn wir uns für die große Tour entscheiden, die weitläufig um den Wildpark herumführt, starten wir ab Parkplatz nach Norden, kommen vorbei am Kletterwald und passieren auch den Eingang des Wildparks – wir laufen weiter geradeaus, der Weg endet, wir biegen scharf rechts ab, nach ein paar Metern wieder links, weiter geht es einen guten Kilometer Richtung Hirschberg. Den Berg erreichen wir nicht ganz, denn er liegt leicht westlich, wir aber biegen auf dem nächsten befestigten Weg, der unsere Route kreuzt, scharf rechts nach Osten.
Per Klick auf die Karte geht es direkt zur Tour bei Komoot.
Per Klick auf die Karte geht es direkt zur Tour bei Komoot.
Hier bleiben wir auf Kurs, biegen nicht in einen der vielen Wege nach links ab, sondern halten unseren Weg, der einen leichten Bogen nach rechts beschreibt, bis er uns schließlich zum Wildfang führt, dem ehemaligen Jagdhaus von Erich Honecker.
Wir gehen am Haus vorbei – nicht viele Meter, dann biegen wir bei nächster Gelegenheit scharf ab nach rechts. Immer geradeaus führt uns der Weg, bis die Eichhorster Chaussee erreicht ist. Wir wenden uns nach rechts, folgen ihr nicht lange, sondern nehmen den Waldweg nach rechts, der uns zur Alten Joachimsthaler Straße führt, in die wir linker Hand abbiegen. Wir laufen bis zur Alten Triftstraße, in die wir rechts einbiegen. Hier laufen wir konsequent geradeaus, die Linkskurve der Straße vollziehen wir nicht nach, sondern nehmen den Weg, der weiter geradeaus weist. Er führt uns über Felder zurück zum Parkplatz des Wildparks.
Tipp: Mit unserer Routenbeschreibung und der Wanderkarte haben Sie alles, was Sie für diese Tour brauchen. Wer nach weiteren Details sucht, findet sie auf komoot.de.
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Brandenburg für Genießer

Susanne „Su“ Vössing war 1991 mit 27 Jahren Deutschlands jüngste Sterneköchin. Foto: Burkhardt Vössing
Susanne „Su“ Vössing war 1991 mit 27 Jahren Deutschlands jüngste Sterneköchin. Foto: Burkhardt Vössing
Frittiertes zuzubereiten gilt nicht gerade als hohe Küchenkunst: Schließlich sind vor allem Fast-Food-Ketten für Pommes und anderes Fettgebackene bekannt. Dass in dem Küchengerät noch weitaus mehr Potenzial steckt, zeigt das Buch „Ran an die Fritteuse“ der Sterneköchin Su Vössing (Becker-Joest-Volk-Verlag, 192 Seiten, 28 Euro). „Gute Speisen zu frittieren hat eine unendlich lange Tradition“, sagt sie, „die leckersten Speisen sind in siedendem Fett gebrutzelt.“ Wie so oft komme es hier jedoch auf das richtige Maß an. „Frittierte Speisen sind eine wunderbare Beigabe und sollten auch so genossen werden“, sagt Vössing – am besten bei einem schönen Essen mit Freundinnen und Freunden oder der Familie.
Was die Zubereitung anbelangt, variiert sie in ihren Rezepten nicht nur das Frittiergut, sondern auch die Fette variieren. Neben speziellem Frittieröl lässt es sich zum Beispiel auch mit anderen Fetten arbeiten, die das Essen mit ihrem Eigengeschmack würzen, etwa raffiniertes Olivenöl, Butterschmalz, Pflanzen-, Rinder-, Enten- oder Gänsefett.
Einen Tipp hat Vössing zudem noch: Wer kann, sollte die Fritteuse aufgrund ihres intensiven Geruchs an die frische Luft verbannen, etwa in den Garten, einen Innenhof oder auf den Balkon. Und dann könnte eines der folgenden Gerichte auf dem Speiseplan stehen:
Garnelen mit Capellini-Nudeln. Foto: Burkhardt Vössing
Garnelen mit Capellini-Nudeln. Foto: Burkhardt Vössing
Garnelen mit Capellini-Nudeln
Zehn frische oder tiefgekühlte Garnelen der Größe acht bis zwölf schälen. Die Garnelen oberhalb der Krümmung mit einem kleinen Messer einschneiden und den Darm entfernen, dann abspülen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Für jede Garnele einen Holzspieß mit Öl einreiben und diesen längs durch das Krebstier stechen. Die Garnelen leicht salzen.
150 Gramm Capellini-Nudeln in Salzwasser garen, abgießen, ganz kurz unter kaltes Wasser halten und abtropfen lassen. In zehn Portionen auf ein Backpapier legen. Ein Eiweiß leicht anschlagen und die Garnelen damit einstreichen, dann jede von ihnen mit einer Portion Nudeln umwickeln. Nochmals mit Eiweiß einstreichen und zehn Minuten ruhen lassen.
Das Frittierfett auf 175 Grad erhitzen und immer drei oder vier Spieße auf einmal frittieren. Abtropfen lassen und mit süßscharfer Chilisoße servieren.
Süße Häppchen mit Cremefüllung. Foto: Burkhardt Vössing
Süße Häppchen mit Cremefüllung. Foto: Burkhardt Vössing
Süße Häppchen mit Cremefüllung
Als Nachtisch oder zum Kaffee eignen sich diese kleinen Häppchen perfekt. 370 Gramm Weizenmehl mit fünf Gramm Backpulver mischen. 60 Gramm zimmerwarme Butter in Stücke schneiden und zugeben. 80 Gramm Zucker, drei Eier der Größe M, 45 Gramm Zitronensaft und einen Teelöffel gehackten Rosmarin zugeben und alles zu einem homogenen Teig verarbeiten.
Auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einer circa 35 Zentimeter langen Rolle verarbeiten und diese der Länge nach halbieren. Die Teigstränge in etwa zwei Zentimeter große Stücke teilen und diese zu Kugeln rollen. Auf ein Backblech setzen und eine Stunde lang in den Kühlschrank stellen.
Für die Cremefüllung 150 Gramm Milch mit 40 Gramm Zucker mischen und auf mittlerer Temperatur aufkochen. Weitere 100 Gramm Milch mit zwei Eigelb der Größe M, einem halben Teelöffel Vanillepaste und 15 Gramm Maisstärke mischen, das Ganze dann in die heiße Milch einrühren. Unter Rühren aufkochen, zwei Minuten köcheln lassen, zehn Gramm Butter einrühren und die Mischung in eine Schüssel umfüllen. Frischhaltefolie direkt auf die Creme legen, damit sich keine Haut bildet.
800 Gramm Butterschmalz in einem Topf auf 170 bis 180 Grad erhitzen, mehrere Teigkugeln hineingeben und drei bis vier Minuten backen, dann herausnehmen und auf ein Küchenpapier setzen. So nach und nach alle Kugeln ausbacken. Mithilfe eines Spritzbeutels die Creme einfüllen und das Gebäck mit Puderzucker und Rosmarinblüten verzieren. Helene Kilb
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Raus in den Garten

Foto: blickwinkel/Imago
Foto: blickwinkel/Imago
Der Winterling (Eranthis) ist ein echter Hoffnungsträger. Noch vor Schneeglöckchen und anderen Frühblühern bohren sich seine Knospen durch die kahle Erde. Dann ist das Frühjahr nicht mehr weit. Bereits jetzt im Februar öffnen sich an geschützten Stellen die goldgelben Blütenschalen. Für die Vase sind die kleinen Blumen jedoch nicht geeignet. Sie lieben die Kälte, holt man sie ins Zimmer, verwelken sie sehr schnell.
Zur Blüte erscheinen beim Winterling auch die handförmig gegliederten dunkelgrünen Blätter, die sich bereits im Mai wieder einziehen. Wenn man die Pflanzen im Garten umsetzen will, sollte man die entsprechenden Stellen am besten schon während der Blüte kennzeichnen. Die beste Pflanzzeit ist von Mai bis Oktober. Die kleinen Knollen werden dann etwa fünf Zentimeter tief gesetzt.
Am besten entwickeln sich die Winterlinge jedoch, wenn man sie jahrelang in Ruhe lässt. Dann bilden sie im Laufe der Jahre wahre Blütenteppiche. Ideal ist ein frischer, kalkhaltiger, humoser Boden an einem sonnigen bis halbschattigen Platz.
Wer keinen Garten hat, kann Winterlinge auch im Kasten auf Balkon oder Terrasse ziehen. Die Pflanzgefäße sollten draußen etwas geschützt gestellt werden. Erst jetzt im Februar kommen sie dann an ihren gewohnten Platz zurück.
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