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Wanderung um den Lehnitzsee++Spargel aus dem Ofen++Gladiolen-Tipps

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
mit einem zarten Lichtblick will ich beginnen. Jetzt/bald/im Notfall halt im Mai kommen die angenehmen Frühlingstemperaturen, die uns ein Leben vor der Tür ermöglichen. Dort ist es heller, dort steckt man sich nicht so schnell an, und frische Luft ist derzeit ein sehr hohes Gut – wir wissen es noch mehr zu schätzen, seit wir Maske tragen müssen.
Das hat zur Folge, dass möglicherweise Open-Air-Veranstaltungen stattfinden können, wenn das Konzept durchdacht ist. Und bewilligt. Darauf hofft das Lit:Potsdam, das größte Literaturfestival in Brandenburg. Neulich haben die Veranstalter angekündigt, dass es vom 1. bis 6. Juni 2021 wirklich Menschen einladen möchte, nicht nur ihre Bildschirme und Mikrofone über Videokonferenz. Ob das klappt? Niemand kann derzeit sagen, was im Juni möglich sein wird.
Noch wurde nicht verraten, welche Autorinnen und Autoren eingeladen sind. Jährlich gibt es einen Hauptgast, den Writer-in-Residence. Im letzten Jahr ist das Matthias Brandt gewesen, Schauspieler und Kanzlersohn, der in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) lebt. 2016 war Daniel Kehlmann dran, der in Berlin und – was für ein Privileg – in New York lebt.
An New York denke ich oft in diesen Tagen. Nicht, weil ich hin wollte, das wäre derzeit überhaupt nicht möglich. Aber als ich einmal dort war, habe ich über den Trampelpfad gestaunt, der sich in Manhattan durch die sonst präzise rechtwinkligen Straßen zieht. Der Broadway wirkt wie eine Spur von Anarchie, der die klare Form verachtet und von unten nach ganz oben durch Manhattan schnurrt, als würden hier auch heute noch Indianer, denen diese Insel einst gehörte, durch die Gegend schleichen. So lange, bis die Spuren sich zum Trampelpfad ausprägen.
Auch ich fühle mich in diesen Monaten wie ein Indianer. Ich mache täglich einen Spaziergang. Doch obwohl es sehr verschiedene Himmelsrichtungen gibt, starte ich immer in dieselbe. Und nehme haargenau den gleichen Weg vom Vortag. Das Vertraute zieht mich an. Auch bei mir sind sicher langsam Spuren zu erkennen. Ein Trampelpfad. Mein persönlicher Broadway.
Und wenn ich hier nun schon persönlich werde: Meine Tochter, acht Jahre alt, möchte Ende Mai so gerne aufbrechen zur Klassenfahrt. In den Norden Brandenburgs, zum Großen Vätersee bei Templin. Es wäre ihre erste Fahrt ohne die Eltern. Eine knappe Woche. Sie haben in der Klasse schon geklärt, wer mit wem in einem Zimmer schläft. Ob das was wird? Wahrscheinlich nicht. In den nächsten Tagen wird es offiziell geklärt. Ich überlege seit Tagen, wie ich sie aufmuntere, falls die Fahrt ausfällt.
Ein Trostpflaster in diesen Tagen (für uns Eltern, nicht für meine Tochter) ist der Spargel, den ich persönlich gerne esse, der aber ein-, zweimal im Jahr genügt. Sonst wird er mir zu viel. In diesem Newsletter lege ich Ihnen ein Spargel-Rezept ans Herz.
Wenn auch Sie Ihren persönlichen Spaziergang brauchen, dann empfehle ich Ihnen in dieser Woche eine Tour von Oranienburg nach Lehnitz. Vielleicht treten Sie die Tour in besseren Zeiten an und bleiben dieser Tage vor der eigenen Tür. Auf Ihrem ganz privaten Trampelpfad.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Herzliche Grüße
Lars Grote
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Rund um den Lehnitzsee

Vom Oranienburger Wasserturm aus geht es immer am Ufer des Lehnitzsees entlang. Foto: Andrea Kathert
Vom Oranienburger Wasserturm aus geht es immer am Ufer des Lehnitzsees entlang. Foto: Andrea Kathert
Die Anreise zum Startpunkt unserer Wanderung in dieser Woche ist ganz umweltfreundlich mit der Bahn möglich. Es geht zum Bahnhof Oranienburg, der mit S- und Regionalbahnen sehr gut erreichbar ist. Sie steigen aus dem Zug und sind bereit für den Lehnitzsee. Um dieses 2,4 Kilometer lange und zwischen 250 und 470 Metern breite Gewässer führt unsere Tour. Genauer gesagt geht es von Oranienburg in den Ortsteil Lehnitz.
Wir starten unsere 7,5 Kilometer lange Strecke am Bahnhofsplatz in Oranienburg – ein denkmalgeschütztes Ensemble, das in seiner heutigen Form in den Jahren 1914/15 erbaut wurde. Die Stralsunder Straße führt parallel zu den Gleisen südwärts zu den Großparkplätzen, am Ende leitet die Dr.-Heinrich-Byk-Straße auf die Ostseite der Gleisanlage mit dem historischen Wasserturm als Blickfang.
Die Wanderung führt immer am Lehnitzsee entlang.
Die Wanderung führt immer am Lehnitzsee entlang.
An der Kreuzung mit der André-Pican-Straße geht es geradeaus durch die verkehrsberuhigte Heidelberger Straße am Freizeitbad “Turm Erlebniscity” vorbei. Kurz nach Passieren des namensgebenden Wasserturms zweigt rechts die ebenfalls verkehrsberuhigte Wörthstraße ab und mündet in die Promenade am Westufer des Lehnitzsees, der Teil der Havel-Oder-Wasserstraße ist.
Vorbei am Jachthafen und am Strandbad führt die Promenade nordwärts unter Bäumen entlang, kurz vor Erreichen des nördlichen See-Endes ist links das Restaurant “Waldhaus am Lehnsitzsee” ausgeschildert, die Promenade endet an der Bundesstraßenbrücke der Bernauer Straße. Hier lässt sich ein Fünf-Minuten-Abstecher zur Lehnitzseeschleuse einstreuen, der verkehrsreichsten Schleuse für die Berufsschifffahrt an der Havel-Oder-Wasserstraße.
Die Schleuse verbindet des Lehnitzsee mit der Havel-Oder-Wasserstraße. Foto: Patrick Pleul/dpa
Die Schleuse verbindet des Lehnitzsee mit der Havel-Oder-Wasserstraße. Foto: Patrick Pleul/dpa
Nach Überqueren des Gewässers auf der Bundesstraßenbrücke führt die Blaustrichmarkierung des Europäischen Fernwanderwegs 10 in den Wäldern am Ostufer des Lehnitzsees südwärts. Schließlich erreicht die Seepromenade die Häuser des Oranienburger Ortsteils Lehnitz, die Blaustrich-Markierung führt ufernah weiter südwärts auf dem Badeweg, die Badestelle heißt “Bolli”, auch eine “Liebesinsel” liegt im See.
Bei der Badestelle wechselt die Blaustrich-Markierung auf die Neptunstraße und folgt ihr zu den Gleisen. Rechts führt die Eisenbahnbrücke über den Oder-Havel-Kanal, leider ohne Fußgängersteg, der Blaustrich leitet links zum Bahnhof Lehnitz, wo unsere Wanderung endet.
Wenn Sie den Lehnitzsee erkunden wollen, aber lieber mit dem Routenplaner Komoot auf Tour gehen, gibt es hier eine ganz ähnliche Wanderung, die am S-Bahnhof Lehnitz beginnt und endet.
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Brandenburg für Genießer

Spargel aus dem Ofen: Schmeckt lecker und ist schnell gemacht. Foto: dpa
Spargel aus dem Ofen: Schmeckt lecker und ist schnell gemacht. Foto: dpa
Es ist Spargelzeit. Klassisch genießt man das Gemüse mit Sauce Hollandaise, Kartoffeln und, nach Bedarf, mit einem Schnitzel, Schinken oder Lachs. Hier werfen wir einen Blick darauf, wie köstlich der Spargel im Ofen zubereitet werden kann.
Das brauchen Sie:
2 Kilogramm weißen Spargel
4 Teelöffel Butter
2 Teelöffel Zucker, im Idealfall brauner Rohrzucker
Spargel wird in Brandenburg vielerorts angebaut. Foto: dpa
Spargel wird in Brandenburg vielerorts angebaut. Foto: dpa
Und so geht’s:
Nicht zu dicke Stangen nehmen. Zuerst den Spargel gründlich schälen und die Enden abschneiden. Den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze oder 180°C Umluft vorheizen.
Je zwei Bögen Alufolie übereinander legen und jeweils einen halben Teelöffel Butter darauf geben. Acht bis zehn Stangen Spargel (je nach Dicke des Spargels, die Pakete sollten nicht zu groß sein) darauf legen. Jedes Bündel mit einem halben Teelöffel Zucker und einer guten Prise Salz bestreuen, dann den ersten Bogen Folie darüber verschließen, auch die Seiten. Kein enges Päckchen wickeln, sondern leicht umfalten.
Auf den Rost im Ofen legen und 40 bis 50 Minuten warten. Ob der Spargel gar ist, kann man testen, wenn man ein Päckchen leicht biegt.
Für sehr große Portionen nimmt man eine hohe Pfanne, leicht mit Butter einpinseln, den Spargel darin verteilen, pro Kilo zwei Teelöffel Butter, einen Teelöffel Zucker und eine gute Messerspitze Salz darauf verteilen. Die Pfanne dicht mit Alufolie verschließen und in den auf 200°C vorgeheizten Ofen (Umluft 180°C) für circa 50 Minuten geben. Dünner Spargel kann bereits nach 40 Minuten gar sein.
Sie haben Lust auf Spargel, ziehen aber eine Suppe vor? Dann probieren Sie doch mal ein Rezept von Spitzenkoch Christopher Wecker aus, der eigentlich die Gourmetküche der Villa Kellermann am Heiligen See in Potsdam leitet.
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Raus in den Garten

Gladiolen bringen Farbe in den Garten. Foto: dpa
Gladiolen bringen Farbe in den Garten. Foto: dpa
Gladiolen sind echte Frostbeulen. Sie kommen jetzt im Frühjahr erst dann in den Boden, wenn die Gefahr von nächtlichen Minusgraden vorüber ist. Das kann bei besonders guter Witterung, die auch stabil bleibt, ab Ende April sein. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet bis Mitte Mai. Im Handel aber kann man die Knollen bereits auf Vorrat kaufen. Beim Kauf darauf achten, dass es unter dem Hüllblatt keine verfärbten oder eingesunkenen Stellen gibt. Diese zeigen Krankheiten an.
Gladiolen kommen etwa zehn Zentimeter tief in den Boden. Diese große Tiefe verzögert zwar den oberirdischen Austrieb, hat aber einen Vorteil: Die hohen Triebe sind stabiler und fallen nicht so leicht um. Und man braucht die Pflanzen nicht mit Stäben zu stabilisieren. Die stolzen Blüher sollten durch den Garten wandern. Denn wenn die Knollen mehrere Jahre hintereinander an der gleichen Stelle in den Boden kommen, verlieren sie ihre Widerstandskraft.
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Fundstück der Woche

Ein Tässchen Tee gefällig? Die Berliner Tee-Manufaktur “My Herbal Diary” verspricht zu ihrer Tee-Mischung “Eine Lichtung im Wald” gleich noch das Gefühl eines Waldspaziergangs.
Die Idee: Das bei Japanern - und nicht nur denen, wie etwa Anna Nittmann beim ersten entsprechenden Aktionstag in Brandenburg/Havel gezeigt hat - beliebte “Waldbaden” gibt es quasi in der Tasse. Dazu haben die Tee-Macher, die auf heimische Wildkräuter spezialisiert sind, gemeinsam mit dem Berliner Biologen und Wildkräuterexperten Manuel Larbig eine ganz eigene Rezeptur kreiert.
Falls Sie mit dem Waldbaden noch nicht vertraut sind: Es soll den Blutdruck und die Herzfrequenz senken und Stresshormone abbauen. Und das nun als Tasse Tee? Warum nicht!
Den Tee “Eine Lichtung im Wald” gibt es im Webshop in zwei Größen: im kleinen 250-ml-Glas für 7,99 Euro und im großen 500-ml-Glas für 14,99 Euro.
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