Profil anzeigen

Wanderung in Zachow im Havelland ++ Grilltipps für Herbst und Winter ++ Potsdamer Geheimnisse

Partner Im RedaktionsNetzwerk Deutschland
Partner Im RedaktionsNetzwerk Deutschland
MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
der November ist eine Charakterprobe, man guckt mehr in sich hinein als aus sich heraus – so würde ich das formulieren, denn draußen ist es sowieso meist dunkel, dämmerig. Oder es herrscht irgendeine Graustufe dazwischen. Als ich neulich mit Felix Kramer sprach, einem der Schauspieler aus der tollen RBB-Serie „Warten auf’n Bus“, die ausdrücklich in Brandenburg spielt und dieses Bundesland zum Leuchten bringt, aber eben auch zum Lachen, weil man beim Warten auf den Bus in Zeitlupe erfährt, wie die Welt sich langsam Richtung Wahnsinn dreht, sagte Kramer: Es sei schon toll, auf dem Land zu leben, „aber ab November wird es um 16 Uhr dunkel, da muss man stabil sein.“ Und in der Stadt, die immer etwas heller ausgeleuchtet ist, wie stabil muss man dort sein?
Sind Sie stabil? Ganz sicher helfen ein paar Schritte vor der Tür, um den Kopf zu stärken. Die Touren müssen ja nicht groß sein, es geht jetzt ohnehin zurück zum kleinen Radius, die große Welt wird wieder zugesperrt, früher oder später. Oder habe ich das falsch verstanden? Die große Welt ist sowieso gefährlich. Zumindest ist sie teuer. Als ich vor ein paar Tagen an der Ostsee war, hatte ich mir einen Wagen ausgeliehen, es machte klack bei Tempo 120, ein kleiner Stein schlug gegen meine Windschutzscheibe. Es blieb zunächst bei einem kleinen Kratzer, doch über Nacht hat sich der Kratzer richtig ausgewachsen. Es war ein Riss, der leider ziemlich teuer wurde.
Was ich damit sagen will: Fahren sie jetzt im November nicht viel Auto, wenn sich das vermeiden lässt. Denn die Novemberluft möchte gegriffen werden, sie ist kalt und ziemlich feucht, das ist ein anderer Aggregatzustand als noch im Sommer, man taucht jetzt durch sie durch, gerne zu Fuß oder per Fahrrad. Wer im Auto sitzt, verpasst das Beste, der sieht nur Schwaden und die häufig feuchte Straße. Der November ist der Monat, den man sich erlaufen muss. Weil jetzt erstmals wieder echte Kälte spürbar ist seit einem halben Jahr. Das ist eine schöne Qualität. Denn Kälte lässt sich, nach getaner Runde, in der Wohnung wegheizen. Der Hitze aber ist man ausgeliefert, die kühlt man nicht so schnell herab.
Darum bin ich im November gerne draußen. Auch im Havelland, wohin ich Sie in diesem Newsletter beim „Ausflug der Woche“ gerne lotsen möchte. Eine Runde durchs spektakuläre Nirgendwo vom Gutenpaarener Havelweg bei Zachow, einem Ortsteil der Stadt Ketzin, ohne eitle Höhepunkte, die bei Instagram als nachgefärbtes Bild kursieren. Solche Touren genieße ich sehr. Weil hier nicht die Sehenswürdigkeit entscheidend ist, sondern das Gefühl, aus allem raus zu sein. Alltag, Politik, Corona (’tschuldigung, ich wollte dieses Wort in der Kolumne eigentlich nicht unterbringen).
Und wenn man wieder rein muss, in den Alltag und die Wohnung, ist ein heißer Tee der ideale Treibstoff, sich der Wirklichkeit ganz langsam wieder anzunähern. Es gibt kein besseres Wetter als im November, um sich einen Tee zu kochen. Ich persönlich schwöre ja auf Roibusch, was nicht alle meine Freundinnen und Freunde nachvollziehen können. Eine sagte, er schmecke nach Heu, sei also nicht genießbar. Eine andere glaubt, die Patina des Tees sei schlecht für ihre Zähne. Darum trinke sie Kaffee. Weil ihr Lächeln hinterher dann heller strahle.
Ich bleibe trotzdem beim Tee. Und im Dezember, wenn der Frost kommt, wechsele ich zum Kakao, weil er noch stärker wärmt. Wenn im neuen Jahr die Feste dann gefeiert sind, Heiligabend und Silvester, und die Perspektive fehlt, worauf man sich jetzt freuen soll, laufe ich zum Glühwein über. Schmeckt zu süß. Aber macht für drei Minuten halt auch süße, schöne Träume. Unabhängig vom Wetter. Und von der Inzidenz.
Wenn Sie aber sagen, Getränke können gar nicht richtig wärmen, das können nur Gedichte, haben Sie meine volle Sympathie. An meinem Badezimmerspiegel hängt ein Aufkleber, wo andere “Zähneputzen nicht vergessen” notieren, steht bei mir “Lyrik lesen nicht vergessen.” Wenn Sie auch zu dieser Sorte Mensch gehören, fahren Sie am Freitag und Samstag zum Poesiefestival nach Neuruppin, dort werden sie keine Minute frieren.
Oder Sie gucken weiter unten in diesem Newsletter, wie Sie im Garten den Insekten einen Unterschlupf für den Winter einrichten, denn Insekten brauchen eine andere Wärme als der Mensch, ihnen wird nicht warm von den Gedichten. 
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende
Ihr
Lars Grote
MAZ-Autor
***
-Anzeige-
Das perfekte Geschenk für andere oder sich selbst - Potsdam in 500 Teilen. Die exklusive Winteredition gibt es nur bei der MAZ. Gezeichnet vom bekannten Karikaturisten Jörg Hafemeister – mit viel Fingerspitzengefühl und Liebe zum Detail. Ein Muss für alle, die Potsdam lieben. Hier geht es zum Online-Shop.
***
Ausflug der Woche: Ab nach Zachow

Unsere Wanderung beginnt unweit der Zachower Kirche. Foto: Jens Wegener
Unsere Wanderung beginnt unweit der Zachower Kirche. Foto: Jens Wegener
Sind Sie bereit für eine mittelgroße Runde, 11,5 Kilometer lang, knappe drei Stunden sind wir auf den Beinen? Ich persönliche laufe immer häufiger in Wanderschuhen, auch durch die Stadt. Sie geben festen Halt in Zeiten, in denen Halt nicht mehr so leicht zu kriegen ist. Auf dieser Tour über den Gutenpaarener Havelweg bei Zachow, einem Ortsteil der Stadt Ketzin im Havelland, sind Wanderschuhe natürlich besonders geeignet.
Wir starten auf der Dorfstraße von Zachow auf Höhe des Dorfplatzes an der Bushaltestelle, nahe der Zachower Feldstraße. Der Dorfstraße folgen wir Richtung Westen bis zum Gutenpaarener Havelweg, den wir links einschlagen. Wir wandern ihn nicht ganz hinab zum Havelufer, sondern biegen bei erster Gelegenheit rechts ab in Richtung Pappelwäldchen, denn auch dieser kleine, schöne Schlenker führt uns ans Wasser – viele Wege münden in dieser von der Havel herrlich durchzogenen Ecke an einem Ufer.
Per Klick auf die Karte geht es direkt zur Tour bei Komoot.
Per Klick auf die Karte geht es direkt zur Tour bei Komoot.
Wenn wir die Havel erreicht haben, halten wir uns links und folgen ihrem Verlauf, entlang an Feldern, auf denen bei wärmeren Temperaturen Störche daheim sind, auch entlang an Badestellen laufen wir, die wir uns gerne merken für den Sommer.
Wenn wir dem Ufer weiter folgen, erreichen wir einen Rastplatz mit schönem Havelblick. Hier biegen wir links ab, im Laufe des Weges stoßen wir auf die Schumachersiedlung, mit kleinen Spitzdachhäusern am Wasser gelegen. Wenn wir auf die Brandenburger Chaussee stoßen, folgen wir ihr linker Hand zurück zum Ausgangspunkt.
Tipp: Mit unserer Beschreibung und Wanderkarte sind Sie bestens ausgestattet auf der Tour, wer noch mehr Details erfahren möchte, schaue nach bei Komoot.
***
Brandenburg für Genießer

Egal ob Sommer oder Winter - beim Grillen kommt es auf die Glut an. Foto: agefotostock/Imago
Egal ob Sommer oder Winter - beim Grillen kommt es auf die Glut an. Foto: agefotostock/Imago
Wahre Grillfans sind sich einig: Grillen geht immer. Denn nicht nur im Sommer schmecken frische Würstchen, Halloumi und Gemüse vom Rost. Besonders in Pandemiezeiten haben eingeschränkte Freizeitmöglichkeiten und abgesagte Urlaubsreisen einen wahren Boom um teure Outdoor-Küchen, konventionelle Kohlegrills und kompakte Tischgeräte ausgelöst. Lesen Sie hier, wie Sie auch im Herbst und Winter grillen können, worauf Sie achten müssen und welche Rezepte bei dem nasskalten Wetter besonders gut schmecken.
Welcher Grill eignet sich zum Wintergrillen?
Ob Kohle oder Gas: Wer im Winter draußen Grillen möchte, hat es bei tiefen Temperaturen, Wind und Regen nicht so leicht. Während es beim Holzkohlegrill schwierig sein könnte, eine schöne Glut zu erzeugen, sollte beim Gasgrill auf das richtige Gas geachtet werden, erklärt der TÜV Rheinland.
Statt zu klassischer Holzkohle greifen Sie bei eisigen Temperaturen lieber zu Grillbriketts, diese haben nämlich eine längere Glutzeit. Beim Grillen im Herbst und Winter sollten Sie laut TÜV Rheinland davon aber mehr einplanen als im Sommer. Besonders wichtig ist hier auch die richtige Lagerung: Niemals sollten Sie Kohle oder Briketts im feuchten Schuppen oder Keller lagern, sonst kann es gut sein, dass sich das Brennmaterial erst gar nicht entzünden lässt.
Das falsche Gas kann die Grillfreude ebenfalls trüben. Hier gilt es, die Temperaturen im Blick zu haben. Das sonst häufig verwendete Butangas wird unterhalb des Gefrierpunkts nämlich flüssig und ist so fürs Grillen im Winter eher ungeeignet, so der TÜV Rheinland. Propangas hingegen verflüssige sich erst bei Temperaturen unter minus 40 Grad.
Herausforderungen beim Grillen im Winter
Grillen kann im Winter eine widerspenstige Angelegenheit werden. Denn nicht nur, dass die niedrigen Temperaturen den Grillenden zu schaffen machen – auch das Grillgut braucht länger, um gar zu werden. Besonders wichtig ist da, dass die Hitze konstant bleibt. Heben Sie daher den Deckel nur selten an. Nur so gelingt es, den Grill richtig einzuheizen – und diese Hitze auch zu halten.
Wie im Sommer gilt auch im Winter: Der Grill muss sicher stehen und es sollte auf einen leichten Zugang zum Grillplatz geachtet werden, mahnt der Bundesverband Brandschutz-Fachbetriebe (bvbf) auf seiner Internetseite. Eine Überdachung schützt Sie und das Grillgut vor Schneefall oder Regen und ein kurzer Weg zum Haus sorgt dafür, dass sowohl Sie als auch das Essen schnell und möglichst warm an den Tisch kommen. Aber: „Den Grill niemals unter Pavillons, Zelten oder Sonnenschirmen aufstellen“, warnt der bvbf. Durch Funkenflug können diese nämlich leicht in Brand geraten.
Mit Tischgrills lässt sich die Zubereitung  auch ins Haus verlegen. Foto: Shotshop/Imago
Mit Tischgrills lässt sich die Zubereitung auch ins Haus verlegen. Foto: Shotshop/Imago
Grillen im Haus mit Tischgrill und Grillpfanne
Wen es bei dem schlechten Wetter trotzdem nicht in den Garten oder auf den Balkon treibt, der muss im Winter natürlich auch indoor nicht auf das Grillerlebnis verzichten. Spezielle Tischgrills oder auch Grillpfannen ermöglichen es Ihnen, Ihr Grillgut auch in der Wohnung zuzubereiten.
Aber Achtung: Kohlegrills gehören nicht ins Haus und dürfen unter keinen Umständen in Innenräumen angezündet werden. Von der glühenden Holzkohle wird in erheblicher Menge Kohlenmonoxid freigesetzt, was selbst bei weit geöffneten Fenstern und Türen zum Tode führen kann, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung.
Beim Grillgut sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Foto: Shotshop/Imago
Beim Grillgut sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Foto: Shotshop/Imago
Welches Grillgut gehört im Winter auf den Grill?
Prinzipiell können Sie im Winter das Gleiche auf den Grill schmeißen, was Sie und Ihre Liebsten auch im Sommer gerne essen. Dennoch kann es nicht schaden, Zutaten, Gerichte und vor allem Gewürze an die Saison anzupassen.
Wer Fleisch grillt, erhält im Winter neben Rind, Pute und Schwein beim Metzger auch Gans, Lamm oder Wild saisonal und häufig sogar regional. Sie sollten vermeiden, zu große und dicke Stücke auf den Rost zu legen, da diese bei den niedrigen Außentemperaturen nur schwer gar werden. Bei lang gegrillten Gerichten empfiehlt sich daher auch der Einsatz eines Grillthermometers.
Auch ausgefallenes Grillgemüse steht im Herbst und Winter hoch im Kurs. Statt Aubergine oder Zucchini landen hier gerne auch Kürbis, Fenchel oder Sellerie auf dem Grill. Statt eines klassischen Nudelsalats können Sie als Beilage im Winter auch winterliche Kost wie Rosen- oder Rotkohl reichen.
Wie auch in der Küche dürfen beim Grillen die richtigen Gewürze nicht fehlen. Und wenn es draußen bitterkalt ist, wärmen Zimt, Ingwer oder Rosmarin von innen. In Form einer Marinade für das Fleisch, als Soße oder zum Gemüse können Sie auch beim Grillen herbstliche und winterliche Gewürze in Ihre Speisen integrieren.
***
Tipps aus der Region

Aufnahmen mit der Drohne: So schön ist Brandenburg an der Havel von oben
Einzug bei „Speckers“: So schmeckt es in Keng’s Landhaus
Dieter Hallervorden und Sohn zu Gast auf Domstiftsgut Mötzow
Plastinarium Guben zeigt Kunstwerke von Ludwigsfelder Maskenbildnerin
Besuch auf der Triple-D-Ranch: Was wir von Pferden lernen können
***
Raus in den Garten

Es ist gut für die Tierwelt, den Rückschnitt von Gehölzen und Stauden lange hinauszuzögern. Foto: Christin Klose/dpa
Es ist gut für die Tierwelt, den Rückschnitt von Gehölzen und Stauden lange hinauszuzögern. Foto: Christin Klose/dpa
Tierschutz ist eine feine Sache - doch nicht jede Idee sorgt automatisch für Begeisterung. Wenn zum Beispiel im eigenen Garten welke und braun gewordene Blüten und Stängel von Stauden und Gehölzen über den Winter stehen gelassen werden sollen, um damit Insekten ein Winterquartier und Vögeln Nahrung zu bieten.
Die elegantere Lösung wäre folgende: Die Pflanzen jetzt im Herbst runterschneiden, die Stängel aufbewahren, zuschneiden und einzeln senkrecht oder leicht schräg an sonnigen Stellen an einem Zaun fixieren. Viele Tieren brauchen die welken Sommerpflanzen zum Überleben im Winter.
Ein paar Beispiele: Wildbienen finden in den dicken Stängeln von Brombeere, Holunder, Distel, Königskerze, Heckenrose, Kletten, Beifuß oder Karde ein Winterquartier. Sie knabbern sich durch das Stängelmark und legen dort auch winzige Bruthöhlen an. In die Reste von Kugeldisteln oder Maggikraut ziehen sich zudem Spinnen und Käfer zurück. Daher rät die Deutsche Wildtier Stiftung nicht nur dazu, die Stängel bis ins Frühjahr hinein stehen zu lassen, sondern sie auch mit einer Gartenschere so anzuschneiden, dass das Mark frei liegt.
***
Fundstück der Woche

Heute haben wir mal wieder Lesestoff für Sie, liebe Leserinnen und Leser. Es wird geheimnisvoll!
Sie sind versteckt auf Brücken, in Hauswänden, hinter Mauern und auf Dächern: Potsdamer Geheimnisse. Autorin Kerstin Hohlfeld und Fotograf Oliver Ziebe haben sie entdeckt und die Geschichten hinter Wandmalereien, wandernden Zäunen und seltsamen Köpfen aus Stein recherchiert. In dem neuen 200 Seiten starken Buch mit dem Titel „Potsdamer Geheimnisse“ – eine Kooperation zwischen der MAZ und dem Bast Medien Verlag – beleuchten sie diese unbekannten und verborgenen Relikte Potsdams
Hier geht es zu unserer ausführlichen Geschichte über das Buch - und wir verraten Ihnen eines der Geheimnisse der Landeshauptstadt.
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.