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Wandern in Kloster Lehnin++Bier aus Bernau++Ferien mit Kindern

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wenn alles normal gelaufen wäre, hätten wir Elton John am Wochenende besucht. Im Grunde hätte er natürlich uns besucht, denn er wäre nach Berlin gekommen, und wir dann eben zu ihm. Wir hätten ein bisschen gelacht, ein bisschen geweint, wie man das halt so macht bei Elton John – und dann wären wir nach Hause gefahren, körperlich entspannt, geistig gereinigt. Doch so läuft das nicht in diesen Tagen. Elton kommt später, im September nächsten Jahres. Der Auftritt ist verschoben. Klar, wegen Corona.
Darf uns überhaupt noch jemand besuchen? Wenn Elton John nicht kommen darf, wer darf es dann? Die Freunde aus Berlin? Die Tante aus Thüringen? Es gibt ein Wort, das jetzt die Runde macht: Beherbergungsverbot. Wenn ich kurz persönlich werden darf: Ich wohne in einem Risikogebiet und dürfte – so der Stand bis Redaktionsschluss dieser Zeilen – nicht bei Ihnen übernachten, wenn Sie in Brandenburg wohnen. Wie es aussieht, bin ich ein möglicher Gefährder. Lesen Sie meinen Text besser aus 1,50 Metern Abstand.
Wer aber kommt, ist Jörg Widmann. Er ist ein Ausnahmemusiker, so gesehen nimmt er es mit Elton John auf. Widmann ist Komponist, Klarinettist und Tausendsassa. Am kommenden Samstag spielt er mit der Kammerakademie Potsdam im Nikolaisaal um 16 Uhr und 19.30 Uhr. Auf dem Programm steht Felix Mendelssohn Bartholdys “Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 11” und das “Con brio” von Widmann selbst. Zudem ist das “Concertino für Klarinette und Orchester Es-Dur op. 26” von Carl Maria von Weber zu hören. Concertino heißt Konzertlein. Ist das nicht eine reizende, niedrigschwellige Einladung, mal vorbeizuschauen?
Vielleicht fragen Sie sich aber nicht in erster Linie: Elton John oder Jörg Widmann, sondern: Bier oder Wein. Denn es beginnt die Zeit der Selbstgenügsamkeit. Es wird kälter, die Behaglichkeit der Wohnung ist gefragt. Ein anregendes Gläschen ist willkommen. Wir hätten da was für Sie, die Erste Bernauer Braugenossenschaft stellen wir Ihnen vor. Schauen Sie bitte unten. Schenken Sie sich ein. Und holen eine Elton-John-CD aus dem Regal.
Herzliche Grüße, mit den besten Wünschen fürs Wochenende,
Ihr
Lars Grote
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Waldwanderung in Kloster Lehnin

Die Klosterkirche St. Marien wurde ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der altmärkischen Backsteinarchitektur. Foto: Frank Bürstenbinder
Die Klosterkirche St. Marien wurde ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der altmärkischen Backsteinarchitektur. Foto: Frank Bürstenbinder
Haben Sie Lust auf eine Waldwanderung, nicht zu schwierig, auch für Fahrräder geeignet? Elf Kilometer lang ist der Rundweg von Emstal nach Kloster Lehnin und zurück zum Ausgangspunkt.
Wir starten am Gasthof “Zur Linde” an der Emstaler Hauptstraße 8 in Emstal, Ortsteil der Gemeinde Kloster Lehnin. Diese Gegend ist für ihre Lehmbacköfen bekannt, die bis in die 1950er Jahre in Benutzung waren. Erbaut für Schiffer- und Büdnerhäuser, die keine eigenen Öfen hatten, wurden sie von je zwei Familien geteilt. Ehemals gab es 20 dieser Öfen in Emstal, heute noch fünf, einer von ihnen ist neu erbaut worden.
Das Emstaler Backofenmuseum bietet dem Besucher eine Vielzahl von Exponaten zum Backen und zu Lehmbacköfen. Foto: Tobias Wagner
Das Emstaler Backofenmuseum bietet dem Besucher eine Vielzahl von Exponaten zum Backen und zu Lehmbacköfen. Foto: Tobias Wagner
Wir gehen vom Gasthof durch das Dorf, entlang der Hauptstraße, passieren die denkmalgeschützte Dorfkirche und wandern in Richtung Lehnin, immer geradeaus, nach Verlassen des Dorfes durchlaufen wir eine Allee. Hinter dem See “Emstaler Schlauch” finden wir eine grüne Markierung, die links auf einen Waldweg Richtung Rädel weist. Entlang des Seeufers gelangen wir zur dreistämmigen Hexenkiefer, eine der mächtigsten Kiefern der Mark, zudem ein ausgewiesenes Naturdenkmal.
Wald und Wiese werden durchlaufen, vor den Häusern des Kirchdorfs Rädel (wo die Emster entspringt) folgen wir nicht mehr der grünen, sondern nur noch der Grünstrich-Markierung nach rechts, Richtung Lehnin. Der Weg taucht in einen Wald mit mächtigen Eichen, sobald wir den Gohlitzhof erreicht haben. Bald schon weist der grüne Strich uns die Route nach links in Richtung Puschkinstraße. Er führt uns vorbei am Gohlitzsee nach Kloster Lehnin.
Über den Emsterkanal geht der Blick hinüber zur Klosterkirche. Foto: Christine Lummert
Über den Emsterkanal geht der Blick hinüber zur Klosterkirche. Foto: Christine Lummert
Dieses Kloster wurde 1180 von Markgraf Otto I. von Brandenburg gegründet, es war das erste Kloster der Mark. Die gotische Marienkirche stand von 1183 bis 1260, sie wurde im 19. Jahrhundert wieder aufgebaut als eines der bedeutendsten Zeugnisse der altmärkischen Backsteinarchitektur.
Vor dem Kloster nehmen wir die Straße Richtung Emstal, sie entspringt einem Straßendreieck, bald führt in einer Linkskurve geradeaus ein Forstweg in den Wald hinein. Er stößt auf jene uns vom Hinweg bekannte Wanderroute, die wir nun Richtung Rädel einschlagen und entlang des Emstaler Schlauches zurück nach Emstal wandern. Lars Grote
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Brandenburg für Genießer

Finanzvorstand Jörg Barthelmann, Vorstandsvorsitzender Frank Dietrich und Brauingenieur Ruslan Hofmann (v.l.) vor dem Gutshof in Börnicke. Foto: Patrick Pleul/dpa
Finanzvorstand Jörg Barthelmann, Vorstandsvorsitzender Frank Dietrich und Brauingenieur Ruslan Hofmann (v.l.) vor dem Gutshof in Börnicke. Foto: Patrick Pleul/dpa
Bier aus Bernau im Landkreis Barnim - kennen Sie nicht? Keine Sorge, Sie haben noch nicht allzu viel verpasst. Erst seit Anfang August wird im Bernauer Ortsteil Börnicke Bier gebraut. Entstanden ist die Erste Bernauer Braugenossenschaft aus einer Schnapsidee heraus. Zwölf Gleichgesinnte trafen sich bereits vor fünf Jahren in einer Kneipe und diskutierten darüber, warum es das einst berühmte Bernauer Bier nicht mehr gibt. Aus dem eigentlich angepeilten 50-Liter-Brautopf in der Garage wurde - mit Unterstützung der Stadt Bernau - eine Brauerei auf dem Gelände des Gutshofs in Börnicke.
Brauingenieur Ruslan Hofmann steht zwischen dem Sud- und Gärbehälter in der Brauerei. Foto: Patrick Pleul
Brauingenieur Ruslan Hofmann steht zwischen dem Sud- und Gärbehälter in der Brauerei. Foto: Patrick Pleul
Zur Brauerei mit einer Jahreskapazität von 2000 Hektolitern gehören ein Gastraum sowie eine große Terrasse, die freitags bis sonntags geöffnet und laut Frank Dietrich stets rappelvoll ist. Der Elektromeister ist ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Braugenossenschaft. “Wir hätten nie geglaubt, dass wir Reserviert-Schilder kaufen müssen”, sagt er. Auch der Laden der Braugenossenschaft in der Bernauer Innenstadt ist gut besucht.
Drei Sorten hat Brauingenieur Ruslan Hofmann - der erste Festangestellte der Braugenossenschaft - für den Anfang konzipiert: “Ein helles Pils ist immer eine sichere Bank, dazu gibt es ein hippes, doppelt gehopftes Pale Ale sowie ein kräftiges Schwarzbier, für das Bernau einst berühmt war”, erläutert er.
rank Dietrich steht hinter Bierfässern neben Lagertanks im Keller der Brauerei. Foto: Patrick Pleul
rank Dietrich steht hinter Bierfässern neben Lagertanks im Keller der Brauerei. Foto: Patrick Pleul
Alte Rezepturen seien jedoch nicht überliefert worden, sagt Hofmann. Stadthistoriker Bernd Eccarius hat in alten Dokumenten gelesen, dass das Bernauer Bier früher „ein männerbezwingender Starktrunk“ gewesen sei. „Es war dunkel, hatte eine Stammwürze von 24 Prozent und galt als Lebenselexier in Bernau“, erzählt er.
Dass damit 1432 die Hussiten betrunken gemacht und so an der Einnahme der Stadt gehindert worden seien, sei allerdings eine Legende. Die Stadt erinnert jedes Jahr mit den Hussitenfestspielen an das historische Ereignis aus dem Mittelalter, als Bernau die gefürchteten böhmischen Religionskrieger in die Flucht schlug. Jeanette Bederke
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Wohin am Wochenende?

Auf dem Weg zu ihrem Winterquartier machen zehntausende Kraniche Rast in Linum, einem der größten Kranich-Rastplätze Europas. Foto: Imago
Auf dem Weg zu ihrem Winterquartier machen zehntausende Kraniche Rast in Linum, einem der größten Kranich-Rastplätze Europas. Foto: Imago
Ostprignitz-Ruppin: An der Linumer Storchenschmiede, Nauener Straße 54, startet am Freitag um 7 Uhr eine Führung zum morgendlichen Kranichausflug. Führungen zum abendlichen Kranicheinflug über zwei bis vier Kilometer gibt es am Freitag, Sonnabend und Sonntag jeweils um 16.30 Uhr. Bildervorträge mit dem Titel „Mit Kranichen unterwegs“ hält Dieter Damschen am Sonnabend und Sonntag jeweils um 14 Uhr und 15.15 Uhr. Anmeldungen sind nötig unter Telefon 033922/50500.
Beim Street-Food-Markt in Fürstenberg kann man internationale Leckereien verkosten. Foto: Esskultur
Beim Street-Food-Markt in Fürstenberg kann man internationale Leckereien verkosten. Foto: Esskultur
Oberhavel: Vom 16. bis 18. Oktober 2020 gastiert der „Esskultur Markt” am Markt in Fürstenberg/Havel. Besucher können sich auf eine kulinarische Weltreise freuen - ob Klassiker wie Thüringer Rostbratwurst oder Exoten wie frittierte Insekten, hier ist für jeden etwas dabei. Auch eine Auswahl an vegetarischen und veganen Spezialitäten wird angeboten. Neben Imbiss-Ständen warten Getränke und einige Feinkost-Stände, bei denen sie sich den Genuss mit nach Hause nehmen können. Der Eintritt ist frei.
Schonmal Indian Pale Ale probiert? In Wittenberge präsentiert eine echte Bierkönigin Craft-Beer-Sorten. Foto: Getty
Schonmal Indian Pale Ale probiert? In Wittenberge präsentiert eine echte Bierkönigin Craft-Beer-Sorten. Foto: Getty
Prignitz: Im Wittenberger Kultur- und Festspielhaus gibt es am Freitag um 20 Uhr einen Abend rund um das Thema Bier. Die Hamburger Bierkönigin Esther de Isaak Schmidt-Bohländer liest Texte aus ihrem Buch „Unser täglich Bier gib uns heute“. Passend zum Thema werden verschiedene Craft-Beer-Sorten zum Verkosten angeboten. Tickets gibt es in der Touristinformation Wittenberge unter 03877/929181.
Brandenburg/Havel: Zum letzten Mal in diesem Jahr lädt das Brandenburger Bürgerhaus Altstadt zu einem Konzert im Hof ein. Danny Dziuk und der Berliner Liedermacher Karl Neukauf spielen am Samstag, 17. Oktober, um 19 Uhr einen bunten Mix aus Folk, Country, Rock und Reggae. Falls Ihnen der Name Dziuk bekannt vorkommt: Er schreibt nicht nur Filmmusiken für den „Tatort“, sondern auch Songs für den dort ermittelnden Axel Prahl. Mit dem Schauspieler und Musiker verbindet ihn auch die Zusammenarbeit im Inselorchester, dessen musikalischer Leiter er ist.
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Raus in den Garten:

Frühblühende Zwiebelblumen wie Krokus, Tulpe und Narzisse werden am besten schon jetzt gepflanzt. Foto: Catherine Waibel/dpa
Frühblühende Zwiebelblumen wie Krokus, Tulpe und Narzisse werden am besten schon jetzt gepflanzt. Foto: Catherine Waibel/dpa
Wer im nächsten Frühjahr seinen Garten prächtig bunt haben möchte, muss sich schon jetzt um das Pflanzen geeigneter Blumen kümmern. Frühblühende Zwiebelblumen wie Krokus, Tulpe und Narzisse müssen noch im Herbst in den Gartenboden gesetzt werden.
Staudengärtnerin Svenja Schwedtke aus Bornhöved (Schleswig-Holstein) erklärt, dass die Zwiebeln von Tulpen und Zierlauch am besten nach den ersten Frösten in die Erde kommen. Narzissen und Schneeglöckchen sollten idealerweise so früh wie möglich gepflanzt werden.
Zwiebeln, die jetzt gekauft werden, kann man getrost noch ein bisschen lagern, am besten kühl und trocken. Zwiebeln von Hundszahnlilien und Kaiserkronen sollten jedoch gleich nach dem Kauf eingepflanzt werden, erklärt die Staudengärtnerin.
Beim Einpflanzen ist auf den richtigen Abstand zwischen den Zwiebeln zu achten. „Gern doppelt so weit auseinander pflanzen, wie die Blüten groß sind, damit die Köpfe nicht aneinander stoßen“, erklärt Schwedtke.
Die Größe der Blumenzwiebeln gibt vor, wie tief sie in die Erde gebracht werden sollten. Foto: Nestor Bachmann/dpa
Die Größe der Blumenzwiebeln gibt vor, wie tief sie in die Erde gebracht werden sollten. Foto: Nestor Bachmann/dpa
Gesetzt werden die Zwiebeln übrigens fast immer doppelt so tief, wie sie selbst groß sind. „Wenn also die Zierlauchzwiebel einen Durchmesser von sechs Zentimeter hat, dann sollen zwölf Zentimeter Erde auf die Zwiebel“, sagt die Gärtnerin. „Ausnahmen sind gewöhnlich gekennzeichnet.“
Damit der Garten möglichst lange blüht, hat Schwedtke noch einen Tipp: Hobbygärtner sollten eine Mischung aus frühen, mittelfrühen und späten Sorten zusammenstellen. So kann man die Blütezeit der Frühlingsblüher im Garten insgesamt verlängern.
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... und raus aus Brandenburg

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Fundstück der Woche

Foto: Matthias Anke
Foto: Matthias Anke
Was meinen Sie: Wie gut kennen Sie Brandenburg? Ziemlich gut? Eher so mittel? Haben Sie Nachholbedarf? Unser Fundstück der Woche hält für jede Antwort-Variante noch spannende Tipps bereit - und die Herbstferien laden zum Ausprobieren ein. In “111 Orte für Kinder in Potsdam und Brandenburg, die man gesehen haben muss” geht es - Sie ahnen es - um Adressen in der Mark, die Sie mit Kindern, Enkeln, Nichten oder Neffen unbedingt einmal besuchen sollten.
Kostprobe gefällig? Wie wäre es mit dem Fritze-Bollmann-Brunnen in Brandenburg an der Havel, der vom “krassesten Fail der Angelgeschichte” erzählt? Musikliebhaber können vor Ort direkt auch das berühmte Lied über den glücklosen Fischer anstimmen. Der Brunnen hilft bei Texthängern.
Oder haben Sie kleine Pferdeliebhaber zu Hause und wollen deshalb lieber zur Bibi-und-Tina-Brücke in Buckow (Märkisch-Oderland) pilgern, die als Kulisse für den Kinofilm diente?
Alternativ hält das Buch auch für die Landeshauptstadt jede Menge Tipps bereit: die Schauwerkstatt der Eisfrau, ein Abenteuer im kirgisischen Jurtendorf “Nomadenland” oder auch ein bisschen New-York-Gefühl auf der Havel - mit dem Wassertaxi.
Neugierig geworden? Das Buch von Janine Eck und Kristina Osttermann ist im Emons-Verlag erschienen, knapp 240 Seiten stark und kostet 16,95 Euro. Viel Spaß beim Stöbern! Stephanie Philipp
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