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Wandern im Spreewald++Fisch mit Pfiff++Stadtführer aus Brandenburg/Havel

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
die Sommerferien beginnen! Das ist ein großer Satz, bei dem ich mich persönlich immer noch zehn Jahre alt fühle. Sechs Wochen Freiheit, das war eine Dimension, die mit zehn Jahren halt bedeutete: Nach sechs Wochen bin ich ein anderer, ein größerer, auf jeden Fall entspannterer Junge. Die Sommerferien waren eine Art Labor fürs eigene Wachstum. Heute dauern meine Sommerferien nicht mehr sechs Wochen, sondern halb so lange – und ob ich mich tatsächlich innerhalb der Zeit verändere, ob ich als ein anderer Mensch an meine Arbeit gehe, nach dem Urlaub, das halte ich für unwahrscheinlich.Trotzdem hat der Satz für mich noch immer einen Zauber: Die Sommerferien beginnen!
Doch was macht man in den Sommerferien während einer Zeit, in der man nicht so richtig sagen kann, ob der Bock schon umgestoßen ist? Die Inzidenz sieht gut aus, sie ist in Brandenburg längst einstellig. Aber wie hoch sind diese Werte an den Urlaubsorten? Läuft das so wie letztes Jahr, schick nach Frankreich und Italien fahren, um hinterher zu Hause eine dritte, vierte, fünfte Welle zu durchleiden?
Vielleicht ist die Idee ganz gut, nicht allzu weit zu reisen. Oder gleich in Brandenburg zu bleiben. Vielleicht ja auch die kleinste aller Urlaubsformen auszuwählen – im eigenen Wohnzimmer die EM zu gucken. Auch dort kommt man herum, das Turnier findet in Städten des ganzen Kontinentes statt. Wobei ich ja persönlich sagen muss, dass ich bisher völlig frei bin von EM-Fieber. Leider. Früher, als ich zehn war, klang der Satz so groß wie jener mit den Sommerferien: Die Europameisterschaft beginnt! Das war wie eine fünfte Jahreszeit für mich.
Wenn wir aber schauen, wie sich die Sommerferien in diesen komplizierten Zeiten nutzen lassen, dann hätte ich in diesem Newsletter eine Idee. Sie könnten in den Spreewald fahren und dort wandern. Details finden Sie unten. Und natürlich ist es richtig, dass sich Kinder für das Wandern nicht so leicht begeistern lassen. Ich spreche aus eigener Erfahrung, denn auch ich – Entschuldigung, ich erwähne es zum letzten Mal – war einmal zehn Jahre alt.
Kulturell kann ich für dieses Wochenende nicht so viel empfehlen, denn auch Kulturmacher wissen, dass die Sommerferien der Natur gehören, sie schließen ihre Läden und die Bühnen, um in die Berge zu verschwinden. Oder an den See. Doch es gibt Ausnahmen: Fahren Sie doch zur Ausstellung “Rohkunstbau” nach Lieberose, auch das liegt im Spreewald.
Am Sonntag ist Tag der Architektur. Eine Chance, den Blick zu schärfen für die Häuser, an denen wir vorbeifahren, falls wir einen Ausflug machen. Es gibt nicht nur Herrenhäuser und Schlösser in der Mark (mein liebstes märkisches Schloss steht in Wiepersdorf, Landkreis Teltow-Fläming, das heute ein Künstlerhaus ist), sondern auch sehr schöne kleine Imbisswagen am Wegesrand. Ich liebe diese Kleinstform der Architektur – nur leider kann ich sie nicht mehr so richtig nutzen, weil ich seit einem Jahr kein Fleisch mehr esse. Und Fleisch, das ist in diesen schönen, improvisierten Imbissbuden eben die Konstante.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende und einen schönen Sommerurlaub!
Herzliche Grüße,
Ihr
Lars Grote
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Unterwegs im Unterspreewald

Die Wanderung beginnt am Kahnfährhafen in Schlepzig. Foto: Imago
Die Wanderung beginnt am Kahnfährhafen in Schlepzig. Foto: Imago
Die brandenburgische Gemeinde Unterspreewald liegt im Landkreis Dahme-Spreewald, einer Gegend voller Auenwälder, erschlossen wird sie durch die Stadt Lübben. Dort lassen sich neben dem Hain-Naturschutzgebiet an der Berste die Schlossinsel mit dem Spätrenaissance-Bau des Schlosses (1682) und die spätgotische Paul-Gerhardt-Kirche mit dem Grabmal des Kirchenlieddichters besuchen, der 1667 in Lübben starb.
Unsere Tour vom malerischen Spreewalddorf Schlepzig - dort findet derzeit übrigens die Aquamediale statt - nach Lübben ist 15 Kilometer lang. Wer nur eine Kurzwanderung unternehmen möchte, umrundet zwischen Petkamsberg und Schlepzig den Inselteich (fünf Kilometer).
Vom Parkplatz am Kahnfährhafen in Schlepzig führt die Dorfstraße ortseinwärts, bis die Blaustrichmarkierung des Fernwanderweges E10 an der Alten Mühle, wo die Quaasspree in die Hauptspree mündet, rechts auf die Dammstraße abzweigt. Der Fahrweg folgt dem Ufer des fischreichen Inselteichs, der parallel zur Hauptspree angelegt wurde. An der Dümme-Ecke im Südwesten des Sees trifft der Weg auf die Hauptspree und folgt ihr in Richtung des Spreewaldgasthauses Petkampsberg. Einem deichartig erhöhten Schotterweg folgt der Fernwanderweg weiter südwärts zwischen der Hauptspree und dem Sommerteich sowie weiteren Teichen, an denen Reiher, Möwen und andere Wasservögel jagen.
Nach Passieren des Hartmannsdorfer Wehrs erstrecken sich links des Wegs die Biebersdorfer Wiesen. Nach Überqueren eines Bahndamms führt der Weg durch das Naturschutzgebiet Wiesenau, einem Ensemble aus Altarmen, Teichen, Feuchtwiesen und Gehölzen. Dahinter folgt der Weg der Hauptspree und dann dem Umflutkanal zur Trasse der Spreewaldbahn, die zum Fuß- und Radweg umfunktioniert wurde.
Auf den Bahnwegen geht es über den Umflutkanal und die Neue Spree zum Gasthaus Lehnigksberg. Vom Gasthaus führt der Lehnigksberger Weg am Rand der Auenlandschaft der Schützenwiesen längs der Neuen Spree südwärts Richtung Lübben und wechselt dann auf den Weg längs des Spreenebenflusses Berste.
Nach Queren der Berliner Chaussee beim Kahnfährhafen am Nordrand von Lübben taucht er in das parkartige Naturschutzgebiet Der Hain ein. Dort zeigen die Schilder links in die Altstadt von Lübben, während es rechts zum Bahnhof geht. Von dort fährt der Bus zurück nach Schlepzig.
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Brandenburg für Genießer

Heute gibt es Fischstäbchen - allerdings selbst gemacht, mit Curry-Kick und leckerer Püree-Beilage. Foto: Imago
Heute gibt es Fischstäbchen - allerdings selbst gemacht, mit Curry-Kick und leckerer Püree-Beilage. Foto: Imago
Zum Start der Sommerferien gibt es ein Essen, das vor allem Kindern schmeckt, doch trotzdem nahrhaft ist.
Zutaten für vier Personen:
  • 700 g mehligkochende Kartoffeln
  • Salz
  • 300 g Tiefkühlerbsen
  • 600 g Seelachsfilet
  • 1-2 TL Currypulver
  • 2 Eier
  • 80 g Semmelbrösel
  • 50 g Mandelblättchen
  • 3-4 EL Butterschmalz
  • 5 Stiele Dill
  • 150 ml Milch
  • 1 EL Butter
  • Muskat
Zubereitung:
Für das Püree die Kartoffeln schälen, waschen und in grobe Stücke schneiden. In Salzwasser ca. 20 Minuten kochen. Gefrorene Erbsen ca. 3 Minuten vor Ende der Garzeit zufügen und mitgaren.
Für die Nuggets Fisch abspülen, tro­cken tupfen und in Stücke (ca. drei Zentimeter) schneiden. Mit Salz und Curry würzen. Eier in einem tiefen Teller verquirlen. Semmelbrösel und Mandeln mischen. Fisch erst im Ei und dann in der Semmelbrösel­mischung ­wenden. Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen. Fisch darin rundherum ca. 6 Minuten goldbraun braten.
Für das Püree Dill waschen und grob hacken. Kartoffeln und Erbsen abgießen. Milch und Butter zufügen. Alles grob zerstampfen. Dill unterrühren und das Püree mit Salz und Muskat abschmecken. Zu den Fischnuggets reichen.
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Raus in den Garten

Lecker: Essbare Blüten verfeinern auch Brothäppchen. Foto: Robert Günther/dpa
Lecker: Essbare Blüten verfeinern auch Brothäppchen. Foto: Robert Günther/dpa
Sommerliche Salate für die Gartenparty erhalten eine besonders frische Note, wenn sie mit essbaren Blüten angerichtet oder dekoriert sind. Ob Löwenzahn, Gänseblümchen, Rose, Apfel, Schnittlauch oder Zucchini: Die Liste der Pflanzen mit essbaren Blüten ist lang und abwechslungsreich - sowohl farblich als auch im Geschmack. 
Kapuzinerkresse-Blüten zum Beispiel haben ein pfeffriges Aroma, dagegen schmecken Borretschblüten süß. Wer beide Nuancen vereinen will, kann Taglilien probieren. Die Taglilie bildet im Sommer ständig neue Blüten, da kann man also beherzt zugreifen.
Ideal für den Anfang sind Gänseblümchen und Hornveilchen: Ihre farbenfrohen Blüten lächeln uns auf dem Teller an und schmecken blumig. Die Pflanzen sind leicht zu beschaffen und halten lange. Auch Pelargonienblüten sind verwendbar - Voraussetzung ist jedoch, dass sie nicht gegen Läuse und Pilze gespritzt sind. Wer Bio-Pflanzen kauft, ist auf der sicheren Seite.
Die Blüten der Zucchini sind sehr schmackhaft. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die Blüten der Zucchini sind sehr schmackhaft. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Ohne genaue Kenntnis sollte allerdings keine Blüte im Salat landen, egal wie verführerisch sie sich präsentiert. Hochgiftig sind beispielsweise Fingerhut, Goldregen und Goldlack. Auch bei Nachtschattengewächsen heißt es: Finger weg. So lecker die Früchte von Tomaten, Paprika, Kartoffeln und Aubergine sind, so sehr sind die restlichen Pflanzenteile ungenießbar und verursachen zum Teil starke Vergiftungserscheinungen.
Jede Jahreszeit hat ihre eigenen essbaren Blüten: Im Frühling lassen sich Gundermann, Veilchen sowie die Blüten von Apfel, Birne, Kirsche und Pflaume genießen. Die Blüte vom Wiesenschaumkraut schmeckt leicht kresseartig und hat eine aparte Schärfe
Im Sommer blühen Kräuter wie Schnittlauch, Oregano, Salbei, Thymian und Minze. Basilikumblüten sind süß und haben ein kräftiges Nelkenwurz-Aroma. Verwendet werden nur die Blüten ohne den Kelch. Sie geben jeder Salatsoße eine herrliche Note, aber auch zur Verfeinerung von Suppen sind sie ideal. Wer gerne Öle selbst aromatisiert, sollte Basilikumblüten unbedingt einmal ausprobieren.
Auch im Gemüsebeet gibt es essbare Blüten, zum Beispiel vom Kürbis oder der Zucchini. Man kann sie füllen und ausbraten oder einfach klein schneiden und über den Salat streuen.
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Fundstück der Woche

“Neunundneunzig Mal Brandenburg an der Havel” heißt der neue Stadtührer, den Sabine Kalinowski und Jessica Kliem über die Havelstadt geschrieben haben und der kürzlich erschienen ist. MAZ-Stadtmagazin-Autorin Kliem und Event-Theater-Mitarbeiterin Kalinowski kennen die Havelstadt berufsbedingt gut, pendeln aber beide zum Arbeiten in die Stadt hinein. Aus dieser Perspektive haben sie ihr Buch geschrieben. „Mit der Arbeit an dem Buch haben wir uns die Stadt auch etwas mehr erschlossen“, sagt Sabine Kalinowski.
Und das Buch überrascht durchaus - oder hätten Sie gedacht, dass es in einem Stadtführer um den örtlichen Knast geht? Viele Brandenburger schauen dort aus gutem Grund ganz gern mal vorbei. Und auch für Besucher könnte die Adresse durchaus interessant sein.
Eine ausführliche Geschichte über das Buch - und das Knast-Kapitel - lesen Sie hier. Oder direkt im Stadtführer.
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