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Waldmops-Tour++Pumpkin Spice Latte++Landwirt im Livestream

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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,
als wir uns zuletzt an dieser Stelle gelesen haben, habe ich Sie auf den Baumkronenpfad in Beelitz-Heilstätten in luftige Höhen geschickt - heute kehren wir gemeinsam auf den Boden zurück, aber dafür wird es irgendwie tierisch. Haben Sie Lust?
Ich nehme Sie mit nach Brandenburg an der Havel. Die Stadt gilt als die Wiege der Mark, ist traditionsreiche Stahlstadt und der Geburtsort des Humoristen Loriot. Vor allem letzterer beschert Brandenburgern und Besuchern seit einiger Zeit zahlreiche Sehenswürdigkeiten: Der Waldmops erobert die Stadt.
Er liegt gemütlich am Wasser, hebt ganz ungeniert das Bein und kann vor allem eines: seinen Betrachtern ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Die Künstlerin Clara Walter hat bereits 27 dieser drolligen Bronzeskulpturen geschaffen. Bei einem ausgiebigen Spaziergang, den ich Ihnen als Ausflug der Woche ans Herz legen möchte, können Sie auf die Suche nach den possierlichen Tierchen gehen - und ganz nebenbei die Stadt erkunden.
Wenn Ihnen der Sinn eher nach weniger Aktivität steht oder Sie pandemiebedingt lieber zu Hause bleiben wollen, finden Sie in diesem Newsletter schon mal einige Exemplare. Machen Sie es sich auf dem Sofa bequem und tauchen Sie ein in Loriots Geburtsstadt - gerne mit dem herbstlichen Trendgetränk in der Hand: Pumpkin Spice Latte.
Weiter unten verrate ich Ihnen, wie Sie das würzige Kaffee-Kürbis-Gemisch mit dem Schuss Milch ganz einfach zu Hause zubereiten können. Das schmeckt mindestens genauso gut wie im Coffeeshop. Dazu kommt, dass der Gemütlichkeitsfaktor zu Hause sehr viel größer ist, denn im Café bekommen Sie die Pumpkin Spice Latte gerade nur “to go”.
Gemütlich können Sie es sich übrigens auch machen, während Sie sich mit unserem Fundstück der Woche befassen. Landwirt Jan Bartel aus dem Havelland ist eine echte Internetberühmtheit: 70.000 Zuschauer verfolgen seine Arbeit, die er vom Feld live ins Internet überträgt. Wie wäre es mit einem Sieben-Stunden-Einsatz auf dem Acker vom Sofa aus? Wir verraten Ihnen, wo Sie das Video finden.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit einer neue Ausgabe “Raus aufs Land”!
Herzliche Grüße
Ihre
Stephanie Philipp
Chefin vom Dienst Digital
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Ausflug der Woche: Auf Waldmops-Tour in Brandenburg an der Havel

Versteckt auf einer kleinen Wiese neben der St.-Johannis-Kirche sind gleich zwei Waldmöpse zu finden. Foto: Rüdiger Böhme
Versteckt auf einer kleinen Wiese neben der St.-Johannis-Kirche sind gleich zwei Waldmöpse zu finden. Foto: Rüdiger Böhme
„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos”, hat der 2011 gestorbene Humorist Vicco von Bülow alias Loriot einmal gesagt und wird damit bis heute häufig zitiert. In einem Sketch (hier im Video) referierte er einst über den „Wilden Waldmops”, der ein kleines Geweih trage und vereinzelt in unbewohnten Waldungen Nordschwedens lebe. Inzwischen wissen wir: Auch die Wiege der Mark hat in Sachen Waldmops einiges zu bieten.
In Brandenburg an der Havel, Loriots Geburtsstadt, wird diese ganz spezielle Rasse seit 2015, dem Jahr der Bundesgartenschau in der Havelregion, angesiedelt, um dem Ehrenbürger ein Denkmal zu setzen. Ein Rudel von bronzenen gehörnten Waldmöpsen erfreut Brandenburger und Besucher gleichermaßen. Inzwischen gibt es 27 Skulpturen in vier sogenannten Waldmopsarealen.
Ihre Waldmops-Tour können Sie am Dom (hinten links) starten. Von dort geht es zunächst zum Mühlentorturm (rechts). Foto: Rüdiger Böhme
Ihre Waldmops-Tour können Sie am Dom (hinten links) starten. Von dort geht es zunächst zum Mühlentorturm (rechts). Foto: Rüdiger Böhme
Die Berliner Künstlerin Clara Walter kreiert die Plastiken, die inzwischen fest zum Brandenburger Stadtbild gehören - und deren Erkundung sich wunderbar mit einem Rundgang durch die Innenstadt verbinden lässt. Mein Tipp: Starten Sie am Dom St. Peter und Paul, dem größten Kirchengebäude der Stadt. Ein Abstecher ins Innere lohnt sich, bevor Sie sich auf die Suche nach den ersten Waldmöpsen machen.
Vom Dom aus geht es den Mühlendamm entlang zum Mühlentorturm, wo Sie das erste Waldmopsareal wieder verlassen. Fünf Skulpturen gilt es auf dem Weg zu entdecken - unter anderem ein besonders neugieriges Exemplar direkt am Turm.
Quelle: Stadt Brandenburg an der Havel
Quelle: Stadt Brandenburg an der Havel
Nur wenige Gehminuten sind es zum Neustädtischen Markt, wo ein weiteres Waldmopsareal beginnt, in dem weitere fünf Tierchen warten. Erkunden Sie die Steinstraße bis zum Steintorturm und machen Sie unbedingt einen Abstecher in die Neustädtische Heidestraße, wo sich das Paulikloster befindet. Darin ist das Archäologische Landesmuseum untergebracht, in dessen Umgebung sich auch die Waldmöpse überaus wohlfühlen.
Und dort gibt es auch eine Besonderheit: Am Paulikloster finden Sie das einzige Waldmopspärchen beim Rundgang durch die Havelstadt. Das sollten Sie sich in keinem Fall entgehen lassen.
Das einzige Waldmopspärchen tummelt sich am Parkplatz vor dem Paulikloster. Foto: Rüdiger Böhme
Das einzige Waldmopspärchen tummelt sich am Parkplatz vor dem Paulikloster. Foto: Rüdiger Böhme
Das dritte Waldmopsareal, das sich von der Steinstraße aus gut über die Abkürzung Gorrenberg und Havelstraße erreichen lässt, zieht sich vom Alfred-Messel-Platz wunderbar idyllisch an der Havel entlang über die Bauchschmerzenbrücke (sie heißt wirklich so!), das Heinrich-Heine-Ufer und den historischen Hafen bis zur Hammerstraße. Erneut gibt es fünf possierliche Tierchen zu entdecken, darunter ein Exemplar an der neuen Werft, in der ein Restaurant untergebracht ist, wo sich in Nicht-Lockdown-Zeiten eine Stärkung anbietet.
Alternativ befinden sich in den Brückenhäuschen auf beiden Seiten der Jahrtausendbrücke, einem weiteren Wahrzeichen der Stadt, Cafés, die zumindest heiße Getränke auch zum Mitnehmen anbieten. Genießen Sie ihren Kaffee oder Kakao am besten mitten auf der Brücke und genießen Sie den vor allem bei Sonne traumhaften Blick aufs Wasser.
Möpse, die aufs Wasser starren: Dieses Exemplar ist vor der Werft direkt an der Jahrtausendbrücke mit Blick auf die Havel zu finden. Foto: Rüdiger Böhme
Möpse, die aufs Wasser starren: Dieses Exemplar ist vor der Werft direkt an der Jahrtausendbrücke mit Blick auf die Havel zu finden. Foto: Rüdiger Böhme
Gut gestärkt kann es dann weitergehen zum großen Waldmops-Finale. Überqueren Sie die Jahrtausendbrücke, wo in der Altstadt gleich zwölf Waldmöpse auf Sie warten.
Erster Stopp ist die St.-Johannis-Kirche direkt an der Brücke, die bei der Bundesgartenschau als Blumenhalle fungierte und in dem Zuge einen spektakuläre Glasfront erhielt. Im direkten Umfeld sollten Sie besonders aufmerksam sein, denn dort haben es sich gleich mehrere Waldmöpse gemütlich gemacht, dazu ein Sockel mit den Fußstapfen Loriots.
Anschließend spazieren Sie am Wasser entlang weiter zum Humboldthain, in dem weitere Skulpturen auf Sie warten.
Über die Jahrtausendbrücke geht es in die Altstadt, gleich links befindet sich die St.-Johannis-Kirche. Foto: Heiko Hesse
Über die Jahrtausendbrücke geht es in die Altstadt, gleich links befindet sich die St.-Johannis-Kirche. Foto: Heiko Hesse
Und dann? Endspurt! Es geht zunächst in Richtung Ältstädtisches Rathaus, vor dem nicht nur der 5,35 Meter hohe Roland von 1474 ein Erinnerungsfoto wert ist. Auch unsere gehörnten Skulpturen gibt es dort natürlich - und ein Holz-Loriot vor der Stadtbibliothek freut sich ebenfalls über Besuch. Von dort spazieren wir zum krönenden Finale über den Parduin und die Mühlentorstraße zur St.-Gotthard-Kirche, in der Loriot getauft wurde.
Auf dem Gotthardtkirchplatz ist dieser Waldmops zu finden. Foto: Rüdiger Böhme
Auf dem Gotthardtkirchplatz ist dieser Waldmops zu finden. Foto: Rüdiger Böhme
An der Kirche endet die Waldmops-Tour, zum Ausgangspunkt am Dom ist es nicht weit, wenn Sie einfach den Grillendamm entlang spazieren. Sollten Sie unterwegs nicht alle 27 Skulpturen entdeckt haben, kann das nur eines bedeuten: Sie müssen noch einmal wiederkommen. Wie wäre es im Frühjahr oder im Sommer?
Ab Juni werden übrigens auch wieder zweistündige Führungen durch das Waldmops-Gebiet angeboten.
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Brandenburg für Genießer

Besonders beliebt ist der Pumpkin Spice Latte im Herbst. Foto: imago
Besonders beliebt ist der Pumpkin Spice Latte im Herbst. Foto: imago
Herbst und Heißgetränke - das gehört zusammen. Vor allem große Kaffeehausketten locken in der kalten Jahreszeit mit immer neuen Kreationen. Ein Klassiker, der sich auch nach Jahren am Markt großer Beliebtheit erfreut, ist der Pumpkin Spice Latte. Haben Sie schon mal versucht, diese Kaffee-Variante selbst zu machen? Günstiger als im Coffeeshop ist es allemal - und gemütlicher trinkt es sich zu Hause auch. Zumal der Teil-Lockdown den Gang ins Café derzeit ohnehin nicht erlaubt.
Folgende Zutaten werden benötigt:
Kürbis (zum Beispiel Butternut-, Muskat- oder Hokkaidokürbis)
Zimt, Muskat, Ingwer, Nelken (alles gemahlen)
Agavensirup
Zimtstangen
Milch (alternativ Soja-, Mandel- oder Hafermilch)
Frischer Espresso
Aus Kürbissen wird im Handumdrehen Kürbispüree, die Grundlage für den Pumpkin Spice Latte. Foto: dpa
Aus Kürbissen wird im Handumdrehen Kürbispüree, die Grundlage für den Pumpkin Spice Latte. Foto: dpa
Und so geht’s:
Schritt 1: Das Kürbispüree
Als Erstes muss das Kürbispüree hergestellt werden, denn ohne Kürbis kein Pumpkin Spice Latte. Für eine Tasse des herbstlichen Heißgetränks benötigt man zwar nur einen Esslöffel, doch richtig eingekocht hält sich das Püree kühl und dunkel gelagert bis zu vier Monate. Für 300 Gramm Kürbispüree benötigt man ungefähr 600 Gramm Kürbis.
Nachdem der Kürbis halbiert und die Kerne mit einem Esslöffel entfernt wurden, beide Hälften auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen. Im vorgeheizten Backofen die Hälften bei 200 Grad Celsius 45 bis 60 Minuten backen. Ist das Kürbisfleisch weich, den Kürbis aus dem Backofen holen und zum Abkühlen beiseite legen. Anschließend das Fleisch mit einem Esslöffel von der Schale abkratzen und mit einem Pürierstab pürieren
Schritt 2: Gewürze hinzufügen
Nun geht es an die Gewürzmischung. Benötigt werden: 4 Esslöffel Zimt, 4 Teelöffel Muskat, 4 Teelöffel Ingwer und 3 Teelöffel Nelkenpfeffer.
Mit diesen Gewürzen lässt sich das Kürbispüree aufpeppen: Die Mischung aus Gewürzen in einer kleinen Schüssel gut vermengen. Pro Portion einen Esslöffel der Gewürzmischung mit dem Agavensirup zu einem zähflüssigen Sirup vermischen. Die Menge des Agavensirups richtet sich nach persönlichem Geschmack, tasten Sie sich am besten teelöffelweise vor.
Schritt 3: Milch und Kaffee zufügen
Die Milch erwärmen und aufschäumen. Für die vegane Version einfach ungesüßte Pflanzenmilch wie Soja-, Hafer- oder Mandelmilch verwenden. Tipp: Die „Barista“-Varianten eignen sich besser zum Aufschäumen. Eine Tasse frisch gebrühten Espresso zur aufgeschäumten Milch geben, einen Esslöffel des Kürbispürees und den Pumpkin-Spice-Sirup unterrühren.
Für die Optik noch eine Zimtstange in das hitzebeständige Glas oder den Becher stecken und den Milchschaum mit etwas Zimt bestäuben – fertig!
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Raus in den Garten

Empfindliche Gewächse wie Lavendel sollten erst im Frühjahr geschnitten werden. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Empfindliche Gewächse wie Lavendel sollten erst im Frühjahr geschnitten werden. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Der Garten muss winterfest gemacht werden und entsprechend warten auf den Hobbygärtner im Herbst viele Aufgaben. Umso schöner bei all der Arbeit ist, wenn man manche Pflanzen nicht beachten muss, weil sie die kalte Jahreszeit ohne große Vorbereitung überstehen.
Empfindliche Stauden und Sträucher wie Lavendel oder Schmetterlingsflieder sowie alle Gräser sollten erst im Frühling geschnitten werden. Das empfiehlt Staudengärtnerin Svenja Schwedtke. Die trockenen Zweige böten diesen Pflanzen den Winter über Schutz, erklärt sie. Und im Frühling lässt sich dann sehen, ob etwas geschnitten werden muss.
Der Rückschnitt der Rosen sollte ungefähr zur Zeit der Forsythienblüte erfolgen. Früher könnten die Rosen sonst Frostschäden erleiden. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Der Rückschnitt der Rosen sollte ungefähr zur Zeit der Forsythienblüte erfolgen. Früher könnten die Rosen sonst Frostschäden erleiden. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Die Rose gehört zu den beliebtesten Zierpflanzen in deutschen Gärten - allerdings ist die hübsche Pflanze mitunter ganz schön anspruchsvoll. So will sie gut gepflegt sein - und dazu gehört bei vielen Sorten auch ein regelmäßiger Rückschnitt. Denn dadurch werden die jungen Knospen der Rose, die sogenannten „Augen“, angeregt, ordentlich auszutreiben und gesund zu wachsen.
Der Rosenschnitt erfolgt klassischerweise im Frühjahr, in einigen Fällen kann es jedoch sinnvoll sein, auch im Herbst zur Gartenschere zu greifen. Das hängt von ihrer Sorte, Beschaffenheit und der Bepflanzung ab. Bei dicht bepflanzten, reinen Rosenbeeten empfiehlt sich ein Rückschnitt im Herbst.
Tote Blüten oder Knospen an Rosen sollten im Herbst entfernt werden. Foto: dpa
Tote Blüten oder Knospen an Rosen sollten im Herbst entfernt werden. Foto: dpa
Ein Rückschnitt im Herbst kann auch sinnvoll sein, um empfindliche Rosen vor Krankheiten im Winter zu schützen. Denn gerade dünne, schwache Triebe können beim ersten Frost erfrieren. Abgestorbenes Pflanzenmaterial kann wiederum eine Brutstätte für Fäulnis, Pilze oder Infektionen werden.
Ebenso empfehlenswert ist ein herbstlicher Rückschnitt dann, wenn die Rose tote Blüten oder Knospen trägt. Werden diese nicht entfernt, kann die Pflanze aus den genannten Gründen in der kalten Jahreszeit ebenfalls Schaden nehmen.
Laubbäume können problemlos im Herbst geschnitten werden, Obstgehölze lieber erst später. Foto: Britta Pedersen/dpa
Laubbäume können problemlos im Herbst geschnitten werden, Obstgehölze lieber erst später. Foto: Britta Pedersen/dpa
Laubgehölze sollte man schneiden, sobald die Blätter abgefallen sind. Dann ist die Wachstumsform am besten zu erkennen und man sieht, wo geschnitten werden muss, so die Expertin. Obstgehölze sollte man nicht vor Ende des Winters schneiden, rät sie.
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Fundstück der Woche

Landwirt Jan Bartel vor einem seiner drei Traktoren. Foto: Steve Reutter
Landwirt Jan Bartel vor einem seiner drei Traktoren. Foto: Steve Reutter
Wie oft sind Sie schon an märkischen Feldern vorbeigefahren, auf denen Landwirte mit Traktoren unterwegs waren? Und wie oft haben Sie sich schon gefragt, was genau da eigentlich passiert? Jan Bartel, Landwirt aus Brieselang im Havelland, erklärt es Ihnen - im Internet, auf der weltgrößten Streamingplattform Twitch.
Fast 70.000 Abonnenten hat der Landwirt, sie verfolgen regelmäßig seine Arbeit. „Der Rekord war bei 4700 Menschen, die gleichzeitig zugeschaut haben“, sagt Bartel über seinen Kanal „TwitchFarming“, den er seit mehr als einem Jahr betreibt. 
Wie er dazu kam? Aus Langeweile, erklärt er. „Es kann eine sehr monotone Arbeit sein, wenn man über Stunden mit dem Traktor auf dem Acker entlang fährt“, sagt der 30-jährige. Seine drei Traktoren haben ein eigenes Lenksystem, sie können autonom über die Felder fahren, was es ihm ermöglicht, nebenbei mit den Zuschauern zu sprechen. Neben den zahlreichen Hebeln, Schaltern und Anzeigen befinden sich an Bord zwei GoPro-Kameras, damit die Zuschauer ihn und den Traktor während der Fahrt sehen können.
Foto: Screenshot/TwitchFarming
Foto: Screenshot/TwitchFarming
Für seine Zuschauer sind Bartels Livestreams Unterhaltung und oft auch Lehrstunde. Der Grund: Unter den Zuschauern seien viele, die am Computer Landwirtschaftssimulatoren spielen. „Teilweise haben sie mich auf einem zweiten Bildschirm, während sie ihren Simulator spielen“, sagt Bartel. Sie können ihm per Chat Fragen stellen, er liest sie vor und beantwortet sie. Sie spielen virtuell dann das nach, was Bartel im realen Leben auf seinem Acker tut. „Ich hätte nie gedacht, dass man sogar einen kleinen Bildungsauftrag hat“, sagt er.
Dass ihm überhaupt so viele Leute bei seiner alltäglichen Arbeit zuschauen würden, hätte er nie für möglich gehalten. „Da wird dir niemand zugucken“, habe seine Frau im Spaß zu ihm gesagt, als er im Juli vergangenes Jahr mit den Videos begann. Doch nun schauen ihm Menschen aus der ganzen Welt zu. 
Foto: Screenshot/TwitchFarming
Foto: Screenshot/TwitchFarming
Jeder fünfte seiner Zuschauer stamme nicht aus Deutschland. „Weltweit hat schon fast aus jedem Land jemand einmal zugeschaut“, sagt er. Das am weitesten entfernte sei Japan gewesen. Und lässt man die deutschsprachigen Länder weg, schauen die meisten Menschen aus den USA zu.
Doch was fasziniert die Menschen an dem Landwirt und seiner Arbeit? Viele seien einfach an der Landwirtschaft interessiert. „Einige finden, in meinen Traktoren sieht es aus wie in Raumschiffen“, sagt Bartel.
Übrigens: Für dieses Jahr hat sich der Landwirt zwar in die Winterpause verabschiedet, auf seinem Kanal sind viele Stunden Stream-Aufzeichnungen aber weiter zu sehen. Und in den Wintermonaten will sich Bartel aufs Kochen konzentrieren - natürlich auch im Livestream. Steve Reutter
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