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Ungeheuerwiesen bei Fresdorf ++ Lichtkunst im Oranienburger Schlosspark ++ Brownies

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MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
neulich habe ich mit dem Schauspieler Kai Wiesinger gesprochen, der vor zwei Jahren nach Brandenburg gezogen ist. Leider läuft ja derzeit sehr viel telefonisch, auch mit Wiesinger sprach ich per Handy – bei Menschen, die ich aus Funk und Fernsehen kenne, ist es immer eine Freude, ihnen in die Augen zu sehen, um zu schauen, ob diese Augen anders funkeln als im Kino oder auf dem Bildschirm. Das lässt sich aktuell nicht immer einrichten, wenn es aber doch mal geht, kann ich als Zwischenfazit melden: Die Leute sind sehr nett! Kaum bin ich je enttäuscht worden, nur einmal, doch diesen einen Namen möchte ich nicht nennen.
Auch am Telefon lässt sich ja einiges erzählen, sogar vertrauensselig, doch es dauert, einen Menschen aus dem Rampenlicht am Telefon zu öffnen, wenn er mich nicht kennt. Trotzdem fangen diese Menschen an zu reden, erzählen mir Privates oder Fachliches, doch wenn ich sie zufällig auf der Straße treffe, würden sie mich nicht erkennen, würden mich wie einen Fremden sehen. Das ist ein Missverhältnis, das kuriose Formen annahm, als ich mit dem Schlagersänger Jürgen Drews gesprochen habe. Am Telefon, weil er gerade auf Mallorca war. Dort ist er König. Jürgen (er besteht darauf, dass man ihn duzt) hat mir von seiner Frau erzählt, von der Karriere, über sein Verhältnis zu Helene Fischer und warum er in Nauen zur Welt kam. Er ließ tief blicken, und am Ende bat er mich: “Wenn wir uns mal sehen, hau mir auf die Schulter und sag, hey, ich bin der, dem du am Telefon dein Leben erzählt hast.” Leider bin ich Jürgen Drews seither noch nicht begegnet.
Ich hatte also neulich mit Kai Wiesinger am Telefon gesprochen, der mich auch nicht kennt, doch er hat mir anvertraut, er lebe jetzt mit seiner Frau, der Schauspielerin Bettina Zimmermann, bei Michendorf. Das liegt in Potsdam-Mittelmark, und bei dem Namen Michendorf bin ich umgehend wach geworden. Denn in der Nähe habe ich auch mal gelebt, gute 25 Jahre her, neulich bin ich nochmal dort gewesen. Auf einer Wanderung, die ich für diesen Newsletter beschrieben habe. Ich lief um den Seddiner See, der auch in Wildenbruch andockt, wo ich wohnte, und ich habe mich dort umgeschaut. Der Charme des Ortes ist hier immer noch zu spüren, doch es wird nun dichter. Die Leute bauen, und wo ich früher mit dem Fahrrad durch die Pfützen eines Sandweges gefahren bin, liegt nun ein asphaltierter Pfad, gesäumt von neuen, schicken Häusern. Ja, früher wuchsen dort mehr Blumen.
Weil ich Ihnen den Weg um den Seddiner See schon einmal vorgestellt habe, möchte ich nun ins Wildenbrucher Umland aufbrechen, wohin die Menschen nicht gleich fahren, weil ein großer See fehlt. Gewässer gibt es in der Gegend dennoch reichlich. Was mich für diese Route, die uns nach Fresdorf führt, einnimmt, ist der Blick in die “Ungeheuerwiesen”. Ich finde, dieser Name ist bereits ein Argument, sich diese Gegend näher anzuschauen. Gleich um die Ecke dieser Wiesen habe ich zumindest damals frische Milch von einer Bäuerin geholt. Ich weiß nicht, ob ich die Bäuerin und ihre Kuh nach all der Zeit noch finden würde – doch es wäre möglich, Kai Wiesinger auf dieser Wanderung zu treffen.
Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen!
Herzliche Grüße,
Ihr Lars Grote
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Wanderung rund um Fresdorf

Unsere Wanderung in dieser Woche führt uns unter anderem zum Kähnsdorfer See. Foto: BriganiArt/Imago
Unsere Wanderung in dieser Woche führt uns unter anderem zum Kähnsdorfer See. Foto: BriganiArt/Imago
Fresdorf ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Michendorf im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Das Angerdorf hat etwas mehr als 300 Einwohner, es liegt an der L73 nahe Michendorf. Unseren 11,3 Kilometer langen Rundweg, für den wir knappe drei Stunden brauchen, beginnen wir an der Bushaltestelle “Fresdorf, Ost”, hier hält die Linie 608. Die ersten Meter der Wanderung führen uns auf der Luckenwalder Straße ab Bushaltestelle nach Norden, doch umgehend biegen wir nach rechts auf einen Feldweg ab, am Abzweig steht die Bauklempnerei Baumgardt.
Dem Weg folgen wir bis zum Fuße des Stertbergs (63m), hier halten wir uns scharf rechts – nachdem wir den Grenzgraben überquert haben, der in den Poschfenn mündet, nehmen wir den nächsten Weg nach links: Noch einen Kilometer, dann schauen wir auf die sogenannten Ungeheuerwiesen, doch auch bei näherem Betrachten lassen sich die Ungeheuer leider nicht entdecken. Leider? Vielleicht sollten wir froh sein…
Per Klick auf die Karte geht es direkt zur Tour bei Komoot.
Per Klick auf die Karte geht es direkt zur Tour bei Komoot.
Rechter Hand liegt dichter Wald, kurz vor dem Weinberg (61m) biegen wir rechts in einen seiner Querwege. Wenn wir ihn durchschritten haben, geht es rechts am Rand des Waldes wieder hoch nach Norden – sobald er sich bald nach links, Richtung Westen, ausdehnt, nutzen wir die Gelegenheit, dem Wald den Rücken zu kehren und folgen dem Weg nach links, der ihn nahezu im rechten Winkel verlässt. Kurz vor der Landstraße L73 passieren wir Feldhecken, umgeben von Rapsfeldern, die naturgemäß im Sommerhalbjahr etwas imposanter wirken.
Wir überqueren die Landstraße und gelangen bald zum Rastplatz am Schafstall. Immer weiter folgen wir dem Weg, blicken auf den Rauher Berg und gelangen zum Ufer des Kähnsdorfer Sees. Ihm folgen wir nur kurz an seiner Ostseite und verlassen ihn Richtung Campingplatz Kähnsdorf. Die Zelte und Wohnwagen lassen wir hinter uns, der Weg führt uns zurück nach Fresdorf. Wenn wir den Ort durchwandert haben, gelangen wir zurück zu unserem Ausgangspunkt der Bushaltestelle Fresdorf, Ost.
Tipp: Mit unserer Routenbeschreibung und der Wanderkarte haben Sie alles, was Sie für diese Tour benötigen. Wer weitere Details sucht, findet sie unter www.komoot.de.
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Brandenburg für Genießer: Brownies

Saftig und voller Schokolade: Brownies. Foto: Panthermedia/Imago
Saftig und voller Schokolade: Brownies. Foto: Panthermedia/Imago
Die letzten Winterwochen sind die schwersten, es war sehr lange dunkel und sehr lange kalt, wir brauchen eine Trost. Und backen uns nun Brownies. Sie wirken wie ein schnöder Schokoladenkuchen, doch sie sind sehr viel mehr: Der Chocolate Brownie ist eine eigene Gattung der süßen Sünden. „Chewy“ muss er sein, wie Amerikaner sagen, also ein bisschen zäh und saftig. Viel, viel Schokolade steckt in ihm, und man sollte tunlichst vermeiden, Brownies in einer Phase des Abnehmens zu genießen. Denn eines ist sicher: Sie machen gewissermaßen süchtig.
Ihr Siegeszug begann in den USA, in Chicago. Bertha Palmer, Inhaberin des edlen Palmer House Hotels in der Stadt am Michigan-See, soll ihren Chefkoch im Jahr 1893 gebeten haben, ein neues Dessert zu kreieren. Es war das Jahr der Weltausstellung in Chicago, und Bertha Palmer war obendrein vom US-Kongress zur Vorsitzenden des neu gegründeten Board of Lady Managers berufen worden, dem Vorstand der weiblichen Führungskräfte. Auf der Weltausstellung gab es sogar ein eigenes Woman’s Building.
Bertha Palmer wollte insofern etwas Besonderes, vor allem für die Besucherinnen dieses Pavillons. Ihr schwebte eine Art Kuchen vor, den sie ihren Gästen mit in eine Lunchbox für den Tag legen konnte. Nur kleiner als ein Stück Kuchen sollte das Ganze sein, damit es auch unterwegs leicht essbar wäre. An Kreativität mangelte es dem Küchenpersonal von Palmers edlem Großstadthotel nicht, und so schuf es ein Dessert, halb Kuchen, halb Konfekt: den Brownie.
Ins Originalrezept gehören auch Aprikosenmarmelade und Walnüsse
Noch heute erkennt man dieses Original aus Chicago an zwei speziellen Zutaten: Es enthielt neben Schokolade auch Aprikosenmarmelade als Überzug sowie Walnüsse. Das Palmer-Rezept wird noch heute im Palmer House Hotel genutzt.
Die Zutaten:
  •  400 g Zartbitterschokolade,
  •  450 g Butter,
  •  340 g Zucker,
  •  230 g Mehl,
  •  1 EL Backpulver,
  •  8 Eier,
  •  450 g grob zerkleinerte Walnüsse.
Für die Glasur:
  •  125 ml Wasser,
  •  125 ml Aprikosenmarmelade,
  •  ein halber TL Gelatinepulver.
Und so geht es: Zunächst wird die Schokolade geschmolzen, anschließend verrührt man sie mit allen weiteren Zutaten für den Teig – bis auf die Walnüsse. Den Teig auf einem Backblech verteilen, mit den Walnüssen bestreuen und rund 40 Minuten bei 150 Grad backen. Ziel sollte sein, dass der Rand zwar leicht knusprig, der Rest aber noch saftig ist. Nach dem Abkühlen wird die kurz aufgekochte Glasur auf den Brownies verteilt. Michael Pohl
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Raus in den Garten

Pflanzen, die frostempfindlich sind und eine lange Kulturdauer haben, sollte man im Haus vorziehen. Etwa Paprika, Tomaten, Auberginen und die großen Kohlsorten. Foto: Carolin Engwert/hauptstadtgarten/dpa
Pflanzen, die frostempfindlich sind und eine lange Kulturdauer haben, sollte man im Haus vorziehen. Etwa Paprika, Tomaten, Auberginen und die großen Kohlsorten. Foto: Carolin Engwert/hauptstadtgarten/dpa
Viele Hobbygärtner warten ungeduldig darauf, dass es etwas für die neue Saison zu tun gibt. Gemüse- und Blumensamen liegen bereits für die Aussaat parat. Doch bei der Anzucht gibt es einiges zu beachten.
In puncto Licht geht es den Sämlingen im Gewächshaus oder Frühbeetkasten besser als am hellen Zimmerfenster. Doch hier bleibt die nötige Temperatur oft unerreichbar. Optimale Keimtemperaturen für Tomaten und Paprika liegen bei 25 °C, für Kohl und Sellerie bei 20 °C und für Salat nicht über 16 °C. Nach dem Auflaufen wird die Temperatur drei bis vier Grad abgesenkt, um das Vergeilen zu verhindern. Ist das Keimblattpaar gut entwickelt und das erste Laubblatt zu sehen, kann pikiert werden. Die Pflanzen sollten hell stehen und langsam an direkte Sonne gewöhnt werden.
Als Aussaatgefäße dienen Blumentöpfe, flache Kisten oder Schalen. Sie werden mit heißem Wasser gründlich gereinigt. Es lohnt sich, spezielle Aussaaterde zu verwenden. Dabei torfreduzierte Produkte bevorzugen, die Rindenhumus oder Holzfasern als Zuschlagstoffe enthalten und ein Gütesiegel tragen. Wer dem Nachwuchs die idealen Bedingungen nicht bieten kann, der kauft kräftige, gesunde Jungpflanzen beim Gärtner. Denn der Fachmann kann in geheizten Glashäusern Licht und Temperatur nach Bedarf regulieren.
Auch für einige Gemüsearten, die sonst direkt ins Freiland gesät werden, empfiehlt sich der Aufwand der eigenen Anzucht. Im kalten Boden ausgelegte Bohnensamen keimen bei kühler Maiwitterung nur zögerlich. Je länger sie liegen, desto anfälliger werden sie für Krankheiten und Fliegenmaden. Bessere Startchancen besitzen Bohnen, die man als Jungpflanzen Mitte bis Ende Mai ins Beet setzt, nachdem sie etwa vier Wochen lang geschützt angezogen worden waren. Für Gurken gilt das Gleiche. 
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