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Tour um Germendorf ++ Fleischlos ins neue Jahr ++ Krimis aus Brandenburg

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
sind Sie gut ins neue Jahr gekommen? Die dringendere Frage müsste eigentlich lauten: In welcher Besetzung sind Sie rübergerutscht? Es ging ja auf der Gästeliste einiges zu Bruch. Mit welchen Freunden, welcher Cousine ersten, zweiten oder dritten Grades durfte man Bleigießen (ach, wurde ja verboten wegen giftiger Dämpfe, es wird zu Wachs geraten) oder böllern (ach, war ja dieses Jahr auch verboten, man braucht Knallbonbons)? Im Grunde blieb es beim Sekttrinken. Und beim Sich-auf-die-Zunge-Beißen, damit man dem vergangenen Jahr nicht zu viel Schlechtes nachsagt.
Um es kurz zu machen, ich bin mit der engsten Familie daheim geblieben. Eigentlich wollten wir hinaus an einen kleinen See in Brandenburg, der meines Wissens nicht mal einen Namen trägt, denn es ist der Baggersee von Germendorf, einem Ortsteil von Oranienburg (Oberhavel), wo man abends Affen schreien hört, weil der See am Tierpark liegt. Wir wollten Freunde besuchen – nein, nicht die Affen, es sind wirklich echte Menschen, aufrechter Gang, gute Manieren. Wir haben hin und her telefoniert, wir haben durchgerechnet, wie viele Menschen wir am Ende wären, die sich treffen, und haben alle Kinder abgezogen, die noch keine 14 Jahre sind. Rein rechnerisch hätten wir wahrscheinlich kein Gesetz gebrochen, aber letztlich dachten wir dann doch: Wir rutschen rüber in der kleinstmöglichen Blase. Also streng in der Familie. Und sind daheim geblieben.
Der Abend wurde trotzdem schön, auch deshalb, weil die Rolling Stones mit ihrem Auftritt in Havanna auf 3sat spielten – eine Band, die wirklich nichts Neues zu bieten hat. Doch das Alte, was sie spielt, liebe ich derzeit, weil alles Neue, was 2021 aufgeploppt ist(Delta, Omikron), in die falsche Richtung ging.
Was aber schmerzlich fehlte nach der ausgefallenen Party von Germendorf, war der Neujahrsspaziergang im Ort. In den Zeiten vor Corona hat er stets dazugehört am 1. Januar, meist gegen 12 Uhr nach dem Frühstück. Es ist kein sonderlich spektakulärer Weg, er führt durch einen Germendorfer Wald, der aussieht, wie Wälder eben aussehen. Doch nach dem Rollmopsfrühstück und dem Rest von Sektgeschmack im Mund, vermischt mit Minze von der Zahnpasta, ist so ein Waldgeruch fast eine Offenbarung: Es ist der Schulterschluss mit der Natur. Nirgendwo lässt sich ein neues Jahr wohl besser, intensiver und gesünder als in einem Wald begrüßen.
Auch wenn das Ritual in diesem Jahr gestrichen wurde, will ich Ihnen meine Neujahrsrunde vorstellen, weiter unten in diesem Newsletter. Lediglich beschrieben tut sie nicht mal halb so gut, als wäre sie wirklich erwandert – aber Sie haben eine Empfehlung in der Hand, falls Sie Ihren persönlichen Neujahrsspaziergang nachholen wollen, in einem Monat Ihrer Wahl.
Dabei fällt mir dieses Phänomen auf, das mich leicht beunruhigt: Ich fange an, lieber gutgeschriebene Kritiken über einen Film zu lesen, als mir den Film selbst anzusehen. Und ich lese manchmal lieber gute Stücke über Fußball, als das Spiel zu schauen. Ist es nun soweit, dass ich lieber übers Wandern schreibe als selbst zu laufen? Nein, ich kann versichern, ein Spaziergang lässt sich für mich durch das Schreiben nicht ersetzen. Trotzdem bereitet mir mein Trend, Erlebnisse aus zweiter Hand zu nutzen, Sorge. Doch ich baue darauf, dass sich nach Corona alles wieder einrenkt. Diesen Satz benutze ich sehr oft, in vielen Lebenslagen, auch das macht mir ein bisschen Angst. Die Zukunft nach Corona kann gar nicht so hell werden, wie ich sie mir ausmale an dunklen Tagen.
Ich möchte Ihnen ganz zum Schluss noch einen Gartentipp ans Herz legen, den Sie weiter unten finden: Wie entfernen Sie Misteln aus Ihrem Baum? Misteln sind Halbparasiten und keine willkommenen Gäste, was ich immer noch nicht richtig glauben will, weil ich als Kind gelernt habe, dass der Zaubertrank von Asterix auf Mistel-Basis zubereitet wird, also einen positiven Beiklang hat. Doch in Corona-Zeiten haben wir gelernt, der Wissenschaft zu glauben – auch ich möchte die Misteln künftig nicht mehr mit Kinderaugen verklären.
Ein schönes Wochenende und ein frohes Jahr 2022 wünsche ich Ihnen, herzliche Grüße!
Ihr Lars Grote
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Große Waldrunde ab Germendorf

Die Tour startet in Germendorf, führt an Kirche und Dorfteich vorbei in Richtung Wald. Foto: Robert Roeske
Die Tour startet in Germendorf, führt an Kirche und Dorfteich vorbei in Richtung Wald. Foto: Robert Roeske
Wie gesagt, wir wollen nach Germendorf, einem Ortsteil von Oranienburg (Oberhavel), der westlich des Stadtkerns liegt. Wer Kinder hat, der weiß, wofür Germendorf berühmt ist: Für den Tierpark und seine Dinosaurierfiguren. Die Affen hört man abends nahezu im ganzen Dorf, das knapp 2000 Einwohner hat. Doch die Tiere im Gehege und die Dino-Attrappen lassen wir auf dieser Tour links liegen. Wer möchte, kann die Route aber ausbauen, der Wildpark lässt sich selbstverständlich integrieren.
Wir starten unseren gut zehn Kilometer langen Rundweg, für den wir etwas mehr als zweieinhalb Stunden brauchen, an der Bushaltestelle “Am Bahndamm” in Germendorf (dort hält die Linie 824). Wir folgen zu Fuß der Germendorfer Dorfstraße Richtung Westen, bald sehen wir auf der rechten Seite die Dorfkirche des Ortes, nach wenigen Metern biegt rechts die Hohenbrucher Straße ab, deren Verlauf wir folgen. Nicht lange, dann haben wir das Dorf verlassen und kommen in den Wald, der sich von seiner schönsten Seite zeigt: kleine, feste Sandwege, auf denen nur ein Traktor und ein Förster unterwegs sind, umstellt von Bäumen, die im Moment kein Laub mehr tragen. Doch es gibt Nadelholz, über das wir noch zu Heiligabend gesungen haben: “Du grünst nicht nur zur Sommerzeit, nein, auch im Winter, wenn es schneit.”
Der Saurierpark gehört nicht explizit zur Route, liegt aber ganz in der Nähe. Foto: Jürgen Ritter/Imago
Der Saurierpark gehört nicht explizit zur Route, liegt aber ganz in der Nähe. Foto: Jürgen Ritter/Imago
Gute eineinhalb Kilometer laufen wir durch den Wald, dann nehmen wir den dritten Weg, der im Forst auf unserer Tour links abbiegt. Wir folgen diesem neuen Pfad und überqueren die Landstraße 176, laufen weiter durch den Forst und nehmen den ersten Waldweg links. Nach einem guten Kilometer sehen wir auf der linken Seite den künstlichen Vulkan des Tierparks, um den sich die Dinos gruppieren. Immer geradeaus, kommen wir an der Kiesgrube und der alten Betonmischanlage vorbei. Kurz darauf biegen wir links in die kleine Straße Birkenwäldchen ab, gehen sie bis zum Ende und laufen rechts diagonal hinüber zur Veltener Straße.
Bald erreichen wir eine große Kreuzung, dort gehen wir rechts auf der Germendorfer Dorfstraße zurück zu unserem Ausgangspunkt, der Bushaltestelle “Am Bahndamm”.
Tipp: Mit unserer Wegbeschreibung haben Sie alles, was Sie für diese Tour benötigen. Wer mehr Details wissen möchte, schaue nach auf komoot.de (dort finden Sie auch die eine Wanderkarte).
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Brandenburg für Genießer

Hülsenfrüchte eignen sich als fleischlose Sattmacher. Foto: agefotostock/Imago
Hülsenfrüchte eignen sich als fleischlose Sattmacher. Foto: agefotostock/Imago
Zu Weihnachten gibt es traditionell viel Fleisch und Fisch, vielleicht verzichten wir darauf zu Jahresanfang tageweise. Und lassen es uns trotzdem schmecken. Wer auf der Suche nach einer fleischlosen Sattmacher-Mahlzeit ist, greift am besten zu Hülsenfrüchten. Die langkettigen Kohlenhydrate in Bohne, Erbse und Co. lassen die Konzentration des Blutzuckers nur langsam ansteigen. Auch ihr hoher Gehalt an Eiweiß und Ballaststoffen sorgt dafür, dass sie gut sättigen. Der hohe Proteingehalt ist außerdem ein Grund, warum Hülsenfrüchte für Sportlerinnen und Sportler interessant sind. Laut Max Rubner-Institut enthalten Linsen rund elf Gramm Eiweiß pro 100 Gramm.
Tierisches Eiweiß lässt sich vom Körper allerdings besser verwerten als pflanzliches, weil die Zusammensetzung der Proteine denen des Körpers ähnlicher ist. Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) kennt einen Trick, mit dem sich das Eiweiß in den Hülsenfrüchten aufwerten lässt: „Durch Kombination von verschiedenen pflanzlichen Proteinquellen erhöht sich der Wert des Proteins.“ Die Ernährungsexpertin empfiehlt deshalb, Erbseneintopf zum Beispiel zusammen mit Brot zu essen oder Linsengemüse mit Reis.
Die Zubereitung von Hülsenfrüchten ist nicht kompliziert
Hülsenfrüchte begeistern außerdem mit ihren Nährstoffen: Sie bieten viele Vitamine wie B1, B6 oder Folat. Außerdem enthalten sie Eisen, Magnesium, Zink und andere Mineralstoffe.
Auswählen, über Nacht einweichen, lange kochen: Für viele Hobbyköchinnen und -köche scheint die Zubereitung auf den ersten Blick kompliziert – ist sie aber nicht. Die meisten Hülsenfrüchte gibt es auch als Konserve zu kaufen, so entfallen Einweich- und Kochzeiten. Und geschälte Erbsen und Linsen müssen vor dem Kochen nicht quellen. Der Schnellzug unter den Hülsenfrüchten sind die roten Linsen: In nur 15 Minuten sind sie gar.
Einige getrocknete Hülsenfrüchte müssen zunächst eingeweicht werden. Foto: YAY Images/Imago
Einige getrocknete Hülsenfrüchte müssen zunächst eingeweicht werden. Foto: YAY Images/Imago
Kräuter machen Hülsenfrüchte bekömmlicher
Aus Sorge, Hülsenfrüchte schlecht verdauen zu können, verzichten viele darauf. Ernährungsfachfrau Restemeyer weiß, wie Hülsenfrüchte bekömmlicher werden: „Würzen mit Kräutern wie Thymian, Dill oder Bohnenkraut sowie Gewürzen wie Fenchel oder Kümmel macht Hülsenfrüchte bekömmlicher.“
Welche Linse eignet sich wofür?
Belugalinsen eignen sich für Salate oder Suppeneinlagen, da sie beim Kochen nicht zerfallen. Rote Linsen garen schnell und nehmen Gewürze gut auf, zerfallen beim Kochen leicht und eignen sich für Aufstriche, Suppen und ähnliches. Teller- und Berglinsen sind perfekt für Linseneintopf, sie zerfallen leicht, aber nicht zu stark.
Wie lang sind die Einweich- und Kochzeiten?
Getrocknete dicke Bohnen, Kichererbsen und grüne Erbsen müssen über Nacht in der dreifachen Menge Wasser eingeweicht werden.
Einweich- und Kochzeiten:
  •  Dicke Bohnen: zwölf Stunden Einweichzeit, 60 bis 90 Minuten Garzeit
  •  Kichererbsen: zwölf Stunden Einweichzeit, 90 bis 120 Minuten Garzeit
  •  grüne Erbsen (ungeschält): zwölf Stunden Einweichzeit, 30 bis 120 Minuten Garzeit
  •  gelbe Erbsen: keine Einweichzeit, 15 Minuten Garzeit
  •  Linsen: keine Einweichzeit, 15 bis 30 Minuten Garzeit
Fleischloser Klassiker: Linsen-Bolognese. Foto: Panthermedia/Imago
Fleischloser Klassiker: Linsen-Bolognese. Foto: Panthermedia/Imago
Rezept: Vegetarische Bolognese mit Linsen
Spaghetti Bolognese ist ein Hit in deutschen Küchen. Das Lieblingsessen vieler Kinder schmeckt aber auch ohne Hackfleisch.
Das wird für drei bis vier Portionen gebraucht:
1 Knoblauchzehe, geschält und gepresst, 1 Zwiebel, geschält und gehackt, 1 Möhre, gewaschen und fein gewürfelt, 1 Stange Staudensellerie, gewaschen und fein gewürfelt, 1 EL Olivenöl, 2 EL Tomatenmark, 150 g rote Linsen, gewaschen, 400 g passierte Tomaten oder gehackte Tomaten aus der Dose, 100 ml Gemüsebrühe, 1 EL Kräuter wie Basilikum und Oregano, Salz, Pfeffer.
So geht‘s:
Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebel darin zwei Minuten andünsten. Möhren- und Selleriewürfel sowie den gehackten Knoblauch dazugeben und circa fünf Minuten mitbraten. Das Tomatenmark dazugeben und kurz anbraten. Dann die passierten Tomaten, die Kräuter, die Brühe und die Linsen zu dem Gemüse geben, aufkochen und bei kleiner Hitze etwa 15 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu schmecken Spaghetti und Parmesankäse.
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Raus in den Garten

Misteln im Geäst einer Eiche. Die Mistel wächst als grüner Strauch parasitierend auf anderen Gehölzen. Sie sitzt auf den Ästen von Bäumen und entzieht Wasser und Mineralsalze aus dem Holz. Foto: Jens Büttner/dpa
Misteln im Geäst einer Eiche. Die Mistel wächst als grüner Strauch parasitierend auf anderen Gehölzen. Sie sitzt auf den Ästen von Bäumen und entzieht Wasser und Mineralsalze aus dem Holz. Foto: Jens Büttner/dpa
Jetzt im Winter sind sie gut zu sehen: die kugelrunden Misteln. Die grünen Gebilde heben sich deutlich vom sonst kahlen Baum ab. Für Gartenbesitzer kein Grund zur Freude, denn es handelt sich um sogenannte Halbparasiten. Sie leben auf einem Wirtsbaum, dem sie Wasser und auch Nährstoffe entziehen. Naturschützer warnen bereits, dass Misteln zunehmend zur Gefahr zum Beispiel für Obstbäume werden können. Deshalb sollte man sie regelmäßig aus den Gehölzen entfernen.
Besonders betroffen sind ältere Apfelbäume, aber auch Birnen werden inzwischen befallen. Etwa alle vier Jahre im Spätwinter oder im zeitigen Frühjahr werden betroffene Obstbäume konsequent zurückgeschnitten. Befallene Äste sollten mindestens 30 bis 50 Zentimeter ins gesunde Holz zurückgesägt werden. Nur die Mistel selbst abzuschneiden oder sie mit einer Folie abzudecken, hat sich nicht als erfolgreich erwiesen.
Auch wenn sich das Gerücht, dass Misteln unter Schutz stehen, hartnäckig hält: Das ist falsch. Sie dürfen nicht nur geschnitten werden, sie sollten es unbedingt auch. 
Es gibt verschiedenen Arten von Misteln. Bei uns besonders verbreitet ist die Laubholz-Mistel ((Viscum album ssp. album). Außerdem gibt es in Europa die Tannenmistel (Viscum album ssp. abietis) und die Kiefernmistel (Viscum album ssp. austriacum).
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Fundstück der Woche

Manuela Kuhlbrodt ist Krimiautorin in Teltow. Foto: privat
Manuela Kuhlbrodt ist Krimiautorin in Teltow. Foto: privat
Winterzeit ist Lesezeit - ist doch klar. Sie lieben Brandenburger Krimis? Dann tauchen Sie ein in die Welt von Manuela Kuhlbrodts Teltower-Rübchen-Krimi „Todsicher – die Spur des Rübchens“ und entdecken Sie bekannte Orte und vielleicht sogar den einen oder anderen Freund.
Auch der Debütroman der Stahnsdorferin Carla Maria Heinze, „Potsdamer Abgründe“, spielt in der Region Teltow, er beginnt auf dem bekannten Südwestkirchhof. Beide Bücher sind schon vor längerer Zeit erschienen, aber deswegen um nichts weniger unterhaltsam und spannend zu lesen. Erhältlich in den gängigen Buchläden und im Versand.
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