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Stand Up Paddling++Seen-Hopping++Cocktailstunde

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wohl spätestens seit der ADAC eine Liste von Stand-Up-Paddling-Routen
MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wohl spätestens seit der ADAC eine Liste von Stand-Up-Paddling-Routen veröffentlicht hat und Discounter-Märkte die kurz SUP genannten Boards dafür anbieten, ist der Wassersport mit dem langen Ruder kein Geheimtipp mehr. Bei Badeausflügen in Brandenburg muss man momentan ganz schön aufpassen, zwischen all den bunten Brettern noch einen Platz zum Schwimmen zu finden. Ich muss allerdings zugeben: Seit ich es einmal selbst probiert habe, tendiere auch ich zum Stehplatz.
Laut Christian Hahn aus Berlin, Präsident der erst 2014 gegründeten “German Stand Up Paddle Association” (GSUPA), ist SUP die “am schnellsten wachsende Wassersportart der Welt”. Man kann sie wunderbar gemeinsam betreiben, mit Corona-Distanz auf getrennten Boards oder einem sitzenden Fahrgast zu seinen Füßen, auch Kinder, Ältere und Menschen wie ich, die nicht besonders sportlich sind, lernen es leicht. Noch dazu ist die Kombination aus Wellenreiten und Kanufahren ein hervorragendes Ganzkörper-Workout - und ein nahezu meditativer Ausgleich für alle, die den ganzen Tag im Büro hocken. Kein Wunder, dass SUP auch im wasserreichen Brandenburg immer beliebter wird. Wo Sie eine besonders schöne Route im Potsdamer Umland finden, lesen Sie in unserem Ausflug der Woche.
Paddeln, noch dazu im Stehen, ist nichts für Sie? Aber Radfahren und Wasser schon? Dann schauen Sie mal, wo Lars Sittig diesmal unterwegs war - seine aktuelle Tour trägt nicht ohne Grund den Titel “Seen-Hopping”. Auch, wenn Sie sich wie ich vermutlich schon öfters in einem erfrischt haben in den letzten Monaten: Offiziell hat die Badesaison wegen der Corona-Pandemie erst am vergangenen Montag begonnen. Jedenfalls hat das märkische Gesundheitsministerium erst jetzt eine Liste sämtlicher Badestellen veröffentlicht. Die Höchstwertung von drei Sternen („ausgezeichnete Badegewässerqualität“) gilt demnach für beinahe alle Orte in der aktuellen Liste
Am Wochenende soll es endlich wieder warm werden, Gelegenheit also, einen Strand daraus zu testen - ob mit oder ohne SUP, aber am besten mit einem guten Buch und Musik in den Ohren. Das MAZ-Team hat jede Menge Tipps für Urlaubslektüre zusammengestellt - und Anregungen für einen Streaming-Marathon auf dem Balkon sind auch dabei. Weil es zuhause manchmal eben doch am schönsten ist.
Lassen Sie es sich gut gehen!
Herzliche Grüße
Ihre
Maike Schultz
Stellvertretende Chefredakteurin

Ausflug der Woche: Paddeln auf dem Petzinsee

Blaue Stunde auf dem Petzinsee. Foto: Maike Schultz
Blaue Stunde auf dem Petzinsee. Foto: Maike Schultz
Eine wunderbare (Feier-)Abendrunde für Einsteiger wie Fortgeschrittene bietet der SUP-Ausflug vom Petzinsee zum Schwielowsee und wieder zurück. Der Petzinsee ist eine kleine Ausbuchtung des Templiner Sees und befindet sich in der Gemeinde Schwielowsee im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Los geht es an der Badestelle gegenüber der Bahnbrücke (Straße Am Petzinsee), unter ihr paddelt man nach links auf den Templiner See und hält sich dann rechts.
Je nach Wind muss man hier etwas mehr Kraft aufwenden, während rechterhand die schönen Wasserplätze des Campingplatzes Himmelreich vorbeiziehen. Am Restaurant Fährhaus Caputh mündet die Havel in den Kanal “Caputher Gemünde” - hier ist Vorsicht angebracht, weil die Seilfähre zwischen Caputh und Geltow kreuzt. Nach wenigen Minuten kommt eine Eisenbahnbrücke, hier fließt die Havel in den Schwielowsee - einmal rechts um die Ecke gepaddelt und da ist das Seebad Caputh mit seinem Sandstrand.
Sonnenuntergang am Schwielowsee. Foto: Maike Schultz
Sonnenuntergang am Schwielowsee. Foto: Maike Schultz
Auf dem Schwielowsee lässt es sich herrlich in den Sonnenuntergang gleiten, der eine goldene Straße auf dem doch recht kabbeligen Wasser bildet. Rechts lockt auf Pfählen die Seebrücken-Bar Al Faro - hier könnte man für eine Stärkung Halt machen, ohne vorher an Land gehen zu müssen - links strahlt das mondäne Resort Schwielowsee im Abendlicht. Wir halten uns nah am Ufer zu unserer Rechten, um auf keinen Fall die Einfahrt zum winzigen Wentorfgraben zu verpassen.
Fast wie im Spreewald sieht es hier aus. Foto: Maike Schultz
Fast wie im Spreewald sieht es hier aus. Foto: Maike Schultz
Der Graben ist nur wenige Meter breit und an den Rändern sehr flach, außerdem sorgen umgestürzte Bäume und Wurzeln zwischendurch für kleine Ausweichmanöver. Aber: Hier drin ist es herrlich windstill, und während man durch das grüne Dickicht fährt, und dabei nur vereinzelt Anglern und Kayaks begegnet, fühlt man sich ein bisschen wie im Urwald.
Es kommen dann aber doch keine Krokodile - sondern neugierige Entenküken. Sobald man den Wentorfgraben Richtung Petzinsee verlässt. Bei mir sind sie sogar aufs Board geklettert (ein Video davon gibt es hier). Was für ein krönender Abschluss für diesen Ausflug, denn von hier paddelt man vorbei an Hausboot-Familien beim Abendbrot in wenigen Minuten zurück zur Einstiegsstelle.
Wer Glück hat, bekommt tierischen Besuch. Foto: Maike Schultz
Wer Glück hat, bekommt tierischen Besuch. Foto: Maike Schultz
Start und Ziel: Badestelle am Petzinsee (einfach bei Google Maps eingeben) - hier gibt es Parkplätze direkt am Wasser neben einem Pavillon, man kann sein Board also in Ruhe am Ufer aufpumpen und muss nicht lang schleppen. Allerdings braucht man ein eigenes - einen Verleih gibt es hier nämlich nicht.
Strecke: Der Rundkurs ist fünf Kilometer lang und dauert etwa zwei Stunden (je nach Wind und Strömung) - man kann ihn in beide Richtungen fahren. Übrigens mit allen schmalen Gefährten außer Motorbooten.
Die Route im Überblick. Quelle: Google Maps / SUPscout.de
Die Route im Überblick. Quelle: Google Maps / SUPscout.de
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Radtour der Woche: Seen-Hopping in Teltow-Fläming

Die Wellen plätschern an den Strand, Schilf rauscht, vom Wasser fächelt angenehme Kühle auf die Liegewiese. Erfrischung gefällig an einem heißen Sommertag und als Bonus viel Natur? Dann ist die Bädertour durch den Norden Teltow-Flämings genau das Richtige.
Von Dahlewitz aus schlängelt sich der Weg auf fast ausschließlich autofreien Wegen durch die Region unmittelbar hinter der Berliner Stadtgrenze, streift viele Sehenswürdigkeiten und führt durch abgeschiedene, idyllische Orte wie die Feuchtwiesen hinter Rangsdorf.
Mehrere Naturlehrpfade liegen auf dem Weg. Dazu kommt eine exzellente Anbindung an das Liniennetz der Deutschen Bahn: Nur wenige Kilometer voneinander entfernt befinden sich mehrere Bahnhöfe – die Tour lässt sich nach Lust, Laune und Tagesform gestalten, dabei können ganz unterschiedliche Seiten von „TF“ entdeckt werden.
Im Norden, im Naturschutzgebiet Glasowbach-Niederung, ist die Natur wild und urwüchsig. Im zweiten Abschnitt, ab Rangsdorf, beginnt dann die Bädertour: Der Rangsdorfer See, das ländliche Lido vor den Toren Berlins, lockt mit dem gut ausgebauten Strandbad und Naturbadestellen.
Auch am Mellensee und am Wünsdorfer See kann man direkt vom Weg in die herrlichen Gewässer springen. Auf der Schlussetappe führt der Weg durch einen großen, typisch brandenburgischen Kiefernwald, der dem Landkreis hier ein völlig anderes Gesicht verleiht, als im ersten Teil der MAZ-Tour. Eins aber ist auf allen Abschnitten der Tour gleich: Es gibt tolle Badestellen.
Für eine detaillierte Ansicht kicken Sie bitte auf die Karte.
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Die Strecke: Die 37 Kilometer lange Route der MAZ-Landpartie führt vom Bahnhof in Dahlewitz über Waldwege nach Rangsdorf (Vorsicht, ab und zu ragt eine Wurzel aus dem Boden), es geht dann auf einem Mix aus Plattenwegen, Asphalt und Radwegen (beispielsweise am Rande des Nottekanals) weiter über Zossen nach Süden. Das Teilstück zwischen Mellensee und Wünsdorf ist auf kurzen Abschnitten recht sandig. Die Tour ist, wenn man sich etwas mehr Zeit nimmt, auch für ältere Menschen und Kinder geeignet.
Im Video stellt Lars Sittig die Highlights der Tour vor.
Im Video stellt Lars Sittig die Highlights der Tour vor.
Highlights: Es gibt viele kleine Entdeckungen, die auf den Radfahrer warten: Eine Aussichtsplattform am Rangsdorfer See oder am Zülowkanal, spannende Infotafeln auf allen Teilen der Tour, Naturlehrpfade – und natürlich sehr, sehr viel Natur – der Landkreis Teltow-Fläming zeigt seine besten Seiten. Unweit der offiziellen Route befindet sich beispielsweise die Bücher- und Bunkerstadt in Wünsdorf. Und: Viele tolle Badestellen - unter anderem das Strandbad in Rangsdorf - warten, um sich abzukühlen.
MAZ-Tipp: Sich Zeit nehmen und gerade an einem heißen Tag von Badestelle zu Badestelle hoppen.
Noch mehr Fotos und eine ausführlichere Beschreibung der Route gibt es hier. Die GPX-Daten der Strecke finden Sie wie immer in unserem Komoot-Profil.
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Brandenburg für Genießer

Waren Sie schon mal wieder in einer Bar, um sich von gut gekleideten Kellnern mit einem Sundowner verwöhnen zu lassen? Am besten nach einer erfrischenden Runde im Pool? Dann empfehlen wir einen Abstecher in die Oranienburger Cockatilbar Manjana. „Überglücklich“ seien sie dort darüber, endlich wieder Gäste empfangen zu können, sagt Barkeeper Tim Schreiter - und hat sich zur Wiedereröffnung sogar eine eigene Cocktail-Kreation für die MAZ-Leser ausgedacht.
Zutaten in blau und weiß, also den MAZ-Farben, sollte er haben, innovativ, spritzig und alkoholfrei sein, so lauteten die Vorgaben. Daraufhin wirbelt der 27-Jährige los: Zuerst klimpern die obligatorischen Eiswürfel ins Glas, dann folgt ein ordentlicher Schwung Kokosnusssirup für einen Hauch Exotik sowie ein mächtiger Schwapp Sahne. Für die blaue Farbe hält der Klassiker her: Curaçao-Sirup.
Veredelt wird der Mix anschließend mit Bananen-, Ananas- und Pfirsichsaft. „Das ist die MAZ-Lagune“, so Schreiter (ein Video vom Mixen der „MAZ-Lagune“ gibt es hier.) Auf der Karte steht sie zwar nicht, aber probieren kann man sie trotzdem. Wer andere Zutaten lieber mag, kann einen „Manjana Spezial“ (7,20 Euro) ordern: Der besteht aus kreativen, tagesaktuellen Ideen der Barkeeper, die täglich wechseln können und auch auf Wünsche eingehen. „Für den Gast ist es jedes Mal eine Überraschung, was wir dann zusammenstellen.“
Das Manjana befindet sich direkt an der inzwischen ebenfalls wieder geöffneten Badelandschaft Turm Erlebniscity (André-Pican-Straße 42, Oranienburg, Barbetrieb samstags von 19 bis 24 Uhr). Unser Tipp: Erst Schwimmen, Sauna und Bowling, und abends dann auf einen Absacker zu Schreiter und seinen Kollegen. Nadine Bieneck
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Wohin am Wochenende?

Gartenträume oder exotische Käfer?
Gartenträume oder exotische Käfer?
Neuruppin: Schauspieler Hans Machowiak begleitet Gäste durch Fontanes Geburtsstadt Neuruppin mit literarischen Bezügen aus dessen autobiografischem Werk „Meine Kinderjahre“, Briefen und „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Der Fontane-Spaziergang startet um 11 Uhr am Alten Gymnasium. Tickets kosten 18 Euro und können unter Telefon 033 91/6 59 81 98 gebucht werden, auch spontan.
Potsdam: Die Biosphärenhalle ist nach der Corona-bedingten Zwangsschließung wieder geöffnet. Zu den besonderen Attraktionen der Potsdamer Tropenwelt zählt die neue Sonderausstellung „Insekten – stark und schön“ über opulente Käfer, fleißige Bienen, farbenfrohe Schmetterlinge und eine starke Ameisenkolonie. Geöffnet Mo-Fr 9-18 Uhr, Sa & So 10-19 Uhr
Prignitz: Private Gärten in der Prignitz öffnen ihre Pforten für Besucher am Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Auch Familie Schneider freut sich darauf, ihren Garten in Vehlow, Brüsenhagen 9 zu zeigen. Weitere „Offene Gärten“ sind zu finden unter www.urania-potsdam.de/Gartenkultur/Termine.
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... und raus aus Brandenburg

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Fundstück der Woche

Wer Alternativen zu Kuhmilch sucht, kann nun auf ein regionales Produkt zurückgreifen: Anfang Juli liefen in der Mostmanufaktur Havelland in Beetzseeheide (Potsdam-Mittelmark) die ersten 400 Flaschen „Havelmi“ vom Band. Die beiden Brandenburger Paavo Günther und Achim Fießinger haben den Haferdrink entwickelt und legen viel Wert auf Nachhaltigkeit: Der Hafer für die „Havelmi“ kommt aus der Schälmühle Vetschau (Oberspreewald-Lausitz), Salz aus der Sole in Bad Belzig.
Lediglich die Sonnenblumen für das zusätzliche Öl müssen die jungen Geschäftspartner aus europäischen Beständen nehmen, da in Brandenburg nicht genügend angebaut werden. Außerdem soll ihr Produkt nur in einem Umkreis von höchsten 300 Kilometern ausgeliefert werden - in wiederverwenbaren Glasflaschen, die überall abgegeben werden können, wo mit standardisierten Milchflaschen gehandelt wird.
Schon in den kommenden Monaten sollen bis zu 10.000 Liter „Havelmi“ vom Band laufen, kündigt Günther an. Für die größere Produktion werde man noch in diesem Jahr in ein eigenes Haus umziehen. „Wir wollen im Havelland bleiben“, so Günther. Übrigens: Experten schätzen, dass bei der Gewinnung von einem Liter Hafermilch 80 Prozent weniger Kohlendioxid und andere Klimagase anfallen, als bei einem Liter Kuhmilch. Rüdiger Braun
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