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Seen-Wanderung in Bestensee++Obst selbst pflücken++Fläminger Whisky erobert Fernost

MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land
Liebe Leserinnen und Leser,
haben Sie den berühmten Grünen Daumen? Gedeihen bei Ihnen im Garten, auf dem Balkon oder dem Fensterbrett Blumen und Stauden? Bauen Sie vielleicht sogar selbst Obst und Gemüse an?
Bei mir ist das so eine Sache. Jahrelang waren sämtliche Gärtnerversuche absolute Reinfälle. Ich habe so einige Pflanzen auf dem Gewissen. Nun kann ich aber voller Stolz berichten, dass sich das Blatt wendet. Auf meinem Balkon gedeihen derzeit drei Tomatenpflanzen. Ich würde sie sogar als prächtig bezeichnen.
Ein Nachbar hatte so viel Glück bei der Anzucht, dass er die Pflanzen übrig hatte. Vermutlich hätte er mir die mühevoll aufgezogenen Exemplare nicht überlassen, wenn er gewusst hätte, wie es bisher um mein gärtnerisches Talent bestellt war. Aber so hat er meinen Ehrgeiz geweckt - und 32 Baumarkt-Euro später (größere Töpfe, eine Schaufel, Erde und ein paar andere Kleinigkeiten mussten her) begann das Tomaten-Abenteuer. Immerhin hatte das MAZ-Beet schon dazu beigetragen, dass ich nicht völlig planlos ans Werk ging.
Inzwischen haben sich erste Blüten gebildet und ich habe große Hoffnung, demnächst tatsächlich knallrotes Gemüse zu ernten. Und ja, ich sehe Potenzial für die nächsten Jahre. Auf dem Balkon ist noch Platz.
Sollte mich meine neue Gärtnerbegabung auf den letzten Metern doch noch im Stich lassen, habe ich allerdings auch schon einen Plan B. Sicher ist sicher. Nicht für Tomaten, aber fürs Erntegefühl.
Zahlreiche Obsthöfe in der Region bieten jetzt wieder das Selbstpflücken an. Gerade gibt es Kirschen, bald schon startet die Heidelbeersaison und auch Birnen und weitere Obstsorten folgen. In der Rubrik “Brandenburg für Genießer” stellen wir Ihnen zwei Höfe vor, zu denen ein Wochenend- oder Ferienausflug in jedem Fall lohnt.
Schauen Sie aber unbedingt auch in unsere andere Rubriken. Wir nehmen Sie unter anderem mit auf eine Wanderung in Bestensee und stellen Ihnen einen edlen Tropen aus dem Hohen Fläming vor, der neuerdings auch in Fernost Fans hat.
Ich wünsche Ihnen wie immer eine angenehme Lektüre.
Ihre
Stephanie Philipp
Leiterin Audience & Content Development
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Ausflug der Woche: Wanderung um die Pätzer Seen in Bestensee

Sonnenuntergang über dem Pätzer Vordersee. Foto: Ralf Burgschweiger
Sonnenuntergang über dem Pätzer Vordersee. Foto: Ralf Burgschweiger
Wer an einen Ausflug nach Dahme-Spreewald denkt, hat vermutlich häufig zunächst Radwege und weit verzweigte Fließe im Spreewald vor Augen. Aber auch der Norden des Landkreises hat einiges zu bieten. Wir laden Sie, liebe Leserinnen und Leser, heute ein zu einem Ausflug nach Bestensee.
Auf dem Programm steht eine gut 17 Kilometer lange Wanderung um den Pätzer Vorder- und den Pätzer Hintersee, die je nach Wandergeschwindigkeit und Pausenfrequenz um die 4,5 Stunden dauert. Start und Ziel sind am Bahnhof Bestensee, Sie können also ganz bequem und umweltfreundlich mit der Bahn (RB 24) anreisen.
Vom Bestenseer Bahnhof ist es nicht weit bis zum Wasser. Wir folgen der Hauptstraße in Richtung Gräbendorf, biegen gegenüber der Einmündung zur Straße Am Glunzbusch rechts ab. Über diesen Weg, dem wir einfach immer geradeaus folgen (an der Gabelung links halten), gelangen wir zum Pätzer Vordersee, wo direkt ein ruhiger Natur-Rastplatz zur ersten Pause mit Seeblick einlädt.
Per Klick auf die Karte geht es zur Tour bei Komoot.
Per Klick auf die Karte geht es zur Tour bei Komoot.
Weiter geht es am Nordufer und dann am Ostufer des Sees entlang - dem bewährten Weg folgend -, wir passieren die Uferpromenade und gelangen schließlich zum Strandbad Pätz (bei gutem Wetter oder Kälteunempfindlichkeit also unbedingt Badesachen mitnehmen!).
Weiter geht es ganz allmählich in Richtung Pätzer Hintersee. Wir folgen der Lindenstraße bis zur Pätzer Dorfaue und bewegen uns von dort auf der Liepestraße weiter gen Süden. Außerhalb von Pätz biegen wir rechts ab in Richtung Liepe, halten uns dann links und wandern durch den Liepegrund bis wir wieder auf einen Uferweg treffen - willkommen am Pätzer Hintersee!
Bootsanlegestelle am Pätzer Hintersee. Foto: Andrea Müller
Bootsanlegestelle am Pätzer Hintersee. Foto: Andrea Müller
Dem Uferweg folgen wir um das Südende des Sees herum, an einer Brotzeitbank vorbei und an der Westseite des Sees wieder nach Norden. Keine Sorge, wenn es dabei gelegentlich ein wenig weg vom See geht - das gehört so.
Wo der Hintersee im Norden endet, treffen wir auf die Bestenseer Hintersiedlung, die wir auf dem Uferweg passieren - hier gibt es mit der Gaststätte Seeblick auch eine Möglichkeit zur Einkehr -, bevor wir erst nach links in die Straße Am Horst und dann nach rechts in die Thälmannstraße einbiegen. Wir folgen der Straße mehrere hundert Meter, unter anderem durch die Vordersiedlung, und biegen an der Bahnstrecke rechts in die Franz-Mehring-Straße, der wir bis zum Zielpunkt unserer Tour am Bestenseer Bahnhof folgen.
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Brandenburg für Genießer

Silvio Lienert betreibt im Havelland einen Obsthof. Selbstpflücker sind willkommen. Foto: Ulrich Nettelstroth
Silvio Lienert betreibt im Havelland einen Obsthof. Selbstpflücker sind willkommen. Foto: Ulrich Nettelstroth
Sie mögen Kuchen, Smoothies und/oder Obstsalate? Und Sie verarbeiten in der Küche dafür gern frisches Obst? Was halten Sie davon, es sogar mal selbst zu pflücken? Frischer geht es schließlich kaum - und in Brandenburg ist es auch ohne eigenen Garten sehr gut möglich.
Unter anderem auf dem Obsthof von Silvio Lienert im Wustermarker Ortsteil Priot (Havelland) ist das kein Problem. „Im Hofladen erhält jeder einen Eimer, dann geht es in die Plantage, am Ende wird die Ernte gewogen und bezahlt“, erklärt Lienert den Ablauf. Acht Hektar Plantagen bewirtschaftet der Hof.
Bis Ende Juli sind die Kirschen reif, dann folgen Pflaumen, Birnen und Äpfel. Lienert setzt fast ausschließlich auf die Selbstpflücker. Außer am Montag ist der Hofladen in Priort jeden Tag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, es gibt auch Kaffee und Kuchen und Spielmöglichkeiten für die Kinder.
Auch beim Obsthof Lindicke in Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) ist Selbstpflücken möglich. Anlaufpunkt ist der Hofladen am Plessower Eck. Von dort werden die Interessierten in die jeweilige Plantage geleitet. Derzeit gibt es noch Süß- und Sauerkirschen. „Ab Anfang September beginnt dann die Apfelernte“, verrät Bettina Lindicke. Die Familie macht 95 Prozent ihres Umsatzes im eigenen Hofladen.
Übrigens haben auch Heidelbeeren fast schon Saison. Am 14. Juli wird offiziell die Saison für die vitaminreichen Früchte eröffnet, teilte der Gartenbauverband Berlin-Brandenburg mit. In Brandenburg hat sich die Anbaufläche des Obsts von 332 Hektar 2017 auf mittlerweile 407 Hektar in diesem Jahr erhöht. 23 Betriebe haben sich auf die wichtigste Strauchbeerenart spezialisiert.
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Raus in den Garten

Mit der Zeit blüht die Bart-Iris nicht mehr so stark wie üblich. Dann muss der Hobbygärtner sie teilen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Mit der Zeit blüht die Bart-Iris nicht mehr so stark wie üblich. Dann muss der Hobbygärtner sie teilen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Die Hohe Bart-Iris ist die Königin der Garten-Schwertlilien. Sie liebt volle Sonne und durchlässigen Boden. Wenn sie beides hat, zeigt sie ihre prächtigen Blüten zahlreich. Doch irgendwann sieht man auch dieser Augenweide das Alter an. Dann hilft nur noch eine Schönheits-OP. Und die kann jeder Hobbygärtner leicht selbst ausführen.
Wenn die Pflanzen in der Mitte verkahlen, kann dies an einer Überalterung des Rhizoms liegen. Schwertlilien wachsen von innen nach außen. Nach ein paar Jahren im Garten sollte das Rhizom geteilt werden. Dadurch verschwinden die kahlen Stellen, die Pflanze verjüngt sich durch einen Neuaustrieb. Oder genauer gesagt: Die vielen neuen Pflanzen wachsen wie neugeboren, denn es ergeben sich dadurch ja mehrere Wurzelteile zum Einsetzen.
Und so funktioniert das Ganze: Die Rhizome werden vorsichtig mit einer Grabegabel aus der Erde geholt. Kleinere Horste haben häufig eine Art Sollbruchstelle, man kann sie daran einfach auseinanderziehen. Sehr große und alte Horste werden besser mit dem Spaten geteilt. So erhält man Rhizomstücke, die komplett kahl, vielleicht auch etwas gammelig sind, und solche, die nur ein Stück weit kahl sind, aber auch Blätter haben. Erstere sollte man wegwerfen.
An den anderen werden die Blätter um zwei Drittel eingekürzt und die Stücke dann direkt wieder eingesetzt. Die Wurzeln kommen dabei ganz in die Erde, die Rhizome sollten mindestens halb aus der Erde herausschauen. Die Einzelteile im Abstand von 20 bis 30 Zentimetern wieder einzusetzen. So ergebe sich schneller wieder ein voller Tuff. Beim Zusammensetzen darauf achten, dass die kahlen Stücke der Rhizome beziehungsweise die Blattaustriebe nicht alle in eine Richtung zeigen.
Die beste Zeit zum Teilen der Hohen Bart-Iris ist direkt nach der Blüte. Gutes Gelingen!
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Fundstück der Woche

Norbert Eggensteins ganzer Stolz: die Portwein-Fässer, in denen der Brand reift. Foto: René Gaffron
Norbert Eggensteins ganzer Stolz: die Portwein-Fässer, in denen der Brand reift. Foto: René Gaffron
Wussten Sie schon, dass in Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark) Hochprozentiges produziert wird? Die Rede ist vom Old Sandhill Whisky aus der Destille auf dem sogenannten Sandberg. Es gibt verschiedene Sorten, darunter German Oak. Dieser hat einen, wie Experten sagen, langen Abgang und mitunter lassen sich Aromen wie Schoko, Nuss oder Vanille erahnen.
Dafür hat sich bereits vor gut zwei Jahren die Jury der Internationalen Berlin Spirit Competition begeistern können. Die Spirituose wurde mit einer Doppel-Gold-Medaille ausgezeichnet - und zum besten europäischen Single Malt gekürt.
Inzwischen hat sich der gute Geschmack des Whiskys bis nach Fernost herumgesprochen. Der edle Tropfen aus Bad Belzig erobert neuerdings Japan. „Zwei Sendungen von 2000 und 3000 Flaschen Whisky aus der Destille am Sandberg haben wohlbehalten ihr Ziel dort erreicht“, berichtet Norbert Eggenstein, Inhaber des Burgbräuhauses.
Whisky aus Bad Belzig geht gut verpackt nach Fernost. Foto: René Gaffron
Whisky aus Bad Belzig geht gut verpackt nach Fernost. Foto: René Gaffron
In Japan sorgt Importeur Christoph Loerke dafür, dass die Produkte aus dem Hohen Fläming in Spirituosen-Fachgeschäften und an den Bars renommierter Hotels in fünf weiteren Metropolen – Yokohama, Osaka, Sendai, Hiroshima und Fukuoka – angeboten werden. „Deutschland ist in Fernost hauptsächlich als Bierland bekannt. Dass auch Whisky hergestellt wird, finden viele der Kunden sehr interessant“, erklärt der Geschäftspartner die Resonanz vor Ort.
Wir empfehlen: Den Bad Belziger Whisky probieren, bevor die Japaner so richtig auf den Geschmack kommen!
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