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Schmöckwitzer Werder++Gewinnen beim MAZ-Sommerquiz++Lost Places in Teltow-Fläming

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es ist Hochsommer. Ein Satz, den ich mit Ehrfurcht schreibe, in der ja auch die “Furcht” steckt. Denn ich bin kein Mensch für Temperaturen über 30 Grad. So gesehen habe ich derzeit gut lachen. Auch wenn mein Urlaub gerade zu Ende gegangen ist (was zunächst mal heißt: zählen, was an Geld noch übrig ist, und schauen, wie sich die Sonnenbrände entwickelt haben).
Hochsommer, das ist eines der schönsten Wörter der deutschen Sprache. Ähnlich intensiv wie “tiefer Winter”. Früher habe ich im Hochsommer gedacht: Mach einfach gar nichts. Seit einer Weile aber denke ich: Mach so viel, wie du kannst, so viel, wie du schaffst, denn in diesem Hochsommerlicht wirkt alles, der Spaziergang, das Baden im See, ein Gläschen Wein, noch intensiver! Alles funkelt. Hauptsache, es findet draußen unter freiem Himmel statt.
So gesehen sind die “Sehsüchte”, Potsdams großes Studentenfilmfestival, in dieser Woche einerseits wie immer eine Augenweide, andererseits sind Kinos derzeit nicht der Ort, nach dem man sich am stärksten sehnt. Doch wie der Name bereits sagt, “Sehsüchte” spekulieren auf die Sucht. Es gibt Menschen, die brauchen Bilder und Filme, egal, wo sie zu greifen sind. Gerne auch während des Hochsommers im Kino.
Die Schirrhofnächte im Potsdamer Kulturquartier spielen wie immer unter freiem Himmel, es gibt Tanz, Theater und Gesang, das alles also, was es letzthin nur noch aus der Dose gab. Aus den Archiven. Und dem Fundus der digitalen Unterhaltungselektronik, die uns in der Pandemie fast aufgefressen hat. Weil wir ihr aus der Hand gefressen haben. Fressen oder gefressen werden.
Ich persönlich schaue, dass ich im Hochsommer (ich kann das Wort nicht oft genug schreiben) herauskomme aus der Stadt. Was nicht immer einfach ist, weil ich kein Auto habe. Gerade die Uckermark ist eine Gegend, die von Bahn und Bus ja generös umfahren wird. So gesehen wäre der Weg zum Liederfestival nach Thomsdorf am Wochenende für mich keine leichte Sache. Es sei denn, ich nehme wieder dieses E-Auto vom Car-Sharing. Die Idee des Anbieters ist gut. Doch die Reichweite der Autos reicht nur bis zum nächsten Supermarkt. Niemals in die Uckermark. Aber das ist eine andere, leidvolle Geschichte.
Als Ausflugstipp lege ich Ihnen im Newsletter heute Schmöckwitz ans Herz, das hochoffiziell zwar in Berlin liegt, doch von Brandenburg umgeben und vom Brandenburger Dichter Fontane beschrieben und gepriesen wurde. Unsere kleine Wanderung schwappt hinüber ins Märkische. Und wer in diesen warmen Tagen auf den Garten vor der Haustür schwört, dem geben wir Ratschläge für den Anbau exotischer Obstsorten, die aktuell sehr hoch im Kurs stehen. Für mich persönlich aber reichen Himbeeren.
Ein schönes Hochsommerwochenende wünsche ich Ihnen!
Herzliche Grüße,
Ihr
Lars Grote
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Schmöckwitzer Werder

Die Wanderung bietet Ausblick auf gleich mehrere Seen - hier der Zeuthener See. Foto: F. Anthea Schaap/Imago
Die Wanderung bietet Ausblick auf gleich mehrere Seen - hier der Zeuthener See. Foto: F. Anthea Schaap/Imago
Schmöckwitz liegt im Grenzgebiet, einerseits im äußersten Stadtgebiet von Berlin, weit im Südosten, andererseits ist dieser hübsche Fleck umstellt von Brandenburg und seinen Seen. Auf seinen “Wanderungen durch die Mark Brandenburg” hat Theodor Fontane diese Gegend besucht, auf einer Bootstour fuhr er über die “wendische Spree”. Er schrieb: “An der Brücke zu Cöpenick treffen zwei Flüsse beinahe rechtwinklig zusammen: die eigentliche Spree und die wendische Spree, letztere auch die Dahm geheißen.” Heute sagen wir “Dahme” und reden von einem Fluss, der vor allem Brandenburg durchquert.
Unsere Rundwanderung auf aussichtsreichen Uferwegen führt uns von Schmöckwitz nach Schmöckwitzwerder und ist zwölf Kilometer lang. Wir starten an der Straßenbahnhaltestelle Alt-Schmöckwitz am Ende der Straße Adlergestell. Vom Grünanlagenplatz Alt-Schmöckwitz geht es in Verlängerung der Zufahrtsstraße ostwärts zur Schmöckwitzer Brücke über die Dahme. Rechts weitet sich der Zeuthener See, links der Seddinsee. Nach Überqueren der Brücke zweigt rechts die Promenade Richtung “Rettungsstation” ab, führt an einem Badestrand vorbei und leitet in den Wald hinein zum Jugendgästehaus “Teikyo Berlin” einer japanischen Privatuniversität.
Hinter dem Haus geht es rechts hinab auf den ufernahen Weg unter Laubbäumen, immer wieder fällt der Blick hinaus auf den von der Dahme durchflossenen Zeuthener See. Im Weiler Rauchfangswerder mündet der Uferweg auf dem Schmöckwitzer Damm und folgt ihm an der Bushaltestelle “Fährallee”, an der Feuerwehr und am Friedhof vorbei ostwärts durch den Wald, am Ende links in die Böhmallee und in der Kurve geradeaus auf den Waldweg, der an einem Rast- und Badeplatz auf das von Laubbäumen und Kiefern bestandene Hochufer des Rinnensees Großer Zug einschwingt.
An der Schmöckwitzer Brücke treffen Zeuthener See und Seddinsee aufeinander. Foto: Jürgen Ritter/Imago
An der Schmöckwitzer Brücke treffen Zeuthener See und Seddinsee aufeinander. Foto: Jürgen Ritter/Imago
Nach Passieren einer Landenge weitet sich rechts der Krossinsee, am Uferweg laden Bänke zur Rast ein. Mitten durch den Großen Zug und den Krossinsee verläuft die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg. Ein herrlicher Blick zurück bietet sich an der Badestelle beim Gasthaus am Campingplatz “Krossinsee” vor Schmöckwitzwerder, wo eine Gaststätte zur Einkehr lädt. Dahinter geht es zur Wernsdorfer Straße, dort wenige Meter rechts und vor der Bushaltestelle “Schmöckwitzwerder” links in die am Oder-Spree-Kanal vor einer Fußgängerbrücke endende Sackgasse.
Die Promenade längs des Kanals führt links zum Seddinsee, dort links, und schon ist wieder die Schmöckwitzer Brücke erreicht, die über die Dahme nach Alt-Schmöckwitz zurückführt.
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Brandenburg für Genießer

Bei der Auswahl der Früchte können Sie nach Lust und Laune entscheiden. Wir haben zwei Sorten Beeren und Aprikosen ausgewählt. Foto: Imago
Bei der Auswahl der Früchte können Sie nach Lust und Laune entscheiden. Wir haben zwei Sorten Beeren und Aprikosen ausgewählt. Foto: Imago
Wichtig ist im Hochsommer, dass wir uns nicht übernehmen in der Küche. Der Aufwand sollte überschaubar sein, gerne darf die Rezeptur erfrischend klingen. Der sommerliche Obstsalat unter Mascarpone-Joghurt-Haube erfüllt diese Kriterien aufs Beste.
Zutaten für vier Personen:
  • abgeriebene Schale von einer unbehandelten Orange 
  • ausgepresster Saft von zwei Orangen 
  • sechs Esslöffel Zucker 
  • 250 Gramm Johannisbeeren 
  • 250 Gramm Heidelbeeren 
  • drei Aprikosen 
  • 250 Gramm Mascarpone 
  • 150 Gramm Vollmilch-Joghurt 
  • ein  Päckchen Vanillin-Zucker 
Zubereitung:
Orangenschale und -saft mit drei Esslöffeln Zucker in einen kleinen Topf geben. Aufkochen, etwa fünf Minuten sirupartig einkochen. Vom Herd ziehen und abkühlen lassen. Beeren waschen, abtropfen lassen, Johannisbeeren von den Rispen streifen. Aprikosen waschen, halbieren und Stein entfernen. Aprikosen klein würfeln. Früchte mit der Hälfte des Sirups vermischen. 
Mascarpone, Joghurt, Vanillin-Zucker und drei Esslöffel Zucker glatt rühren. Obstsalat in vier Gläsern verteilen. Creme darauf geben und mit restlichem Sirup beträufeln. Bis zum Servieren kalt stellen.
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Raus in den Garten

Die Früchte der Kiwi-Pflanze brauchen viel Wasser und Sonnenschein. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Die Früchte der Kiwi-Pflanze brauchen viel Wasser und Sonnenschein. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Exotische Obstarten sind bei Hobbygärtnern zurzeit sehr beliebt. Dazu zählt auch die Kiwi. Bei den Pflanzen sollten allerdings regelmäßig die Schlingtriebe entfernt werden. Gerade bei großfrüchtigen Arten wie Actinidia deliciosa können diese innerhalb von einem Jahr mehrere Meter lang werden. Oft sind die Pflanzen dann völlig zugewuchert. Darunter kann die Fruchtbarkeit leiden.
Experten raten daher, die Schlingtriebe, die nicht für den Aufbau des Spaliers benötigt werden, zu entfernen. Das ist vor allem bei männlichen Pflanzen wichtig. Sie stecken nämlich im Sommer all ihre Energie ins Triebwachstum, nachdem sie im Frühjahr ihre Pollen entlassen haben.
Weibliche Pflanzen, die man an der deutlich helleren Blattfarbe erkennt, brauchen dagegen ihre Energie für die Fruchtbildung. Ausreichend Sonnenlicht sorgt für gute Ausbildung der Früchte. Fruchttragende Triebe kann man auf etwa einen halben Meter einkürzen.
Im warmen Klima und in geschützten Lagen fühlen sich Kiwis besonders wohl. An solchen Standorten fällt die Ernte meist auch reichlich aus. Wichtig ist nur, dass die Pflanzen auch ausreichend Wasser bekommen. Die Faustregel lautet hier: lieber selten, aber dafür kräftig wässern. In trockenen Perioden sind wöchentlich 20 bis 25 Liter pro Quadratmeter Baumscheibe nötig. 
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Fundstück der Woche

Genau genommen haben wir in dieser Woche gleich eine ganze Reihe Fundstücke für Sie, liebe Leserinnen und Leser. Die MAZ begibt sich in den kommenden Wochen mit einem Lost-Places-Projekt zu verlassenen Militärstätten in Teltow-Fläming - genauer in Wünsdorf, Sperenberg, Kummersdorf und Altes Lager.
Wir erzählen die Geschichten ehemaliger Kasernen, verlassener Bunker und vergessener Truppenübungsplätze und machen uns auf die Suche nach ihrer Zukunft. Alle Geschichten, Videos, Bilder und mehr zu den Lost Places in Teltow-Fläming gibt es hier zum Nachlesen - und jede Woche kommen neue dazu.
Zum Auftakt gibt es unter anderem Inspiration für Lost-Places-Fotografen und Tipps für Führungen und Wanderungen, auf denen Sie die verlorenen Orte - unter anderem die Wünsdorfer Bunker - ganz offiziell entdecken können. Und natürlich nehmen wir Sie mit auf eine Reise in die Geschichte der ehemaligen Militärflächen in Teltow-Fläming. Was diese mit dem Stahlhelm und der Entwicklung der Atombombe zu tun haben, lesen Sie hier:
Schweres Erbe, große Chancen: Die ehemaligen Militärflächen südlich von Berlin
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