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Rundwanderung um Prieros ++ Osterfeuer-Überblick ++ Osterrezept: Eiersalat

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MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
brrr, das waren wirklich harte Tage, die wir jetzt erleben mussten. Nein, ich rede nicht von der weltpolitischen Lage. Von der hören Sie andernorts sicher genug, vielleicht mehr als Ihnen lieb ist. Deshalb will ich Sie wenigstens in diesem Newsletter damit verschonen. An dieser Stelle rede ich natürlich mal wieder vom Wetter. Und wie bei anderen Dingen, war ich auch hier etwas zu optimistisch. Dass ich noch einmal meinen dicken Mantel, ja sogar meinen Schal aus dem Schrank kramen würde, hätte ich mir Anfang März auch nicht träumen lassen.
Doch ich brauchte den dicken Kram - und danach hätte ich wasserdichte Jacken gebraucht angesichts des Regenwetters, das auch über die Landeshauptstadt mit Macht hereinbrach. Wie soll man bei solch einer Witterung bitteschön raus aufs Land? Doch, keine Sorge! Ich zum Beispiel vertraue heute mal sehr gerne den Ansagen des Deutschen Wetterdienstes. Der schreibt, dass es in den kommenden Tagen “zunehmend frühlingshaft” werde. Also Schluss mit Minusgraden und Wolkenbrüchen! Tatsächlich sagen die Meteorologen auch, dass sie in nächster Zeit “keine markanten Wettergefahren” entdecken könnten. Da kann es ja mit einem anständigen Osterfest doch noch etwas werden!
Ein passender Osterspaziergang ist auf jeden Fall unsere Wanderung in der Prieroser Heide. Vor dem eigentlichen Fußmarsch können Sie sich im Biogarten Prieros über die Flora das Naturparks Dahme-Heideseen informieren. Der Garten ahmt kleine Tümpel und Moore nach, zeigt verschiedenartige Waldstücke, eine Streuobstwiese, aber auch kleine Kulturgärten. Die Anlage wurde schon in den 90er-Jahren von der Gemeinde Heidesee, der Volkshochschule des Landkreises Dahme-Spreewald, dem Verband der Garten- und Siedlerfreunde und der Jump gGmbH in liebevoller Kleinarbeit aufgebaut. Im April ist der Garten am Mühlendamm 14 im Heideseer Ortsteil Prieros von 8 bis 16 Uhr geöffnet. Wenn Sie Glück haben, gibt es vielleicht gerade einen Workshop zum kreativen Gestalten - und sie bekommen einige Tipps für die Osterdeko.
Österlich ist auf jeden Fall unser Genießertipp in dieser Woche. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ganz schnell und ganz einfach einen überaus leckeren Eiersalat zubereiten können. Auch kulturell ist dieser Tage einiges los, besonders über die Feiertage, wie Sie den Tipps aus der Region entnehmen können.
Nur bedingt mit Ostern hat dagegen unser Fundstück der Woche zu tun. In den Veranstaltungsplänen entdeckten wir einen alten, fast vergessenen Klassiker, den eine schwimmende Bühne in der Landeshauptstadt wieder zur Aufführung bringt. Bei dem dargestellten Thema, über das Sie unten mehr erfahren, denkt man eher an Karfreitag. Zum Glück aber gibt es, wie fromme Menschen wissen, nach jedem Karfreitag eine Auferstehung. In diesem Sinne wünschen ich Ihnen nicht nur wettertechnisch einen abwechslungsreichen April und natürlich frohe Ostern!
Herzliche Grüße,
Ihr
Rüdiger Braun
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche:

Die Prieroser Dorfkirche ist ein neoromanischer Backsteinbau.
Die Prieroser Dorfkirche ist ein neoromanischer Backsteinbau.
Von Weitem möchte man meinen, die Prieroser Dorfkirche in Dahme-Spreewald sei eine von vielen uralten Steinkirchen, die inmitten brandenburgischer Dörfer in eine längst vergangene Zeit entführen. Doch Vorsicht! Das Gotteshaus in der Gemeinde Heidesee hat zwar eine romanische Anmutung, wurde in seiner gegenwärtigen Form aber tatsächlich erst 1875 fertiggestellt. Die Kirche mitten im Dahmer Seenland ist der Startpunkt der circa 8,3 Kilometer langen Wanderung durch die Prieroser Heide, die wir Ihnen in dieser Woche empfehlen möchten.
Von der Dorfmitte von Prieros - der Dorfaue - starten drei ausgeschilderte Wanderungen. Diesmal sind wir auf dem Rundwanderweg Prieroser Heide unterwegs. Direkt vor der markanten Dorfkirche ist der offizielle Startpunkt der Wanderung. Wir folgen der gelben Markierung und kommen zunächst an der Tourismus-Information vorbei. Vor dem Gebäude ist ein Baum mit mindestens zwölf Wegweisern bestückt, die farbenfroh auf Nahziele in der Umgebung hinweisen. Unter anderem geht es nach Philadelphia (12 Kilometer), zum Wandergebiet Bugker Sahara (15 Kilometer) oder nach Kolberg (3 Kilometer).
Wir gehen weiter und gelangen über den Mühlendamm zur Cottbuser Straße. Dann geht es plötzlich nach rechts durch die Siedlung an der alten Dahme, einer Siedlung direkt im Waldgebiet. Hier sind überwiegend Wochenendhäuser und Ferienhäuser zu sehen. Erneut bei der Cottbuser Straße angekommen, biegen wir nach rechts ab und achten auf den schmalen Weg auf der linken Seite kurz vor dem Verbindungskanal zwischen dem Streganzer See und dem Tiefen See. Mit einer Fläche von 29 Hektar zählt der Tiefe See eher zu den kleineren Seen im Naturpark Dahme-Heideseen.
Auf diesem schmalen Weg, der durch eine Siedlung führt, muss man besonders auf das starke Wurzelwerk achten, um ein Umknicken zu vermeiden. Hier sind wir ganz dicht am Ufer des Tiefen Sees unterwegs, an einer Grünanlage mit mehreren Bänken haben wir die Gelegenheit, zu pausieren und entspannt über den See zu blicken.
Wir folgen dem Weg weiter und queren die Storkower Allee. Der Weg führt unmittelbar rechts neben dem Waldrestaurant „Tiefer See“ entlang, wo es außer dienstags und mittwochs täglich Wild- und Fischspezialitäten auf der Speisekarte gibt. Ab jetzt geht es längere Zeit durch den Wald.
Entspannung verheißt diese Bank mit Blick auf den Tiefen See.
Entspannung verheißt diese Bank mit Blick auf den Tiefen See.
Als Nächstes ist die Kolberger Allee zu überqueren, der Waldweg geht einige Meter weiter rechts weiter und knickt bald scharf nach rechts ab. Dann geht es wieder nach links auf den Plattenweg zur Kolberger Straße. Sollte wenig Autoverkehr sein, bietet es sich an, direkt die Kolberger Straße 200 Meter nach rechts entlang zu gehen und dann in den Plattenweg einzubiegen. Auf der Koppel an der rechten Seite müssen hin und wieder Reiter unterwegs sein, denn ein Schild warnt vor Sportpferden.
Nach dem Passieren einer Wohnsiedlung kommen wir wieder in ein längeres Waldstück, bis ein Abzweig nach rechts uns zur Wohnsiedlung an der Ziegelstraße lotst. Hier gibt es viele Wassergrundstücke direkt an der Dahme – es gibt sowohl alte Häuser als auch neu erbaute Villen, wo man schon einmal bewundernd stehen bleiben kann. Die Straße führt dann nach einem Linksknick wieder zur Storkower Allee. Wir überqueren erneut die Storkower Allee und kommen über die Straße An der Dahmebrücke wieder zur Dorfaue mit der Dorfkirche von Prieros und damit zum Startort zurück.
Wer Muße hat, kann sich im Heimathaus Prieros noch die ständige Ausstellung zur bäuerlichen Lebensweise und Kultur sowie zur Ortsgeschichte ansehen. Prieros mit seinen etwa 1000 Einwohnern konnte ja bereits 2014 auf 700 Jahre Dorfgeschichte zurückblicken. Wer sich dafür interessiert, kann sich heute noch die Festschrift im Tourismusbüro für den Preis von einem Cent pro Jahr, also 700 Cent, besorgen. Text und Fotos: Günter Mehlitz
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Brandenburg für Genießer

Im Korb sehen die Eier, die Sie kurz vor Ostern so schön gefärbt haben, wirklich wunderbar aus. Aber Sie haben natürlich nicht nur eine Dekoration geschaffen. Die hartgekochten Eier mit der farbenfrohen Schale sollen ja auch irgendwann verzehrt werden. Das können Sie auf ganz klassische Weise tun, indem Sie sie einzeln schälen und mit etwas Salz zum Abendbrot verspeisen - oder indem Sie sich von unserem Rezept für Eiersalat mit frischen Kräutern inspirieren lassen und eine vollwertige Mahlzeit genießen.
Sie brauchen:
  • 10 hartgekochte Eier
  • 8 Tomaten
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 150 g Frischkäse mit Kräutern
  • 1 EL Senf
  • Salz
  • Pfeffer
  • ¼ Topf Thymian
  • 1 Topf Kerbel
  • 100 g geriebener Cheddar
Und so geht’s:
Schneiden Sie die Tomaten in Spalten und die Frühlingszwiebeln in feine Ringe. Danach verrühren Sie den Frischkäse und den Senf miteinander. Diese Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken. Nun die Tomaten und die Zwiebeln unterheben und das Ganze zugedeckt etwa 30 Minuten ziehen lassen.
Jetzt kommt die Hauptzutat. Die Eier in Scheiben schneiden und vorsichtig unter die Masse ziehen, damit sie nicht zerbrechen. Den Salat können Sie nochmals abschmecken.
Die frischen Kräuter hacken Sie jetzt fein, den Cheddar hobeln Sie in dünne Scheiben. Den vorbereiteten Eiersalat einfach mit dem Käse und den Kräutern bestreuen, schon fertig. Das Rezept ist wirklich einfach, der Salat ziemlich schnell zubereitet. Mit dem Ziehen brauchen Sie nicht mehr als eine Dreiviertelstunde. Aber das Ergebnis: einfach köstlich und sehr österlich!
Tipp: Falls Sie es lieber vegan mögen, finden Sie hier gleich mehrere Osterrezepte zum Nachmachen.
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Tipps aus der Region

Brandenburg: Wo in diesem Jahr die Osterfeuer brennen
Raben: Ritterfestspiele auf der Burg Rabenstein
Tipps für die Osterferien in Potsdam: Ostermärchen in der Jurte und Stockbrot im Park
Brandenburg an der Havel: Gartenmarkt auf dem Neustädtischen Markt
Potsdamer Wassertaxi startet am Gründonnerstag
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Raus in den Garten

Ein scharfes Messer kann bei Tulpen das Stielende so durchtrennen, dass die Leitungsbahnen möglichst wenig verletzt werden. So bekommen die Blumen in der Vase ausreichend Wasser. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Ein scharfes Messer kann bei Tulpen das Stielende so durchtrennen, dass die Leitungsbahnen möglichst wenig verletzt werden. So bekommen die Blumen in der Vase ausreichend Wasser. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Zu den beliebtesten Mitbringseln zu Ostern gehört ein farbenfroher Frühlingsstrauß. Sind Tulpen in dem Arrangement, so überragen sie ihre Konkurrentinnen schon am nächsten Tag. Denn sie wachsen, obwohl abgetrennt von Zwiebel und Wurzeln, in der Vase noch weiter in die Höhe. Man kann sie aber aufhalten. Und zwar indem man eine Nadel durch den Stiel sticht, direkt unterhalb der Knospe. 
Das Wachstum geht auf eine Fähigkeit der Tulpen zurück, die sich Zelldehnung nennt. Statt wie wir Menschen durch Zellteilung zu wachsen und dabei weitere Zellen zu bilden, pumpen Tulpen ihre vorhandenen Zellen mit Wasser auf. Innerhalb von wenigen Tagen können die Blütenstiele dadurch einige Zentimeter länger werden. Das Wachstumshormon Auxin macht die Zellen so flexibel und dehnbar. Diese Fähigkeit besitzen auch andere Pflanzen, zum Beispiel Gladiolen, Narzissen und die Amaryllis.
Damit Tulpen in der Vase genügend Wasser aufnehmen können, sollte man die Stiele nach dem Einkauf mit einem sauberen scharfen Messer noch mal schräg anschneiden.
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Fundstück der Woche

Probenausschnitt aus dem Potsdamer "Endspiel". Foto: Rüdiger Braun
Probenausschnitt aus dem Potsdamer "Endspiel". Foto: Rüdiger Braun
Manche Bühnenwerke gelten als Klassiker - aber man findet sie kaum auf den Spielplänen. Ich zum Beispiel würde sehr gerne einmal eine Aufführung von Paul Hindemiths “Mathis der Maler” sehen, nicht nur wegen der umwerfenden Musik, sondern auch wegen des Themas. Ein Künstler zwischen individueller Selbstverwirklichung und dem Zwang zur politischen Stellungnahme. Doch nirgendwo, zumindest nicht in meiner Nähe, wird das Werk gespielt. Warum das so ist, bleibt rätselhaft.
So ähnlich verhält es sich mit Samuel Becketts 1957 erstmals aufgeführtem Stück “Endspiel”. Das klaustrophobische Vier-Personen-Stück fiel zwar bei seiner deutschen Erstaufführung durch, wurde dann aber - wie fast alles von Beckett - zum Teil des Literaturkanons. Aber heute? Schaut man sich das Kulturleben an, könnte man meinen, der Ire habe nur ein einziges Stück geschrieben, nämlich “Warten auf Godot”. Das wird immer mal wieder gespielt. Aber das “Endspiel”?
Kaum zu sagen, was das Theaterschiff Potsdam veranlasst hat, das dem absurden Theater zugerechnete Bühnenwerk nun doch aus der Versenkung zu holen, aber es passt - man muss sagen: leider - völlig in die Zeit. Der sadistische, gelähmte Hamm und sein unterwürfiger Diener Glov leben abgeschottet in irgendeinem Unterschlupf. Draußen ist die Welt untergegangen und man weiß nicht warum. Es gibt kein Entkommen mehr - und im Hintergrund krakeelen nur die fordernden Stimmen der Alten. Wer denkt hier nicht an Corona und den Krieg in der Ukraine? Man fragt sich, warum die Wiederkehr des Stücks so lange auf sich warten ließ.
Premiere hat das Potsdamer “Endspiel” am Samstag, 30. April, um 19.30 Uhr. Das nächste Mal wird es dann am 3. und 4. Juni gespielt. Die tiefsinnige Endzeitdichtung scheint fast etwas zu düster für den originellen Spielort, einem denkmalgeschützten umgebauten Lastkahn, der im Tiefen See bei der Schiffbauergasse vor Anker liegt. Schon dieses schwimmende Theater zu betreten, ist ein Erlebnis. Sollte die Inszenierung gelungen sein, kann man wirklich von einem kulturellen Fundstück sprechen.
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