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Prachtvolles Schloss Rheinsberg ++ Leckere Gerichte für kleines Geld ++ Kürbis-Tipps

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ich bin nicht so der Eigenheimtyp, sondern wohne zur Miete. Das liegt auch daran, dass die Wohnungen in meiner Gegend preislich erst in Richtung Apotheke, dann in Richtung Mond gegangen sind. An Kauf ist nicht zu denken. Damit kann ich leben. Doch weil ich derzeit ziemlich dicht besiedelt wohne, möchte ich mal in den radikal entleerten, ländlichen Raum. Dann, wenn meine kleine Tochter mit der Schule fertig ist. Was noch zehn Jahre dauert, nach heutiger Berechnung und aktuellem Leistungsstand.
Wenn aber eine Fee käme, die mir sagt, Junge, du hast tugendhaft gelebt und hängst dich immer rein, du darfst dir jetzt in Brandenburg die schönste Immobilie suchen, die du möchtest, und sie wird ewig dir gehören! – Dann wüsste ich sofort die Antwort: Schloss Rheinsberg. Das Haus wäre ein tadelloser Erstwohnsitz.
Eigentlich bin ich nicht nur kein Eigenheimtyp, sondern auch kein Schlosstyp. Mir sind Schlösser einerseits zu üppig ausgestattet (ein Gästezimmer ist gut, 18 Gästezimmer finde ich unübersichtlich), andererseits zu schlecht beheizt (ich bin nicht verwöhnt, aber 18 Grad Arbeitstemperatur im Winter sollten möglich sein). Bei Schloss Rheinsberg wiederum wäre das nicht so schlimm. Denn es trifft einen Nerv: Direkt am Wasser gelegen, Literaturmuseum im Haus, Musikakademie um die Ecke, schöne Gegend zum Spazierengehen vor der Tür (weiter unten in diesem Newsletter stelle ich Ihnen eine Route vor).
Auch die Formsprache gefällt mir. Hübsch, doch nicht zu höfisch. Friedrich der Große wuchs hier auf, als er noch der Kleine war, der Jugendliche, und seine Weltsicht nahezu in Richtung Punker ging. Er wollte ausreißen – dann kam der Vater, der ihm die Freude an den Menschen und an der Musik nach Kräften abgewöhnt hat, maximal brutal und preußisch. Es half nichts, der arme Friedrich musste König werden. Und fort aus Rheinsberg.
Ich würde Schloss Rheinsberg mit einem rein zivilen Gestus bewohnen. Ich würde nicht mit Pferdekutsche reisen, sondern mit dem Fahrrad. Ich würde mir das Essen selbst kochen, nicht kochen lassen von der Entourage. Doch ich würde hin und wieder ein rauschendes Fest geben. So viel König steckt in mir.
Die Rheinsberger Stadtschreiberinnen und Stadtschreiber haben das Privileg, im Schloss der Stadt zu wohnen, jedoch nur im Marstall. Das ist eine kleine Wohnung mit Bett und Schreibtisch, fürs Arbeiten genügt sie, fürs Feiern eher nicht. Ich habe dort mal den Autoren Ahne besucht, der bekannt durch seine “Zwiegespräche mit Gott” wurde. Ahne war ein Mann der Berliner Kneipen, doch in Rheinsberg stand ihm ein Leuchten in den Augen. Auch in eigener Sache rechne ich mit dieser Metamorphose. Ich warte also auf die Fee.
Da das Warten auf die Fee meist länger dauert, empfehle ich Ihnen am Samstag einen Ausflug nach Potsdam, in den Nikolaisaal, wo das DFB-Pokalfinale übertragen wird, begleitet von einem Stummfilmpianisten. Gefühlsechter als jeder Fußballkommentator. Ich rede seit ein paar Tagen wieder mit gewissem Selbstbewusstsein über diese Sportart, weil mein Verein am Sonntag in die Erste Bundesliga aufgestiegen ist. Nein, nicht Schalke!
Wenn Sie sich generell für Rasen interessieren, aber nicht im Stadion, sondern im eigenen Garten, dann gibt es auch in diesem Newsletter einen Tipp: Legen Sie ein Beet an, neben dem Rasen. Und kümmern Sie sich jetzt um Kürbisse, damit Sie im Herbst ernten können. Auch ein Kürbis ist eine Trophäe, den man wie einen Pokal gen Himmel recken kann. Werden Sie Pokalsieger von eigenen Gnaden.
Ein schönes Wochenende wünsche ich Ihnen!
Herzliche Grüße,
Ihr Lars Grote
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Schloss Rheinsberg

In dieser Woche nehmen wir Sie mit zum Schloss Rheinsberg. Foto: Stefan Blumberg
In dieser Woche nehmen wir Sie mit zum Schloss Rheinsberg. Foto: Stefan Blumberg
Oben habe ich in diesem Newsletter über meine Liebe zum Schloss Rheinsberg geschrieben. Das Schloss, so erzählt uns Wikipedia, liegt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Das am Ostufer des Grienericksees gelegene Schloss gilt als Musterbeispiel des sogenannten Friderizianischen Rokokos und diente auch als Vorbild für Schloss Sanssouci. Etwa 8000 Menschen wohnen in der Stadt Rheinsberg.
Unseren 10,7 Kilometer langen Rundweg, für den wir etwa zwei Stunden und 45 Minuten brauchen, beginnen wir am Bahnhof von Rheinsberg/Mark. Wir starten unseren Gang auf der Berliner Straße Richtung Zentrum, also nach Nordwesten. Links biegen wir nach einem knappen Kilometer in die Rhinstraße, an deren Ende links in die Parkstraße, wo wir schnell den Park von Schloss Rheinsberg erreichen. Durch den Park laufen wir nach Herzenslust, er ist facettenreich, bietet freien Blick auf den See, dann wieder Sichtschutz hinter akkurat geschnittenen Hecken. Hinter der kleinen Brücke liegt das Schloss – doch wir wollen weiter, laufen durch den Park entlang des Ufers vom Grienericksee, bleiben stets in Ufernähe, so gelangen wir zum Rheinsberger Obelisk, gegenüber des Schlosses. Er sollte das Andenken des bei Friedrich II. in Ungnade gefallenen Bruders August Wilhelm von Preußen sowie vieler seinem Bruder Heinrich nahestehende und teilweise vom König ebenfalls wenig gewürdigter Offiziere ehren – sie hatten sich in den Schlesischen Kriegen bewährt.
Per Klick auf die Karte geht es zur Tour bei Komoot.
Per Klick auf die Karte geht es zur Tour bei Komoot.
Wir folgen weiterhin dem Ufer des Grienericksees und gelangen, nachdem wir eine kleine Landzunge passiert haben, zum Großen Rheinsberger See, immer wieder bieten sich uns herrliche Aussichten aufs Wasser. Auf Höhe des Campingplatzes Warenthin biegen wir im rechten Winkel nach links und folgen dem Weg bis zum kleinen Böbereckensee, den wir rechter Hand hinter uns lassen.
Gleich hinter dem Böbereckensee liegt der Freundschaftstempel. Wenn wir nach weiteren 700 Metern erneut auf den Rheinsberger Schlosspark treffen, halten wir uns dieses Mal ein wenig fern vom Wasser und schauen uns den verträumten Orangeriepavillon an, der sehr zentral im Park gelegen ist.
Nun geht es zurück zum Rheinsberger Bahnhof, der Weg dorthin ist uns bekannt vom Anfang unserer Tour, wir laufen nun Parkstraße, Rhinstraße und Berliner Straße in entgegengesetzter Richtung, bis wir die Bahnstation erreichen.
Tipp: Mit unserer Routenbeschreibung und der Wanderkarte haben Sie alles, was Sie für diese Tour benötigen. Wer weitere Details sucht, findet sie unter komoot.de
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Brandenburg für Genießer

Nudelauflauf geht immer - und ist günstig. Foto: Shotshop/Imago
Nudelauflauf geht immer - und ist günstig. Foto: Shotshop/Imago
Nur, weil wir uns ins Schloss Rheinsberg verguckt haben, soll das nicht bedeuten, dass wir Krösus heißen. Oder Onkel Dagobert, der in seinen Talern schwimmt. Die Preise für Lebensmittel steigen, darum ist es nicht verkehrt, aufs Geld zu gucken, wenn wir kochen. Hier finden Sie drei leckere Rezepte, die jeweils weniger als fünf Euro kosten.
Überbackener Nudel-Thunfisch-Auflauf
Ein Auflauf ist ein praktisches Gericht. Es lässt sich alles schon lange vor der Mahlzeit vorbereiten, kann dann in den Kühlschrank gestellt werden und muss anschließend nur noch kurz in den Backofen.
Und das wird für zwei Portionen gebraucht (Kosten: rund 3,50 Euro):
  • 125 g Nudeln (etwa 0,30 Euro)
  • eine Dose Thunfisch, in Öl eingelegt (etwa 1,29 Euro)
  • ein Becher Crème fraîche (etwa 0,75 Euro)
  • ein halber Becher Sahne (etwa 0,35 Euro)
  • 100 g Streukäse (etwa 0,65 Euro)
  • eine Zwiebel (etwa 0,15 Euro)
  • Salz, Pfeffer und Paprikapulver (Vorrat)
Und so geht es:
1. Die Nudeln in ausreichend Salzwasser al dente kochen. Dann das Wasser abgießen, wenn sie fertig sind. Den Thunfisch in ein Sieb geben und abtropfen lassen. Die Zwiebel schälen und fein hacken.
2. Nun die Sahne, Crème fraîche, die Zwiebel und den Thunfisch in einer Schüssel miteinander vermengen. Anschließend mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver abschmecken.
3. Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Sahne-Thunfisch-Masse nun mit den Nudeln vermengen, in eine Auflaufform geben und den Käse darüber streuen. Der Auflauf ist fertig, wenn der Käse zerlaufen und leicht gebräunt ist (etwa 20 bis 30 Minuten).
Lecker und erfrischend: ein Sommersalat. Foto: INSADCO/Imago
Lecker und erfrischend: ein Sommersalat. Foto: INSADCO/Imago
Knackiger Sommersalat
Wer behauptet, dass gesundes Essen teuer ist, der kennt das folgende Rezept nicht. Der bunte Sommersalat passt immer und schmeckt gerade dann gut, wenn es wärmer wird.
Das wird für zwei Portionen gebraucht (Kosten: etwa 3,40 Euro):
  • 25 g Rucola (etwa 0,20 Euro)
  • ein halber Kopfsalat (etwa 0,80 Euro)
  • 75 g Kirschtomaten (etwa 0,50 Euro)
  • ein Viertel Salatgurke (etwa 0,20 Euro)
  • vier Radieschen (etwa 0,20 Euro)
  • eine Karotte (etwa 0,10 Euro)
  • 75 g gegarte Hähnchenbrust (etwa 1,39 Euro)
Für das Dressing
  • ein Esslöffel Öl (Vorrat)
  • zwei Esslöffel Essig (Vorrat)
  • Salz, Pfeffer, Honig (Vorrat)
Und so geht es:
1. Als Erstes den Rucola und den Kopfsalat waschen und in kleine Stücke schneiden. Die Tomaten waschen und vierteln, die Radieschen waschen und in Scheiben schneiden und die Gurke und die Karotte waschen und klein raspeln. Die Hähnchenbrust in kleine Stücke zupfen.
2. Alles mit dem Salat in einer Schüssel vermengen.
3. Für das Dressing den Essig, Öl, Salz und Pfeffer vermengen und etwa einen halben Teelöffel Honig unterrühren. Alles über den Salat geben, vermengen und direkt servieren.
Schnell gemacht: ein Kichererbsencurry. Foto: YAY Images/Imago
Schnell gemacht: ein Kichererbsencurry. Foto: YAY Images/Imago
Schnelles Kicher­erbsen­curry
Currys stammen aus der asiatischen Küche und werden auch hierzulande immer beliebter. Oft wird die Köstlichkeit mit Hähnchen zubereitet, was schnell ins Geld gehen kann, und es hält einen länger in der Küche. Das muss aber nicht sein.
Das wird für ein schnelles Curry für vier Portionen gebraucht (Kosten: rund 3,10 Euro):
  • eine Dose Kichererbsen (etwa 1,09 Euro)
  • eine Dose gehackte Tomaten, 400 g (etwa 0,59 Euro)
  • 250 ml Kokosmilch (etwa 0,75 Euro)
  • eine Zwiebel (etwa 0,15 Euro)
  • zwei Knoblauchzehen (etwa 0,04 Euro)
  • vier Portionen Reis (etwa 0,50 Euro)
  • anderthalb Teelöffel Garam Masala (Vorrat)
  • drei Teelöffel Curry (Vorrat)
  • ein Teelöffel Kreuzkümmel (Vorrat)
  • Salz, Pfeffer und Chili (Vorrat)
  • etwas Öl zum Anbraten (Vorrat)
Und so geht es:
1. Als Erstes werden Zwiebel und Knoblauch geschält und fein gehackt. Die Kichererbsen werden abgegossen und gründlich abgespült.
2. Nun wird das Öl in einer Pfanne erhitzt und Zwiebel und Knoblauch werden glasig gedünstet. Dann werden die gehackten Tomaten und die Kokosmilch hinzugegeben, alles miteinander vermengt und für ein paar Minuten bei kleiner Hitze geköchelt.
3. Nun den Reis zubereiten. Dann die Kichererbsen ebenfalls in die Pfanne gegeben und alles darf für weitere zehn Minuten einköcheln. Garam Masala, Curry und Kreuzkümmel ebenfalls in die Pfanne geben und für ein paar Minuten weiter einköcheln lassen. Alles mit Salz, Pfeffer und Chili abschmecken und mit dem Reis servieren. (Rezepte von Heidi Becker)
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Raus in den Garten

Beliebte Sorte: der Hokkaido-Kürbis. Foto: Sylvio Dittrich/Imago
Beliebte Sorte: der Hokkaido-Kürbis. Foto: Sylvio Dittrich/Imago
Kürbisse haben in den letzten Jahren eine echte Renaissance erlebt. Zahlreiche neue Sorten und abwechslungsreiche Rezepte haben dazu beigetragen. Botanisch gesehen ist der Kürbis übrigens eine Beere. Wer diese im Garten anbauen möchte, kann die Jungpflanzen jetzt an einen sonnigen, etwas geschützten Platz ins Freie setzen. Weil die Pflanzen über ihre großen Blätter viel Wasser verdunsten und auch die Früchte einen hohen Wasserbedarf haben, sollte der Boden gleichmäßig feucht gehalten werden.
Weil Kürbisse zu den Starkzehrern gehören, werden sie gern auf oder in die Nähe eines Komposts gepflanzt, wo sie sich sehr gut mit nährstoffreichem Sickerwasser versorgen können. Wegen ihrer sehr langen Ranken benötigen sie viel Platz. Gute Nachbarn sind Sonnenblumen oder Zuckermais, da die Kürbisse durch sie etwas Schatten haben.
Sobald sich Früchte bilden, steigt der Wasserbedarf der Pflanzen weiter. Gegossen wird allerdings nicht von oben, denn dann besteht die Gefahr der Mehltaubildung.
Viel Pflege brachen Kürbisse nicht. Unter den großen Blättern haben Unkräuter kaum eine Chance. Wer das Wachstum der Pflanze stoppen will, kappt einfach die Rankenden. Auf diese Weise werden die bereits angesetzten Früchte größer und kräftiger. Damit die reifenden Früchte später nicht faulen, bettet man sie auf Stroh.
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