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Pilzsuche im Ruppiner Land++Mit dem Rad an die Müritz++Street Food

Liebe Leserinnen, liebe Leser, waren Sie auch schon "in den Pilzen"? Wenn es regnet, solange es noch
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
waren Sie auch schon “in den Pilzen”? Wenn es regnet, solange es noch spätsommerlich warm ist, wird die Pilzsaison durchaus vielversprechend, sagen Experten für Brandenburg voraus. Normalerweise würden diese sich in den kommenden Tagen beim Pilzfestival in Bardenitz treffen - bis zu 150 verschiedene Arten konnten dort schon nach sechs Stunden Exkursion in die Umgebung aufgetischt werden. Doch das beliebte Schlemmerfest im Hohen Fläming wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt.
Und zumindest für das Wochenende sind die Wetterprognosen düster - zwar kommt endlich der Regen, aber von Wärme fehlt bei elf (!) Grad jede Spur. Fündig werden kann man im Wald trotzdem, wie unser aktueller Ausflug der Woche zeigt. Falls Sie selbst Ihr Glück versuchen wollen: In unseren “Tipps aus der Region” erklärt ein Pilz-Experte, worauf Sie achten müssen, damit ihr Sammeleifer nicht im Krankenhaus endet. Und eine Prognose für die Saison hat er auch gleich parat.
Kein Wunder, dass sich bei diesem Temperatursturz auch unser Fahrradkolumnist Lars Sittig in die Herbstpause verabschiedet. In diesem Newsletter lesen Sie seine letzte Tour für dieses Jahr. Diesmal hat es ihn über die märkische Landesgrenze nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen, um an der Müritz maritimes Flair zu schnuppern - dafür wurde der Fahrradsattel auch mal kurz gegen einen Platz auf einem Schiffsdeck getauscht. Keine Sorge - selbstverständlich wird “Raus aufs Land” Sie trotzdem weiterhin mit Radtouren versorgen. Bis zur nächsten Landpartie mit Lars finden Sie diese regelmäßig in unserer Ausflugsrubrik.
Für das Wochenende empfehle ich Ihnen einen Besuch in der Therme oder - für die Sonne im Herzen - einen Zwischenstopp am Foodtruck von Dietmar Honsek. Wie es den Deutsch-Kanadier von den Rocky Mountains ins idyllische Dörfchen Thyrow verschlagen hat, lesen Sie am Ende dieses Newsletters. Seine frischen Tacos schmecken jedenfalls nach Mexiko-Urlaub - wenn wir dort schon nicht hinreisen können, dann müssen wir uns Mexiko eben nach Brandenburg holen. Und schon fühlt sich das Leben gleich weniger nach Herbst an.
Lassen Sie es sich gut gehen!
Herzliche Grüße, Ihre
Maike Schultz
Stellvertretende Chefredakteurin

Ausflug der Woche: Pilzesammeln in der Ruppiner Schweiz

Ein Streckenabschnitt der dreitägigen Wanderung führt am Uferweg des Molchowsees entlang.
Ein Streckenabschnitt der dreitägigen Wanderung führt am Uferweg des Molchowsees entlang.
Essbar oder nicht? Zur Sicherheit ist ein Pilzbestimmungsbuch im Rucksack bei dieser Familienwanderung durch die Ruppiner Schweiz. Los geht es in Neuruppin. Von dort soll es nach Rheinsberg gehen. Den 25-Kilometer-Marsch haben wir dem Nachwuchs zuliebe auf drei Tage verteilt - mit jeweils rund acht Kilometern. Das schaffen auch ein 6- und ein 10-Jähriger.
Die alt-preußische Kleinstadt ist der Geburtsort von Theodor Fontane sowie vom Baumeister Karl Friedrich Schinkel. Der Architekt baute Schlösser und klassizistische Gebäude wie am Fließband, etwa das Schauspielhaus am Berliner Gendarmenmarkt.
Bis Alt-Ruppin wandern wir noch an der Straße entlang, dann gehts endlich in den Wald. Auf dem Weg liegt der Molchowsee - im Herbst menschenleer. Er ist Teil einer Seenkette, die über Rhin und Binenbach verbunden ist. Die Gewässer sind das Herz der Ruppiner Schweiz, eine hügelige, bewaldete Endmoränenlandschaft.
Angeln am Molchowsee, der über Rhin und Binenbach mit anderen Seen verbunden ist.
Angeln am Molchowsee, der über Rhin und Binenbach mit anderen Seen verbunden ist.
Auf dem Steg werfen die Kinder Angeln aus – eine willkommene Abwechslung nach gut fünf Kilometern Marsch. Es ist nicht mehr weit bis Molchow, einem sogenannten Rundlingsdorf, um dessen Dorfplatz sich die Gehöfte gruppieren. Im Luisenhof am Rhin checken wir ein.
Die baufällige Molchower Brücke wurde vor Jahren abgerissen. Die Bewohner warten seitdem auf den Neubau. Für uns steigert dies am nächsten Morgen den Familienspaß. Um ans Frühstück zu kommen, müssen wir ins Paddelboot steigen.
Schräg gegenüber im Hafen des „River Café“ streifen die Kinder die Schwimmwesten ab. Sie mampfen bald belegte Brötchen und Früchte von einer Etagere. Zurück am anderen Ufer, wartet schon Kutscher Strache.
Kutscher Jürgen Strache sitzt in der Wagonette, die die Wallache Chico und Hercules durch die Ruppiner Seenlandschaft ziehen.
Kutscher Jürgen Strache sitzt in der Wagonette, die die Wallache Chico und Hercules durch die Ruppiner Seenlandschaft ziehen.
Schon Fontane reiste im Pferdewagen durch die Gegend und veröffentlichte später seine Reisetexte als „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ - also wollen wir bei unserer Wanderung ein Auge zudrücken und genießen die Fahrt in der Wagonette.
Fast hätten sich die Eltern entspannt, doch dann plötzlich: „Pi-i-i-i-lze!“ Die Jungs springen zielstrebig vom Wagen. Am Ufer entdecken sie Steinpilze in Rekordgröße, etwa 30 Zentimeter groß. Und strahlen über das ganze Gesicht.
Die Boltenmühle ist unser Nachtlager. Hier kam nicht nur Fontane entlang. „Es heißt, Friedrich der Große habe gesagt, wenn er nicht König von Preußen gewesen wäre, dann wär’ er gern Müller an der Boltenmühle geworden“, erzählt Strache zum Abschied. Vor dem Waldhotel plätschert heutzutage immer noch Wasser über ein Mühlrad.
Am nächsten Tag steht es zunächst schlecht um den Wanderwillen der Kinder. Doch zwischen Zechow und Rheinsberg, wo zu Fontanes Zeiten noch kaum Bäume standen, motiviert sie der Pilzreichtum: Maronen und Krause Glucken finden wir in Massen.
Fette Beute: Die Krause Glucke erinnert an einen Badeschwamm, ist aber ein essbarer Pilz.
Fette Beute: Die Krause Glucke erinnert an einen Badeschwamm, ist aber ein essbarer Pilz.
Rheinsberg markiert den Endpunkt unserer Wanderung - das passt auch geografisch. Die Stadt liegt in der äußersten Ecke des Ruppiner Landes - einst Zollstation, als noch Salz und Tabak geschmuggelt wurden. Aber wir hätten ohnehin nichts Verdächtiges im Gepäck. Text und Fotos: Stefan Weißenborn
Anreise: Mit der Bahn bis Neuruppin; wer sein Auto dort parkt, kann ab Rheinsberg mit dem Bus 764 später zurückfahren.
Unterkunft: In Molchow empfängt der Luisenhof mit familiengeeigneten Ferienwohnungen Gäste, im Wald bei Gühlen-Glienicke das Hotel Boltenmühle. Am Tornowsee hat der Campingplatz Rottstielfließ bis 18. Oktober geöffnet. In Rheinsberg bietet zum Beispiel der Gasthof Endler Familienzimmer an.
Sie wollen die Ruppiner Schweiz lieber mit dem Fahrrad erkunden? Unsere Radtour dazu finden Sie hier.
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Radtour der Woche: Von Wittstock nach Waren

Unser Fahrradkolumnist verabschiedet sich mit dieser Tour in die Herbstpause.
Unser Fahrradkolumnist verabschiedet sich mit dieser Tour in die Herbstpause.
Rechts entlang? Durch Moore und urwüchsige Wälder? Oder links herum? Über eine hügelige Landschaft am Ufer entlang, mit herrlichen Panoramablicken auf den größten deutschen Binnensee? Oder lieber mitten durch: Die maritime Variante wählen?
Beim Finale der MAZ-Landpartie gibt es mehrere Möglichkeiten, um von Wittstock/Dosse nach Waren an der Müritz fahren – alle sind sehr unterschiedlich und sehr reizvoll. Man kann am Westufer des größten deutschen Binnensees über Röbel mit viel Weite und tollen Aussichtspunkten nach Waren fahren, auf der gegenüberliegenden Seite im wilden Osten, dem Nationalpark, in die Pedale treten oder mit dem Schiff vom südlichen Ufer ans Ziel übersetzen.
Ein Rastplatz kurz vor Röbel. Foto: Lars Sittig
Ein Rastplatz kurz vor Röbel. Foto: Lars Sittig
Im Nationalpark warten kristallklare Seen, urige Wälder, imposante Moore und vom Käflingsbergturm bei Speck eine tolle Aussicht. Hier leben Kraniche, Hirsche und Seeadler. In der Nationalpark-Information in Federow gibt es eine Kamera, die das Brutgeschehen eines nahegelegenen Fischadlerhorsts live überträgt und wechselnde Ausstellungen über den Nationalpark.
Am Westufer dagegen ist die Landschaft weit und hügelig: Viele Aussichts- und Picknickpunkte laden zum Verweilen ein, ein Schlosspark und eine Oktogonkirche in Ludorf und beispielsweise in Klink ein toller Strand. Wenn man sich nicht für ein Ufer als Tourroute entscheiden kann, muss man hat beide Seiten entdecken – es lohnt sich. Wie immer warten viele kleine und größere Entdeckungen und viel Natur am Wegesrand.
Der Strand in Klink. Foto: Lars Sittig
Der Strand in Klink. Foto: Lars Sittig
Die Strecke: Variante 1, Bahnhof Wittstock – Bahnhof Waren (über Röbel). Die 89 Kilometer (Fahrtzeit gut sechs Stunden) lange MAZ-Landpartie führt vom Bahnhof in Wittstock auf einem straßenbegleitenden Radweg nach Klein Haßlow, über eine ruhige Landstraße weiter nach Groß Haßlow und über Feld- und Waldwege nach Dranse. Von dort geht es auf einem Mix aus straßenbegleitenden Radwegen, Landstraßen, Feld- und Waldwegen sowie Radstraßen nach Lärz.
Von hier wird die Fahrt auf dem gut ausgebauten Müritz-Rundradweg entweder über Röbel (Westufer, viele asphaltierte Teilstücke) oder Rechlin/Boek (77 Kilometer, Fahrtzeit rund fünf Stunden, durch den Nationalpark, viele Stücke mit Kies-Sand stabilisiertem Radwegebelag) fortgesetzt nach Waren.
Es kann problemlos individuell variiert werden – beispielsweise, wenn man von Rechlin oder Röbel mit dem Schiff oder Bus nach Waren weiterfährt. Es gibt immer mal wieder Steigungen auf der Strecke. Wenn man sich aber etwas mehr Zeit nimmt, ist die Tour auch für ältere Menschen und Kinder geeignet.
Die Highlights:
Wittstock: historische Altstadt, gut erhaltene Stadtmauer (mit Wall- und Grabenzone), St.-Marien-Kirche (13. Jahrhundert), Parkanlagen und die alte Bischofsburg.
Röbel/Müritz: Bürgergarten, St. Marien Kirche mit Aussichtsplattform und St. Nikolaikirche (13. Jh.), Hafen mit Promenade, Fahrgastschifffahrt, Müritz-Therme, Holländermühle mit einem schönen Blick über Röbel.
Im Video beschreibt Lars Sittig die MAZ-Radtour an die Müritz.
Im Video beschreibt Lars Sittig die MAZ-Radtour an die Müritz.
Waren: historische Altstadt, St. Marienkirche (13. Jh.) mit Turmbesteigung, St. Georgenkirche (13.Jh.) Müritzeum – Haus der 1000 Seen, Fischereimuseum, Marinemuseum, Stadthafen, Fahrgastschifffahrt nach Rechlin, Klink und Röbel.
Von hier fahren auch die Nationalpark-Shuttlebusse ab. Im Schutzgebiet gibt es neben viel Natur beispielsweise in Federow eine Adlerbeobachtungsstation und den Aussichtsturm auf dem Käflingsberg bei Speck.
In Rechlin Nord befindet sich das luftfahrttechnische Museum. Es gibt in vielen Dörfern Häfen, Bootsverleihstationen und schöne Kirchen. Ein Schmuckstück ist die Oktogonkirche in Ludorf bei Röbel, gleich nebenan befinden sich das Gutshaus und ein schöner Park.
In der Nähe hat man von einer Aussichtsplattform einen sehr tollen Ausblick auf das Naturschutzgebiet „Großer Schwerin“. In Klink sind unter anderem das Schloss, das Gutshaus und das Torhaus sehenswert, es gibt außerdem einen Hafen mit Fahrgastschifffahrt.
Das Binnenmeer Müritz lässt sich gut vom Wasser aus erkunden.
Das Binnenmeer Müritz lässt sich gut vom Wasser aus erkunden.
MAZ-Tipp: Die Tour mit einer Schiffspartie verbinden und vom Hafendorf Rechlin oder Röbel mit dem Schiff nach Waren fahren (auf Linienschiffen werden die Räder generell gegen einen Aufpreis von vier Euro mitgenommen). Mit dem Schiff lassen sich Seefahrt und Landpartie wunderbar verbinden.
Eine ausführlichere Beschreibung der Tour können Sie hier nachlesen; die Route zum Nachfahren finden Sie wie immer auf unserem MAZ-Profil bei Komoot. Und falls Sie erst seit Kurzem “Raus aufs Land” lesen und noch Inspiration für den (hoffentlich goldenen) Oktober brauchen: Hier gibt es eine Übersicht aller bisher erschienenen Radtouren von Lars Sittig.
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Brandenburg für Genießer

Foto: Markthalle Neun
Foto: Markthalle Neun
Die Biokelterei Bergschäferei steht für biologisch erzeugte Obst- und Keltereiprodukte aus der Märkischen Schweiz. In der schönen Hügellandschaft im Landkreis Märkisch-Oderland liegt auf dem Schäferberg der Hof mit Kelterei, wo leckere 14 Sorten Fruchtsäfte, aber auch saisonale alkoholische Getränke wie Holunderblütensekt, Cidre, “Federapfel” und Obstweine entstehen. Die Säfte sind grundsätzlich naturtrüb, es werden keine Zusätze oder Aromen verwendet.
Eine Besonderheit sind die ungewöhnlich vielen verschiedenen Apfelsorten, aus denen sie gekeltert werden - in der Obstanlage im Roten Luch wurden bereits über 130 Apfelsorten bestimmt. Neben den Bergschäferei-Klassikern Apfel-, Birnen- und Quittensaft bietet die Biokelterei auch außergewöhnliche Mischsäfte wie „Roter Oktober“ (Apfel, Rote Beete, Quitte) sowie besondere Rezepturen mit Wildfrüchten (Mispel, Speierling oder Eberesche) an.
Probieren kann man die Produkte am besten direkt vor Ort (Garziner Str. 7, 15345 Garzau-Garzin), samstags und sonntags findet von 10 bis 17 Uhr ein Hofverkauf statt. Achtung: Aktuell ist die Bergschäferei wegen Straßenbauarbeiten nur über die B168 von Waldsieversdorf oder über den Bollersdorferkreisel aus Erntshof/Klosterdorf kommend errreichbar.
Wer es nicht schafft, die Kelterei zu besuchen, kann die Produkte auch samstags von 10 bis 18 Uhr an einem Stand in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg probieren - oder sich die Säfte einfach nach Hause liefern lassen (nur im Umkreis von acht Kilometern rund um die Bergschäferei, mehr Infos hier).
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Wohin am Wochenende?

 Dieter Hertrampf alias "Quaster" spielt in Wittstock.
Dieter Hertrampf alias "Quaster" spielt in Wittstock.
Ostprignitz-Ruppin: Ein Picknickkonzert mit anschließender Autogrammstunde mit dem ehemaligen Puhdys-Mitglied Dieter Hertrampf beginnt am Sonnabend um 19 Uhr auf dem Wittstocker Amtshof. Mit seiner prägnanten und weichen Stimme performt er alte Puhdys-Titel – natürlich im Quaster-typischen Sound – aber auch neue Songs. Einlass ist ab 17 Uhr. Personalisierte Eintrittskarten gibt es in der Touristinformation Wittstock, Am Bahnhof 2, an der Abendkasse nur einen begrenzten Verkauf.
Die Mustang-Ranch in Schönberg (Lindow) öffnet ihre Tore zum Countryfestwochenende. Am Freitag beginnt um 19 Uhr eine Linedance-Party, am Sonnabend finden ab 11 Uhr Linedanceworkshops statt und ab 20 Uhr spielt das Duo „Little Rainbow“ Countrymusik. Mehr Infos zum gesamten Ablauf und Kartenverkauf unter www.sb-konzerte.de.
Im Holländischen Viertel gibt es auch kulinarisch einiges zu entdecken.
Im Holländischen Viertel gibt es auch kulinarisch einiges zu entdecken.
Potsdam: Bei der Kulinarischen Stadtführung geht es mitten hinein in das Holländische Viertel, das eine lebendige Mischung aus kleinen Läden mit Kunstgewerbe und Souvenirs, Wohnungen, Ateliers, Galerien und gemütlichen Cafés und Restaurants bietet. Teilnehmer erfahren nicht nur die Entstehungsgeschichte der hübschen roten Häuser, sondern probieren auch leckere Kleinigkeiten aus aller Welt: Stationen der dreistündigen Führung für 39 Euro (Getränke nicht enthalten) sind ein mediterraner Marktstand, eine Schokoladenmanufaktur, ein italienisches Weinbistro, ein Hofladen, Potsdams traditionsreichste Bäckerei und eine feine Pâtisserie. Los geht es Sonnabend um 10.45 Uhr, anmelden kann man sich hier.
Elbe-Elster: Bei der dreistündigen Tour “Neue Wildnis nach der Kohle” geht es mit dem Fahrrad rund um den Bergheider See, zur Seeteichsenke und über den neuen Panoramaweg zum Heidesee. Dabei eröffnen sich faszinierende Ausblicke auf die Bergbaufolgelandschaft mit ihren zerklüfteten Steilböschungen, zahlreichen Tümpeln und großen Seen sowie die bereits herbstlich gefärbten jungen Wälder. Die Biologin Dr. Gabriele Künkel-Hoffmann liefert spannende Hintergrundinformationen zur Geschichte des ehemaligen Bergbau-Gebietes sowie zu Flora und Fauna. Los geht es am Sonnabend um 12.30 Uhr am NABU Grünhaus in Lichterfeld, Kosten: Erwachsene 5, ermäßigt 3, Familien 10 Euro.
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Tipps aus der Region

Gefährliche Doppelgänger: Ein Pilzexperte klärt auf
Besuch im Ribbecker Birnengarten
So soll der Seddiner See gerettet werden
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... und raus aus Brandenburg

Herbsturlaub in Deutschland: Reiseziele für jedes Bundesland
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Fundstück der Woche

Dietmar Honsek mit seinem umgebauten UPS-Lieferwagen. Foto: Udo Böhlefeld
Dietmar Honsek mit seinem umgebauten UPS-Lieferwagen. Foto: Udo Böhlefeld
„Wer Thyrow einen Besuch abstattet“, heißt es auf der Internetseite des amtlich anerkannten schönsten Dorfs Brandenburg, „kann hier auf eine spannende Entdeckungsreise gehen.“ Dietmar Honsek (28) aus dem kanadischen Calgary in der Provinz Alberta wollte genau das, als er im Juni für zwei Monate Urlaub in Deutschland landete. Jetzt wird die Entdeckungsreise wohl längere Zeit in Anspruch nehmen. Denn der Deutsch-Kanadier, der zuletzt am Rande der Rocky Mountains gelebt hat, entdeckte hier ein neues Geschäftsfeld für sich.
Dass er ausgerechnet im 1300 Einwohner-Dorf Thyrow, knapp 30 Autominuten von Berlin entfernt landet, ist der Familie geschuldet. Denn sein Bruder Burkhard lebt hier. „Ich wollte gerne mehr Zeit mit ihm verbringen. Und eigentlich hat mir mein alter Job schon eine Weile keinen Spaß mehr gemacht“, sagt der frühere Stahlbauer, der viel auf Montage war.
Viel frische Tomaten und Koriander: So sehen die Tacos aus Honseks Foodtruck aus. Foto: Udo Böhlefeld
Viel frische Tomaten und Koriander: So sehen die Tacos aus Honseks Foodtruck aus. Foto: Udo Böhlefeld
Nach der Wirtschaftskrise 2008 haben viele Nordamerikaner sich ihren Traum vom eigenen Foodtruck verwirklicht. In den USA und Kanada bieten viele Einwanderer an fahrbaren Küchentheken traditionelle Gerichte aus ihrer Heimat an. Dem Urlauber in Thyrow fiel die Marktlücke hierzulande schnell auf: Selbst in Berlin ist das Angebot an mexikanischem Fastfood überschaubar.
So reifte in ihm die Idee, sich mit seiner Lieblingsbeschäftigung Kochen selbstständig zu machen. Die Pläne dazu hatte er schon lange im Kopf. Ein passendes Fahrzeug musste her, das er letztlich im ausgemusterten Fahrzeugpark des United Parcel Service (UPS) fand. Beim Umbau half die Familie des Bruders in Thyrow. Für das Design des ehemals braunen Diesels holte er sich Hilfe von Berliner Graffiti-Künstlern.
Auch die Deko ist typisch mexikanisch. Foto: Udo Böhlefeld
Auch die Deko ist typisch mexikanisch. Foto: Udo Böhlefeld
Donnerstags gibt es nun einen Hofverkauf in der Dorfstraße 6 in Thyrow. Von 14 bis 19 Uhr kann man dort ab 3 Euro Honseks mexikanisches Fastfood zum Mitnehmen probieren. Und an den Sonnabenden steht das Tacomobil vorläufig bei Möbel Höffner in Waltersdorf (Schönefeld). Auf erste skeptische Blicke folgte schnell ein vollmundiges „Lecker“ nach dem Probieren und „Stehen Sie jetzt öfter hier?“ Udo Böhlefeld
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