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Natur pur im Briesetal in Oberhavel++Eisheilige++Foto-Reiseführer

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
es wird jetzt warm. Noch nicht an diesem Donnerstag, an dem der Newsletter in Ihrem Postfach landet, aber am Sonntag, der auch als Muttertag gefeiert wird. Ein schönes Symbol. Wir haben uns in letzter Zeit ja sehr viel an den Zahlen orientiert, an Inzidenzen oder an der Uhrzeit, wann das Haus nicht mehr verlassen werden darf. Jetzt orientieren wir uns an der Mutter. Am Gefühl von Geborgenheit. Kurz: An einer schönen Emotion.
Wir sind nicht weltfremd, natürlich wissen wir, dass die Beziehung zu der Mutter manchmal schwierig ist. Geborgenheit findet man manchmal auch woanders, vielleicht sogar in einem Buch, mitunter auch auf einer Platte, die ja inzwischen nicht mehr Platte heißt, wie meine große Tochter, 26 Jahre, mir verlässlich sagt, wenn ich dann doch wieder beginne von der “Platte”. Heute heißt das “Album”, sagt sie. Natürlich hat sie Recht. Und selbstverständlich werde ich beim nächsten Mal trotzdem erneut von “Platte” reden, auch wenn ich längst Musik per Stream anschalte. Über einen “Familien-Account”, den ich im Übrigen bezahle, auch für meine Tochter. Das dürfte doch aus ihrer Sicht am Ende reichen, mir das Reden von der “Platte” zu verzeihen. Nein, sie ist unabhängig, darum wird sie mir auch weiterhin die “Platte” ankreiden, wenn auch mit einem Lächeln. So viel zum Thema “Positionskämpfe in der Familie”.
Doch wir schweifen ab vom eigentlichen Thema. Am Sonntag wird es warm, 25 Grad, die Sonne scheint. Mitte nächster Woche gibt es wieder einen Knick nach unten, in diese Phase fällt dann auch der Vatertag. Wie gesagt, in diesen Zeiten lassen sich die Dinge schnell symbolisch lesen.
Wäre es nicht schön, am Muttertag und perspektivisch auch am Vatertag mal rauszugehen, richtig weit, Kiez und Dorf für eine Weile hinter sich zu lassen? Natürlich wäre das toll. Doch wir wollen jetzt nicht wieder anfangen von Inzidenzen und den anderen Spaßbremsen.
Die Frage ist seit Monaten: Was machen wir in unserer Freizeit, wenn die Grenzen dieser Freizeit räumlich sehr eng abgesteckt sind? Ich persönlich habe mich aufs Joggen verlegt. Nach zehn Jahren habe ich wieder begonnen. Auch ein paar Hanteln habe ich gekauft. Keine schweren. Solche, die meine Arme in Form halten. Es ist ein kleines Versprechen an mich selbst: Wenn die Seele schon darbt, dann soll nicht auch der Körper leiden.
Mein persönliches Rezept in der Corona-Zeit ist jedoch ohne große Anstrengung zu haben. Wenn alles zu viel wird, gehe ich in den Wald. Spazieren. Langsam. Es hilft immer.
Auch der Ausflug der Woche führt uns durch den Wald, Sie finden ihn gleich unten im Newsletter, ebenso die Tipps zu frostempfindlichen Pflanzen, vorzugsweise den schönen – zu denen unbedingt die Bougainvillea zählt. Schöne Blumen? Da haben wir die Kurve ja noch hingekriegt zum Muttertag.
Genießen Sie das Wochenende!
Herzliche Grüße,
Lars Grote
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Wanderung durchs Briesetal

Idylle pur: Das Briesetal bei Birkenwerder. Foto: Imago
Idylle pur: Das Briesetal bei Birkenwerder. Foto: Imago
In dieser Woche laden wir Sie ein, den Landkreis Oberhavel zu erkunden. Wir werfen den Blick aufs Briesetal. Die Briese ist ein kleiner Nebenfluss der Havel, der im Wandlitzer See entspringt, also bereits im Barnim. Sie fließt durch Rahmer See und Lubowsee, weiter durch den Briesewald, ein so genannter Erlenbruchwald, der einst “Der Briesen” genannt wurde und dem Fluss seinen Namen gab. Der Wohnplatz Kolonie Briese der Gemeinde Birkenwerder bildet mit dem Briesesee das Eingangstor zum Naturschutzgebiet Briestal, in das es uns in dieser Woche verschlägt.
Unseren elf Kilometer langen Rundweg durch das Briesetal beginnen wir auf dem Parkplatz an der Waldschule Briesetal am Wohnplatz Kolonie Briese. Auf der nördlichen Seite der Briese befindet sich der Einstieg in den Wanderweg. Der mit dem Blaupunkt-Zeichen markierte 66-Seen-Wanderweg folgt dem kleinen Fluss im Walde aufwärts. Parallel zum Wanderweg führt ein ufernäherer Weg flussaufwärts. Die erste Möglichkeit, die Briese zu überqueren, bildet die Hubertusbrücke, an der mitten im Wald Bänke und Schutzhütte zur Rast einladen und ein kurzer Bohlenweg zur Helenenquelle führt: Im Quellhang tritt rostbraunes, eisenhaltiges Wasser zutage.
Weiter geht es auf dem 66-Seen-Weg durch die Wälder über dem nordwestlichen Ufer, an der Landstraße kurz rechts und hinter der Schlagbrücke links entlang am südöstlichen Ufer. Zwischendurch laden zwei Schutzhütten zur Rast ein, und wenn sich der Wald an einer Stromleitungsschneise öffnet, führt der Wanderweg links über die Briese zum Imbiss am ehemaligen Forsthaus Wensickendorf auf einer Wiese mit grasenden Pferden und Eseln. Hier treten wir den Rückweg an und folgen dem Flüsschen Briese talwärts zum Ausgangspunkt in Briese, wo der See im Sommer zum Baden einlädt.
Schwäne im Briesetal. Foto: Imago
Schwäne im Briesetal. Foto: Imago
Wenn Sie jetzt Lust aufs Briesetal haben, aber lieber mit Unterstützung des Tourenanbieters Komoot unterwegs sind, empfehle ich Ihnen diese Tour, die mit knapp 16 Kilometern sogar noch etwas länger ist als unser Ausflug der Woche.
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Brandenburg für Genießer

Heute empfehlen wir ein Wohlfühlessen: Pasta mit Thunfisch, Basilikum und Petersilie. Foto: Imago
Heute empfehlen wir ein Wohlfühlessen: Pasta mit Thunfisch, Basilikum und Petersilie. Foto: Imago
Dieses Pasta-Gericht koche ich ungefähr einmal im Monat, es ist nicht besonders aufwendig, der Applaus der Familie und meines Magens sind mir sicher. Ich habe es einem Rezept von Jamie Oliver entlehnt.
Das brauchen Sie:
  • 1 Handvoll frisches Basilikum
  • Meersalz und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer
  • abgeriebene Schale und Saft von einer unbehandelten Zitrone
  • Olivenöl
  • 2 Thunfischsteaks, je 225 Gramm, in mundgerechte Stücke geschnitten oder 2 Dosen Thunfisch in Öl, abgeschüttet und zerpflückt
  • 400 Gramm Penne oder Spaghetti
  • 2 Knoblauchzehen, geschält und in feine Scheiben geschnitten
  • 1 frische rote Chilischote, die Samen entfernt und in feine Ringe geschnitten
  • 2 Handvoll reife Tomaten, fein gehackt
  • 1 Handvoll frische glatte Petersilie
Während die Nudeln kochen, ist die Sauce schnell und unkompliziert zubereitet. Foto: Imago
Während die Nudeln kochen, ist die Sauce schnell und unkompliziert zubereitet. Foto: Imago
Und so geht’s:
Das Basilikum mit je einer Prise Salz und Pfeffer im Mörser zu einer Paste zerreiben, Zitronenschale und Zitronensaft sowie zwei Schuss Olivenöl einrühren. Entweder die frischen Thunfischsteaks damit einreiben oder mit dem Dosenthunfisch vermischen. Marinieren lassen.
Die Pasta in einem großen Topf kochen. Inzwischen 3-4 ordentliche Schuss Olivenöl in eine große Pfanne geben, Knoblauch und Chili unter ständigem Rühren sanft garen. Dann die Tomaten zufügen. Thunfisch aus der Dose kommt gleichzeitig mit den Tomaten in die Pfanne. Langsam zum Kochen bringen und etwa fünf Minuten köcheln lassen. Immer wieder mit dem Holzlöffel umrühren. Wenn der frische Thunfisch zu lange köchelt, kann er zäh werden! Behutsam mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Pasta abseihen, dabei einen Teil des Kochwassers auffangen. Die Pasta sofort mit der heißen Sauce vermischen, dabei die Petersilie hinzufügen. Bei Bedarf noch ein paar Schuss Olivenöl und etwas Kochwasser dazu gießen, damit die Sauce schön locker bleibt.
Lust auf weitere Pastagerichte? Dann gibt es hier Tipps von TV-Köchin Cornelia Poletto.
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Raus in den Garten

Frostempfindliche Pflanzen wie diese Bougainvillea sollten Gärtner erst nach den Eisheiligen dauerhaft nach draußen pflanzen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Frostempfindliche Pflanzen wie diese Bougainvillea sollten Gärtner erst nach den Eisheiligen dauerhaft nach draußen pflanzen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
„Vor Nachtfrost bist Du sicher nicht,
bevor Sophie vorüber ist.“
(Bauernregel zu den Eisheiligen)
 
Die Eisheiligen sind für empfindliche Pflanzen die letzte Hürde im Jahr. Der erste ist der heilige Mamertus, der am 11. Mai erwartet wird. Es folgen Pankratius, Servatius, Bonifatius und am 15. Mai dann die kalte Sophie. Auch wenn der Kälteeinbruch nicht in jedem Jahr pünktlich ist, ein Abrutschen vor allem der Nachttemperuren im Mai ist nicht unnormal. Viele alte Bauernregeln ranken sich um dieses Phänomen.
In diesem Jahr scheinen wir die Kälte aber zumindest erst einmal überstanden zu haben. Ab Sonntag sind deutlich über 20 Grad angesagt. So langsam können auch frostempfindliche Pflanzen, die drinnen überwintert haben, ins Freie.
Kübelpflanzen wie Oleander, Kamelie oder Lorbeer sollte man jedoch vorsichtig an den Umzug gewöhnen. Nicht nur Nachttemperaturen unter zwölf Grad können bei vielen Arten zu Wachstumsstörungen führen.
Auch die volle Sonne bekommt den Pflanzen nicht sofort – es droht ein Sonnenbrand auf den Blättern. Idealerweise kommen die Kübel anfangs an einem bewölkten, regnerischen Tag nach draußen – oder sie finden einen Platz im Schutz einer belaubten Hecke.
Auch wenn das stundenweise Abhärten aufwendig ist - insbesondere bei großen, schweren Pflanzen -, tut es den Pflanzen gut: Es sorgt für stabiles Wachstum neuer Triebe und eine frühere Blüte. Und das zunehmende Licht regt zum Wachstum an.
Um große Töpfe zu bewegen, sind Untersetzer mit Rollen oder eine Sackkarre hilfreich. Ratsam ist, die Pflanzen vorher zurückzuschneiden - falls dies nicht im Herbst schon geschehen ist. Auch lange, dünne Triebe, die sich im Winterquartier gebildet haben, sollte man einkürzen. Die Kübelpflanzen sorgfältig auf Schädlingsbefall kontrollieren. Insbesondere weiche Triebe können schnell zum Opfer von Blattläusen, Schildläusen oder Weißer Fliege werden.
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Fundstück der Woche

Foto: Verlag
Foto: Verlag
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Besonders praktisch am Foto-Reiseführer: Der Leser bekommt Informationen zu Anreise und Parkmöglichkeiten, Öffnungszeiten, Eintrittspreisen und Barrierefreiheit auf einen Blick. Außerdem gibt es zu jeder Foto-Location einen QR-Code. Wer den scannt, kann sich von Google Maps direkt dorthin führen lassen.
Der #jaworskyj-Foto-Reiseführer umfasst gut 200 Seiten und kostet 26,99 Euro. Erhältlich ist er unter anderem hier.
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