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Kraniche++DDR-Küche++Apfelernte

Liebe Leserinnen, liebe Leser, wussten Sie, warum Kraniche auch "Vögel des Glücks" genannt werden? Di
MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wussten Sie, warum Kraniche auch “Vögel des Glücks” genannt werden? Die Bezeichnung kommt ursprünglich aus Schweden - und rührt daher, dass die Vögel als Vorzeichen des Frühlings gelten, wenn Wärme, Licht und Nahrungsfülle wieder Einkehr halten. Kranichen werden Eigenschaften wie Wachsamkeit, Klugheit und Langlebigkeit zugeschrieben. Basteln Sie schlappe 1000 Exemplare in Origami-Form, so erfüllen Ihnen die Götter einen Wunsch – jedenfalls glauben das die Japaner.
Falls Ihr Wunsch jedoch ein beein­druckendes Naturschauspiel sein sollte, können Sie getrost auch hier in Brandenburg bleiben und den alljährlichen Wegzug der Kraniche bestaunen. Die beste Zeit dafür ist der heute beginnende Oktober. Zu Tausenden sammeln sich nun die Vögel, um gemeinsam in ihre Winterquartiere in Südeuropa oder Nordafrika zu ziehen.
An guten Tagen mit ruhiger, sonniger Wetterlage und in Zugrichtung nach Südwest schiebenden Winden können viele Gruppen beobachtet werden. Schon von Weitem künden die lauten Rufe das Kommen an. Angeführt von erfahrenen Altvögeln bilden Kraniche ihre typischen V-Formationen, in denen die Nachfolger im Windschatten Energie sparen. Wo sich das am besten beobachten lässt, verraten wir Ihnen in diesem Newsletter. Der Wetterbericht ist schonmal vielversprechend: Mit Sonne und Temperaturen um die 20 Grad beginnt der neue Monat als goldener Oktober, wie wir ihn uns wünschen.
Das dürfte auch all jene unter Ihnen freuen, die vorhaben, sich ins Getümmel der Potsdamer Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit zu stürzen. Anlässlich des 30. Jubiläums an diesem Samstag finden schon ab heute viele Veranstaltungen statt; welche die MAZ empfiehlt, lesen Sie in unseren Tipps fürs Wochenende. Und auch, wenn einige von Ihnen das Thema Ostalgie in diesem Kontext womöglich als rotes Tuch empfinden: Schauen Sie doch mal im neuen DDR-Laden vorbei, wenn Sie schon in Potsdam sind. Dort gibt es nicht nur ein gemütliches Café, sondern auch viele Produkte, die Alltagserinnerungen wachrufen und auch heute noch unglaublich praktisch sind.
Sollte Ihnen das alles zu trubelig sein und Sie den heimischen Garten vorziehen, haben wir auch etwas für Sie: Von dieser Ausgabe an gibt es regelmäßig Garten-Tipps in “Raus aufs Land”. Los geht es mit dem Thema Äpfel, denn auch wenn es komisch klingt - hier kann man beim Pflücken tatsächlich einiges falsch machen.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Start in den Herbst!
Herzlichst, Ihre
Maike Schultz
Stellvertretende Chefredakteurin

Ausflug der Woche: Kraniche beobachten

Auf dem Weg zu ihrem Winterquartier machen die Kraniche auch Rast in Linum. Foto: Imago
Auf dem Weg zu ihrem Winterquartier machen die Kraniche auch Rast in Linum. Foto: Imago
Im Herbst und Winter rasten zehntausende Kraniche im Nationalpark Unteres Odertal (Uckermark), einer urwüchsigen Flussauenlandschaft zwischen West- und Ostoder. Während der traditionellen jährlichen Kranichwoche, die an diesem Freitag um 15 Uhr in Gartz (Oder) beginnt, kann man die “Vögel des Glücks” gut beobachten und bei zahlreichen Veranstaltungen mehr über sie erfahren - von geführten Wanderungen und Kremserfahrten zu den Fressplätzen der Kraniche bis hin zu Ausstellungen und Vorträgen.
Höhepunkt eines jeden Tages ist die Führung zum abendlichen Kranichzug. Außerdem gibt es täglich um 17.30 Uhr die Erlebniswanderung “Wo schlafen die Kraniche?” mit der Naturwacht (Treffpunkt: Café zum Mühlenteich, Kastanienallee 8 in Gartz, Spende erwünscht).
Zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober ab 13 Uhr wird außerdem rund um den Kranichbrunnen am Gartzer Marktplatz ein Stadtfest gefeiert. Programmhöhepunkte sind der Markt, der deutsch-polnische Nationalparklauf und der Kranichrufer-Wettbewerb. Das gesamte Programm der Kranichwoche finden Sie hier.
Die Flug-Formationen der Kraniche sind ein herrliches Naturschauspiel.
Die Flug-Formationen der Kraniche sind ein herrliches Naturschauspiel.
Aber nicht nur im Odertal gibt es Kraniche zu sehen: Einer der größten Rastplätze Westeuropas liegt im Rhin- und Havelluch. Jährlich sammeln sich in der Moorlandschaft im Norden Brandenburgs bis zu 80.000 der Vögel während der Herbstrast. Sie kommen aus ihren Brutgebieten in Skandinavien, Polen, dem Baltikum und fressen sich Reserven für den Weiterzug in ihre Überwinterungsgebiete in Südfrankreich und Spanien an.
Die Rastsaison dauert etwa von Mitte September bis Anfang November. Von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen halten sich die einzelnen Vögel in der Region um Linum und Kremmen auf und fressen sich auf den abgeernteten Maisfeldern satt. Als Schlafplätze nutzen sie die Linumer Teiche und die dank der vom Landesamt für Umwelt mit den Landwirten und Naturschutzstiftungen vereinbarten Maßnahmen vernässten Flächen, wo sie, mit den Beinen im Wasser stehend, die Nacht verbringen.
An der Linumer Storchenschmiede, Nauener Straße 54, startet am Freitag um 7 Uhr eine Führung zum morgendlichen Kranichausflug. Führungen zum abendlichen Kranicheinflug über zwei bis vier Kilometer gibt es am Freitag, Sonnabend und Sonntag jeweils um 17 Uhr. Bildervorträge „Mit Kranichen unterwegs“ hält Dieter Damschen am Sonnabend um 14.30 Uhr sowie am Sonntag um 14.30 und 15.30 Uhr. Anmeldungen sind nötig unter Telefon 033922/5 05 00.
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Brandenburg für Genießer

Das Potsdamer Nostalgie-Café bietet im Osten beliebte Süßspeisen an.
Das Potsdamer Nostalgie-Café bietet im Osten beliebte Süßspeisen an.
Manfred Barthelt begeistert sich zuerst für ein Kochbuch, dem Klassiker aus DDR-Zeiten, „ein wirklich gutes“, sagt er: „Steht bei uns zu Hause. Und auf Seite 364 ist das Kesselgulasch. Das muss ich immer kochen.“ Seine Frau Silke Barthelt backt mit einem Rezept aus diesem Buch immer „versunkenen Apfelkuchen“.
Das Familienkochbuch aus dem „Verlag für die Frau“ war 1979 erschienen mit 1680 Rezepten. Es orientierte sich an den wirklichen Kochgewohnheiten vieler Haushalte und bot handfeste, qualitätvolle Hausmannskost mit der Tendenz zum Extra.
Die Barthelts sind aus Ludwigslust in der Nähe von Schwerin zu Besuch in Potsdam und in der Lindenstraße 12 hängen geblieben – am Schaufenster des neuen DDR-Ladens, in dem auch das Kochbuch steht. Eröffnet hat ihn Bärbel Lay (49) aus dem süddeutschen Schwäbisch Hall vor einer Woche, und sie hatte einen „tollen Start“, sagt sie - „schon am ersten Tag standen die Leute Schlange.“
Bärbel Lay führt den DDR-Laden, Olaf Hölzell das angeschlossene Café.
Bärbel Lay führt den DDR-Laden, Olaf Hölzell das angeschlossene Café.
Täglich füllt sich nun schon mittags der Laden, in dem mehrere hundert Artikel aus DDR-Zeiten angeboten werden. Und im Hochparterre gibt es das Nostalgie-Café mit DDR-Möbeln, wo man die eine oder andere typische Süßspeise zum Kaffee verkosten kann. Nicht nur ältere „Ossis“ kämen, sagt Olaf Hölzell, der hier bedient, sondern auch junge Leute, die erstaunt sind über die vielen praktischen Dinge im Sozialismus.
Objekte wie den Doppel-Eier-Halter, der größte Verkaufsschlager im Laden: Die Plastik-Klappdose mit den beiden Vertiefungen nimmt zwei Eier auf und hat einen Löffel und einen Salzstreuer dabei. Eine Art Tupperdose für Deutschlands wohl beliebtesten Bahnreisen-Proviant. Rainer Schüler
Was ist Ihr Lieblingsprodukt oder -rezept aus der DDR-Küche? Wir haben MAZ-Kollegen nach ihren Familienrezepten gefragt – und alte Kochbücher durchforstet. Das Ergebnis gibt es hier. Und dieser Überblick zeigt, welche DDR-Produkte auch heute noch hergestellt werden.
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Wohin am Wochenende?

Der Brandenburg-Pavillon auf der Einheits-Expo. Foto: Staatskanzlei Potsdam
Der Brandenburg-Pavillon auf der Einheits-Expo. Foto: Staatskanzlei Potsdam
Mit der „Einheits-Expo“ feiert Potsdam schon seit einigen Wochen 30 Jahre Deutsche Einheit. Rund um den eigentlichen Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober finden verschiedene Veranstaltungen statt. Welche das sind und einen Besuch lohnen, hat meine Kollegin Sarah Kugler hier für Sie zusammengefasst. Los geht es schon heute um 19 Uhr im Waschhaus mit der Podiumsdiskussion „Der Osten hat auf Dauer keine Chance, den Westen zu erreichen“, am Samstag zwischen 11 und 17 Uhr sowie am Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr kann u.a. das Landtagsschloss besichtigt werden. Auch der Plenarsaal ist dann samt Lobby und Besuchertribüne für Besucher geöffnet.
Lausitz Festival 2020
Lausitz Festival 2020
Seit einer Woche läuft das erste Lausitz-Festival. Bis zum 16. Oktober werden fast 50 Veranstaltungen in Sachsen und Brandenburg geboten. Das neue Kulturfestival soll zur Stärkung des Gemeinsinns der im Wandel begriffenen Region beitragen. Geplant sind unter anderem Konzerte, Theateraufführungen, Installationen und Lesungen. Dieses Wochenende stehen u.a. Jazz von Pianist Martin Tingvall und eine Performance zum deutsch-deutschen Nationalfeiertag in Cottbus an. Das ganze Programm und Tickets gibt es hier.
Beim Wittenberger Apfelmarkt ist die mobile Saftpresse besonders beliebt. Foto: Andreas König
Beim Wittenberger Apfelmarkt ist die mobile Saftpresse besonders beliebt. Foto: Andreas König
Am Sonntag findet vor dem Kultur- und Festspielhaus sowie in der Bahnstraße der Wittenberger Apfelmarkt statt. Von 13 bis 17 Uhr gibt es verschiedene Stände mit Informativem, Kreativem und Kulinarischem rund um das Thema Apfel. Im großen Saal des Festspielhauses halten Obst-Experten Fachvorträge. Mit dem Apfelkönig aus Apenburg ist eine mobile Mosterei vor Ort. In der Bahnstraße findet sich zudem ein Familienflohmarkt. In der Innenstadt bieten Geschäfte einen Apfelquiz an und laden zum Sonntagsbummel ein.  
Auch das Brandenburger Tor wird noch bis Sonntag abends illuminiert.
Auch das Brandenburger Tor wird noch bis Sonntag abends illuminiert.
Letzte Chance, falls Sie noch nicht da waren: Am Sonntag (4. Oktober) endet die Aktion “Berlin leuchtet”. Das Lichtfestival illuminiert 30 herausragende Gebäude in den Bezirken Mitte-Tiergarten, Friedrichshain-Kreuzberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf. Darunter sind u.a. die Siegessäule, die Oberbaumbrücke, der Gendarmenmarkt, der Funkturm, das Brandenburger Tor, und die Gedächtniskirche. Das offizielle Motto 2020 lautet passend zum Feiertag “United - Einheit”. Alle Orte finden Sie hier, los geht es täglich nach Einbruch der Dunkelheit.
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Neues aus der Region

Harald Hauswald zeigt Fotos, die in der DDR als staatsfeindlich galten
Giftige Pflanzen in Potsdams Parks und Gärten
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Raus in den Garten

Leuchtend rot hängen die Äpfel an den Bäumen, die Äste ächzen unter ihrem Gewicht: Gerade ist Haupterntezeit für die leckeren Früchte. Beim Pflücken ist jedoch Vorsicht geboten: Reißt man sie unbedacht vom Baum, können an den Äpfeln Schäden entstehen, die unter Umständen die ganze Ernte verderben.
Ein gängiger Fehler beim Pflücken ist beispielsweise, dass der Stiel des Apfels herausgerissen wird. Das kann dazu führen, dass an der beschädigten Stelle Pilze entstehen. Durch Schäden an der Frucht kann zudem Fäulnis entstehen - und die kann dann bei der Lagerung schnell auf andere, unbeschädigte Äpfel übergreifen.
Die Profis raten daher, jeden Apfel einzeln vom Baum zu pflücken. Und zwar indem man mit der ganzen Hand den Apfel umschließt und dann den Stiel um 90 Grad abknickt. Vermeiden sollte man das Ernten mit den Fingern - das gibt Druckstellen oder sogar Beschädigungen an der Frucht durch Fingernägel. Ein weiterer Tipp: Fallobst sollte separat gelagert werden. Hier ist die Gefahr nämlich höher, dass es beschädigt ist.
Sie wissen nicht, was Sie aus dem Obst machen sollen? Das Team von “Raus aufs Land” empfiehlt dieses Rezept für eine wärmende Apfel-Sellerie-Suppe. Oder, wenn Sie es lieber süß mögen: Apfel-Zimt-Hirse mit Haselnüssen. Guten Appetit!
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Fundstück der Woche

Das Hallesche Haus in Kreuzberg wird im Oktober zum Pop-Up Späti.
Das Hallesche Haus in Kreuzberg wird im Oktober zum Pop-Up Späti.
Der Alkoholkonsum unter jungen Erwachsenen ist in Deutschland in den letzten Jahren deutlich gesunken. „Mindful Drinking“, also bewusstes Trinken bzw. der zeitweise Verzicht auf Alkohol, liegt im Trend. Und während man früher auf Wasser, Saftschorlen oder Softdrinks ausweichen musste, wächst erfreulicherweise das Angebot an hochwertigen alkoholfreien Drink-Alternativen stetig an.
Immer mehr Spirituosen-Produzenten erweitern ihr Angebot deshalb um alkoholreduzierte und -freie Produkte. In Berlin gibt es bereits erste Bars, die sich ganz auf „Null Prozent“ eingeschworen haben haben und alkoholfreie Cocktails anbieten, die dem „Original“ an aromatischer Raffinesse in nichts nachstehen.
Pünktlich zum „Sober October“ darf sich Berlin nun über ein neues alkoholfreies Angebot freuen: Am 1. Oktober eröffnet der deutschlandweit erste Null Prozent Späti im Halleschen Haus (Tempelhofer Ufer 1, Kreuzberg). Immer mittwochs bis sonntags von 10 bis 20 Uhr können Interessierte hier einen Monat lang die ganze Bandbreite an alkoholfreien Spirituosen, Weinen, Schaumweinen und Bieren entdecken. Über 50 Hersteller präsentieren ihre Produkte, darunter auch die beliebte Ostmarke Rotkäppchen.
Isabella Steiner, Valérie Chartrain und Katja Kauf (v.l.).
Isabella Steiner, Valérie Chartrain und Katja Kauf (v.l.).
Die Idee für das Projekt kommt von Isabella Steiner und Katja Kauf. Sie zählen mit ihrer Onlineplattform „nüchtern.berlin“ zu den Vorreiterinnen des „Mindful Drinking“ Trends in Deutschland. Per Newsletter und Instagram informieren sie ihre Community wöchentlich über die neuesten Non-Alcoholic Spirits. Zudem haben sie einen alternativen Barguide für Berlin entwickelt. Die Dritte im Bunde ist Valérie Chartrain, die mit „Spiritsfully“ eine Bildungs- und Informations-Plattform rund um Spirituosen ins Leben gerufen hat.
Zur Eröffnung des Pop-Up-Spätis am 1. Oktober gibt es ab 17 Uhr Drinks, Food & Musik. Jeden Sonntag (4.,11.,18. und 25. Oktober) wird zudem der Sonntagsbrunch im Café des Halleschen Hauses um ein “Sober Cocktail Menü” erweitert.
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