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Joggen am Wasser++Seelenwärmer++Anti-Fernweh-Rundfahrt

MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
am vergangenen Wochenende konnte man überall in der Mark Eltern beobachten, die ihre Kinder auf Kufen durch die Landschaft zogen - selbst auf Hügel, die schon mehr grün als weiß schimmerten. Auf dem Weinberg bei Rathenow (Havelland), am Nordhang des Marienberges in Brandenburg an der Havel, auf der Rangsdorfer Waldhöhe (Teltow-Fläming), in Kyritz, im Babelsberger Park oder am Jüterboger Wasserturm: Wer einen Schlitten hatte, fuhr damit jede noch so kleine Erhebung herunter. Die schönsten Bilder von der weißen Pracht haben wir hier für Sie gesammelt. Und das Beste ist: Am kommenden Wochenende gibt es wieder Flocken-Nachschub! 16 Zentimeter Neuschnee sollen laut Meteorologen in Brandenburg fallen, begleitet von eisigen Sturmböen aus Richtung Osten. Grund dafür ist eine besondere Wetterlage: Aufgrund eines Polarwirbelsplits kommt arktische Kaltluft nach Norddeutschland, gleichzeitig kommt aus dem Süden und Südwesten warme Luft in den Norden. Wenn diese beiden Fronten aufeinander treffen, kann das zu extremen Schneefällen führen.
Das Beste nach so einem Tag mit Schneemann-Bauen und Schneeballschlachten ist für mich immer der heiße Kakao oder Tee danach, am besten noch draußen genossen, bevor es zum Aufwärmen in die Badewanne oder unter die Wolldecke auf dem Sofa geht. Dort schaue ich dann am liebsten regionale Landleben-Dokus in der Mediathek - über den Kartoffelacker von Bauer Peter im märkischen Philadelphia, die Deutsche Milch- und Käsestraße, die sich durch Brandenburger Alleen schlängelt, oder die Schlachtefestsaison in Dörfern wie Ströbitz zum Beispiel. Probieren Sie doch mal aus, den Tee dazu selbst herzustellen. Sie werden sehen, es ist gar nicht so schwer, wie man denkt.
Eine DIY-Anleitung für meine Lieblingssorte finden Sie in dieser Ausgabe von “Raus aufs Land”. Ebenso wie eine Anregung für eine neue Laufstrecke, falls Ihnen Rodeln auf zehn Meter langen Hängen nicht herausfordernd genug ist. Und falls Sie beim Anblick von Neuschnee und indischen Gewürzmischungen nur noch mehr Fernweh bekommen, das gerade nicht durch eine Reise gestillt werden kann: Schauen Sie in unsere Fundstück-Rubrik am Ende des Newsletters. Vielleicht geht es Ihnen danach schon ein bisschen besser.
Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit dem Winterwetter - passen Sie auf sich auf! Herzliche Grüße, Ihre
Maike Schultz
Stellvertretende Chefredakteurin
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Ausflug der Woche: Oranienburger Kanal

Eine der wenigen Brücken, die man während des Laufens kreuzt und überqueren muss.
Eine der wenigen Brücken, die man während des Laufens kreuzt und überqueren muss.
Haben Sie gerade auch so einen Bewegungsdrang? Oder einfach den Neujahrsvorsatz gefasst, mehr Sport zu machen? Dann haben wir heute eine schöne Laufstrecke für Sie. Mehrere Kilometer erstreckt sich die Wasserstraße direkt durch Oranienburg und der Uferweg eignet sich perfekt zum Joggen – die Länge ist für jeden frei wählbar. Der Oranienburger Kanal wurde von 1832 bis 1837 als künstlicher Havelarm aufgrund der schwierigen Schifffahrtsverhältnisse unterhalb den Oranienburger Mühlen gebaut.
Er zweigt oberhalb der ehemaligen Burg Neumühl von der Friedrichsthaler Havel ab und umgeht westlich das Gebiet der Kreisstadt, bis er zwischen Pinnow und Borgsdorf in die Oranienburger Havel einmündet. Die einfache Strecke des Kanals beläuft sich auf knapp neun Kilometer. In Oranienburg eignen sich mehrere Stellen, um zu starten – dies ist in zwei Richtungen möglich.
Zahlreiche Kilometer erstreckt sich der Oranienburger Kanal durch die Landschaft.
Zahlreiche Kilometer erstreckt sich der Oranienburger Kanal durch die Landschaft.
Wir empfehlen den Oranienburger Ortsteil Eden, wo man einen direkten Zugang zur Strecke am Kanal hat. Dort bieten sich in Richtung Pinnow zwei verschiedene Strecken mit unterschiedlichem Untergrund an – man kann entweder sofort auf dem asphaltierten Weg starten oder doch auf einem Waldweg.
Es ist natürlich auch möglich, beide Untergrundarten auf dem Hin-und Rückweg auszuprobieren. Auf dem ersten Teil der Strecke geht es durch den Wald samt der sich am Boden befindlichen Blätter. Da diese aber bereits festgetreten sind, ist problemlos der Weg geebnet und führt ohne Umwege direkt immer geradeaus. Neben vielen verlassenen Gebäuden führt der Weg nun alsbald auf die asphaltierte Strecke, nach dem die Walter-Bothe-Straße gekreuzt wurde.
Falls doch einmal eine Pause benötigt wird, sind zahlreiche Bänke entlang des Kanals aufgestellt.
Falls doch einmal eine Pause benötigt wird, sind zahlreiche Bänke entlang des Kanals aufgestellt.
Nun entfaltet sich für den Läufer ein wahres Paradies mit einer entspannten Strecke. Während sich auf der einen Seite der Kanal erstreckt, erblickt das Auge auf der anderen Seite zahlreiche Naturschauspiele. Von Zeit zu Zeit laden auf der Strecke Bänke zum Verweilen ein, die im Winter aber kaum genutzt werden.
Nach einigen Kilometern, kurz vor der Hälfte der Strecke, taucht die Schleuse in Pinnow auf. Diese ist eine von zwei Schleusen am Kanal und wird auch heute noch betrieben. Die Schleuse im nördlichen Abschnitt des Kanals in Sachsenhausen wurde 1945 zerstört, ist heute außer Betrieb und dient lediglich als Wehr.
Nur wenige Hundert Meter nach der Schleuse, auf der Brücke in Pinnow, muss bereits gewendet werden, da im Anschluss zumindest der Laufweg am Kanal aufhört. Ein kleiner Streifen am Kanalrand dient vielleicht als Weg, muss aber nicht unbedingt sein.
Somit heißt es, die Hauptstraße auf der anderen Seite zu überqueren und den Weg über das Haveleck zurück in Richtung Oranienburg zu nehmen. Die ersten Meter führen durch ein Naturschutzgebiet, wo gleichzeitig auch ein Betriebsgelände gekreuzt wird. Doch das Betreten und Befahren ist für Fußgänger und Radfahrer gestattet – somit auch für Läufer.
Vereinsamt und ohne großen Verkehr zeigt sich in diesen kalten Wintertagen die Schleuse Pinnow.
Vereinsamt und ohne großen Verkehr zeigt sich in diesen kalten Wintertagen die Schleuse Pinnow.
Waren die ersten Kilometer trotz der Waldstrecke und dem sich anschließenden Asphaltboden einfach zu bewältigen, gilt es nun einige Meter über Stock und Stein zu überwinden. Doch nach kurzer Zeit wird der Weg wieder besser und nachdem erneut die Pinnower Schleuse, nun aber auf der gegenüberliegenden Seite, passiert wurde, führt der Weg entlang der Sebastian-Bach-Promenade.
Hier wird die Route von Meter zu Meter einfacher zu absolvieren und es geht mit großen Schritten zurück in Richtung der Brücke in der Walter-Bothe-Straße. Vieles gleicht sich nun vom Hinweg und es gilt, die letzten Kilometer zu schaffen, ehe der Oranienburger Ortsteil Eden wieder erreicht wird – mit knapp zehn Kilometern in den Beinen. Wer noch nicht genug hat, kann ab Eden weiter dem Kanal in Richtung Norden folgen oder bewahrt sich dies für einen späteren Zeitpunkt und eine andere Route am Kanal auf. Und natürlich eignet sich die ganze Strecke auch einfach für einen ausgedehnten Spaziergang. Text und Fotos: Matthias Schütt
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Brandenburg für Genießer

Seit Jahrhunderten ist Tee eines der beliebtesten Genussmittel. Foto: Monika Grabkowska/Unsplash
Seit Jahrhunderten ist Tee eines der beliebtesten Genussmittel. Foto: Monika Grabkowska/Unsplash
Ein beliebtes Sprichwort aus China lautet: „Wer Tee trinkt, vergisst den Lärm der Welt.“ Und die Chinesen müssen es wissen, schließlich ist das Heißgetränk im Reich der Mitte bereits seit rund 4700 Jahren fester Bestandteil des Alltags. Auch hierzulande erfreuen sich die Mixturen aus Gewürzen, Früchten und Pflanzen großer Beliebtheit. Dem Deutschen Teeverband nach trinkt jeder Bundesbürger jährlich 26 Liter Tee, vorzugsweise in Form von losen Blättern, die aufgegossen werden. Als Lieblingssorte gilt Pfefferminze, gefolgt von Fenchel- und Kamillentee.
Oftmals gibt es aber einen Haken, zum Beispiel fragwürdige Produktionsbedingungen. So hat eine Studie der Rosa-Luxemburg-Stiftung gezeigt, dass nur ein Fünftel des Endpreises eines Tees bei den Arbeitern im Ausland ankommt. Hinzu kommen Probleme wie Schadstoffe, etwa Pflanzenschutzmittel oder Mineralölbestandteile, die durch bedruckte Verpackungen, Abgase und Maschinen entstehen und den Tee verunreinigen. Das führt zwar dazu, dass hochwertige Produkte aus biologischem Anbau beliebter werden. Allerdings haben sie ihren Preis.
Kosten, die sich Teeliebhaber durch einen Blick in die eigene Küche sparen können. Denn alles, was es für selbst gemachten Tee braucht, sind Zutaten wie Gewürze und Früchte. Die richtige Mischung kann sogar bei Magenproblemen, Krämpfen und Reiseübelkeit Abhilfe schaffen. Inder schwören auf das Nationalgetränk Masala Chai. Der Begriff basiert auf den Wörtchen „masala“ und „chá“, was übersetzt „Gewürztee“ bedeutet. Durch die lange Tradition des Heißgetränks haben viele Familien ein eigenes Rezept, das über Generationen hinweg weitergegeben wird.
Die Zutaten des Gewürztees stammen aus der ayurvedischen Gesundheitslehre.
Die Zutaten des Gewürztees stammen aus der ayurvedischen Gesundheitslehre.
Sie alle enthalten Zutaten, die der ayurvedischen Gesundheitslehre entstammen. Dazu zählt beispielsweise schwarzer Tee, etwa Earl Grey oder Darjeeling. Er gilt als Basis und enthält Koffein, das eine anregende Wirkung mit sich bringt. Ein Effekt, der durch den enthaltenen Zimt verstärkt wird. Hinzu kommen Kardamomsamen, die beruhigend auf den Magen wirken. Die Gewürznelken wiederum sind reich an Antioxidantien und wirken antibakteriell.
Das wird gebraucht:
  •  12 Gewürznelken
  •  Zimtstangen
  •  4 Teelöffel schwarzer Tee
  •  2 Teelöffel Kardamomsamen
  •  200 Milliliter Wasser
  •  50 Milliliter Mandelmilch
So geht’s:
Weil der Tee klassischerweise keine getrockneten Früchte enthält, ist die Gewürzmischung in kurzer Zeit zubereitet. Hierfür die Zutaten vermengen, einen Esslöffel entnehmen und mit etwa 200 Milliliter Wasser aufkochen. Anschließend einen Schuss Mandelmilch dazugeben.
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Tipps aus der Region

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Raus in den Garten

Foto: Marion Nickig/dpa
Foto: Marion Nickig/dpa
Zu den blühenden Überraschungen im Wintergarten gehört das Frühlings-Alpenveilchen, Cyclamen coum. Die vollkommen winterharte Pflanze zeigt ihre ersten Knospen bereits seit Dezember. Sie bildet unterirdisch eine flache Sprossknolle, deshalb sollte in ihrer Nähe aufs Hacken oder Harken verzichtet werden.
Die winzigen Frühlings-Alpenveilchen können gut unter älteren Gehölzen angesiedelt werden. Luftiger Boden ohne Staunässe ist ein idealer Standort. Altes Herbstlaub sollte nicht zu dicht oder zu hoch darauf liegen, sonst sind die bodennahen Blüten nicht zu sehen.
Am besten setzt man die Pflanzen in Gruppen, einzeln kommen sie nicht so recht zur Geltung. Der empfohlene Pflanzabstand beträgt 25 Zentimeter. Wenige Jahre nach der Pflanzung spürt man, dass sich die Alpenveilchen ausbreiten. Die Blütenstiele drehen sich spiralig ein. Wenn die Kapseln aufspringen, wirkt dieser Stiel wie ein Katapult, das die Samen in der Umgebung verteilt.
Der neue Lebenszyklus beginnt im Herbst mit der Keimung der Samen. Nach gut drei Jahren blühen diese Sämlinge. Dann wird der Blütenteppich von Jahr zu Jahr dichter.
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Fundstück der Woche

Die Promenade des Anglais in Nizza ist eine von zahlreichen Strauf der Webseite "Drive and Listen" aus Perspektive eines Autofahrers erkunden kann. Foto: Drive and Listenßen, die man a
Die Promenade des Anglais in Nizza ist eine von zahlreichen Strauf der Webseite "Drive and Listen" aus Perspektive eines Autofahrers erkunden kann. Foto: Drive and Listenßen, die man a
Leiden Sie auch gerade unter Fernweh? Der Februar ist normalerweise die Zeit, in der ich mich zum Skifahren in die Berge begebe oder mir den Winter an einem warmen Ort verkürze. Schon im letzten Jahr fiel dieser Urlaub durch die Corona-Krise aus - und dieses Frühjahr sieht es nun nicht viel besser aus. Da kommt das Projekt “Drive and Listen” genau richtig: Der Münchner Student Erkam hat die Pandemie-Zeit genutzt, um eine Webseite zu kreieren, die kostenlose, virtuelle Stadtrundfahrten anbietet.
Nur ein Klick auf den Ort seiner Träume - mehr als 50 aus aller Welt stehen zur Auswahl - und schon ist man mitten in den Hollywood Hills von Los Angeles, auf dem Malecón in Havanna oder parallel zum Waikiki Beach auf Hawaii unterwegs. Und das Schönste: Bei jeder Kamerafahrt kann man nicht nur den (Meer-)Blick aus dem Autofenster genießen, sondern auch aus einer Reihe lokaler Radiosender wählen. Wenn man Delhi und Mumbai zum Sound von Bollywood-Pop oder die kurvige Küste von Nizza mit französischen Chansons im Ohr erkundet, lässt sich das reale Wohnzimmer eben noch viel besser ausblenden. Hier können Sie es gleich mal ausprobieren: https://driveandlisten.herokuapp.com/
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