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Idyllischer Dolgensee++Bärlauch-Pesto++Yoga

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in Brandenburg gilt derzeit fast überall eine Ausgangssperre, von 22 bis 5 Uhr darf man ohne wichtige Gründe nicht auf die Straße. Auch wenn wir uns in diesem Newsletter vor allem um das Tageslicht kümmern und Ihnen zwischen 22 und 5 Uhr eine gute Nacht wünschen, ist die Lage nicht erfreulich. Auch ich selbst würde gerne endlich wieder über alle Berge oder dorthin, wo das Meer tobt. Ist im Moment nicht machbar – was ich nachvollziehen kann.
Darum erzähle ich Ihnen vom Yoga. Es gibt nichts Besseres für mich, um diese Tage, an denen ich mich nicht sehr viel bewege, gut zu überstehen. Yoga ermöglicht es, auszugehen in mir selbst, wenn ich das mal derart ominös erklären darf. Nein, es soll nicht esoterisch klingen. Ich bin Hanseat, die Esoterik ist mir wesensfremd.
Als Mann ist ja der Schritt nicht leicht zum Yoga, weil leider oft genug die Meinung herrscht, Yoga sei weiblich, Männer seien geistig zu verspannt und körperlich zu unbeweglich, um Hund, Kobra und Taube zu turnen. Ja, es kam mir erst wie Turnen vor. Sehr anstrengend, doch wahnsinnig entspannend, was an der Atmung liegt. Man imitiert das Meeresrauschen, wenn man atmet bei den Übungen. So komme ich doch noch ans Meer, wenn auch nur mittelbar. Es klingt sehr schlicht, was ich morgens erlebe, wenn ich den Tag mit ein paar Übungen beginne: Das A und O in dieser Pandemie liegt in der tiefen, ruhigen Atmung. Wenn mir das gelingt bei meinem Morgenyoga, wird es ein guter Tag. Wenn es nicht klappt, mich in diesen Rhythmus einzugrooven, muss ich am Tag derzeit mit einiger Gereiztheit rechnen.
Kein guter Tag ist es im Übrigen gewesen, als ich vor ein paar Tagen beim Spazierengehen sah, dass mein Yogastudio zugemacht hat. Insolvenz. Es hat die Pandemie nicht überlebt. Sehr traurig, weil ich eben dort die Kraft fand, in diesen harten Tagen Zuversicht und Energie zu tanken.
Falls Sie sagen, Yoga ist nicht unbedingt ihr Stil, dann gibt es trotzdem einen Weg, gedanklich aus dem Haus zu kommen, das einem doch sehr eng vorkommt während der Ausgangssperre. Lesen Sie Juli Zehs “Über Menschen”, ein neuer Brandenburg-Roman der Frau, die im Havelland lebt. Auch wenn ich selbst noch nicht hineingeschaut habe, bin ich mir sicher: Wer in “Unterleuten” so präzise auf das Märkische geschaut hat, wird es in “Über Menschen” nicht verlernen.
Bleiben Sie beweglich, im Kopf und im Körper, und genießen Sie das Wochenende!
Herzliche Grüße,
Ihr
Lars Grote
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Am Ufer des Dolgensees

Idylle pur: der Dolgensee bei Gussow. Foto: Günter Mehlitz
Idylle pur: der Dolgensee bei Gussow. Foto: Günter Mehlitz
Sie liegt ungefähr 30 Kilometer südöstlich des Berliner Stadtzentrums, hat rund 7000 Einwohner, die auf elf Ortsteile verteilt sind, und bietet jede Menge Wasser - die Rede ist von der Gemeinde Heidesee im Landkreis Dahme-Spreewald. In diese Region, in der es viele tolle Wanderrouten gibt, nehmen wir Sie dieses Mal mit zu unserem Ausflug der Woche. Genauer gesagt geht es an den Dolgensee.
Unsere Wanderung ist acht Kilometer lang, sie führt vom Ortsteil Friedrichsbauhof nach Gussow und von dort aus wieder zurück zum Ausgangspunkt. Zum Start gelangen Sie am besten über die Bundesstraße 246 von Bestensee in Richtung Prieros. Am Ortseingang vom Prieros biegen Sie links ab in Richtung Friedrichsbauhof.
Wir starten in Friedrichsbauhof am Landgasthof “Kuddels Gastwirtschaft”, was in diesen Zeiten eine leider übertrieben optimistische Beschreibung ist, weil auch diese Stube keine lustigen Zeiten erlebt. Dennoch liegt sie in herrlicher Gegend, hier mündet die Dahme in den Dolgensee.
Von der Landschaftskarte beim Gasthof geht es in Richtung Süden zum Waldrand, von dort aus auf den Dahmeradweg, der auch zu Fuß gut nutzbar ist, rechts nach Gussow.
Über Brachwiesen schweift der Blick durch das Gehölz, hinter dem der Dolgensee liegt. Bald tritt der Weg in den Wald ein, zwischen den Bäumen zeigt sich der von Verlandungszonen gesäumte See, von dem immer wieder das Rufen der Vögel, die dort ein Rückzugsgebiet gefunden haben, herüberdringt.
Nach Überqueren des Heidekrautgrabens erstreckt sich rechts der von Krüppelkiefern gebildete “Gespensterwald”. Schließlich erreicht unsere Route eine Wegespinne, hier geht es schräg rechts weiter auf die Prieroser Straße, dieser Wirtschaftsweg führt nach Gussow, wo man am Wasser sitzen und den Schiffen zusehen kann. Danach geht es auf derselben Route am Dolgensee entlang zurück zu “Kuddels Gastwirtschaft”, dem Ausgangspunkt unserer rund zwei Stunden langen Tour.
Tipp: Wenn Sie Lust auf die Gemeinde Heidesee bekommen haben, aber lieber mit dem Tourenanbieter Komoot auf Wanderschaft gehen, empfehlen wir Ihnen diese rund 4,5 Kilometer lange Ziestsee-Runde, die - nicht weit von unserer Strecke entfernt - in Gussow beginnt.
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Brandenburg für Genießer

Bärlauchpesto schmeckt beispielsweise zu Pasta, aber auch zu Brot oder Spargel. Foto: Imago
Bärlauchpesto schmeckt beispielsweise zu Pasta, aber auch zu Brot oder Spargel. Foto: Imago
Bärlauch ist mit Knoblauch und Zwiebel verwandt und heißt daher mancherorts auch wilder Knoblauch oder Hexenzwiebel - jedoch verursacht er nach dem Essen keine “Fahne” wie seine botanischen Artgenossen. In Form eines Pestos verfeinert das Kraut beispielsweise Nudelgerichte, frisches Brot oder Spargel.
Das brauchen Sie:
200 Gramm Bärlauchblätter
25 Gramm Parmesan
25 Gramm Pinienkerne
1 Teelöffel Salz
150 Milliliter Olivenöl
Bärlauch wird auch wilder Knoblauch genannt. Foto: Imago
Bärlauch wird auch wilder Knoblauch genannt. Foto: Imago
Und so geht’s:
Zunächst die Bärlauch­blätter waschen, trocken schleudern und in Streifen schneiden. Den Parmesan fein reiben. Pinienkerne ohne Fett rösten und hacken. Anschließend alle drei Zutaten zusammen mit Salz und Olivenöl mit einem Pürierstab oder einer Küchenmaschine mixen – fertig.
Im Kühlschrank hält sich das Pesto bis zu zwei Wochen lang. Darüber hinaus lässt es sich problemlos in Portionen einfrieren und so das ganze Jahr über genießen.
Tipps für Bärlauch-Sammler:
Wer Bärlauch sammeln will, sollte auf einige Dinge achten: Kleine Mengen mit nach Hause zu nehmen ist – außer in Naturschutz­gebieten – erlaubt. Der Nabu rät aber, pro Pflanze nur ein Blatt ganz unten am Stiel zu ernten, damit sich die Pflanze anschließend wieder erholen kann.
Gewarnt sei auch vor einer Verwechslung mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen. Denn beide Gewächse sehen dem noch blütenlosen Bärlauch sehr ähnlich, sind jedoch hochgiftig. Ungeübte Sammler sollten sich aus diesem Grund vorher gut über die Erkennungs­merkmale des Bärlauchs informieren und Bestimmungs-Apps wie zum Beispiel Pl@ntNet zurate ziehen.
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Raus in den Garten

Das wird etwas: vorgekeimte Saatkartoffeln. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Das wird etwas: vorgekeimte Saatkartoffeln. Foto: Hendrik Schmidt/dpa
Einst schickte Friedrich II. von Preußen seine “Knollenprediger” durchs Land, heutzutage ist der Kartoffelanbau im Garten eine ebenso freiwillige wie beliebte Angelegenheit. Im Fachhandel sind jetzt Saatkartoffeln zu haben, die aus speziellen Anzuchtbetrieben stammen. Für den Hausgebrauch kann man aber auch einfach gekeimte Knollen nehmen, die aus dem Supermarkt stammen, und dem Kochtopf entkommen sind.
Die Kultur beginnt, wenn sich die Böden auf etwa zehn Grad erwärmt haben - zuvor müssen die Knollen aber schon erste Triebe zeigen. Ideal sind sandige und sandig-lehmige Böden. Schwerere Erde muss mit Kompost aufbereitet werden. Den Boden noch einmal lockern, dann kommen die vorgetriebenen Knollen in zehn Zentimeter tiefe Furchen. Zwischen ihnen sollten 35 Zentimeter Abstand bleiben, zwischen den Reihen 70 Zentimeter. Über die Knollen kommt eine dicke Schicht Erde.
Die Kartoffel ist sehr anpassungsfähig. Nur Hitze mag sie nicht. Foto: Ingo Wagner/dpa
Die Kartoffel ist sehr anpassungsfähig. Nur Hitze mag sie nicht. Foto: Ingo Wagner/dpa
Später bilden die Pflanzen krautige oberirdische Triebe. Mit zunehmender Größe entwickeln sich im unteren Teil des Stängels waagerecht in den Boden wachsende Ausläufer, die nach und nach dicker und schließlich zu Knollen werden. Durch das Anhäufeln entstehen noch mehr dieser Triebe.
Bei einer Bodentemperatur von 15 Grad entwickeln sich die Knollen am besten. In kühlen Sommern hören sie auf zu wachsen - auch bei Temperaturen über 30 Grad. Frühe Sorten lassen sich bereits im Juli und August ernten.
Sie haben keinen Garten, wollen aber dennoch Kartoffeln anbauen? Dann haben wir hier Tipps zum Anbau im Topf sowie im Hochbeet.
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Fundstück der Woche

Zum Schluss kehren wir zurück zum Anfang dieses Newsletters - zum Yoga. Die Potsdamer Yogalehrerin Claudia Leihener lädt auf ihrem Youtube-Kanal ein zu Sonnengrüßen, Detox-Yoga und Kopfständen in allen Schwierigkeitsgraden. Zuletzt gab es unter anderem “Yoga für Hals, Nacken & Schultern” - perfekt für gestresste (Heim-)Büro-Angestellte und Pandemie-Genervte. Versuchen Sie es doch mal!
Yoga für Hals, Nacken & Schultern
Yoga für Hals, Nacken & Schultern
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