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Höllenbergweg in Saalow ++ Schafe zurück in Sanssouci ++ Modellflieger

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MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
im Grunde müsste ich mir auch einmal dringend wieder einen Ausflug aufs Land genehmigen. Die vergangenen Wochen haben mich nämlich allenfalls auf virtuelle Rundreisen geführt, die übrigens auch sehr anregend und erlebnisreich sein können. Am einfachsten geht das derzeit im Kino. Sie können je nach Produktion aktuell eine Klinik in Paris besuchen (“In den besten Händen”), in noblen Familiensitzen in Yorkshire dinieren (“Downton Abbey 2”) oder sogar eine Gletscherlandschaft im Süden Islands ansehen (“The Northman”).
Das Land Brandenburg kommt im Film derzeit etwas zu kurz. Ignoriert wurde es bisher aber keineswegs. So existiert zwar in Brandenburg kein “Unterleuten”, sehr wohl aber Beiersdorf-Freudenberg in Märkisch-Oderland sowie Brieselang-Bredow im Havelland. Dort fanden die Filmleute für ihre Version von Juli Zehs Roman passende Kulissen und erweckten so den fiktiven märkischen Ort auch für das Fernsehen zum Leben.
Saalow, der Ortsteil der amtsfreien Gemeinde Am Mellensee im Landkreis Teltow-Fläming, scheint bisher noch kein herausragender Drehort gewesen zu sein. Dabei bringen dort die Scheunenwindmühle und die Paltrockwindmühle nicht nur ländliches Flair, sondern auch den Zauber vergangener Zeiten mit sich. Optisch geben die Bauwerke jedenfalls etwas her. Wir werden sie beide auf unserem Ausflug der Woche kennenlernen.
Der Ausflug ermöglicht einen Blick auf das einfache Leben in ländlichen Regionen. Auf die kleineren Siedlungen folgen Weide- und Wieseflächen und waldige Gebiete. Das dörfliche Leben kennt ganz andere Freizeitgestaltungen, als sie in der Stadt üblich sind. Zum Beispiel findet sich plötzlich mitten in der Landschaft eine kleine Startbahn. Sie gehört zum Flugplatz des Modellflug-Vereins Höllenberg e. V. An Flugtagen wie denen am 28. Mai können Besucher sehen, was für phantasievolle fliegende Kisten im Kleinformat möglich sind. Unser Fundstück der Woche zeigt es.
Wie überraschend Essen auf dem Land sein kann, belegt unser Genießer-Tipp. Inhaber Benjamin Sandner verspricht, dass in seinem Restaurant Dachstuhl in Mellensee alles hausgemacht ist - von den Bandnudeln bis zum Kaiserschmarrn. Pech könnte in der urigen Gastronomie allerdings haben, wer ein ganz bestimmtes Lauchgemüse absolut nicht mag. Aber da in dem familiären Betrieb vieles auf Zuruf läuft, dürfte auch in so einem Falle sicher eine Lösung möglich sein.
Ich wünsche Ihnen ein angenehmes Wochenende!
Ihr
Rüdiger Braun
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Höllenbergweg um Saalow

Die Scheunenwindmühle in Saalow. Foto: Günter Mehlitz
Die Scheunenwindmühle in Saalow. Foto: Günter Mehlitz
Der Saalower Höllenbergweg über 7,6 Kilometer ist eine von zwei ausgeschilderten Wanderrouten, die in der Dorfmitte an der Scheunenwindmühle in Saalow, einem Ortsteil der Gemeinde Am Mellensee im Landkreis Teltow-Fläming, beginnen. Ein Nachteil der Wanderung: Die Beschilderung des Weges ist nur noch sehr rudimentär vorhanden. Mit dieser Beschreibung aber sollte jeder den Weg meistern können.
Im Bereich der Dorfaue gibt es mehrere Parkplätze, sodass die Anreise mit dem Auto eine gute Option ist. Es geht los auf der Dorfstraße Richtung Westen, auf den ersten 800 Metern ist die Route übrigens identisch mit dem Saalower Mühlenweg.
An der ersten Kreuzung geht es nach links in den Horstweg Saalow und nach wenigen Metern halblinks in den Friedhofsweg. Sofern die Wegmarkierung vorhanden ist, besteht sie aus einem gelben Punkt mit einer „5“. Der Friedhofsweg geht bald über in einen breiten Waldweg. An einer recht unscheinbaren Weggabelung nehmen wir den Weg nach halbrechts und sind dann auf Kurs, während der Mühlenweg an dieser Stelle nach halblinks abzweigt.
Nach einigen Windungen des Weges erreichen wir erneut den Horstweg Saalow, eine Straße mit mehreren Wohnhäusern. Wir biegen nach links ab und folgen der Straße bis zu einem gelben Haus mit der Nummer 10. Unmittelbar davor geht es nach rechts zunächst über eine befestigte Straße. Dort, wo die Straße nach links abzweigt, geht es weiter geradeaus in den Wald.
Achtung: Auch dort gibt es eine kaum wahrnehmbare Weggabelung. Wir halten uns halblinks Richtung Birkenwäldchen. Dort sieht es allerdings so aus, als wenn dieser Wanderweg in den letzten Jahren kaum Besucher gesehen hätte. Ein wenig Abenteuerlust sollte man schon mitbringen – es gibt einige querliegende Baumstämme, die man übersteigen muss. Hunde haben sicherlich auch ihren Spaß, da überall Stöckchen in unterschiedlichen Größen herumliegen.
Feldlandschaft am Höllenbergweg
Feldlandschaft am Höllenbergweg
Der Weg knickt dann im rechten Winkel nach links ab. Wir erreichen einen breiten Sandweg, den es zu überqueren gilt. Auf der anderen Seite gibt es einen Pfahl, der sicherlich mal eine Wegmarkierung gewesen ist. Es geht dann eine Weile geradeaus und bergab. Auch wenn wir den Höllenberg mit seinen 70 Metern weder erreichen noch direkt sehen können, ist das Gelände doch einigermaßen hügelig in seiner Nähe.
Es geht dann raus aus dem Wald und unmittelbar vor Wiesen und Feldern biegen wir nach rechts ab auf einen breiten Weg, der offensichtlich auch als Reitweg genutzt wird. Dort gibt es schöne Ausblicke auf die weite Landschaft mit allen Farben, die die Natur zu bieten hat.
Und erneut heißt es, aufgepasst: Unmittelbar vor einem Hochsitz auf der linken Seite geht es nach rechts wieder in den Wald. Dort verläuft der Fontanewanderweg F4 ein gutes Stück parallel mit unserer Route. Dann gibt es mal wieder einen Wegweiser, der uns nach rechts weist. An einer Kreuzung, wo mehrere Bäume mit gelben Nummernschildern versehen sind, biegen wir nach links ab. Unmittelbar vor den Feldern geht es wieder nach rechts auf einen breiten Weg, der bis nach Saalow zurückführt. Auch dort scheinen gelegentlich Reiter unterwegs zu sein.
Wir erreichen wieder die Saalower Dorfstraße und sind bald wieder am Ausgangsort der Tour. Hier bietet sich noch die Gelegenheit, die Saalower Scheunenwindmühle aus der Nähe zu betrachten. Auch wenn sie nicht geöffnet sein sollte, ist sie auf jeden Fall ein Hingucker. Günter Mehlitz
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Brandenburg für Genießer

Die Pasta ist hausgemacht. Foto: privat
Die Pasta ist hausgemacht. Foto: privat
Wer keinen Knoblauch mag, könnte diese Woche von unserem Genießertipp etwas enttäuscht werden. Wer jedoch die eigenwillige aromatische Schärfe dieses Lauchgewächses schätzt, das früher auch als Heilpflanze Verwendung fand, ist im Restaurant Dachstuhl, dem Knoblauchrestaurant in Mellensee (Teltow-Fläming) genau richtig.
Das Restaurant nutzt tatsächlich einen Dachstuhl als gemütlichen Wirtsraum. Gekocht wird nicht ganz alltäglich. Das zeigt schon die Liste der Vorspeisen. Natürlich darf da eine Knoblauchcremesuppe nicht fehlen, aber es gibt auch gebratene Pfirsiche auf Rucola mit Halloumi und Sesamöl. Die Makkaroni und Bandnudeln, die der “Dachstuhl” mal mit Rindfleischstreifen in Gorgonzolasauce, mal mit gebratener Ziegenleber, Äpfeln und Zwiebeln anbietet, sind hausgemacht.
Gemütliches Ambiente im "Dachstuhl" Mellensee. Foto: privat
Gemütliches Ambiente im "Dachstuhl" Mellensee. Foto: privat
Es gibt aber auch ausdrückliche Fleischgerichte. Ein paniertes Schnitzel wird hier selbstverständlich in Knoblauchsauce serviert, nicht anders verhält es sich mit dem argentinischen Hüftsteak vom Grill. Aber man kann sein Lammsteak auch mit einem Bohnensalat, Backkartoffeln und Tzatziki genießen. Zusätzlich bietet das Restaurant auch Fischgerichte in verschiedenen Varianten, zum Beispiel mit mediterranem Gemüse oder in Dillsoße an.
Zum Nachtisch serviert der Dachstuhl entweder einen Kaiserschmarrn oder seine große Eispraline mit gerösteten Nüssen, Sahne und Eierlikör. Das gehaltvolle Dessert sei ein wahrer Dauerbrenner in seinem Restaurant, meint Inhaber Benjamin Sandner.
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Raus in den Garten

Der Liebstöckel steht im Garten gern allein. Foto: Imagebroker/Imago
Der Liebstöckel steht im Garten gern allein. Foto: Imagebroker/Imago
Eine der ersten Pflanzen, die im Frühjahr im Kräuterbeet aus der Erde kommen, ist der Liebstöckel. Das winterharte Kraut liebt einen Standort in lockerer, tiefgründiger und feuchter Erde. Es toleriert Schatten und Halbschatten. Haben die Pflanzen genug Nährstoffe und Platz, werden die großen gefiederten Blätter bis zwei Meter hoch.
Liebstöckel ist robust und pflegeleicht. Man kann die aromatischen Blätter den ganzen Sommer über ernten, frisch verwenden, trocknen oder tieffrieren. Wegen seines Geschmacks und Duftes wird er auch Maggikraut genannt. Wie bei vielen anderen Kräutern schneidet man die Blüten, bevor sich Samen gebildet haben.
Sein leicht würziger Geschmack ähnelt dem des Knollenselleries. Liebstöckel ist ein beliebtes Suppenkraut. Er bereichert Aufläufe und gibt Gemüsegerichten zusätzliche Würze. Fein gehackt peppt er jeden Quark, aber auch Kartoffelbrei auf.
Im Freiland kann der Liebstöckel jetzt ausgesät werden. Einfacher ist es jedoch, beim Gärtner eine Jungpflanze zu kaufen. Das aromatische Kraut ist sehr konkurrenzstark, sollte deshalb im Garten eher alleine stehen – oder mit genügend Abstand zu den Nachbarn. Weil die Blätter sehr würzstark sind, reicht in der Regel eine Pflanze pro Haushalt.
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Fundstück der Woche

Ende Mai laden die Modellflieger vom Höllenberg zum Freundschaftsfliegen. Zuschauer sind willkommen. Foto: Eibner/Imago
Ende Mai laden die Modellflieger vom Höllenberg zum Freundschaftsfliegen. Zuschauer sind willkommen. Foto: Eibner/Imago
Passend zu unserer Wanderung der Woche gibt es als Fundstück ein kleines Event bei der rund 70 Meter hohen bewaldeten Erhebung bei Saalow, dem Höllenberg. Der Deutsche Modellflieger Verband (DMFV) wurde im Jahr 1972 gegründet und feiert damit sein 50. Jubiläum. Der Modellflug-Verein Höllenberg e. V. veranstaltet anlässlich dieses Jubiläums seines Muttervereins am 28. Mai ein Freundschaftsfliegen.
Seine Startbahn hat der Flugverein östlich von Christinendorf, einem Ortsteil der Stadt Trebbin. Die Vereinsmitglieder selbst werden viele ihrer attraktiven Flugmodelle starten lassen. Zu diesen gehört ein mehr als mannsgroßer Doppeldecker der Bauart Fokker C.IV. Im Portfolio des Vereins befindet sich aber auch ein Rot-Kreuz-Flugzeug wie sie in groß auch für die UNO im Einsatz sind. Aber auch Modelle kleinerer Sportflieger lassen die Modellflugfreunde elegant durch die Luft schwirren. Die spaßige Flugschau dürfte besonders für Familien mit (kleinen) Kindern ein attraktives Ziel sein - und sich wunderbar mit der Wanderung verbinden lassen.
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