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Herbst-Zauberwald++Teltower Rübchen++Baruther Goldstaub

Liebe Leserinnen, liebe Leser, beim Begriff "Indian Summer" denken die meisten sicher an die US-ameri
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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
beim Begriff “Indian Summer” denken die meisten sicher an die US-amerikanischen Neuenglandstaaten und Kanada, wo der Name für Herbstferien mit strahlend blauem Himmel, Sonnenschein und das Bewundern einer besonders intensiven Blattfärbung steht. Dabei gibt es das Farbenspiel aus grünen, gelben und rötlichen Tönen auch in den hiesigen Mischwäldern: Zum Beispiel im Naturpark Dahme-Heideseen, in dem einige ganz besonders alte Bäume stehen.
Wo Sie die prächtigsten Exemplare finden, erfahren Sie in unserem Ausflug der Woche, der - ich hatte es Ihnen ja bei der Ankündigung der Herbstpause unserer “Landpartie mit Lars” versprochen - diesmal eine Radtour ist. Was Sie dagegen beachten müssen, wenn das schöne, bunte Herbstlaub erstmal vertrocknet ist und auf Ihr Grundstück fällt, lesen Sie in unserem Garten-Ratgeber der Woche.
Während die Pilz-Ausbeute in diesem Jahr leider eher mager ausfällt, weil es einfach zu lange zu trocken war, müssen Liebhaber anderer regionaler Spezialitäten nicht auf ihre Delikatesse verzichten: Vor ein paar Tagen hat die Saison für die Teltower Rübchen begonnen. Früher dienten sie in den kargen Wintermonaten als zusätzliche Nahrung und waren eher ein „Arme-Leute-Essen“.
Mit der Zeit wurde das schmackhafte weiße Wurzelgemüse aber auch überregional bekannt. Nach Erzählungen kostete es schon Goethe in Berlin und war so begeistert, dass er es sich nach Weimar schicken ließ. Auch ich mache mir gerne ein Carpaccio aus den kegelförmigen Rübchen - und stelle Ihnen in diesem Newsletter nicht nur ein Rezept vor, sondern auch einen Landwirt, der sie anbaut. Natürlich in Teltow.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende - mit vielen Genüssen aus Brandenburg!
Herzlichst, Ihre
Maike Schultz
Stellvertretende Chefredakteurin

Ausflug der Woche: Baum-Tour

Herbstzeit ist Waldzeit! Das Farbenspiel in den Wipfeln gehört zu den schönen Seiten der dunkleren Jahreszeit. Millionen von Bäumen wachsen im Naturpark Dahme-Heideseen. Der Großteil des Gebietes ist Misch- und Nadelwald, von Försterhand gezogen, und untereinander kaum zu unterscheiden. Es gibt aber auch uralte, eigenwillige Baumgestalten hier, Bäume mit krummen Stamm und rissiger Borke, zerzauster Krone und wirrem Wurzelwerk. Auf einer 60 Kilometer langen Rad-Rundroute können Sie ihnen begegnen.
Als Ausgangspunkt für die Radtour empfiehlt sich Storkow. Stadt und Burg wurden bereits im Jahre 1209 erstmals erwähnt. Die historische Altstadt umfasst den Marktplatz mit Marienkirche und die angrenzenden Gassen. Kultureller und touristischer Anlaufpunkt ist die Burg, in der sich auch das Besucherzentrum des Naturparks befindet.
An der verzweigten Malerkiefer vorbei stadtauswärts ist schon bald das 1899/1900 erbaute Jagdschloss Hubertushöhe am Storkower See in Sicht. Die Bahnschienen überquerend führt die Radtour auf der wenig befahrenen Landstraße in Richtung Bugk. Kurz vor dem Ortseingang ist ein Abstecher in den Bugker Wald lohnenswert.
Die Storkower Malerkiefer gehört zu den lebenden "Wahrzeichen" der Stadt. Foto: Hans Sonnenberg
Die Storkower Malerkiefer gehört zu den lebenden "Wahrzeichen" der Stadt. Foto: Hans Sonnenberg
In der „Bugker Sahara“, westlich des Großen Wucksees, stehen Kiefern mit bizarren Stämmen und Ästen. Dieser märchenhaft und mystisch erscheinene „Zauberwald“ beflügelt die Fantasie. Auf dem Anger des kleinen Rundlingsdorfes Bugk steht eine über zweihundertjährige Stiel-Eiche. Wer die Rundtour abkürzen möchte, fährt über Schwerin (Eiche, Dorfanger) und Streganz (Eiche, Dorfanger – Sandkiefer – Blutbuchen-Allee) in Richtung Prieros. In Kehrigk ist der 1912 erbaute Wasserturm heute ein Aussichtsturm.
An der Straße durch Groß Eichholz steht eine dicke Eiche, deren Stamm schon seit über hundert Jahren eine hohle Öffnung hat. Trotzdem überlebte sie bis heutzutage viele Stürme. Weiter auf der Landstraße radelnd, ist schon bald Münchehofe erreicht. Nach einem Besuch im 1500 Quadratmeter großen Garten der Gläserenen Molkerei (sie bietet auch Führungen an, bitte vorher anmelden) bietet der Hofladen Produkte für eine zünftige Rast. Hinter der Kirche sind auf dem Friedhof drei knorrige alte Maulbeerbäume zu bewundern.
Im Garten der Gläsernen Molkerei wachsen auch die Wiesengräser, die für den Käse verwendet werden.
Im Garten der Gläsernen Molkerei wachsen auch die Wiesengräser, die für den Käse verwendet werden.
Märkisch-Buchholz ist zwar die kleinste Stadt Brandenburgs, zählt aber mit ihrer urkundlichen Ersterwähnung im Jahre 1301 dennoch zu den ältesten. Im Ortsbereich mündet der in den Jahren 1908 bis 1910 erbaute Dahme-Umflutkanal in die Dahme. Das sehenswerte Überfallwehr überbrückt einen Höhenunterschied von 5,5 Metern. Die Tour führt bis Prieros auf dem markierten Dahme-Radweg weiter, der Radlern vorbehalten ist.
Vorbei am Forsthaus Hammer gelangt man zu dem kleinen Ferien- und Ausflugsort Prieros, der sich reizvoll an den Gewässern Dahme, Schmölde, Langer See, Streganzer See und Tiefer See erstreckt. Die alte Linde auf dem Anger des Rundlingsdorfes hat einen Durchmesser von 4,10 Metern. Mit ihrem hohlen Stamm zieht sie die Vorbeikommenden in ihren Bann. Das Heimathaus und der Biogarten lohnen ebenfalls einen Besuch.
In Kolberg steht auf dem Weg zur Badewiese am Wolziger See eine prächtige Eiche. Auch in Klein Schauen wird der Dorfanger mit Kriegerdenkmal von einer Eiche überragt. Am Groß Schauener See befinden sich die Köllnitzer Fischerei mit Einkehr sowie eine Ausstellung der Heinz Sielmann Stiftung. Vor dem Ortseingang nach Groß Schauen steht an der Bundesstraße 246 eine alte Ulme. Bevor die Rundtour nach Storkow zurückführt, lädt der verträumte Dorfanger mit den alten Bäumen und der kleinen Fachwerkkirche zu einer Rast ein.
Die Route im Überblick.
Die Route im Überblick.
Anfahrt: Regionalexpress RE 2 Berlin Hbf. – Cottbus Bhf. oder: Regionalbahn RB 24 S Ostkreuz Bhf. Berlin – Senftenberg Bhf. Umstieg in S Bhf. Königs Wusterhausen in den RB 36 – Frankfurt (Oder), Bhf. Storkow. Die Bahn verkehrt im 1-Stunden-Takt, Fahrradmitnahme ist problemlos möglich.
Die Strecke im Überblick: Storkow – Hubertushöhe – Bugk – Kehrigk – Groß Eichholz – Münchehofe – Märkisch-Buchholz – Forsthaus Hammer – Prieros – Kolberg – Klein Schauen – Groß Schauen – Storkow. 
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Brandenburg für Genießer

Teltower Rübchen sind eine regionale Delikatesse. Foto: Konstanze Kobel-Höller
Teltower Rübchen sind eine regionale Delikatesse. Foto: Konstanze Kobel-Höller
Es ist wieder soweit: Die Rübchenzeit hat begonnen. In Teltow war am vergangenen Donnerstag der offizielle Erntestart. Die regionale Spezialität ist im Herbst zu haben und auch nur in begrenzter Menge: Anders als beim Spargel gibt es in Brandenburg nicht hektarweise Rübchen-Felder.
Schon im Mittelalter wurde das kleine Rübchen von Teltowern im sandigen Boden ihrer Gärten oder Äcker angebaut. Sie wurden körbeweise zum Verkauf nach Berlin gebracht und sogar bis nach Lissabon exportiert. Bekannte Freunde der Rübchen waren etwa Papst Pius IX. oder der Dichter Johann Wolfgang von Goethe.
Zwischenzeitlich wurden sie von den Landwirten weitgehend vergessen, zu DDR-Zeiten war das Rübchen aufgrund der mühsamen Ernte und der geringen Erträge für Großbetriebe nicht lohnend. Nur dank der Hobbygärtner ging die regionale Spezialität nicht verloren. 1993 ließ der Verband „pro agro“ den Namen „Teltower Rübchen“ schützen.
Der Familienbetrieb von Ronny Schäreke baut bereits in vierter Generation Rübchen an. Foto: Ulrich Hansbuer
Der Familienbetrieb von Ronny Schäreke baut bereits in vierter Generation Rübchen an. Foto: Ulrich Hansbuer
Ronny Schäreke aus Ruhlsdorf ist einer von zwei Landwirten in der Region, die das Teltower Rübchen anbauen. Er betreibt einen Hofladen und hat am Wochenende in der Saison Rübchen vorrätig, wer unter der Woche welche kaufen möchte, muss ein oder zwei Tage vorher bestellen. Außerdem liefert er deutschlandweit, jeder kann online bei ihm Rübchen kaufen. Auch in der Touristen-Information im Teltower Rathaus auf dem Marktplatz ist seine frische Ernte dienstags und donnerstags erhältlich. Die Ernte vom zweiten Rübchenwirt der Region, Axel Szilleweit, gibt es ebenfalls im Hofladen sowie auf verschiedenen Berliner Märkten.
“Das Besondere an den Rübchen ist der einzigartige würzig-pikante Geschmack - nicht zu vergleichen mit Meerrettich”, sagt Schäreke. “Am besten schmecken sie karamellisiert.” Probieren Sie es am besten selbst: Traditionell werden die kleinen Rüben glasiert als Beilage zu Fleischgerichten serviert. Die Wurzeln können aber auch ganz schlicht in Butter und etwas Weißwein gedünstet werden. Außerdem schmeckt die Brandenburger Spezialität roh im Salat, überbacken im Gratin und mit Kartoffeln in einer feinen Cremesuppe. Wertvolle Inhaltsstoffe sind unter anderem Vitamin C, Magnesium, Kalzium, Jod und Eisen. 
Leckere Rübchen-Rezepte gibt es auch auf der Chefkoch-Seite. Foto: Chefkoch.de/Parmigiana
Leckere Rübchen-Rezepte gibt es auch auf der Chefkoch-Seite. Foto: Chefkoch.de/Parmigiana
Hier ein Rezept für die karamellisierte Variante: Die Rübchen schälen, halbieren oder vierteln und in Wasser bissfest dünsten. Zucker im Topf schmelzen lassen. Wenn er schön braun ist, Topf vom Herd nehmen und die Butter dazu geben. Ist der Zucker aufgelöst, Topf wieder auf den Herd stellen, die Rübchen dazugeben und ebenfalls bräunen lassen. Dann mit Mehl bestäuben und mit Fleisch- oder Gemüsebrühe ablöschen. 15 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit gehackter Petersilie anrichten. Guten Appetit!
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Wohin am Wochenende?

Der Daberturm in Alt Daber. Foto: Tourismusverband Prignitz
Der Daberturm in Alt Daber. Foto: Tourismusverband Prignitz
Prignitz: Erstmals wird am Sonnabend von 10 bis 17 Uhr in Alt Daber (bei Wittstock) das Heidefest gefeiert. Es gibt Führungen durch den Miniaturpark, den Findling- und Kräutergarten, Aktionen für Kinder, ein Bühnenprogramm, ein Heidequiz und Kutschfahrten durch die Heide. Besichtigt werden können die Ausstellung „Wittstock und Umgebung“ sowie die Erlebnisausstellung „Wächter der Heide“ im Daberturm. Ein kostenloser Shuttle-Bus bringt die Besucher zwischen 9 und 17 Uhr von Wittstock nach Alt Daber und zurück.
Historische Ausgaben des Schriftstellers Heinrich von Kleist gibt es im Kleist-Museum in Frankfurt (Oder). Foto: dpa
Historische Ausgaben des Schriftstellers Heinrich von Kleist gibt es im Kleist-Museum in Frankfurt (Oder). Foto: dpa
Frankfurt (Oder): Unter dem Motto „Die da drüben - Kleist & Konsorten“ laufen in Frankfurt (Oder) noch bis Sonntag die mittlerweile 30. Kleist-Festtage. Das Kleist-Museum zeigt die Ausstellung „Das deutscheste Drama. Kleists Herrmannsschlacht und der Zeitgeist“. Mit einer Lesung und einer Ausstellung am 11. Oktober wird an den heute vergessenen Dichter Franz Freiherr Gaudy (1800-1840) erinnert. Zum Abschluss lesen am 11. Oktober Bürger der Stadt unter dem Motto „Der erste Atemzug der Freiheit“ - mit Texten von Dichtern und Schriftstellern aus 250 Jahren zum Thema Freiheit.
Teltow-Fläming: Am Sonnabend wird um 19.30 Uhr im Kulturquartier Mönchenkloster Jüterbog, am Mönchenkirchplatz 4, dem Stummfilm gehuldigt. Im Rampenlicht der Veranstaltung “Slapstick Poetry” stehen die größten Stars der tonlosen Schwarzweißfilme, während Ralph Turnheim als Erzähler durch das Programm führt und mit seiner Livestimme für Unterhaltung sorgt.
Das Programm vereint prägende, herausragende und teils wenig bekannte Frühwerke der Komik-Ikonen: Der erste offizielle Film von Laurel & Hardy (Putting Pants on Philip), der erste „echte“ Harold-Lloyd-Film (Never Weaken), die erste Veröffentlichung der Buster-Keaton-Studios (One Week) sowie ein früher Chaplin, den man so nicht erwartet hätte (One A.M.). Karten gibt es sowohl im Vorverkauf als auch an der Abendkasse. Mehr Infos unter Tel. 0 33 72/ 46 31 13 oder E-Mail an stadtinformation@jueterbog.de
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Neues aus der Region

„Waldweiberwissen“ in Walchow: Kräuterkunde und Survivaltraining
Das sind die Höhepunkte im Brandenburger Kulturherbst
Nussknacker-Service in Herzberg
Experte aus Borkwalde: Die Pilzsaison ist noch nicht vorbei
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Raus in den Garten

Laub sorgt nicht nur für Herbststimmung, sondern auch für Arbeit, wenn es um die Entsorgung geht. Foto: dpa
Laub sorgt nicht nur für Herbststimmung, sondern auch für Arbeit, wenn es um die Entsorgung geht. Foto: dpa
Herbstzeit ist Laubzeit – denn die fallenden Blätter sorgen nicht nur für stimmungsvolle Farben, sondern auch für ziemlich viel Arbeit im Garten und auf den Straßen. Aber was muss man eigentlich beachten, wenn der Gehweg vor dem Haus voller Laub ist, die Blätter des Nachbarn auf das eigene Grundstück fallen oder es an die fachgerechte Entsorgung der Gartenabfälle geht?
Weil Eigentümer für Sturzverletzungen haftbar gemacht werden können, rät die Verbraucherzentrale allen Hausbesitzern zu einer Privathaftpflichtversicherung - im Fall der Fälle kommt sie für Schadensersatzansprüche auf. Wichtig ist dies aber auch für Mieter, wenn ihnen der Mietvertrag eine Pflicht zum Laubbeseitigen auferlegt.
Gehwege müssen wochentags von 7 bis 20 Uhr sowie an Wochenenden von 9 bis 20 Uhr risikolos passierbar sein. Das bedeutet, dort Herbstlaub ebenso wie Schnee und Eis zu beseitigen. Das Laub darf allerdings vom Gehweg nicht einfach auf die Straße gekehrt werden - denn auch dort kann es ja die Verkehrssicherheit gefährden. Die Verbraucherzentrale rät, die Blätter in die Bio-Tonne oder auf den Kompost zu werfen oder als Grünabfall auf einer Deponie zu entsorgen.
Das gesammelte Laub kann auch einfach unter Bäumen und Hecken verteilt werden, damit dort einerseits Tiere überwintern können und andererseits im Frühjahr ein natürlicher Dünger entsteht. Gleichzeitig schützt die Laubschicht das Beet vor Frost. Vorsicht bei kranken Blättern: Im Laub befinden sich bisweilen auch kranke Blätter, die zum Beispiel von Sternrußtau oder anderen Pilzen befallen sind. Diese sollten nicht im Beet verteilt, sondern in der Mülltonne entsorgt werden.
Möchten Sie Ihr Herbstlaub kompostieren, dann mischen Sie dieses am besten mit stickstoffreichen Gartenabfällen wie Gemüseresten oder Rasenschnitt. Die richtige Mischung ist deshalb so wichtig, weil Laub allein relativ wenige verbliebene Nährstoffe enthält. Beachten Sie dabei aber, dass nicht jede Laubart gleichermaßen gut geeignet für die Kompostierung ist: Gut sind Hainbuche, Esche, Eberesche, Haselnuss, Ulme, Weide, Akazie, Birke, Buche, Ahorn, Linde, heimische Obstbäume. Schwieriger kompostierbar sind Eiche, Rosskastanie, Walnuss, Platane, Pappel und Ginkgo.
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Fundstück der Woche

Der Solaris Jahrgang 2019 gewann die Silbermedaille bei der Berlin Trophy. Foto: Hartmut Reck
Der Solaris Jahrgang 2019 gewann die Silbermedaille bei der Berlin Trophy. Foto: Hartmut Reck
Nur keine falsche Bescheidenheit! Diesen Rat eines versierten Fachmanns haben sich in diesem Jahr die Aktivisten des ländlichen Kulturvereins I-Ku aus Baruth zu Herzen genommen und die Produkte ihres Weinbergs einfach mal bei der Berliner Wein Trophy eingereicht, um eine der heiß begehrten Medaillen zu ergattern. Mit Erfolg: Mit dem Weißwein Solaris, Jahrgang 2019, hat die Marke „Baruther Goldstaub“ eine Silbermedaille gewonnen.
Das ist umso bemerkenswerter, als dass es sich bei der Berliner Wein Trophy um die weltweit größte Weinverkostung handelt, die unter der Schirmherrschaft der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) steht. Fast 6000 Weine stellen sich dabei dem internationalen Vergleich.
Kirsten Schacht vom Baruther I-Ku-Verein mit dem prämierten Eigengewächs. Foto Hartmut Reck
Kirsten Schacht vom Baruther I-Ku-Verein mit dem prämierten Eigengewächs. Foto Hartmut Reck
„Das geschieht streng anonymisiert“, weiß Reiner Wittkowski, „jeder Juror erfährt vorher nur die Rebsorte und den Jahrgang des Weins, der in seinem Glas ist.“ Reiner Wittkowski leitete eine der Jurys beim Wettbewerb.
Der promovierte Lebensmittelchemiker und seine Frau haben sich als Wochenend- und Altersruhesitz einen Vierseithof in Merzdorf gekauft und stießen dabei auf den Verein „Institut zur Entwicklung des ländlichen Kulturraums“ (I-Ku), der als sein größtes Projekt 2007 die ersten Reben auf dem ehemaligen Baruther Weinberg pflanzte und seitdem konsequent ausbaut.
Wittkowski war begeistert, sowohl von dem Wein als auch vom Engagement der I-Ku-Mitglieder, und trat dem Verein bei. Er war es auch, der dazu riet, sich an der Wein-Trophy zu beteiligen.
Reiner Wittkowski (l.) inspiziert die Helios-Trauben des neuen Jahrgangs. Sie werden bald gelesen. Foto: Hartmut Reck
Reiner Wittkowski (l.) inspiziert die Helios-Trauben des neuen Jahrgangs. Sie werden bald gelesen. Foto: Hartmut Reck
Dass ihr Weißwein Solaris dann 84,5 von möglichen 100 Punkten bekam, „zeigt, dass unsere regionalen Produkte sich im internationalen Vergleich durchsetzen können, auch wenn sie aus ehrenamtlichem Engagement heraus entstehen“, freut sich Karsten Wittke vom I-Ku.
„Das ist ein super Erfolg“, sagt auch Reiner Wittkowski. „Das sind ja alles keine Weinprofis, zeigt aber, dass man mit Enthusiasmus, Engagement und Freude etwas erreichen kann.“ Und es zeige auch, so Wittkowski, „dass sich die Brandenburger Weine nicht zu verstecken brauchen“. Hartmut F. Reck
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