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Döberitzer Heide++Pfifferlinge++Gurken-Radweg

Liebe Leserinnen, liebe Leser, in unsteten Zeiten wie diesen - ständig werden neue Risikogebiete ausg
MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in unsteten Zeiten wie diesen - ständig werden neue Risikogebiete ausgerufen, Urlaube müssen storniert werden, Stammkneipen werden womöglich plötzlich zu Infektionsherden - freue ich mich über die verlässlichen Dinge im Leben. Die Pfifferling-Saison ist so eine Konstante.
Jedes Jahr im Spätsommer kommt sie wieder, auch Corona kann ihr nichts anhaben. Im Gegenteil, allein im schattigen Wald unterwegs zu sein (man will ja keinem seine Fundstellen verraten) und den Boden abzusuchen, ist nicht nur meditativ, sondern unter Abstands-Gesichtspunkten sogar unbedingt empfehlenswert.
Ich gebe zu: Ich sammle gar nicht selbst, es sei denn mein Schwager nimmt mich mit auf “Eierschwammerl”-Pirsch (so nennt man meine Lieblings-Pilzsorte in Österreich). Ich würde mich nur verlaufen, also kaufe ich sie gleich im Bio-Laden. Was ich damit am liebsten koche - einen Klassiker der deutschen Gastwirtschaft - verrate ich Ihnen in dieser neuen Ausgabe von “Raus aufs Land”.
Falls Sie jetzt beim Thema Pilze in Herbststimmung geraten: Keine Sorge, der Sommer ist noch nicht vorbei! Und ab heute wird es auch wieder richtig warm. Vielleicht sitzen Sie auf Ihrer Terrasse, träumen von einem glasklaren Brandenburger See und trinken dazu einen Gin Tonic aus Aroniabeeren, den der Potsdamer Paolo Sciavartini erfunden hat (mehr dazu am Ende des Newsletters). Oder Sie fahren gleich raus in den angenehm temperierten Spreewald und folgen der Route von Lars Sittigs neuer Landpartie. Allein der Name “Gurken-Radweg” ist doch schon eine Ausflugsreise wert.
Wo auch immer es Sie hinzieht - ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Herzliche Grüße
Ihre
Stellvertretende Chefredakteurin

Ausflug der Woche: Döberitzer Heide

Foto: Tanja M. Marotzke
Foto: Tanja M. Marotzke
Vorerst ist es nur eine These. Nämlich die vom Aufeinanderprallen der Lebenswirklichkeiten, das nirgends im Havelland so stark ist wie am Havelpark in Dallgow-Döberitz. Auf der einen Seite die brummende Bundesstraße, der quirlige Parkplatz, die Benzingerüche an der Tankstelle. Nur wenige Schritte davon entfernt die ruhige Heidelandschaft. Größer kann der Gegensatz nicht sein. Wer also einen Mini-Urlaub zu Hause machen will, der ist hier richtig.
Es geht erst einmal vorbei an einem rostigen Schlagbaum und einem sprachlich wenig erbaulichen Schild. Das informiert über „Ersteinrichtende, investive Maßnahmen zur biologischen Vielfalt und Altlastensanierung im FFH-Gebiet Dallgow-Döberitz, Hasenheide & Plettenberg“. Von dem Bürokratendeutsch lassen wir uns nicht abschrecken, anschaulicher ist da schon die Schautafel von Sielmanns Naturlandschaft. Die Stiftung hat große Teile der Döberitzer Heide gekauft, um sie als Naturraum zu erhalten.
Foto: Marlies Schnaibel
Foto: Marlies Schnaibel
Wir bewegen uns auf Wanderwegen im nördlichen Teil des riesigen Gebietes, das sich zwischen Seeburg und Priort, Elstal und Krampnitz erstreckt. Nur wenige Schritte hinter dem Schlagbaum ist vom Zivilisationslärm rein gar nichts mehr zu hören. Ein alter holpriger Weg führt leicht bergan. Links und rechts Bäume. Birken und Eichen, aber auch die spätblühende amerikanische Traubenkirsche.
Die Pflanze ist sehr attraktiv, auch Vögel lieben ihre Früchte und tragen so zu ihrer Verbreitung bei. Längst wird der robuste Baum, der sich fast pandemieartig in unseren Wäldern ausbreitet und heimische Pflanzen verdrängt, von Fachleuten mit Sorge gesehen. Und so zeigt der Spaziergang auch dies: Idylle kann trügerisch sein.
Foto: Marlies Schnaibel
Foto: Marlies Schnaibel
Wir erreichen eine kleine Anhöhe und der Blick öffnet sich auf eine offen gehaltene Heidelandschaft, der Ginster ist längst verblüht, aber das Heidekraut mit seinem markanten Erica-Farbton fängt an zu blühen. Kaisermantel und Perlmuttfalter umflattern uns und sprechen für die Schmetterlingsvielfalt in der Heide, jede Menge kleiner brauner Heuschrecken sonnt sich auf den Sandwegen.
Schönheit kann man dem Denkmal in der Heide nicht unbedingt bescheinigen. Aber interessant ist es trotzdem. Auf dem 51 Meter hohen Hasenheider Berg steht ein Obelisk. Vor Ort findet sich außer dem Schild „Betreten verboten“ keine Information über das Granitgebilde. Hier ist im Vorteil, wer sich vorher informiert hat. Die Angaben über die Höhe des Denkmals schwanken in der Literatur zwischen 8 und 11,5 Meter. Einig sind sich die Geschichtsfreunde jedoch über Datum der Aufstellung: nämlich 1903.
Foto: Marlies Schnaibel
Foto: Marlies Schnaibel
Damals wollte Wilhelm II., letzter deutscher Kaiser und preußischer König, an ein Ereignis von 1753 erinnern. Damals hatte sein Ur-Ahn Friedrich II. in der Heide ein gigantisches Manöver abhalten lassen, 44.000 Teilnehmer trainierten für kommende Kriege. Über Jahrhunderte sollte die Döberitzer Heide militärisch genutzt und geschunden werden. Die Dörfer Döberitz und Ferbitz mussten weichen, das Denkmal blieb. Russische Soldaten haben ihre Namen zur Erinnerung in den Granit geritzt. Die vier Tafeln mit den Inschriften gingen verloren.
Eine Schutzhütte und Bänke lassen den Besucher pausieren. Wer mag kann über die militärische Vergangenheit Deutschlands und ihre Verherrlichung nachdenken und darüber, wie die Natur sich das Land zurückholt. Wer mag, der kann sich aber einfach dieser Natur an diesem Sommertag überlassen. Das Lauteste, was zu hören ist, ist das Gezirpe der Grillen. Die Erinnerung daran summt auch noch nach, als man schon längst wieder zurück auf dem Havelpark-Parkplatz ist. Marlies Schnaibel
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Radtour der Woche: Spreewald

Lars Sittig erkundet Brandenburg am liebsten vom Sattel aus.
Lars Sittig erkundet Brandenburg am liebsten vom Sattel aus.
834-172-03222-46 das ist der Code für einen ganz besonderen Ausflug: 834 Einwohner hat Märkisch Buchholz, die Stadt mit den wenigsten Einwohnern des Landes Brandenburg, 172 Meter hoch ist die Spitze des Aussichtsturmes auf dem Wehlaberg, von dem man unter anderem wunderbar auf das Tropical Island schauen kann.
03222 lautet die Postleitzahl Lübbenaus, der Stadt im Spreewald, in der sie in eine andere Welt eintauchen können und 46 Kilometer lang ist die MAZ-Landpartie, die im Süden des Naturparkes Dahme-Heideseen beginnt und in das Zentrum der Spreewaldregion führt. Auf der Tour erwarten Sie viel Abwechslung, viel Natur, viele Seen und einer der spektakulärsten Aussichtstürme des Landes Brandenburg.
Im Video stellt Lars Sittig die Highlights der Tour vor.
Im Video stellt Lars Sittig die Highlights der Tour vor.
In der Spreewaldregion beginnt dann die Welt der märkischen Grachten, Fließe und zweisprachigen Kultur bei der Radwanderung zwischen völlig unterschiedlichen Regionen. Der Startschuss fällt am Bahnhof in Halbe, im benachbarten Märkisch Buchholz befinden sich eine mehrstufige Wehranlage, der Weberplatz im Ortsteil Köthen ist ein idyllischer Ort mit Einkehrmöglichkeit.
Lübben und Lübbenau locken mit Urlaubsatmosphäre und vor allem rund um die Spreewaldhäfen mit Schlemmermeilen. Zur Abkühlung warten in der tollen Landschaft mehrere Badestellen – am Köthener See gibt es ein schönes Naturfreibad mit einem kleinen Strand, hinter Lübben an der Hauptspree kann ebenfalls ins Wasser gesprungen werden.
Für eine detaillierte Ansicht, klicken Sie bitte auf die Karte.
Für eine detaillierte Ansicht, klicken Sie bitte auf die Karte.
Die Strecke: Die 46 Kilometer (Fahrtzeit drei bis vier Stunden) lange MAZ-Landpartie führt vom Bahnhof in Halbe bis nach Lübbenau in den Spreewald. Von Halbe führt ein straßenbegleitender Radweg (der Route des Hofjagdweges folgen) nach Märkisch Buchholz. Nach Köthen geht es auf einer wenig befahrenen Nebenstraße, zum Wehlaberg führen gut befahrbare Waldwege.
Der Anstieg auf den Wehlaberg ist ziemlich steil und schotterig, aber die Aussicht vom Turm grandios. Unter anderem befindet sich die gewaltige Halle des nur wenige Kilometer entfernten Tropical Islands auf Augenhöhe. Nach einem Stück Waldweg - der teilweise recht steil abfällt und ebenfalls schotterig ist (vorsichtig fahren) bis nach Krausnick geht es auf dem gut ausgebauten Gurkenradweg über Lubolz und Lübben nach Lübbenau.
Vom Wehlaberg kann man das Tropical Islands sehen. Foto: Lars Sittig
Vom Wehlaberg kann man das Tropical Islands sehen. Foto: Lars Sittig
Die Highlights: Die Tour verfügt über viele Highlights aus den unterschiedlichsten Kategorien. In Halbe gibt es den Kaiserbahnhof und die Dankeskirche, in Märkisch Buchholz gibt es beispielsweise ein mehrstufiges Wehr und im Ortsteil Köthen ein schönes Naturfreibad. Die Aussicht vom Turm auf dem Wehlaberg gehört zu den spektakulärsten der Region.
Lübben und Lübbenau verfügen neben dem Spreewald mit seiner Fülle an idyllischen und interessanten Orten über bekannte, sehenswerte Binnenhäfen – hier kann auch genossen und geschlemmt werden. In beiden Städen gibt es Schlösser und Stadtkerne mit vielen historischen Elementen.
Der Hafen in Lübben. Foto: Lars Sittig
Der Hafen in Lübben. Foto: Lars Sittig
In mehreren Dörfern gibt es schöne Dorfkirchen und Kirchenruinen mit Infotafeln. Die Landschaft ist auf der gesamten Strecke sehr abwechslungsreich und reizvoll. Wie immer warten viele kleine und größere Entdeckungen und viel Natur am Wegesrand.
MAZ-Tipp: Sich Zeit nehmen für den Besuch im Spreewald, eine Kahnfahrt machen und Platz in den Satteltaschen lassen für Gutes aus der Region.
Eine ausführliche Beschreibung der Tour können Sie hier nachlesen. Die Strecke zum Nachfahren finden Sie wie immer in unserem Komoot-Profil.
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Brandenburg für Genießer

Leckere Kombi: Tagliatelle mit Schweinefilet, Pfifferling-Rahmsoße und Bacon. Foto: Julia Uehren/loeffelgenuss.de
Leckere Kombi: Tagliatelle mit Schweinefilet, Pfifferling-Rahmsoße und Bacon. Foto: Julia Uehren/loeffelgenuss.de
Seit einiger Zeit findet man auf dem Markt, in Supermärkten und auf den Speisekarten vieler Brandenburger Restaurants frische Pfifferlinge. (Woran Sie erkennen, ob diese frisch sind, lesen Sie hier.) In diesem tollen Rezept der Foodbloggerin Julia Uehren wird ein Großteil der köstlichen Pilze zu einer würzig-sahnigen Creme verarbeitet, die sich perfekt als Pasta-Soße eignet. Das Schweinefilet wird klassisch in Form von Medaillons zubereitet und auf einem Bett aus Tagliatelle in Pfifferlingrahmsoße serviert. Für eine besondere Note sorgen kross gebratener Bacon und Röstzwiebeln, die am Ende über das Fleisch gestreut werden. Viel Spaß beim Nachkochen!
Zutaten für 4 Portionen:
  • 500g Tagliatelle, 500g Schweinefilet, Butterschmalz
  • Für die Pfifferlingrahmsoße: 400g Pfifferlinge, 250ml Sahne, 2 Schalotten, 1 Knoblauchzehe, Saft einer halben Zitrone, 3 Zweige Thymian, 1 Handvoll glatte Petersilie, Butter, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • Für den Bacon-Knusper: 125g Bacon, 1 Schalotte
Zubereitung:
  1. Die Pfifferlingrahmsoße zubereiten: Die Pilze sorgfältig mit einem Pinsel säubern. Große Pilze halbieren. Die Schalotte und den Knoblauch schälen und fein würfeln. Die Kräuter waschen, trockenschütteln und die Blätter fein hacken. 1 EL Öl und 1 EL Butter in einer großen Pfanne erhitzen, die Pilze kurz darin anbraten.
  2. Schalotten, Knoblauch und die Thymian-Blätter hinzugeben und einige Minuten mitbraten. Mit Sahne aufgießen, aufkochen lassen und bei kleiner Hitze etwa 10 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, etwas geriebener Muskatnuss, dem Zitronensaft und der gehackten Petersilie würzen. Etwa 1 EL Petersilienblätter zum Garnieren beiseite legen.
  3. Die Soße vom Herd nehmen und in zwei gleichgroße Portionen teilen. Die eine Hälfte fein pürieren. Den Rest beiseite stellen. Beides warmhalten.
  4. Den Bacon-Knusper zubereiten: Den Bacon in feine Streifen schneiden. Die Schalotte schälen und fein würfeln. Den Bacon anbraten. Wenn er Farbe annimmt, die Hitze reduzieren, die Schalotten hinzugeben und im Fett andünsten, bis beides braun und knusprig ist.
  5. Die Tagliatelle nach Packungsanleitung zubereiten.
  6. Das Schweinefilet waschen, gut abtrocknen und die silberne, feste Haut wegschneiden. Das Schweinefilet im Ganzen in etwa 1 EL Butterschmalz von allen Seiten scharf anbraten bis es eine schöne Bräune annimmt. Mit Salz und Pfeffer würzen, das Fleisch in Alufolie einwickeln und im Ofen bei ca. 150 Grad nachgaren lassen. Die Dauer hängt von der Dicke des Fleischstücks ab. Das Fleisch sollte innen noch zart rosa sein. Das Fleisch dann in Medaillons schneiden.
  7. Zum Servieren die Tagliatelle mit der Pfifferlingrahmsoße und den beiseite gestellten Pfifferlingen vermengen und auf einen Teller geben. Die Medaillons auf den Nudeln anrichten und den Bacon-Knusper darauf verteilen. Mit der restlichen Petersilie garnieren. Guten Appetit!
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Wohin am Wochenende?

BLACKKLANSMAN Trailer
BLACKKLANSMAN Trailer
Havelland: Leinwand hoch und Film ab! Am Freitag (21. August) ist wieder Sommerkino in Falkensee: Um 21 Uhr verwandelt sich der Gutspark in ein gemeinsames Wohnzimmer mit Popcornmaschine, Getränken und Liegestühlen. Drei Stunden dauert der Auf- und Abbau, erzählt Toni Kissing vom Jugendforum Falkensee. Das zwölfköpfige Orga-Team fährt alle Materialien CO2-neutral mit einem Lastenfahrrad und zwei Fahrradanhängern jedes Mal in den Park und zurück - ein großes Zelt, damit die Gäste im Trockenen sitzen, einen brandneuen Beamer und einen riesigen Desinfektionsmittelspender. Diesmal läuft ein Film, der wunderbar in die aktuelle Rassismus-Debatte passt: Spike Lees US-Drama „Blackkklansman“ erzählt von der Entlarvung des Ku-Klux-Klans durch einen schwarzen Polizisten.
Will in Neuruppin für ordentlich Stimmung sorgen: DJ Nick.
Will in Neuruppin für ordentlich Stimmung sorgen: DJ Nick.
Ostprignitz-Ruppin: Wunschmusik für Fans des Linedance spielt DJ Nick am Sonnabend von 11 bis 17 Uhr am Hangar 312 auf dem ehemaligen Flugplatz am Hugo-Eckener-Ring 40 in Neuruppin. Es gibt auch einen kleinen Workshop mit aktuellen Tänzen und Country-Händler bieten ihre Waren an. Eintrittskarten für 10 Euro gibt es bei Foto Schubert, Karl-Marx-Straße 90 und online bei Eventim.
Auf dem Wittstocker Bleichwall öffnet am Sonntag um 11 Uhr eine Open-Air-Gallery. Auf der Flaniermeile werden dem Besucher bis 18 Uhr zahlreiche künstlerische Begegnungen und Impressionen geboten. Dabei präsentieren sich regionale Künstler mit ihren Werken, geben Einblick in ihr Kunsthandwerk und kommen mit den Betrachtern ins Gespräch. Zu bewundern gibt es Malerei, Grafik, Bildhauerei, Skulpturen und Schmuck.  
Die Glienicker Brücke vom Wasser aus betrachtet. Foto: Maike Schultz
Die Glienicker Brücke vom Wasser aus betrachtet. Foto: Maike Schultz
Potsdam: In der Schloss-, Park- und Seenlandschaft zwischen Berlin und Potsdam residierten Truman, Churchill und Stalin während der Potsdamer Konferenz. Später durchzog der Todesstreifen der Berliner Mauer dieses Gebiet, auf der berühmten Glienicker Brücke wurden Agenten ausgetauscht und 1989 die Wiedervereinigung gefeiert. Erkunden kann man das alles auf einer dreistündigen geführten Kajaktour über sieben Kilometer, organisiert von Pedales Bike & Paddelstation am S-Bahnhof Griebnitzsee. Nicht nur kulturell und historisch ist die Route interessant: Auf der nördlichen Seite des Griebnitzsees gleitet man an umgestürzten Bäumen und Schilf vorbei - Lebensraum für Graureiher, Komorane und Biber. Losgepaddelt wird am Samstag (22. August) um 17 Uhr, die Teilnahme kostet 25 Euro inklusive Leih-Kajak - anmelden kann man sich hier.
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Tipps aus der Region

Zehn Ausflugstipps für Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming
Was Falkensees Seen-Landschaft besonders macht
Entspannt angeln in Markee
SUP-Selbstversuch auf der Havel
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Fundstück der Woche

Paolo Sciavartini und Marin Maras (v.l.) produzieren den "Pink Robin". Foto: Imagine Spirits
Paolo Sciavartini und Marin Maras (v.l.) produzieren den "Pink Robin". Foto: Imagine Spirits
2018 destillierte Paolo Sciavartini seinen ersten Gin - mit einer selbst gebauten Apparatur über dem Waschbecken seiner Potsdamer Küche. Seitdem hat sich viel getan. 2000 Flaschen Gin hat Imagine Spirits, wie Sciavartinis 2019 gegründete Firma heißt, im ersten Jahr ihres Bestehens verkauft. Im nächsten sollen es schon 10 .000 sein.
Eigentlich ist der 45-Jährige Elektroingenieur und arbeitet vor allem mit Solarzellen. „Wir produzieren fast den ganzen Strom, den wir für unsere Destillerie brauchen, mit Solarzellen selber“, sagt Sciavartini. Im sonnigen Kroatien geht das gut. Dort steht die Manufaktur von Imagine Spirits, ungefähr so groß wie eine Garage. Marin Maras, ein Freund Sciavartinis und Mitbegründer der Firma, lebt vor Ort und kümmert sich um den alltäglichen Betrieb.
Seine rote Farbe erhält der Gin durch Aroniabeeren. Foto: Imagine Spirits
Seine rote Farbe erhält der Gin durch Aroniabeeren. Foto: Imagine Spirits
Ihr Getränk – der Pink Robin – ist ein Gin, der ausschließlich mit natürlichen Zutaten hergestellt wird. Neben den Blüten von Mandel und Bitterorange sind auch Koriander und Wacholder verarbeitet. Die wichtigste Zutat ist allerdings die Aroniabeere. Gut 50 unterschiedliche Rezepte hat Sciavartini getestet, bevor er fündig wurde. Zufällig gab es dann noch einen großen Glücksfall: Die Destillerie von Imagine Spirits befindet sich ganz in der Nähe einer der größten Aroniaplantagen Kroatiens. Und dort ist die Ernte in diesem Jahr auch nicht so von Problemen betroffen wie in Brandenburg.
„Meine italienische Familie hat in der Vergangenheit immer Öl oder Wein hergestellt. Damit führe ich diese Tradition ein bisschen fort,“ sagt der Potsdamer Sciavartini. „Ich sehe gerne, wie das Produkt von Anfang bis Ende produziert wird, und sich dann Leute daran erfreuen können“, sagt er. So etwas habe er bei seinem Beruf als Elektroingenieur nicht. Linus Höller
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