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Die Pilz-Zeit ist da++Spaziergang am Griebnitzsee++Topinambur-Produkte aus Teltow-Fläming

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MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ich mag den Herbst besonders gern, wenn es kühl und trocken ist, die Luft klar, die Sonne in Bestform. Dann ist der Moment gekommen, Taschenmesser und Korb zu greifen und in den Wald zu fahren. Denn - und Sie ahnen vermutlich, was jetzt kommt - der Herbst ist Pilz-Zeit.
Nun wissen Kenner unter Ihnen, dass das Wetter der Vormonate wichtig ist für den Such-Erfolg. War es zu trocken, ist das schlecht, zu nass ist aber auch nicht gut. Und wenn es zu zeitig Nachtfrost gibt, wird das erfolgsversprechende Fenster noch mal kleiner, weil statt samtiger Kappen matschige Pilzreste warten.
In diesem Jahr meint es der Pilz-Gott allerdings ausgesprochen gut mit uns. So wenig sommerlich der Sommer war, so pilzreich ist nun der Herbst. Das sieht man - Social Media sei dank - in den Körben von Freunden und Verwandten, aber auch, wenn man selbst auf Tour geht.
Das Pilzesammeln gehört seit meiner Kindheit zu den festen Herbstritualen. Und manches daran hat sich bis heute nicht geändert. So wird in jedem Jahr das seit dem vergangenen Herbst am meisten getragene Paar Turnschuhe geopfert. Erst verbringt es den Herbst als Wald-Treter, anschließend ist es so hinüber, dass es nicht mehr zu retten ist.
Und wenn ich mit meiner Mutter auf Pilzsuche gehe, gibt es diese schöne Routine: Während ich noch damit beschäftigt bin, meine Augen auf Grün- und Brauntöne einzustellen, schreit sie spätestens nach fünf Sekunden im Wald: “Ich hab einen!”. Als Kind war das stets der Moment, in dem meine Motivation zum ersten Mal einen Dämpfer erlitten hat - auch, weil mir stattdessen traditionell der erste Platz beim In-ein-Spinnennetz-Laufen gehört.
Die Liebe zur Waldluft ist dennoch geblieben. Das Spinnennetz-Abo leider auch.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende - und falls Sie es noch nicht per Brief getan haben: am Sonntag den Gang ins Wahllokal nicht vergessen!
Herzliche Grüße
Stephanie Philipp
Leiterin Audience & Content Development
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Ausflug der Woche: Vom Bahnhof Griebnitzsee zur Glienicker Brücke

Die Truman-Villa am Griebnitzsee. Foto: Detlev Scheerbarth
Die Truman-Villa am Griebnitzsee. Foto: Detlev Scheerbarth
Heute entführen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, mal wieder in die Landeshauptstadt Potsdam. Dort laden wir Sie ein zu einem etwa fünf Kilometer und damit drei Stunden langen Spaziergang vom Bahnhof Griebnitzsee zur Glienicker Brücke. Besonders praktisch: Die Tour ist wunderbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Inspiration für den Ausflug liefert Johannes Westerkamp, der 2012 mit Stadtführungen in Potsdam begonnen hat. „Neben touristischen Highlights möchte ich meinen Gästen auch Unbekanntes zeigen, ich möchte Sehhilfe und Augenöffner sein, Geschichten hinter Geschichte erzählen“, sagt er. Das Unbekannte, das man mit dem 60-Jährigen entdecken kann, führt ihn auch zum Namen, den er seinen Stadtführungen gegeben hat: www.terra-incognita-tours.com.
Vom Bahnhof Griebnitzsee geht es zur Karl-Marx-Straße, dann in die Virchowstraße und über die Robert-Koch-Straße zur Rosa-Luxemburg-Straße. Über den Johann-Strauß-Platz gelangt man erneut auf die Karl-Marx-Straße, der man bis zur Allee nach Glienicke am Park Babelsberg folgt. Über die Parkbrücke kommt man nach Klein Glienicke. Waldmüller- und Mövenstraße führen am Jagdschloss Glienicke vorbei bis zur Königstraße, auf der Westerkamps Spaziergang an der Glienicker Brücke endet.
Karte: Gesine Thränhardt
Karte: Gesine Thränhardt
Zu entdecken gibt es jede Menge: Zahlreiche Villen, die die Geschichte der Villenkolonie Neubabelsberg widerspiegeln, etwa die Villa Stern aus der Gründungszeit der Kolonie. Sie steht allein auf dem Hiroshima-Nagasaki-Platz neben dem Gedenkort der Atombombenabwürfe.
Genau gegenüber fällt die Villa Müller-Grote ins Auge, die wie viele andere Villen im Zuge der Potsdamer Konferenz Sommer 1945 beschlagnahmt wurde und heute als Truman-Villa bekannt ist. Dort wohnte kurzzeitig US-Präsident Harry S. Truman, weshalb das Haus auch als „Little White House“ bekannt wurde. Der Park der Truman-Villa in der Karl-Marx-Straße 2 ist öffentlich zugänglich: Von dort hat man einen wunderbaren Blick auf den Griebnitzsee.
Die Villa Urbig ist eine der bekanntesten Villen am Griebnitzsee. Foto: Detlev Scheerbarth
Die Villa Urbig ist eine der bekanntesten Villen am Griebnitzsee. Foto: Detlev Scheerbarth
Die Villa Urbig in der Virchowstraße 23, wo Winston Churchill damals wohnte, und die Villa Herpich in der Karl-Marx-Straße 27, die Stalin als Residenz während der Potsdamer Konferenz diente, liegen ebenfalls auf dem Weg.
„Anhand der Villen mit ihrer Architektur und ihren früheren Besitzern werden die unterschiedlichen Epochen der Geschichte von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart erlebbar“, sagt Westerkamp über seine Route.
Hinzu kommt die Landschaft vom Griebnitzsee, über das idyllische Klein Glienicke samt Schweizerhäusern bis zum Rundum-Blick von der Glienicker Brücke. Sie lag je zur Hälfte in Ostdeutschland und West-Berlin und wurde durch den Austausch von Spionen im Kalten Krieg zum Symbol.
MAZ-Tipp: Haben Sie Lust auf weitere Spaziergänge durch Potsdam? Dann gibt es hier unseren großen Überblick.
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Brandenburg für Genießer

Brandenburgs Wälder halten gerade reichlich Pilze für Sammler bereit. Foto: Jens Steglich
Brandenburgs Wälder halten gerade reichlich Pilze für Sammler bereit. Foto: Jens Steglich
Der Herbst ist da - und mit ihm die Pilze in märkischen Wäldern. Und wie! In diesem Jahr ist der Gang in den Wald für Pilzfreunde besonders spannend. Die Pilze zeigen sich nach einem wechselhaften Sommer nicht nur früher in den Wäldern als in den Jahren zuvor. Mit der Falschen Rotkappe ist auch eine neue Art in Brandenburg aufgetaucht, die eigentlich in Nordamerika heimisch ist. Mein Kollege Jens Steglich hat sich mit Pilzexperte Wolfgang Bivour auf die Suche nach dem Neuankömmling gemacht.
Egal, welche Pilzart Sie am liebsten mögen: nach dem Sammeln kommt die Verarbeitung der prächtigen Steinpilze, leckeren Maronen-, Butter oder Birkenpilze, auch der Krausen Glucke womöglich. Natürlich kommt uns das klassische Braten in den Sinn - schön mit Kräutern oder auch Speck schmeckt das besonders lecker. Wenn Sie auch mal etwas anderes ausprobieren möchten, lege ich Ihnen das folgende Rezept ans Herz.
Rezepttipp: Pilz-Brotaufstrich
Aus Pilzen lässt sich ein „Brotaufstrich mit Pfiff“ zubereiten, für den die Potsdamer Genussexpertin Katrine Lihn folgendes Rezept entwickelt hat.
Das brauchen Sie:
  • 100 Gramm Walnuss- oder Pinienkerne
  • 200 Gramm Pfifferlinge oder andere Pilze
  • 100 Gramm gemischte Kräuter
  • 2 Esslöffel Walnussöl
  • etwas Limettensaft oder Honigessig
  • Salz
  • Pfeffer
Und so geht’s:
Die Kerne werden in einer Pfanne angeröstet. Dann lässt man sie abkühlen, während man die Kräuter putzt und hackt. Das Walnussöl in einer Pfanne erhitzen, die Pilze darin braten. Leicht abkühlen lassen. Zusammen mit Kräutern und Kernen pürieren. Mit Essig sowie Salz und Pfeffer abschmecken. Dazu serviert man zum Beispiel ein frisches Kräuterbrot.
MAZ-Tipp: Machen Sie es, wie von Pilzexperten empfohlen - verarbeiten Sie nur die Pilze, von denen Sie sicher wissen, dass sie genießbar sind. Im Zweifel lieber stehen lassen und auf den nächsten Fund warten. Oder Sie gehen gleich mit jemandem auf Wanderung, der sich in der Welt der Pilze hervorragend auskennt.
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Raus in den Garten

Ende September beginnt die ideale Zeit, um Walnüsse zu ernten und einzulagern. Foto: Imago
Ende September beginnt die ideale Zeit, um Walnüsse zu ernten und einzulagern. Foto: Imago
Um lagerfähige Walnüsse zu erhalten, ist es wichtig, den richtigen Erntetermin einzuhalten und die Früchte sachgemäß zu trocknen. Die beste Qualität erreicht man, wenn die Nüsse so lange wie möglich am Baum bleiben; leichte Nachtfröste schaden ihnen nicht. Die Ernte erstreckt sich dann über einen längeren Zeitraum von Ende September bis Ende Oktober.
Wichtig ist es, die Früchte täglich aufzusammeln. Danach entfernt man die äußeren Hüllreste und legt die Nüsse kurz ins Wasser, um sie danach mit einer kräftigen Bürste gründlich zu reinigen. Zu diesen Arbeiten verwendet man am besten Haushaltshandschuhe, da die Schalen kräftig braun färben. Danach legt man die Nüsse - immer nur eine Schicht - in Horden oder Siebe und lässt sie an einem geschützten Ort trocknen. Ein Durchschütteln alle paar Tage beschleunigt diesen Prozess. Anschließend werden die Walnüsse in luftige Säcke gefüllt und kühl und trocken gelagert.
Wurden sie nach der Ernte gut gewaschen und getrocknet, sind Walnüsse lange genießbar. Foto: Imago
Wurden sie nach der Ernte gut gewaschen und getrocknet, sind Walnüsse lange genießbar. Foto: Imago
Mancher Gartenbesitzer klagt darüber, dass sein Walnussbaum nicht fruchtet. Das passiert oft bei Bäumen, die aus einer Nuss gezogen wurden. Sie fruchten in der Regel erst nach 15 bis 20 Jahren. Wer eine Anpflanzung plant, ist mit veredelten Sorten besser beraten. Diese sind kleinkroniger und bringen einen hohen Ertrag wohlschmeckender, großer Nüsse - und das bereits ab dem zweiten Standjahr.
Wichtig zu wissen: Walnussbäume werden zwischen November und Mai nicht ausgelichtet. Hier ist Juli der beste Zeitpunkt zum Schnitt. Eine Ausnahme gibt es, wenn alte, kräftige Äste ganz entfernt werden sollen. Das passiert am besten in der Winterruhe, bevor der Saftstrom wieder steigt.
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Fundstück der Woche

Gesunde Ernährung und regionale Herstellung: die Lienig Wildfruchtverarbeitung GmbH im Zossener Ortsteil Dabendorf (Teltow-Fläming) hat sich genau das auf die Fahnen geschrieben - und zwar unter anderem mit einer besonderen Knolle - dem Topinambur.
Vor mehr als 25 Jahren begann der erfahrene Kartoffelspezialist Frank Lienig, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn Richard Albrecht leitet, sich dieser Knolle zuzuwenden. Angefangen hat Frank Lienig mit zahlreichen Anbau- und Verarbeitungsversuchen der „Erdbirne“, bevor es gelang, in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig die mikrobiologische Wirksamkeit von Topinambur-Substrat im menschlichen und im tierischen Organismus zu bestätigen.
Nach der Ernte werden die Knollen feldfrisch gewaschen, zerkleinert und in einem mehrstufigen Verfahren entsaftet. Der Rohsaft wird per Vakuumverdampfung zum beliebten Dicksaft, also einem süßenden Sirup.
Durch weiteren Entzug von Feuchtigkeit per Vakuumtrocknung wird alternativ ein Pulver gewonnen, das die gesundheitsfördernden Stoffe, vor allem Inulin, in hochkonzentrierter Form enthält. Der Lienig Wildfruchtverarbeitung ist es gelungen, die Lagerstabilität zu verbessern und den Gesundheitswert von Saftkonzentrat und Pulver zu steigern.
Das patentierte und unter dem Namen Topilac vertriebene Produkt ist vor allem für Diabetiker als Zuckerersatz geeignet. Doch auch bei gesunden Menschen helfen nicht mehr als zehn Gramm täglich, die Darmflora ins Gleichgewicht zu bringen und das Immunsystem zu stärken.
Topinambur- und weitere Produkte finden Sie auf der Internetseite des Unternehmens.
Tipp: Sie wollen mehr über die Lienig Wildfruchtverarbeitung erfahren? Hier geht es zum ausführlichen Bericht.
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