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Burg Eisenhardt++Fläming-Skate++Blaubeeren

Liebe Leserinnen, liebe Leser, ist es jetzt schon an der Zeit, die Blickrichtung zu ändern? Nicht meh
MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ist es jetzt schon an der Zeit, die Blickrichtung zu ändern? Nicht mehr sehnsüchtig von drinnen auf die gut gelaunten Menschen und die weiten Wiesen vor der Tür zu schauen, sondern von draußen in die Fenster zu gucken, und sich auszumalen, dass dort herzhafte Mahlzeiten und süffige Weine serviert werden? Nein, ganz so weit ist es noch nicht. Wir können raus, es ist warm genug, und dennoch können wir von der Behaglichkeit eines beheizten Saales träumen. Ich nenne das: Zauber der Übergangszeit.
Nicht von drinnen nach draußen oder von draußen nach drinnen schauen Sie auf unserem Ausflug der Woche, sondern von unten nach oben. Oder von oben nach unten. Denn es geht hinauf auf Brandenburgs höchste Erhebung. Darf man bei 200,3 Metern wirklich schon von einem Berg sprechen? Gut, tun wir es einfach. Die Rede ist vom Hagelberg, der von Bad Belzig aus sehr reizvoll zu erwandern ist.
Weil ich diese Übergangszeit genieße, sie aber auch gerne als Ausrede benutze, würde ich mich nach der Wanderung zum Hagelberg gleich in die Küche stellen, um verlorene Kalorien umgehend wieder aufzuwiegen. Mit einer Blaubeer-Sauce und Kaiserschmarrn. Auch diese Rezepte finden Sie im Newsletter.
Drinnen und draußen, oben und unten – entschuldigen Sie bitte, wenn Ihnen nach Lektüre dieser Eingangssätze etwas schwindelig geworden ist. Ab jetzt gilt nur noch eine Richtung: Schauen Sie nach vorne, denn dort liegt das Wochenende.
Herzliche Grüße,
Ihr
Lars Grote
MAZ-Autor
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Wir schenken Ihnen zwei Monate MAZ Plus
Ausflug der Woche: Ab auf den Hagelberg

Die Burg Eisenhardt thront über Bad Belzig, dem Ausgangspunkt der Rundwanderung. Foto: Dirk Fröhlich
Die Burg Eisenhardt thront über Bad Belzig, dem Ausgangspunkt der Rundwanderung. Foto: Dirk Fröhlich
Wir beginnen diese 15 Kilometer lange Rundwanderung an der Burg Eisenhardt, zu Fuß nur wenige Minuten vom Bahnhof in Bad Belzig entfernt. Hier oben sieht man alles, beste Aussicht auf die Altstadt des Thermalsole-Heilbads. Die Dächer sind gedeckt mit warmen roten Ziegeln, wie wir das aus der Toskana kennen. Vor dem südlichen Burgeingang führen Stufen hinab zum Burgteich. Wir folgen dem Terrainkurweg TK 6 Richtung Westen – entlang der zum Naturschutzgebiet erklärten Burgwiesen.
Der gelb markierte Internationale Kunstwanderweg ist gesäumt von Objektinstallationen. Wälder, weite Flur, Gehölze, so geht es immerzu im Wechsel, sacht führt uns die Route auf und ab.
Wenn der Terrainkurweg 6 rechts abzweigt, führen die Ziffermarkierungen des Naturpark-Rundwanderwegs 11 weiter bergan und führen rechts in den Weiler Klein Glien. Hier bietet sich, nachdem wir den Wald verlassen haben, eine überragende Aussicht.
Der Weg ist sehr gut ausgeschildert. Foto: René Gaffron
Der Weg ist sehr gut ausgeschildert. Foto: René Gaffron
Die Bundesstraße 246 wird überquert, wir folgen dem Zeichen mit dem Blaustrich, es ist der Europäische Fernwanderweg 11 auf der kaum befahrenen Dorfstraße aufwärts in den Ort Hagelberg. Die Kuppe des Hagelsbergs bietet am Ortsrand eine tolle Aussicht auf den Hohen Fläming.
Der Hagelberg erwarb historische Relevanz während der Befreiungskriege gegen Napoleon. Am 27. August 1813 kämpften hier 22.000 Preußen, Russen und Franzosen, ein Denkmal erinnert daran.
Was für ein Ausblick! Foto: Dirk Fröhlich
Was für ein Ausblick! Foto: Dirk Fröhlich
Vom Hagelberg führt die Markierung mit dem Blaustrich des E11 weiter Richtung Bad Belzig. In sachtem Abstieg leitet uns der Weg durch Grünland und die Wälder des Hüttenbergs. Schließlich steigen wir hinab nach Bad Belzig. Unmittelbar vor der Altstadt zweigt hinter der Wiesenburger Brücke rechts der Kämmerer Weg ab und führt uns zurück zur Burg Eisenhardt. Lars Grote
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Radtour der Woche: Auf der Fläming-Skate von Luckenwalde nach Jüterbog

Lars Sittig erkundet Brandenburg am liebsten im Sattel.
Lars Sittig erkundet Brandenburg am liebsten im Sattel.
Sie fragen sich, wo Brandenburg am kantigsten ist, wo das Eldorado für Radler und Skater liegt und wo es eine wüstenähnliche Kulisse gibt – wie gemacht für einen Western? Die Antwort gibt es auf der Landpartie der MAZ über die Fläming-Skate rund um Luckenwalde und Jüterbog. Hinter dem malerischen Holbecker See heißt es “Vorsicht Stufe!” - hier geht es vom Baruther Urstromtal hinauf in den Fläming.
 Der Weg durch den früheren Truppenübungsplatz - inzwischen längst ein Naturschutzgebiet - ist eine Schiebestrecke. Foto: Lars Sittig
Der Weg durch den früheren Truppenübungsplatz - inzwischen längst ein Naturschutzgebiet - ist eine Schiebestrecke. Foto: Lars Sittig
Die Kante in der Landschaft gehört zu den stärksten Reliefs im Land Brandenburg. Rund um die berühmte Wanderdüne bei Luckenwalde wartet eine imposante Heidelandschaft mit wüstenähnlichen Elementen – allerdings ist der Weg steinig und für Radreifen nicht geeignet. Dafür ist der Asphalt der Fläming-Skate, des brandenburgischen Paradieses für Radler und Skater, glatt und ein Traum für Reifen und Rollen.
MAZ-Radtour von Luckenwalde nach Jüterbog
MAZ-Radtour von Luckenwalde nach Jüterbog
Und sonst? Es gibt auf der Tour blaue Lagunen, herrliche Abfahrten, tolle Rastplätze, historische Stadtkerne, in denen Geschichte lebendig wird, Bergdörfer und Einkehrmöglichkeiten. Schon im mit der Regionalbahn gut erreichbaren Luckenwalde - dem Start und Endpunkt der Landpartie - ist das Stadtzentrum einen Abstecher wert. Einfach die Satteltaschen packen, ein Ticket lösen und “Raus aufs Land”. 
Die Strecke: Die 77 Kilometer lange Landpartie (allerdings inklusive der Abstecher nach Jüterbog und zur Wanderdüne, Fahrtzeit rund fünf Stunden) führt vom Bahnhof in Luckenwalde über den Rundkurs Nummer fünf der Fläming-Skate auf straßenbegleitenden oder separaten Radwegen zurück nach Luckenwalde.
Jüterbog ist ebenfalls an die exzellent asphaltierten Skaterkurse angebunden. Der rund zwei Kilometer lange Weg zur Wanderdüne besteht aus Kopfsteinpflaster sowie sandigen Abschnitten und ist eine Schiebestrecke. Räder können auch am Rande des Naturschutzgebietes angeschlossen werden.
Die Tour kann verkürzt werden, wenn die Abstecher nach Jüterbog oder zur Wanderdüne ausgelassen werden. Der Rundkurs ist 50 Kilometer lang. Die Landpartie ist recht lang und teilweise anspruchsvoll, wenn man sich aber etwas mehr Zeit nimmt und eventuell den Tourplan etwas reduziert, auch für ältere Menschen und Kinder geeignet.
Die Highlights? Jüterbog und Luckenwalde verfügen über Stadtkerne mit vielen historischen Elementen. In Luckenwalde befinden sich am Marktplatz das historische Gebäude des Rathauses, das Heimatmuseum, die Sankt-Johannis-Kirche und der Marktturm. In Jüterbogs beeindruckendem Stadtzentrum wird angesichts der vielen historischen Bauwerke wie mehreren Kirchen, der Stadtbefestigung mit drei Stadttoren oder dem Rathaus Geschichte lebendig. Es gibt viele andere imposante Gebäude und außerdem einen schönen Schlosspark.
Manch ein Stand mit Produkten aus der Region säumt den Wegesrand - am besten etwas Platz in den Satteltaschen frei lassen. Foto: Lars Sittig
Manch ein Stand mit Produkten aus der Region säumt den Wegesrand - am besten etwas Platz in den Satteltaschen frei lassen. Foto: Lars Sittig
Auch die Dorfkirchen auf der gesamten Tour sind sehenswert. Die Fläming-Landschaft mit dem für brandenburgische Verhältnisse extrem kantigen Übergang vom Baruther Urstromtal zum Fläming, die Bergdörfer und die Natur sind ebenfalls Highlights. Wie immer warten viele kleine und größere Entdeckungen am Wegesrand wie der Funkturm, die Friedensmühle und der Gutshof in Petkus – jedes Dorf verfügt über sehenswerte Orte und Bauwerke. Schlenzer beispielsweise hat einen schönen Dorfkern mit Kirche, einem kleinen Weiher und einer Gaststätte.
MAZ-Tipp: Eine Führung durch die Stiftungsflächen buchen. Es gibt diverse Wanderungen und Exkursionen - unter anderem zur Wanderdüne und auf den Spuren des Wolfes.
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Brandenburg für Genießer

Mehlspeisen mit Blaubeersauce - lecker! Foto: Marion von Imhoff
Mehlspeisen mit Blaubeersauce - lecker! Foto: Marion von Imhoff
Haben Sie Lust, sich den Sommer noch mal auf den Teller zu holen? Die Landfrauen aus Potsdam-Mittelmark haben ein wunderbares Blaubeer-Saucen-Rezept im Angebot, das sich perfekt mit diversen Mehlspeisen kombinieren lässt. Die Sauce lässt sich ganz einfach herstellen:
Einen Liter Wasser mit Vanille-Puddingpulver, einem Beutel Vanillezucker und einem Kilo Blaubeeren aufkochen lassen. So verbinden sich die Zutaten und es entsteht eine sämige Sauce.
Und dazu? Da sind Ihrer Phantasie im Grunde keine Grenzen gesetzt. Wie wäre es mit Waffeln, Crêpes oder Hefeplinsen? Oder doch lieber Kaiserschmarrn? Für letzteren empfehlen die Landfrauen folgendes Rezept:
Zutaten: 1 Liter Milch, 370 Gramm Mehl, ein halber Teelöffel Salz, sechs große oder sieben kleine Eier, Rosinen, Butterschmalz (ersatzweise Butter oder Rapsöl) zum Braten, Puderzucker und Zimt.
Zubereitung: Milch mit Mehl und Zucker verrühren, Eigelbe in den Teig geben, Eiweiß aufschlagen. Ein Drittel des Eischnees in den Teig rühren, die übrige Masse unterheben. Fett in Pfanne erhitzen, Teig zwei Zentimeter hoch einfüllen, anbacken, Rosinen darüberstreuen. Umdrehen und in kleine Stücke zerreißen. Mit Puderzucker und Zimt servieren. Marion von Imhoff
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Wohin am Wochenende?

Seit Tagen läuft der Aufbau für die Einheitsexpo, hier am Potsdamer Stadtkanal. Foto:Bernd Gartenschläger
Seit Tagen läuft der Aufbau für die Einheitsexpo, hier am Potsdamer Stadtkanal. Foto:Bernd Gartenschläger
Potsdam: Die 30. Jubiläumsfeier zum Tag der deutschen Einheit steht vor der Tür. Ursprünglich war ein Bürgerfest mit bis zu einer halben Millionen Gäste geplant, aber die Corona-Pandemie machte den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung. Stattdessen wird 30 Tage lang gefeiert, von Sonnabend an bis zum 4. Oktober.
Neu am Konzept ist die sogenannte Einheits-Expo: sie führt 3,5 Kilometer durch Potsdam, 30 Exponate stehen in der Innenstadt. Sie beginnt an der Freundschaftsinsel und endet mit der Ausstellung des Gastgeberlandes Brandenburg am Alten Markt.
Bundesratspräsident Dietmar Woidke (SPD) wird die Einheits-Expo am Sonnabend um 12 Uhr mit einem Rundgang eröffnen, beginnend am Luisenplatz.
Das Countryfest im vergangenen Jahr
Das Countryfest im vergangenen Jahr
Dahme-Spreewald: In Friedersdorf findet von Freitag bis Sonntag das beliebte Countryfest statt - diesmal coronabedingt allerdings nur eine kleinere Variante. Das gewohnte Rahmenprogramm muss leider entfallen und auch Trucks werden nicht auf dem Festgelände zu finden sein. Aber es gibt Musik: Am Freitag geht es um 18 Uhr mit Fairschärft los; am Samstag startet das Konzertprogramm ab 12 Uhr mit Misses Sunshine, gefolgt von Little Rainbow und am Abend werden dann die Herren von der Southern Company den Konzerttag beschließen. Am Sonntag wird Hufeisen das kleine Countryfest von 11 bis 17  Uhr abrunden.
Ostprignitz-Ruppin: Auf dem Wittstocker Amtshof lädt das Bündnis „Wittstock bekennt Farbe“ am Sonnabend von 14 bis 19 Uhr zum Fest der Vielfalt ein. Willkommen sind alle, die gemeinsam feiern, sich begegnen, austauschen und vernetzen wollen. Für die Kleinen gibt es eine Hüpfburg, Floorball, Schminken und Wasserspiele. Auf der Bühne treten verschiedene Bands auf, von Hip Hop bis Jazz, Elektro- und Balkanmusik ist alles dabei.
In Hennigsdorf gibt es am Sonnabend alles, was das Trödlerherz begehrt. Foto: Jacqueline Steiner
In Hennigsdorf gibt es am Sonnabend alles, was das Trödlerherz begehrt. Foto: Jacqueline Steiner
Oberhavel: Die Brandenburgische Straße in Hennigsdorf wird am Sonnabend von 10 bis 16 Uhr zur wohl längsten Trödelstraße des Landes. Auf rund 1,5 Kilometern gibt es laut Initiator Lothar Hüller 119 Haushalte. Auch in den Nebenstraßen hat er die Nachbarn informiert. Getrödelt wird am Sonnabend nicht auf der Straße, sondern auf den Grundstücken. „Die Leute wissen es und machen mit – oder eben nicht. Es wäre super, wenn es möglichst viele wären“, so Hüller. Wenn die Veranstaltung gut läuft, könnte der Markt im kommenden Jahr sogar im „deutschen Guinnessbuch“ landen.
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Tipps aus der Region

Schief ist schick in Briest: Würfel als Ferienhäuser an der Havel geplant
Schweizer betreibt in Reichenberg Brandenburgs erstes Parfümmuseum
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Slawenburg Raddusch im Spreewald wieder offen für Besucher
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Fundstück der Woche

„Eat Good“ – „Esse gut“ – heißt ein vom Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Johan Rockström, entwickeltes Kochbuch. Und wenn ein Kochbuch schon von einem Wissenschaftler verantwortet wird, der ein Institut zum Klimawandel leitet und der das ökologische Konzept der planetaren Grenzen entwickelt hat, dann hat so ein Titel einen gewollten Doppelsinn. Es soll nicht nur gut schmecken, nein, es soll vor allem moralisch verantwortbar gekocht und gespeist werden. 
Ein „Kochbuch, das die Welt verändert“, will das 2018 erstmals in Schweden und dann ein Jahr später in Deutschland erschienene Buch sein. Rockström sieht diesen Untertitel keineswegs als Übertreibung. „Die Art wie wir unsere Nahrungsmittel produzieren, konsumieren und verschwenden schafft für sich betrachtet die größte Emission von Treibhausgasen in unserer Gesellschaft“, sagt er der MAZ. Wenn wir dem Klima wirklich helfen wollen, brauchen wir nachhaltige Ernährungsgewohnheiten. 
„Ja“, sagt Rockström. Natürlich sei es in erster Linie wichtig, lokale und regionale Lebensmittel zu verzehren und unsere Essgewohnheiten an die Jahreszeiten anzupassen, was vor allem in Brandenburg hervorragend klappe. Trotzdem könne man die Tafel ohne schlechtes Gewissen um tropische Früchte erweitern. „Untersuchungen zeigen, dass der Transport von Nahrungsmitteln per Schiff nur ein kleiner Teil des ökologischen Fußabdrucks ist.“ Den größten Einfluss auf das Klima habe vielmehr das, was danach komme. „Das Kühlen, der inländische Transport, die Verarbeitung, die Verschwendung.“ 
Mit den einfachen, aber attraktiven Rezepten, deren Zubereitung sich jeder leisten kann, belegen Rockström und seine Mitstreiter, wie sinnvoll wir all die uns zur Verfügung stehenden Nahrungsmittel einsetzen können. Das gilt für den heimischen Buchweizen, aus dem ein schmackhafter Frühstücksbrei wird, ebenso wie für die japanische Sojapaste Miso, die in eine kräftige Nudelsuppe kommt, oder für Fleisch wie Entenbrust, das zusammen mit Artischocken ein festliches und umweltfreundliches Abendessen ergibt. Rüdiger Braun
Alle Infos zum Nachkaufen: Eat Good – Das Kochbuch, das die Welt verändert, Gerstenberg 2019, 224 Seiten, 34 Euro
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