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Brückenspaziergang durch Brandenburg/Havel++Köstlicher Spargel in Potsdam und Umgebung++"Tour der Steine" im Hohen Fläming

MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
dass ich mich über so etwas freuen konnte! Dass ich mich freuen konnte, mich durch ein Labyrinth zu manövrieren, dann meine verschiedenen Formulare hervorzukramen und ein paar Minuten warten zu müssen, nur um anschließend gestochen zu werden. Aber ich jubelte. Meine erste Corona-Impfung! Und das sogar noch im Monat Mai. Lange hatte ich gefürchtet, dass ich noch wochen-, ach was, monatelang auf die begehrte Injektion warten müsste. Nun aber wurde es doch noch wahr. Viel früher als erwartet.
Zugegeben: Die Impfkampagne läuft auch in Brandenburg alles andere als optimal. Immer noch ist der Impfstoff knapp und ich hatte einfach viel Glück. Andererseits haben knapp 995.000 Brandenburger die erste Spritze im Arm - das ist natürlich ein Fortschritt.
Ab diesem Monat ist wieder vieles möglich: Ich gehe endlich wieder zum Fitness-Training, Jazz-Dance am Donnerstag findet nicht mehr über Zoom, sondern tatsächlich im Studio statt, und mein Kino um die Ecke wird mich auch bald wieder empfangen. Bis dahin kann ich mich dann mit der unglaublichen Ausstellung “Rembrandts Orient” im Potsdamer Museum Barberini trösten - ein märchenhafter Trost, fürwahr.
Und jetzt heißt es tatsächlich wieder “Raus aufs Land”. Ein bisschen geübt habe ich ja auch schon. Immer wieder mal war ich in der näheren Umgebung unterwegs. So zum Beispiel auf der Insel von Werder/Havel. Das gute Wetter hatte viele Ausflügler in die Sommerfrische gelockt. Lange Schlangen vor den Eisdielen und den Obstweinläden, Familien in den engen Straßen, Radfahrer auf den Uferwegen. Ein Bild fast wie aus normalen Zeiten. Dass die Innengastronomie noch geschlossen war, fiel gar nicht weiter auf, denn die Leute saßen am Imbiss “Alte Überfahrt” sowieso lieber im Freien.
Ein Vorteil der Entschleunigung der letzten Monate war: Gezwungen zu sein, sich einmal in der näheren Umgebung umzuschauen und all die vertraut erscheinenden Dinge genauer zu betrachten. Erstaunlich zum Beispiel, wie die gärtnernden Werderaner ihre Kleingartenanlagen im Nordteil der Insel kultivierten: Mal wurden Zierstauden mit Nutzgemüse kombiniert, mal viel Rasen als Spielfläche frei gelassen, mal ein ausgehöhlter Ast mit Sukkulenten bepflanzt. Wie stilvoll im Grunde doch auch die historische Saftfabrik in die hochmoderne Eventlocation Lendelhaus umgebaut worden war. Und gar nicht so bewusst war mir bisher, wie hübsch die 1906 geweihte neuromanische Kirche Maria Meerstern eigentlich ist, zumal sie fast direkt am Wasser liegt.
Wasser spielt auch bei unserem Ausflug der Woche eine Rolle. Brandenburg an der Havel ist eine Wasserstadt. Nicht nur, dass sie mit einer Regattastrecke glänzt, gleich mehrfach ziehen sich verschlungene Kanäle und Nebenarme der Havel um verschiedene Stadtteile. Der Dom der Altstadt wurde gleich auf einer Insel errichtet. Diese Insel gilt auch als “Wiege der Mark”. Und selbstverständlich braucht eine solche von Gewässern durchzogene Stadt auch viele Brücken, die wir in unserem frühsommerlichen Stadtrundgang erkunden wollen. Vielleicht bleibt nach dem Spaziergang noch Zeit für ein schönes Abendessen - da bietet sich natürlich ein köstliches Spargeldinner an, denn wir befinden uns mitten in der Spargelsaison.
Dass Brandenburg sehr viel Natur zu bieten hat, wissen Sie als Leser unseres Newsletters nur zu gut. Wieviel Kultur in der Mark verborgen ist, wird schon allein der Stadtspaziergang durch Brandenburg an der Havel belegen. Dass Natur und Kultur auch in einem Objekt vereint sein können, zeigt unser Fundstück der Woche. Lars Franke versammelt in seinem Buch “50 sagenhafte Naturdenkmale in Berlin und Brandenburg”. Natürliche Dinge wie Bäume oder Felsen bekommen durch den Umgang des Menschen mit ihnen eine ganz neue kulturelle Bedeutung. Den genaueren Blick und das Staunen über vermeintliche Kleinigkeiten haben Sie ja während langer Lockdown-Zeiten geübt.
Herzliche Grüße,
Ihr
Rüdiger Braun
MAZ-Autor
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Ausflug der Woche: Brückenspaziergang durch Brandenburg an der Havel

Die Näthewindebrücke in Brandenburg/Havel. Foto: Rüdiger Böhme
Die Näthewindebrücke in Brandenburg/Havel. Foto: Rüdiger Böhme
„Über sieben Brücken musst Du geh’n“, heißt es im Superhit von Karat. Und wo könnte das außerhalb von Venedig besser klappen als in Brandenburg an der Havel? Die Stadt im Fluss hat nahezu 80 Brücken. Da sollte es möglich sein, einen ordentlichen Spaziergang zu unternehmen. Sind Sie bereit, liebe Leserinnen und Leser?
Los geht es auf dem Parkplatz am Molkenmarkt, der landläufig schon zum Neustädtischen Markt gezählt wird. Dort wird das Auto abgestellt. Nicht vergessen, die Parkuhr für mindestens eineinhalb Stunden zu füttern, falls es nicht gebührenfrei ist.
Dann geht es erst einmal nach rechts in die Hauptstraße, vorbei an der Apotheke, bis zur Einmündung in die Kurstraße. Kurz am Bollmannbrunnen vorbei laufen wir bis zur „Agentenzentrale“ und biegen rechts in den Gorrenberg ein.
Hier passieren wir auf Höhe der Wollenweberstraße die Stadtmauer der Neustadt und kommen in die Havelstraße zu unseren ersten beiden Brücken.
Die beiden fast unscheinbaren Straßenbrücken überspannen den Pumpergraben, der einst zur Mostrichmühle führte und sich auf kurzer Strecke teilt.
Weiter geht es bis zur Schillerstraße. Diese lassen wir links liegen und gehen nach rechts zum Heinrich-Heine-Ufer. Nach kurzem Weg entlang der Niederhavel kommen wir an die Gottfried-Krüger-Brücke, eher bekannt als Bauchschmerzenbrücke, wo wir dem Pumpergraben wieder begegnen, der hier in die Niederhavel mündet. Am Heineufer entlang geht es bis zur Uferpromenade an der Jahrtausendbrücke. Mit Blick auf das Salzhofufer und die Johanniskirche gegenüber bietet sich hier die erste Gelegenheit, ein Eis zu schlecken.
Wenn wir die Jahrtausendbrücke überquert haben, halten wir uns gleich rechts und gehen zwischen der Goldschmiede Brüggemann und der Glaserei Kaiser in die Kommunikation, weiter in die Altstädtische Wassertorstraße bis an die Stadtmauer der Altstadt.
Hier biegen wir nicht links ab, sondern gehen halb rechts vor der Stadtmauer den parkähnlichen Weg weiter an der Niederhavel bis zum Ende entlang, bereits mit dem Blick auf den Dom. Am Ende kommen wir links herum auf die Altstädtische Große Heidestraße, die wir bis an die Kreuzung vorlaufen.
Hier geht es rechts in die Mühlentorstraße, dabei bleibt die Gotthardtkirche links liegen. Die Mühlentorstraße entlang geht es zur fünften Brücke.
Die Jahrtausendbrücke im Stadtzentrum. Foto: Rüdiger Böhme
Die Jahrtausendbrücke im Stadtzentrum. Foto: Rüdiger Böhme
Die ist die Homeyenbrücke. Sie überspannt die Niederhavel auf ihrem Weg zum kleinen Beetzsee. Weiter geht es auf dem Grillendamm bis hinter den Fußgängerüberweg. Dort biegen wir rechts auf den Weg zum Dom ein. Eingerahmt vom Regionalladen und dem Wohnmobilstellplatz geht es über die Fußgängerbrücke, die den Domstreng überspannt, auf den Burghof des Domes. Über das Domgelände führt der Weg unter dem Durchgang direkt auf St.Petri zu.
Mit einem Blick zurück auf den Brandenburger Dom gehen wir voran bis zur Einmündung rechts in den Domkietz. Am kleinen Parkplatz halten wir uns links und gehen auf die Näthewindebrücke zu.
Die Bauchschmerzenbrücke heißt eigentlich Gottfried-Krüger-Brücke. Foto: Rüdiger Böhme
Die Bauchschmerzenbrücke heißt eigentlich Gottfried-Krüger-Brücke. Foto: Rüdiger Böhme
Vorbei am Evangelischen Gymnasium links und den Gärten des Kietzes zur rechten Seite kommen wir über diese Brücke zur Hammerstraße. Dabei bietet sich links ein wundervoller Blick auf die Mühlen und den Mühlentorturm. Die Gotthardtkirche ist rechts in einigem Abstand zu sehen. Und ganz nah ist das Bootshaus des Ruderclubs Havel.
Wenn wir auf der Hammerstraße sind, geht es hinter der Sporthalle gleich wieder nach links an den Sportanlagen vorbei zur Uferpromenade der Näthewinde in Richtung Mühlentorturm.
Den lassen wir dann links liegen und es geht rechts zum Molkenmarkt wieder auf den Parkplatz und zu unserem Startpunkt, der den Spaziergang über sieben Brücken beendet. Rüdiger Böhme
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Radtour der Woche: Die Tour der Steine im Hohen Fläming

Der Star ist die Natur auf der MAZ-Landpartie von Wiesenburg tief in den Hohen Fläming: Die Tour führt über weiter Strecken durch den gewaltigen Forst im Südwesten des Landkreises Potsdam-Mittelmark, der vor allem auch wegen seiner beeindruckenden Buchenwälder ein ganz besonderes Biotop ist.
Dazu führt der Ausflug durch Blaubeermeere, Findlinge säumen den Weg und mit der Springer Rummel geht es durch einen der schönsten „märkischen Canyons“. Hinter Medewitz windet sich ein Hohlweg durch die Berge hinab und mündet in einen Talkessel, stattliche Buchen ragen in den Himmel.
Im hügeligen Wolf- und Grenzland wartet kurz hinter der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt außerdem die Wüstung Schleesen mit ihrer spannenden Geschichte und Spuren der Besiedlung, bevor der Ort verlassen wurde. Vielerorts lauern Entdeckungen – wie beispielsweise in der Waldsiedlung Setzsteig mit Holzskulpturen, Rastplatz und Infotafeln zur wechselvollen Vergangenheit. Ein Kontrast nach der Frischzellenkur bei Dr. Wald im ungezähmten Flämingforst ist der Schlosspark Wiesenburg, der zu den schönsten Parkanlagen der Region gehört: Wenn der Rhododendron blüht, stehen die Bäume mit ihren prächtigen Blüten wie ein Verabschiedungskomitee auf dem Weg zum Bahnhof Spalier. Auch im Park gibt es prächtige Waldstücke.
Skulpturen in der Waldsiedlung Setzsteig. Foto: Lars Sittig
Skulpturen in der Waldsiedlung Setzsteig. Foto: Lars Sittig
Wem die Tour noch nicht genug sportliche Betätigung war, der kann an der Bahnstation in Wiesenburg, dem Start- und Endpunkt der Tour, in verschiedenen Varianten Golf spielen.
Hier alles Wissenswerte zur Tour in Kürze:
Die Strecke: Die Strecke der MAZ-Landpartie führt vom Bahnhof Wiesenburg auf einem unbefestigten, aber beim Test ordentlich befahrbaren Teilstück des Rundwanderwegs 71 (hinter dem Kreisverkehr rechts in den Wald abbiegen) nach Medewitzerhütten und dann auf einem kurzen Landstraßenabschnitt nach Medewitz. Hinter dem Bahnhof geht es auf dem Findlingswanderweg (Wegstreckenzeichen: graue Steine auf weißem Quadrat) zur Springer Rummel und weiter durch den Wald bis zu einer Kreuzung, an der eine Asphaltstraße verläuft (dort rechts abbiegen).
Für eine detaillierte Ansicht klicken Sie bitte auf die Karte.
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Das Teilstück rund um die Springer Rummel ist teilweise etwas schwierig und die Qualität des Untergrundes kann sich durch Holzeinschläge auch saisonal verändern. Auf dem Bitumenweg geht es zurück zum Bahnhof Medewitz und über eine Landstraße zur Wüstung Schleesen und nach Stackelitz.
Vor dem Ortseingang links abbiegen auf einen teilweise geschotterten Waldweg, der bis Setzsteig führt. Nach Spring führt ein Waldweg, der von einer alten Asphaltstraße abgelöst wird. Auf einem straßenbegleitenden Radweg geht es nach Jeserig. Nach Wiesenburg führt von Jeserig eine asphaltierte Nebenstraße. Beim Schlussabschnitt durch den Park zum Bahnhof muss geschoben werden.
Für eine detaillierte Ansicht klicken Sie bitte auf die Karte.
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Sehenswürdigkeiten: Die herausragende Sehenswürdigkeit der Tour sind landschaftlich sehr schöne Gebiete wie die Springer Rummel und der prächtige Wald – die Tour verläuft über weite Strecken durch große Forstgebiete in der Brandtsheide im Hohen Fläming.
Es gibt viele stattliche Buchenwälder, beispielsweise im Naturschutzgebiet Flämingbuchen. Der gewaltige Forst wird auf www.waldkulturerbe.de – einem offiziellen Portal des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft – in der Liste der 39 bekanntesten deutschen Waldgebiete aufgeführt.
Weitere Höhepunkte sind die Wüstung Schleesen, an der viele lesenswerte Infotafeln zum Thema Wüstungen im Fläming stehen. Der historische Dorfkern in Wiesenburg samt Rathaus, Männekentor, Kirche und Schloss ist ebenfalls sehr schön. Die Parkanlage ist ein echtes Schmuckstück und als Gartendenkmal eingestuft, beeindruckend ist auch der Rhododendronweg wenn die Pflanzen blühen.
Impression aus der Springer Rummel. Foto: Lars Sittig
Impression aus der Springer Rummel. Foto: Lars Sittig
Auf www.reiseland-brandenburg.de heißt es: „Der Park gilt als das bedeutendste Gartendenkmal zwischen den Parkanlagen der Potsdamer Kulturlandschaft und dem Dessau-Wörlitzer Gartenreich.“ Auf der gesamten Strecke gibt es viele schöne Dorfkirchen, Farbtupfer und Sehenswürdigkeiten wir die Motorsägen-Skulpturen in Setzsteig. Viele Infos über die Region gibt es auch hier.
MAZ-Tipp: Die Tour machen, wenn der Rhododendron im Schlosspark Wiesenburg blüht (Anfang bis Ende Mai) oder Blaubeeren (ab Anfang Juli bis September) und Pilze (im Herbst) reif sind. Genug Platz in den Satteltaschen lassen für die Ernte.
Eine ausführliche Beschreibung der Tour können Sie hier nachlesen. Die Strecke zum Nachfahren finden Sie in unserem Komoot-Profil.
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Brandenburg für Genießer

Beelitzer Spargel mit Schnitzel und Kartoffeln. Foto: Bungert
Beelitzer Spargel mit Schnitzel und Kartoffeln. Foto: Bungert
Es ist Anfang Juni. Wir sind also mitten in der Spargelzeit und deshalb wollen wir den König unter den Gemüsen nicht außen vor lassen. Brandenburg ist ja ohne Spargel eigentlich gar nicht denkbar. Allerdings wurde das erste größere Beelitzer Spargelfeld erst im Jahre 1861 angelegt. Heute jedoch, genau 160 Jahre später, erntet man in dieser Gegend rund 16 000 Tonnen Spargel im Jahr. Zwei unterschiedliche, ja geradezu gegensätzliche Möglichkeiten, den Asparagus officinalis in der Region zu genießen, möchten wir Ihnen hier vorstellen.
Der Spargelhof Klaistow bei Busendorf in Potsdam-Mittelmark verkündet auf seiner Webseite: “Wir haben für euch jetzt bis Jahresende wieder täglich von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Ohne den ‘genesen/geimpft/getestet’-Nachweis kommt ihr in den Hofladen, zum Obst- und Gemüseverkauf, zum Bäcker, auf den Spielplatz”. Das ist doch einmal ein Angebot. Es bedeutet, dass man das weiträumige Gelände auch schon in Zeiten einiger verbliebener Einschränkungen wieder für einen Ausflug mit der ganzen Familie nutzen kann. Der wichtigste Hinweis dürfte dabei sein, dass auch der sogenannte Drive-In oder Walk-In, der zu “Spargelgerichten to-go” führt, ebenfalls zugänglich ist.
Die Einfahrt zur Spargelausgabe in Corona-Zeiten. Foto: Bungert
Die Einfahrt zur Spargelausgabe in Corona-Zeiten. Foto: Bungert
Man fährt mit dem Auto direkt an den Spargel Drive-In oder geht zu Fuß dorthin, gibt eine Bestellung auf und erhält ein komplettes Gericht. Das kann zu Hause, aber auch auf dem weiträumigen Parkplatzgelände verzehrt werden. Der Spargelhof bietet seinen Beelitzer Spargel mit Kartoffeln zu 13,95 Euro und eine Portion Spargel mit einem Schnitzel zu 17,95 Euro an. Für Kinder gibt es von Beidem die berühmte halbe Portion für 7,95 Euro. Wer davon nicht satt wird, bestellt am besten gleich den Apfelkrapfen mit Zimt und Zucker zu 4,50 Euro gleich mit. Natürlich kann man auf dem Gelände auch einen Bund frischen Spargel erstehen und in der heimischen Küche seine Phantasie spielen lassen. Alles in allem ein faires Preisangebot für die ganze Familie, das der Spargelhof da macht.
Wer sich einmal etwas ganz Besonderes gönnen will, kann stattdessen grünen Spargel in der Landeshauptstadt genießen. Dort im “Kochzimmer” Am Neuen Markt ist der Grüne Spargel mit Morcheln, garniert mit Taubnessel, Zitrone und Eigelb jedoch nur ein Teil eines sechs Gänge umfassenden Gemüse-Menüs. Und bei diesem ist nicht nur der Spargel-Gang ein Geschmackserlebnis für sich. Wem würde nicht das Wasser im Mund zusammen laufen, wenn ihm glasierter junger Kohlrabi mit Nussbutter, Kirsche und Estragon serviert würde, es anschließend Steinchampignon mit Fichte in Pastinakenmilch, Sauerklee und Radieschen gäbe und dieses Essen von raffinierten Mohrrüben mit Dattel und schließlich von warmer Brie de Meaux und Käse der Art Maitre Antony noch überboten würde?
Das Potsdamer "Kochzimmer" bietet Besonderes. Foto: Gartenschläger
Das Potsdamer "Kochzimmer" bietet Besonderes. Foto: Gartenschläger
Ein Alltagsessen ist die “Preußische Küche” in Potsdams zentral gelegenem Gourmet-Restaurant wirklich nicht. Und jede Woche könnten sich die meisten Menschen ein solches Festmahl wohl auch schwerlich leisten, denn natürlich muss man für dieses Dinner, das nur nach einer Reservierung im Internet möglich ist, schon ordentlich investieren. Dafür ist die Atmosphäre in dem Restaurant mit der preisgekrönten Küche außerordentlich entspannt - und Hausherr Jörg Frankenhäuser steht einem bei den Weingängen mit Empfehlungen und Ausführungen gerne zur Seite. Insgesamt handelt es sich beim Besuch des “Kochzimmers” um ein Küchenerlebnis, das für lange Zeit in Erinnerung bleibt. Genießer, die ihren brandenburgischen grünen Spargel auf eine Weise verzehren wollen, dass sie auch noch Monate danach von diesem Essen schwärmen, sind in dieser Lokalität im Herzen der City bestens aufgehoben.
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Tipps aus der Region

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Raus in den Garten

Foto: Imago
Foto: Imago
Wer kein Gewächshaus hat, kann für seine Tomaten auch einen Unterstand bauen. Dann sind die Pflanzen vor Regenfällen geschützt. Der Vorteil: Die Blätter bleiben trocken und Schadpilze wie Phytophthora können sich so weniger gut vermehren.
Gegossen werden die Nachtschattengewächse am besten morgens, damit die Blätter tagsüber gut abtrocknen können, falls doch Wasser darauf kommt. Wichtig ist zudem, die Pflanzen regelmäßig und durchdringend zu gießen - an heißen Sommertagen täglich. Gießt man unregelmäßig, besteht die Gefahr, dass die Früchte aufplatzen.
Einmal die Woche sollte man die Tomaten außerdem düngen. Werden die Blätter zwischen den Blattadern gelb, zeigt das einen Magnesiummangel. Dann kann man zum Gießwasser 25 Gramm Magnesiumsulfat pro Liter geben. Die Anwendung zwei bis dreimal etwa alle zwei Wochen wiederholen.
Mindestens einmal pro Woche sollte man Pflanzen ausgeizen, also die Triebe in den Blattachseln ausknipsen. Das fördert den Fruchtansatz. Auch alle Blätter in Bodennähe sollte man entfernen, bis zu einer Höhe von etwa 30 Zentimetern. So kann die Pflanze ihre ganze Kraft auf die Fruchtstände konzentrieren.
Die meisten Tomatensorten muss man abstützen. Kleinen Busch- und Wildtomaten reichen meist Bambusstäbe, andere Sorten brauchen lange Metallspiralen, die es in jedem Bau- oder Gartenmarkt gibt. Bevor Stützen aus dem vergangenen Jahr erneut zum Einsatz kommen, sollten diese mit heißem Essigwasser gereinigt werden. Auf diese Weise werden Pilzsporen und andere Krankheitserreger beseitigt.
Tomaten kann man mit Basilikum unterpflanzen. Beide Pflanzen passen nicht nur geschmacklich sehr gut zusammen, sie haben auch ähnliche Ansprüche. Und Basilikum würzt den Tomatensalat ganz köstlich.
Übrigens: Auch die MAZ gärtnert neuerdings. Wie es bisher läuft - Spoiler: es geht so - können Sie hier lesen.
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Fundstück der Woche

Tatsächlich nur ein Baum: die Schwedenlinde von Brielow. Foto: musicussi
Tatsächlich nur ein Baum: die Schwedenlinde von Brielow. Foto: musicussi
Wussten Sie dass die uralte Schwedenlinde in Brielow bei Brandenburg an der Havel seit 1880 von einer schweren Kette zusammengehalten wird, damit die beiden riesigen gespaltenen Baumteile nicht umfallen? Oder dass Eichhorst bei Groß Schönebeck (Barnim) seinem Namen tatsächlich der riesigen Stieleiche in der Ortschaft verdankt? Lars Franke versammelt in seinem 160 Seiten umspannenden Band “50 sagenhafte Naturdenkmale in Berlin und Brandenburg” lauter solcher Anekdoten, 50 an der Zahl, wie der Titel sagt.
Buchstäblich flächendeckend sind die einzelnen Punkte, die Franke in seinem Reiseführer der besonderen Art ansteuert. Es geht bei dieser Reise nicht nur durch das ganze Land Brandenburg, sondern auch nach Berlin Köpenick oder auf den Prenzlauer Berg. Franke sucht den Buchenurwald Grumsin zwischen Altkünkendorg und Angermünde ebenso auf wie die erst in den vergangenen Jahren von verschiedenen Bundesländern bei Schloss Ribbeck angepflanzten jungen Birnbäume. Zu allen Objekten weiß er Erstaunliches zu schildern, zum Beispiel dass das Wasser von Pintschens Quell in Byhlen bei Straupitz so gut war, dass es zum Brauen verwendet wurde.
Gemeinsam ist all den übers Land verteilten Objekten, die der Autor mit seinen kleinen Geschichten in einen größeren Zusammenhang einbettet, dass es nicht einfach mehr bloße Naturerscheinungen, sondern Dinge sind, die zu einem Teil der märkischen Kultur wurden und daher mit Recht Denkmalstatus genießen. Manchmal sind sie, wie der Cöthener Wasserfall oder eben der Birnengarten bei Schloss Ribbeck sowieso menschliche Schöpfungen. Aber selbst beim Urwald in Grumsin kommt letztlich die Kultur ins Spiel, hat doch die UNESCO erst 2011 dieses Stück Wald als Weltnaturerbe anerkannt.
Der Wasserfall im Cöthener Park. Foto: Grewe
Der Wasserfall im Cöthener Park. Foto: Grewe
Frankes im Steffen-Verlag erschienes Brevier erweist sich somit als origineller Reiseführer der anderen Art, der bisher weniger beachtete Details der märkischen Kulturgeschichte endlich einmal ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt und mit seinen geistreichen und witzigen Erzählungen auch ausgezeichnet zu unterhalten versteht. Dieses Fundstück der Reiseliteratur, das schon für knapp 15 Euro zu haben ist und eine Menge Bildmaterial enthält, sollte in der Reisetasche nicht fehlen, wenn es mal wieder raus aufs märkische Land geht.
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