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Brodowin++Quitten++Adventskranz-Basteln

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
wer in letzter Zeit unser Newsletter-Motto ernst genommen und sich am Wochenende mit Verwandten oder befreundetem Haushalt zum Spazierengehen verabredet hat, der weiß: Selbst auf den abgelegen gedachten Wanderwegen herrscht gerade - zumindest am Wochenende - dichtes Gedränge. Kein Wunder, ist das Flanieren an frischer Luft doch das einzige Gemeinschaftsvergnügen, das momentan möglich scheint. So kann es einem wie unlängst mir passieren, dass man selbst bei den mittlerweile winterlichen Temperaturen auf Picknicker trifft, die es sich mit Proviant und Decke auf feuchten Wiesen bequem machen, um die letzten Sonnenstrahlen aufzusaugen; oder - das ist die Variante für weniger Hartgesottene - auf Grüppchen, die sich mit einer Thermoskanne Punsch an einem selbst entfachten Lagerfeuer am Havelufer wärmen.
Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass unsere Ausflugstipps Sie an menschenleere Orte führen, schon alleine, weil mehrere tausend Menschen diesen Newsletter lesen. Aber bei unserer Empfehlung der Woche, dem Barnimer Dorf Brodowin und seiner Umgebung, gibt es immerhin drei Touren zur Auswahl, sodass Sie immer noch ausweichen können, wenn Ihnen eine Route zu voll erscheint. Sollte selbst das Ihnen zu riskant erscheinen, haben wir einen schönen Freizeittipp für Sie, der Frischluft und heimische Wohlfühlatmosphäre verbindet: Basteln Sie doch einmal Ihren Adventskranz selbst! Am Sonntag können Sie dann gleich schon die erste Kerze anzünden. Eine Anleitung zum Binden finden Sie weiter unten.
Und auch die Gourmets unter Ihnen sollen nicht zu kurz kommen: In dieser Ausgabe finden Sie nicht nur ein originelles regionales Produkt zum Verschenken oder selbst Verkosten, sondern auch ein köstliches Quittenrezept. Selbst wer Quitten nicht gerne isst, sollte die Früchte übrigens einmal als Aromaspender im Wohn- oder Badezimmer ausprobieren. In einen Korb gelegt, verbreiten sie im Raum schnell und anhaltend ihren Duft und ersetzen überzeugend aufwendige Potpourris, Diffuser oder Duftkerzen.
Ich wünsche Ihnen ein schönes erstes Adventswochenende - passen Sie auf sich auf!
Herzlich, Ihre
Maike Schultz
Stellvertretende Chefredakteurin
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Weihnachtsangebot: Zeit für Geschenke!
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Ausflug der Woche: Wandern in Brodowin

Das Dorf der sieben Seen. Hügelige Landschaft, viele schöne Wege durch Wälder, Felder, Sümpfe. Mehrere Gaststätten, Einkaufsmöglichkeiten und Ferienunterkünfte, zwei Imker, Badestelle, Keramikladen, Bücherbox, ein Fischer, Jäger, ja sogar ein Storchennest – und mit dem Kloster Chorin ein eindrucksvolles Kulturerlebnis vor der Tür: In Brodowin lässt es sich selbst für Menschen ohne Auto angenehm verweilen.
Es ist nicht allein die ungewöhnlich gute Infrastruktur, die den 440-Seelen-Ort im Landkreis Barnim besonders macht: Das Dorf, Teil des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin, ist eingebettet in das größte zusammenhängende Ökolandbaugebiet Deutschlands.
Größter Bio-Landwirtschaftsbetrieb der Region ist die Ökodorf Brodowin GmbH, die den Hofladen in Brodowin betreibt, der alles Notwendige vom Brot bis zur Zahnpasta führt – in Bio-Qualität, versteht sich. Ausschließlich eigene Produkte gibt es im Hofladen des kleinen Familienbetriebs Schwalbennest im nahen Pehlitz: Ziegenkäse, Quark und Joghurt aus eigener Herstellung, selbst gebackenen Kuchen, Kartoffeln, Kräuter und all die essbaren Schätze, die die fruchtbare Demeter-Erde gerade hergibt. 
Am Schwalbennest-Hof vorbei geht es weiter zur Halbinsel Pehlitzwerder, wo man die kläglichen Überreste des Klosters Mariensee und den uralten Baumbestand erkunden kann. Die einstige Wildromantik dieses Ortes ist allerdings zumindest auf dem beliebten Campingplatz nur noch zu erahnen.
Das aus wenigen Häusern bestehende Pehlitz liegt auf der sogenannten Rummelsberg-Tour, die auch auf den Kleinen Rummelsberg geleitet. Dort gedeihen seltene Pflanzen und es eröffnet sich ein prächtiges Panorama über die Hügel und Seen. Verlaufen kann man sich nicht, solang man der Markierung folgt: dem Schmetterling, einem Schwalbenschwanz, auf orangem Grund. 
Erst im vorigen Jahr ist das Besucherleitsystem mit mehreren ausgewiesenen „tierischen“ Routen rund um Brodowin eingerichtet worden. Es weist dem Wanderer nicht nur den rechten Weg, sondern gibt auf Tafeln Erklärungen zu dem Flecken Erde, der ihn gerade trägt. So kann auch der Kopf in diesen betörenden Naturraum eintauchen, der Deutschlands ältestes Naturschutzgebiet einschließt, das Plagefenn
Für eine größere Darstellung klicken Sie bitte auf die Karte.
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Mehr noch: Es sind auf allen ausgewiesenen Wegen kleine literarische Kostbarkeiten verstreut – von Reimar Gilsenbach, dem Brodowiner Schriftsteller und Umweltschützer, bis Christian Morgenstern („Ich habe heute ein paar Blumen für Dich nicht gepflückt, um Dir ihr Leben zu schenken“). Manchem Besucher und Einheimischem jedoch tut weh, dass die Tafeln mitunter auf imposanten Findlingen befestigt sind, die man sich unberührt gewünscht hätte. 
Das Besucherleitsystem wird vermutlich für weitere Touristen sorgen, die hoffentlich anderes im Ort zurücklassen als nur ihren Müll. Falls Sie jetzt Lust bekommen, es selbst zu erkunden: Unter oekodorfverein-brodowin.de steht die kostenlose Broschüre „Wandern rund um Brodowin“ als PDF zum Download bereit. Text und Fotos: Maria Kröhnke
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Brandenburg für Genießer

Neulich bin ich durch Zufall an ein paar köstliche Quitten geraten. Eine Freundin nutzte die leuchtend gelben Früchte als hübsche, herbstliche Tischdekoration - aufgefallen sind sie mir aber zuerst durch ihren betörenden Duft. Die Quitten rochen blumig-zitronig (was sich angeblich noch verstärkt, wenn man sie auf die Heizung legt) und so auch irgendwie nach Sommer - obwohl sie klassische Herbstfrüchte sind.
Reife Exemplare der “Cydonia Oblonga”, so der wissenschaftliche Name, bekommt man von Oktober bis November. Wichtig ist, dass man nur Quitten einsammelt, die bereits auf dem Boden liegen. Denn nur die wirklich reifen Früchte verströmen den besten Duft. Sie sollten aber keine weichen Stellen haben, denn dann verkommen die Quitten im warmen Raum sehr schnell. Ich durfte ein paar Früchte meiner Freundin mit nach Hause nehmen, um sie zu einem Dessert zu verarbeiten.
Zum Rohverzehr eignen sie sich nicht, da sich ihr voller Geschmack erst nach dem Kochen oder Backen entfaltet (im rohen Zustand schmecken sie eher bitter) und ihre Schale ist sehr hart. Zuerst sollte der pelzige Flaum abgerieben werden. Das geht in der Regel gut mit einem Tuch. Bekannt ist die Quitte vor allem als Gelee, aber das ist nicht nur recht aufwändig herzustellen, sondern wird ihrem Aroma auch nicht ausreichend gerecht.
Es erinnert an Apfel und Birne, aber schmeckt irgendwie herber und nicht so süß. Der britische Koch Nigel Slater schreibt in seinem Buch “Tender. Obst - Vom Apfel bis zur Weintraube” (Dumont): “Die Quitte ist eine Frucht, die, sobald sie gekocht wird, eine unvergleichliche Subtilität aufweist, die leise Anklänge an Honig und Rosen erahnen lässt.” 
Slater empfiehlt ein ganz wunderbares Rezept: Erstens ist es schnell und einfach gemacht, zweitens schmeckt es himmlisch, und drittens ist es nahezu gesund. Quitten nämlich stecken voller Vitamin C und wichtiger Mineralstoffe und können in dunklen Jahreszeiten wertvolles Rüstzeug für das Immunsystem liefern. 
Gebackene Quitten mit Ingwer-Knuspercreme
Zutaten:
  • 4 Quitten
  • 3 Orangen
  • 1 Zimtstange
  • 1 Vanilleschote
  • 75 Gramm Ingwerkekse (alternativ gehen auch Butterkekse und gemahlenes Ingwerpulver)
  • 200 Gramm Mascarpone
Zubereitung: Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Die Quitten in eine tiefe Auflaufform legen und mit einem kleinen Messer an mehreren Stellen einstechen. Die Orangen halbieren und auspressen, den Saft mit der Zimtstange und der eingeritzten Vanilleschote in die Auflaufform geben und abdecken. Etwa eine Stunde backen bis die Haut der Quitten sich kräuselt und sich das Fruchtfleisch leicht mit der Messerspitze durchstechen lässt. Für die Ingwer-Knuspercreme die Kekse zerkleinern und unter die zuvor mit etwas Milch verdünnte Mascarpone mischen. Die Quitten herausnehmen, auf kleine Teller legen und mit ihrem Saft und der Creme servieren. Alternativ passt auch Zimteis dazu.
MAZ-Tipp: Pflanzen Sie im Garten, sofern Sie einen haben, einen Quittenbaum! Durch ihren markanten, eher strauchartigen Wuchs bleiben die Bäume eher klein - perfekt für ebenso kleine Gärten. Ihre harten, dunkelgrünen Blätter, die dunkle, gepunktete Rinde und ihre duftenden, weiß-rosa Blüten machen sie auch in den Sommermonaten attraktiv. Der Quittenbaum ist außerdem sehr robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Auch an den Standort stellt die Quitte keine besonderen Ansprüche.
Schon vor 6000 Jahren sollen Quitten angebaut worden sein - sie gehören damit wohl zu den ältesten wildwachsenden Früchten. “Die Quitte war im alten Griechenland die heilige Frucht der Aphrodite und stand für Fruchtbarkeit und ein langes Leben”, sagt Thea Carlin, Chefgärtnerin der Königlichen Gartenakademie in Berlin.
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Raus in den Garten

Ab Sonntag heißt es wieder: Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Und das auf einem Adventskranz. Den kann man mit wenig Aufwand selbst binden. Das Material kommt – bis auf wenige Ausnahmen – aus dem Garten. Kern eines jeden Adventskranzes ist ein ringförmiges Gerüst. Für einen Rohling eignen sich frische, weiche, lange Ranken wie Hopfen, Efeu oder Wein, aber auch Hartriegelarten, Weide oder Birkenreisig sehr gut. Auch Zweige von Apfelbäumen, Schlehen oder Ginster und hohe Gräser kommen infrage.
Je länger und biegsamer die Triebe sind, umso leichter lassen sie sich formen. Wer Sorge hat, dass sein Kranz eher oval als rund wird, kann eine Tortenform oder einen Eimer als Schablone benutzen. Darum einige Äste legen und mit Draht zusammenbinden. Alternativ gibt es im Bastelgeschäft vorgefertigte Ringe aus Stahl, Styropor oder Stroh.
Ein Grundgerüst aus Zweigen kann schon als Kranz dienen und braucht nicht unbedingt einen Mantel aus weiteren Zweigen. Sonst kommt nun ein grünes Gewand um das runde Modell: Unter den Nadelgehölzen sind Nordmanntanne und Scheinzypresse ideal. Die Zweige der Fichte vertrocknen schnell, die der Blaufichte sind sehr stachelig. Sehr dekorativ sind die Zweige von Buchs, Efeu und Salbei. Je kleiner der Kranz ist, umso kleiner müssen die Zweige sein. Sie kommen von außen nach innen an den Kranz – die größeren nach außen.
Zum Binden verwenden Kreative grün ummantelten oder blau geglühten Draht. Ist eine Zweigschicht angebracht, kommt die nächste schuppenförmig darüber, so dass der Draht nicht mehr zu sehen ist. Zur Dekoration findet beinahe alles Verwendung, was der Garten bietet. Nur bei Beeren ist etwas Vorsicht geboten. Zumindest auf die hochgiftigen Eiben- und Ilexbeeren sollten Familien mit kleinen Kindern vorsichtshalber verzichten. Nüsse, Eicheln oder Kastanien werden auf einen dicken, kurzen Draht gespießt oder mit Heißkleber am Kranz fixiert. Bei trockenen Zapfen lässt sich zwischen den Schuppen eine Schlaufe aus Draht verstecken.
Blüten von Hortensien, Samenstände von Zierlauch oder Rotem Sonnenhut, Beeren von Sand- oder Feuerdorn sollten Bastler vorbehandeln. Sinnvoll ist, sie dann zu ernten, wenn sie am schönsten sind und im Schuppen kopfüber, auf einem Sieb oder auf Zeitungspapier zu trocknen. Wer erst im Spätherbst erntet, muss sie schnell trocknen lassen. Wenig geeignet sind die Beeren von Liguster und große Hagebutten. Sie werden schnell matschig. Kleine Hagebutten von Ramblerrosen machen sich besser.
Gelten als besonders nachhaltig: Bienenwachskerzen. Foto: Unsplash
Gelten als besonders nachhaltig: Bienenwachskerzen. Foto: Unsplash
Haarspray gibt Beeren und Co. Glanz und schützt vor raschem Verfall. Die grünen Zweige sollten aber nicht besprüht werden. Beeren und andere kleinteilige Verzierungen kommen am besten zu Sträußchen gebunden an den Kranz. Aus Moos lassen sich Kugeln formen und mit Draht oder Stroh umwickeln. Rindenstücke und Früchte wie Zieräpfel werden mit Zahnstochern oder Schaschlikspießen befestigt. Sogar frisches Grün oder gar Blumen finden ihren Platz auf dem Kranz. Dafür werden kleine Reagenzgläser zwischen die Äste gesteckt. Die Krönung sind die Kerzen. Sie sollten auf Haltern stehen, die mit einem langen Dorn im Kranz stecken.
Übrigens: Je nachdem, welche Rohstoffe Hersteller für die Wachslichter verwenden, sind diese mehr oder weniger nachhaltig. Meist bestehen sie aus Paraffin oder aus Palmöl gewonnenem Stearin, doch die Deutsche Umwelthilfe attestiert beiden eine schlechte Klimabilanz. Am ehesten zu empfehlen sind demnach Bienenwachskerzen – am besten aus einer Bioimkerei. Doch auch hier lohnt sich genaues Hinschauen. Der Begriff „Bio“ ist in Deutschland nur bei Lebensmitteln gesetzlich geschützt. Für Kosmetika oder Kerzen gilt: Jeder kann seine Produkte so deklarieren. Im Zweifel sollte man immer beim Händler nachfragen, welche wie zertifizierten Rohstoffe in der Kerze enthalten sind.
Weitere DIY-Ideen für eine gemütliche Winterbeleuchtung mit Kerzen finden Sie hier.
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Fundstück der Woche

Unter dem Namen Drink Syndikat kreieren die beiden Berliner Jens Hoffmann und Erik Pfauth seit 2014 Cocktail-Kits für zuhause – dafür kooperieren sie regelmäßig mit namhaften Bartendern und unabhängigen Herstellern. Aus dem gebündelten Wissen der letzten Jahre ist nun die Idee für ein erstes eigenes Produkt entstanden. Eine Spirituose, die es so noch nicht gibt und die perfekt zum nahen Advent passt - inspiriert durch den besonderen Zauber des Kekse-Backens. „Wir waren auf der Suche nach der perfekten Dessert-Spirituose und haben uns an den besonderen Duft erinnert, wenn in der Vorweihnachtszeit die Plätzchen in den Ofen geschoben werden. Diese Aromen wollten wir einfangen.“
Die Basis ihres „Cookie Dough Rum“ bilden zwei 8- und 14-jährige Premium-Rums aus Barbados und Panama, die in amerikanischen Eichenholzfässern reiften. Seinen besonderen aromatischen Twist erhält der Blend durch die Zugabe von handgefertigtem Karamell, echter Vanilleschote und einem Destillat von frischem Keksteig. Letzteres sorgt für eine cremig-teigige Geschmacksnote, wie man sie sonst nur vom Naschen aus der Küche kennt.
Das Ergebnis ist eine harmonische, charaktervolle Spirituose mit 40 Volumenprozent Alkohol, die zart nach frischem Teig, Vanille und Kakaobohnen duftet. Der für viele Jahre unter der karibischen Sonne gereifte Rum sorgt für Würze, Komplexität und einen warmen, weichen Abgang. Erik und Jens empfehlen ihren „Cookie Dough Rum“ zum Pur-Genuss, als süßen Abschluss eines Abendessens. Genauso gut eignet er sich als Begleitung zum Espresso, zum persönlichen Lieblings-Dessert und in einem After-Dinner-Cocktail wie dem Klassiker “Old Fashioned” - oder einfach für alle, die noch nach einem passenden regionalen Weihnachtsgeschenk für Naschkatzen suchen.
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