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Birnen in Ribbeck++Wurst aus Wiesenburg++Königs Wusterhausen vom Wasser entdecken

MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
als Kind fand ich immer, dass Eltern und Großeltern maßlos übertreiben, wenn sie sich darüber beklagten, wie schnell die Zeit vergeht. Da waren mir manchmal sogar die Sommerferien zu lang. Verrückt, ich weiß. Inzwischen weiß ich es besser - und dass die Verwandten natürlich recht hatten.
Kaum hat das Jahr begonnen, starten wir heute - ja, es ist schon der 1. Juli - bereits in die zweite Jahreshälfte. Die Pandemie-Lage gibt Hoffnung, dass wir besseren Zeiten mit immer mehr Bewegungsfreiheit entgegengehen. Sie haben vielleicht endlich wieder einen Urlaub gebucht, der nicht nur “Raus aufs Land”, sondern sogar “Raus aus dem Land” führt. Das fühlt sich nach Normalität an - wunderbar!
Dass Vorsicht weiter geboten ist, die Delta-Variante des Coronavirus auch bei uns jederzeit die Lage wieder verschärfen kann - Sie wissen das längst. Deshalb wollen wir mit unserem Newsletter weiter dafür sorgen, dass es Ihnen auch zu Hause nicht langweilig wird.
Heute entführen wir Sie nach Ribbeck im Havelland. Vermutlich löst allein der Ortsname bei Ihnen Erinnerungen an die (viel zu langsam vergehende) Schulzeit aus. Das Gedicht “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland” von Theodor Fontane und den berühmten Birnbaum - wer kennt sie nicht? Tatsächlich spielen Birnen in dem Nauener Ortsteil auch heute noch eine wichtige Rolle und er ist zudem ein toller Ausgangspunkt für eine Wanderung zum Groß Behnitzer See.
Außerdem geht es wie immer in den Garten und wir haben - auch wenn unser MAZ-Radtour-Experte Lars Sittig in der Sommerpause ist - ein tolles Fundstück der Woche für die Radtour-Liebhaber unter Ihnen. So viel sei verraten: Für jeden Geschmack ist garantiert etwas dabei!
Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche bis zur nächsten Ausgabe von “Raus aufs Land”.
Ihre
Stephanie Philipp
Leiterin Audience & Content Development
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Ausflug der Woche: Schloss Ribbeck und Groß Behnitzer See

Schloss Ribbeck ist eines der Highlights der Wanderung. Foto: Jürgen Ohlwein
Schloss Ribbeck ist eines der Highlights der Wanderung. Foto: Jürgen Ohlwein
Heute geht es um die Birne, liebe Leserinnen und Leser, wir entführen Sie ins Havelland zum Schloss Ribbeck, das heute als Kultur- und Tourismuszentrum zu Veranstaltungen einlädt. Seit 2009 erstrahlt das im neobarocken Stil errichtete Ensemble wieder im ursprünglichen Glanz.
Mit diesem könnte es Brandenburgs wohl berühmtesten Dichter, Theodor Fontane, zweifellos zu seinem Gedicht “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland” inspiriert haben - allerdings ist ein Aufenthalt Fontanes im Ort nicht nachgewiesen. Man muss also davon ausgehen, dass er selbst nie dort war. Gleichwohl hat er dem Nauener Ortsteil Ribbeck und seinen Birnbäumen mit seinem Werk ein Denkmal gesetzt.
Per Klick aufs Bild geht es zur Wanderung beim Tourenanbieter Komoot.
Per Klick aufs Bild geht es zur Wanderung beim Tourenanbieter Komoot.
Aber von vorn: Unsere rund 15 Kilometer lange Wanderung - ein Rundkurs - beginnt am Schloss Ribbeck, wo es auch Parkmöglichkeiten gibt. Sie erreichen unseren Startpunkt mit dem Auto über die Bundesstraße 5. Wenn Sie über die A10 anreisen, wechseln Sie am Kreuz Spandau auf die B5 in Richtung Nauen.
Vom Schloss aus geht es zunächst - wie passend - die Theodor-Fontane-Straße entlang und dann weiter auf die Straße Zur Meierei, die in einen Waldweg übergeht, dem wir immer geradeaus (einmal gleich am Anfang an einer Gabelung rechts halten) folgen. Er führt uns zur Brücke über die ICE-Trasse, die einen tollen Ausblick und mit Glück Zug-Entertainment bietet.
Von dort aus machen wir uns auf den Weg zum Groß Behnitzer See. Dazu folgen wir dem Waldweg immer weiter geradeaus, bis wir ans nördliche Ufer des Gewässers gelangen (dort rechts abbiegen, um direkt ans Wasser zu kommen). Wir empfehlen eine kleine Wanderung am Ufer entlang bis auf die andere Seite - es ist nur ein kurzer Umweg - , bevor es an der Sumpflandschaft Groß Behnitzer See entlang auf den Rückweg geht.
Der Groß Behnitzer See ist auf halber Strecke erreicht. Foto: Petra Heinrich
Der Groß Behnitzer See ist auf halber Strecke erreicht. Foto: Petra Heinrich
Wir queren erneut die ICE-Strecke, halten uns dann rechts und biegen nach etwa 500 Metern links in einen Waldweg ein, dem wir bis zurück nach Ribbeck folgen.
MAZ-Tipp: Vor oder nach der Wanderung - oder auch einfach so - Ribbeck erkunden. Im Birnenpark sind 23 Birnbäume mit 14 Sorten zu bewundern. Nebenan, in der Alten Brennerei, produziert ein Nachfahre des einstigen Gutsherrn edlen Birnenessig. Und was wäre ein Ausflug nach Ribbeck, ohne ein Stück der sagenhaften Birnentorte im Alten Waschhaus probiert zu haben? Auch die Kirche ist sehenswert.
Und dann ist da natürlich noch der eine, sehr besondere Birnbaum, der die Hauptrolle in Fontanes berühmtem Gedicht spielt. Das Original wurde zwar schon vor mehr als 100 Jahren Opfer eines Sturms (der Stumpf ist bis heute in der Dorfkirche zu sehen), aber neben der Kirche wurde ein neuer Birnbaum gepflanzt. Mehr “Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland” geht kaum.
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Brandenburg für Genießer

Martin Bassüner. und Vater Fritz verarbeiten Wild. Unter anderem entsteht die Klepziger Schlanke. Foto: René Gaffron
Martin Bassüner. und Vater Fritz verarbeiten Wild. Unter anderem entsteht die Klepziger Schlanke. Foto: René Gaffron
Haben Sie schon einmal von Klepzig gehört? Der Ortsteil der Gemeinde Wiesenburg in Potsdam-Mittelmark hat kaum 120 Einwohner, aber eine eigene Wurst - die Klepziger Schlanke. „Bei der Kreation haben wir gedacht, dass sie wie der Ort weder dick noch auffällig daher kommen muss. Sie wird beim Genuss überzeugen“, erzählt Martin Bassüner.
Vor zwei Jahren hat er zusammen mit seinem Vater Fritz das Geschäft „Wild-Gourmet Hoher Fläming“ im äußersten Südwestzipfel des Kreises Potsdam-Mittelmark etabliert. Für den 45-Jährigen erfüllt sich damit ein Traum. Denn der aus Bad Belzig stammende, gelernte Forstwirt ist nicht nur leidenschaftlicher Waidmann, der bis Anfang 2020 an der Spitze des Kreisjagdverbandes Belzig stand. Sondern auch begeisterter Hobbykoch.
„Fleisch- und Wurstherstellung sind traditionelles Handwerk, bei dem es neben dem Talent auch viel Herzblut braucht“, sagt Martin Bassüner. Das legt der Unternehmer im Klepziger Hofladen an den Tag, so dass zu den Öffnungszeiten – jeweils am Freitag und Sonnabend – zumindest keine Schnellabfertigung erfolgt.
In Theorie und Praxis steht ihm Vater Fritz zur Seite. Der 93-Jährige begibt sich mitunter sogar ebenfalls auf die Pirsch und freut sich dann auf ein mit Kräuterbutter, Schwarzbier oder Jägersoße mariniertes Filet.
Das essbare Souvenir aus Klepzig wird schon viel nachgefragt. 25 bis 30 Zentimeter lang und daumendick ist die Klepziger Schlanke. Die über Buchenholz geräucherte, kleine Salami aus Reh-, Dam- und Schwarzwildfleisch wird mit einer Kräutermischung und etwas mehr Senfkörnern perfekt. René Gaffron
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Raus in den Garten

Thymian liebt es sonnig und warm. Foto: Imago
Thymian liebt es sonnig und warm. Foto: Imago
Thymian gehört zu den bekanntesten mediterranen Gartenkräutern. Er verleiht Suppen, Salaten, Gemüse, aber auch Fleisch- und Fischgerichten den richtigen Pfiff. Als Tee wird er bei Husten oder anderen Atemwegserkrankungen geschätzt.
Die Pflanzen lassen sich sowohl im Topf, als auch im Beet kultivieren. Ideal ist ein Platz in der Kräuterspirale. Aber, egal, wo der Thymian wächst, in jedem Fall sollte er einen vollsonnigen warmen Standort erhalten und auf mageren, trockenen Böden stehen.
Thymian trocknet schnell, wenn man ihn büschelweise aufhängt. Foto: Imago
Thymian trocknet schnell, wenn man ihn büschelweise aufhängt. Foto: Imago
Bei der Ernte sollte man darauf achten, nur die frischen Triebe samt Samenständen zu entnehmen - und nicht ins alte Holz zu schneiden. Das Erntegut büschelweise aufhängen oder locker auf einem Tablett verteilen und an einen trockenen Ort legen. Nach etwa einer Woche sind die Triebe gut durchgetrocknet. Dann kann man die Blättchen abzupfen, in ein verschraubbares Glas füllen und an einem dunklen, kühlen Ort lagern.
Die Pflanze bildet nach kurzer Zeit neue Triebe - diese lassen sich regelmäßig ernten. Der Gehalt an ätherischen Ölen ist bei Thymian zwar vor seiner Blüte am höchsten. Doch auch danach ist die Ernte möglich.
Die unzähligen Blüten sehen nicht nur schön aus. Sie sind für nektarsuchende Insekten wie Schmetterlinge auch eine wertvolle Nahrungsquelle und als Nektarspender ein Bienenmagnet im heimischen Kräuterbeet. 
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Fundstück der Woche

Ein Blick aufs Profil von wecyclebrandenburg - per Klick aufs Bild geht es direkt zum Instagram-Account.
Ein Blick aufs Profil von wecyclebrandenburg - per Klick aufs Bild geht es direkt zum Instagram-Account.
MAZ-Fahrradkolumnist Lars Sittig hat sich in die Sommerpause verabschiedet (keine Sorge, schon ganz bald geht er wieder auf Tour und berichtet darüber), dennoch wollen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, nicht ohne Fahrrad-Tipps in den Sommerurlaub schicken.
Inspiration - inhaltlich detailliert und mit tollen Fotos illustriert - liefert das Instagram-Profil “wecyclebrandenburg. Der Account gehört zur gleichnamigen Webseite, die zahlreiche Touren durch das Land Brandenburg vorstellt und “Radausflüge für Stadtflüchter” anbietet - auch begleitet. “Die Touren sind etwas für Genießer. Sie lassen viel Raum und Zeit, verlassene Gebäude, blühende Felder und die Tiere an den Ufern der vielen Seen kennenzulernen”, heißt es auf der Internetseite, hinter der sich Dani aus Berlin verbirgt, wie es heißt.
Ruppiner Seenland, Oberhavel, Spreewald, Fläming oder doch lieber die Uckermark - die Touren führen in so ziemlich alle Teile des Landes Brandenburg und manchmal auch darüber hinaus. Karten zeigen den genauen Verlauf, Fotos illustrieren, was es auf dem Weg und drum herum zu entdecken gibt. Reinschauen lohnt sich!
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