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Liebe Leserinnen, liebe Leser, heute beginnen in Brandenburg offiziell die Sommerferien - sechs lang
MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land
MAZ Raus aufs Land
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute beginnen in Brandenburg offiziell die Sommerferien - sechs lange Wochen ohne Schulstress und frühes Aufstehen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie diese Zeit sich anfühlte, als sie einem selbstverständlich zur Verfügung stand - irgendwann übernahm die Langeweile das Kommando und die Sehnsucht nach den unterschiedlich verreisten Freunden überlagerte die Freude über so viel Freizeit. Heute sind sechs Wochen ein Jahresurlaub, den man nicht am Stück nimmt. Langeweile ist ein Fremdwort geworden, und Sehnsucht weckt vor allem die Vorstellung einer wochenlangen Sommerfrische, in der man auch mal tagelang keine Verabredungen hat. So verändern sich die Bedürfnisse im Laufe der Zeit.

Wenn Sie jetzt Urlaub haben sollten, ihn wie so viele in diesem besonderen Jahr in heimischen Gefilden verbringen und sich tatsächlich etwas vornehmen wollen, empfehle ich Ihnen einen der Ausflüge aus unseren Ferientipps - oder ganz einfach einen Abstecher zu einem der vielen Seen, die Brandenburg zu bieten hat. Eine Übersicht der schönsten Badestellen finden Sie in unserem großen MAZ-Seen-Check. Eine Erfrischung im kühlen Nass nach einer Runde mit dem SUP-Board ist auch mein Plan fürs Wochenende, denn es wird ordentlich heiß in der Region.

Wussten Sie übrigens, dass auch bei Sommerwetter Suppen ideal sind? Kalte Speisen kühlen den Organismus ab – und darunter leidet die Verdauung. Zumindest, wenn es nach der Ernährungslehre der Traditionellen Chinesischen Medizin geht. Ich werde mich an der Spargelsuppe versuchen, die der Potsdamer Spitzenkoch Christopher Wecker für die MAZ-Leser kreiert hat, denn die Saison des “Weißen Goldes” endet offiziell in dieser Woche. Weckers Rezept finden Sie in diesem Newsletter - genau wie einen Tipp für den passenden Weißwein dazu, natürlich aus Brandenburg.

Genießen Sie die Sommerfrische - und nichts wie raus aufs Land!
Herzliche Grüße
Ihre
Maike Schultz
Stellvertretende Chefredakteurin

Ausflug der Woche: Tiergarten-Wanderung

Foto: Tourismusverband Dahme-Seenland
Foto: Tourismusverband Dahme-Seenland
Unsere Wanderung beginnt und endet am Bahnhof Königs Wusterhausen und führt über den Kirchsteig nach Neue Mühle in Richtung „Klein Venedig“. Dieses Kleinod kann übrigens ebenso über einen markierten Wanderweg erkundet werden. Der teilweise als Naturlehrpfad ausgeführte Rundwanderweg verläuft durch den namensgebenden Tiergarten, der früher von Friedrich Wilhelm I. als Jagdrevier genutzt wurde. Die im Waldgebiet stehenden, über 250 Jahre alten Eichen sind wahrscheinlich die letzten Zeugen aus dieser Zeit.  
Der Weg führt größtenteils am Ufer von Staabe und Krimmnicksee auf gut begehbaren Waldwegen entlang. Besonders erwähnenswert ist die idyllische Landzunge „Husareneck“ welche die beiden Gewässer trennt. Der Legende nach konnte hier ein Husar während der napoleonischen Feldzüge sein Leben retten, indem er von der Halbinsel auf das gegenüberliegende Ufer schwamm.  
Foto: Tourismusverband Dahme-Seenland
Foto: Tourismusverband Dahme-Seenland
Ein ganz besonderer Blickfang sind die durch Kettensägenschnitzer geschaffenen Holzskulpturen, welche den Wanderer in regelmäßigen Abständen begrüßen. Nach der Einweihung zweier weiterer Skulpturen im August 2019 können nun immerhin 10 Werke auf dem rund 7 Kilometer langen Rundweg bestaunt werden. An jeder Figur steht zusätzlich eine Tafel, auf welcher Informationen zur jeweiligen für die Region typischen Skulptur nachgelesen werden können. 
Die Wanderung durch den Tiergarten ist zu jeder Jahreszeit interessant und gerade durch die Abwechslung empfehlenswert. Und nicht nur das – wieder in Königs Wusterhausen angekommen, kann sich der Wanderer in einem der zahlreichen Gaststätten oder Cafés stärken. Oder einen weiteren der über 100 km markierten Wanderwege in und um Königs Wusterhausen unter die Füße nehmen.
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Radtour der Woche: Prignitz

Lars Sittig erkundet Brandenburg am liebsten im Sattel.
Lars Sittig erkundet Brandenburg am liebsten im Sattel.
Hinaus in den hohen Norden des Landes Brandenburg: Das berühmte Storchendorf Rühstädt ist der erste Zwischenstopp auf unserer rund 50 Kilometer langen Landpartie durch die Westprignitz. Die Strecke führt vom Bahnhof Bad Wilsnack über einen lokalen, asphaltierten Rundradweg nach Rühstädt, von dort geht es auf dem Elberadweg nach Wittenberge (auf einem Teilstück hinter Bälow und kurz vor Wittenberge weicht er auf eine mäßig befahrene Landstraße aus). Beim Rückweg geht es auf diesem Straßen-Teilstück über Garsedow, Lütjenheide, Berghöfe und Klein Lüben auf schwach befahrenen Nebenstraßen zurück zum Bahnhof Bad Wilsnack. 
Rühstädt gilt als europäischer Storchen-Hotspot. Foto: dpa
Rühstädt gilt als europäischer Storchen-Hotspot. Foto: dpa
Wir rollen auf der Deichkrone durch die Idylle. Auf den Elbauen – offiziell: im UNESCO Bioshären-Reservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg – ist das Gras saftiger und grüner als anderswo. Der Wittenberger Uhrenturm taucht am Horizont auf, die Ziffernblätter sind so groß, dass man das Gefühl hat, die Zeit würde stehenbleiben, wenn die Uhr mal kaputt sein sollte. Der größte freistehende Uhrenturm auf dem europäischen Festland soll 5000 Tonnen wiegen, 210.000 Mauersteine wurden angeblich verbaut: Mehr als genug, um den inoffiziellen Titel brandenburgischer Big Ben zu führen.
Wir erreichen die imposanten Elbbrücken. Der Hafen verströmt maritimes Flair, es gibt viel zu entdecken hier am Grenzfluss: In der Mitte des Stromes beginnt schon Sachsen-Anhalt, auch Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern sind nur wenige Kilometer entfernt. Der Alltagsstress löst sich auf im Elbwasser und wird weggespült.

Start und Ziel: Der Bahnhof in Bad Wilsnack.
Für eine detailliertere Ansicht klicken Sie auf die Karte.
Für eine detailliertere Ansicht klicken Sie auf die Karte.
Länge: 30 Kilometer (bis zum Bahnhof Wittenberge, Fahrtzeit gut zwei Stunden) oder in der langen Version 50 Kilometer (Rundkurs Bad Wilsnack, 3,5 Stunden). Auf einigen Teilstücken muss man auf mäßig befahrenen Landstraßen radeln. Die Tour ist, wenn man sich etwas mehr Zeit nimmt, auch für ältere Menschen und Kinder geeignet.
Highlights: Wenn im Storchendorf Rühstädt die Horste besetzt sind, sorgt das Klappern der Schnäbel für ein besonderes Naturerlebnis - außerdem gibt es hier einen imposanten Mammutbaum samt Schlosspark zu entdecken. Auch die gewaltige Wunderblutkirche in Bad Wilsnack und die Sandstrände an der Elbe machen den Charme dieser abwechslungsreichen Tour aus.
Fast wie am Meer: Ein Sandstrand an der Elbe. Foto: Lars Sittig
Fast wie am Meer: Ein Sandstrand an der Elbe. Foto: Lars Sittig
MAZ-Tipp: Eine Übernachtung in der Region buchen und ein Wochenende in der Prignitz verbringen. Es gibt hier so viel zu entdecken - auch abseits der Radroute.

Noch mehr Fotos und eine ausführlichere Beschreibung der Route gibt es hier.
Im Video stellt Lars Sittig die Radtour durch die Prignitz vor.
Im Video stellt Lars Sittig die Radtour durch die Prignitz vor.
Sie brauchen die GPX-Daten der Strecke? Ab sofort finden Sie diese kostenlos in unserem MAZ-Profil auf Komoot. Die Macher der Navigations-App für Wanderer und Radfahrer kommen aus Potsdam und haben ein besonderes Angebot für die Leser von “Raus aufs Land”: Mit dem Code MAZONLINE20 erhalten Sie dort kostenlos eine ganze Region Ihrer Wahl im Wert von 8,99 Euro. Melden Sie sich einfach unter www.komoot.de/g an und geben Sie den Gutscheincode ein (funktioniert nur für neu registrierte Nutzer).
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Brandenburg für Genießer

Traditionell ist seit dem gestrigen Johannistag Schluss mit frischem Spargel. Jährlich am 24. Juni werden die letzten Stangen gestochen, damit der Spargel Zeit hat durchzuwachsen, einen grünen Busch zu bilden und genug Kraft fürs nächste Jahr zu sammeln - alle Spargel-Fans sollten die letzte Chance also nutzen und in dieser Woche noch einmal ordentlich zuschlagen.
Genießen Sie ihn doch ein letztes Mal in der flüssigen Variante - da macht es dann auch nichts, wenn er nicht mehr schön aussieht oder Spargelbruch verwendet wird. Wir empfehlen das Spargelsuppen-Rezept, das der Potsdamer Spitzenkoch Christopher Wecker aus der Villa Kellermann für unsere Leser verraten hat.
Foto: Christopher Wecker
Foto: Christopher Wecker

Für ca. 1 Liter Suppe werden die Spargelschalen und Endstücken von 500 g weißem Spargel für ca. 1 Stunde in ca. 1 Liter Wasser mit einer guten Prise Salz und Zucker ausgekocht. Den Spargelfond durch ein Sieb geben, abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen bis er richtig kalt ist.
Für die Mehlschwitze 40 g Butter mit 1 TL Zwiebelwürfeln in einem Topf anschwitzen und unter ständigem Rühren mit 40 g Mehl bestäuben. Anschließend nach und nach den Liter kalten Spargelfond in den Topf laufen lassen und ca. 5 min köcheln lassen bis die Suppe eine cremige Konsistenz hat.
150 ml Sahne dazu geben und mit Salz, Zucker, Weißwein, weißem Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Eine Flocke Butter kann an dieser Stelle auch nicht schaden. Für die Einlage der Suppe eignen sich Speck oder Kochschinkenwürfel, Zitronenschale, gekochte Spargelspitzen und Petersilie. Guten Appetit!
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Wohin am Wochenende?

Foto: Imago
Foto: Imago
Vor 75 Jahren stellte die Potsdamer Konferenz die Weichen für die europäische Nachkriegsordnung - seit Dienstag können sich Besucher nun im Schloss Cecilienhof eine Sonderausstellung zu dem historischen Weltereignis anschauen. Dort hatten die Siegermächte Sowjetunion, USA und Großbritannien nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 in 13 Sitzungen die Aufteilung Deutschlands und Europas beschlossen. Zu sehen sind bis zum Jahresende neben der Dauerausstellung weitere Bilder und Dokumente von Teilnehmern. Anhand von Familiengeschichten und persönlichen Erinnerungsstücken geht es auch um das Schicksal der 14 Millionen nach dem Kriegsende vertriebenen Deutschen. Auch die folgenden Ereignisse wie der Atombomben-Abwurf auf Hiroshima, die Gründung des Staates Israel und der Korea-Krieg werden mit historischen Ausstellungsstücken und anhand von Einzelschicksalen thematisiert.
Foto: Burg Lenzen
Foto: Burg Lenzen
Und noch ein Prignitz-Tipp: Das BUND-Besucherzentrum Burg Lenzen (Burgstr. 3, Lenzen) und die Loki-Schmidt-Stiftung laden am Freitag um 14 Uhr zur Eröffnung der Wanderausstellung „Wilder Wald am großen Fluss“ ein. Die Ausstellung führt durch den einzigartigen und doch fast vergessenen Wald zwischen Land und Wasser. Welche besonderen Tiere und Pflanzen leben hier? Was genau macht diesen Wald so besonders? Und können wir Menschen eigentlich auch einen Nutzen aus ihm ziehen? All das und noch vieles mehr erfahren die Besucher bei ihrem „Waldspaziergang“. Samstag und Sonntag ist die Ausstellung dann von 11 bis 16 Uhr geöffnet, die Besichtigung ist im Eintrittsgeld für das Besucherzentrum enthalten. Um eine Anmeldung unter der Nummer 038792/12 21 wird gebeten. Im Umfeld der Burg locken auch noch ein Natur-Poesiegarten und das Auenerlebnisgelände „Auenreich“.
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... und raus aus Brandenburg

Rechtzeitig ab Beginn der Sommerferien kommen auf der Strecke von Berlin nach Stralsund zusätzliche Züge zum Einsatz. Jeweils freitags, samstags und sonntags fährt ab dem 26. Juni ein zusätzlicher DB-Regio-Zug aus der Hauptstadt in die Hansestadt an der Ostsee und ein zusätzlicher zurück. Das trage dazu bei, stark nachgefragte Züge zu entlasten und mache es für die Fahrgäste einfacher, die Abstandsregeln einzuhalten, teilte der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) mit.
Abfahrt ab Berlin Hauptbahnhof ist jeweils freitags gegen 14.15 Uhr sowie samstags und sonntags gegen 8.20 Uhr. Die Rückfahrt ab Stralsund Hauptbahnhof ist am Freitag, Samstag und Sonntag gegen 19.10 Uhr. Die zusätzlichen Züge stoppen nur an ausgewählten Bahnhöfen, die Fahrt dauert etwa drei Stunden. Aber aufgepasst: In Mecklenburg-Vorpommern gilt immer noch ein Einreiseverbot für Tagesgäste aus anderen Bundesländern.
Strandkörbe an der Ostsee. Foto: dpa
Strandkörbe an der Ostsee. Foto: dpa
Schleswig-Holstein hat so ein Verbot nicht - und setzt zur Unterbindung größerer Menschenansammlungen stattdessen auf eine Strand-App. Geplant sei eine Internetplattform, die im Prinzip so funktioniert wie die Onlinebuchung eines Theaterplatzes, erklärt Doris Wilmer-Huperz, Pressesprecherin der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht.
Tagestouristen können so einsehen, welcher Strandabschnitt schon voll ist und für welchen sie noch ein Ticket buchen können. Übernachtungsgäste dürfen ebenso wie Einwohner und Zweitwohnungsbesitzer immer an den Strand. „Es ist ein Service für die Tagestouristen“, sagt die Sprecherin.
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Fundstück der Woche

Wein aus der Mark Brandenburg - ernsthaft? Viele haben den Brawag- und Stadtwerkechef Uwe Müller belächelt, als er anlässlich der Bundesgartenschau 2015 die Idee hatte, die Weinbautradition in Brandenburg an der Havel wiederzubeleben. Doch Müller ließ sich nicht beirren, holte sich renommierte Experten aus Süddeutschland, die genau wussten, wie man einen Weinberg pflegt.
Heute sind die Reben auf dem Marienberg eine Brandenburger Erfolgsgeschichte - und wer das Ergebnis probieren möchte, kann das nun auch mit dem sonnenverwöhnten 2019er-Jahrgang tun.
Foto: Benno Rougk
Foto: Benno Rougk
6600 Flaschen stehen seit Montag zum Verkauf. „Aus den Trauben haben wir wieder einen leichten Sommerwein mit fruchtig-frischen Aromen von Zitrus- und Creme-Früchten wie Pfirsich und Maracuja gewonnen“, schwärmt Müller. Die Cuvée aus Solaris- und Johannitertrauben warte wieder mit „schöner spritziger Säure“ auf, der Alkoholgehalt liegt bei 13 Prozent.
Eine Flasche Marienberg-Wasser kostet 9,50 Euro, die möglichst mit Karte bezahlt werden sollen. Wegen der Abstandsregelungen in der Corona-Krise findet der Verkauf in diesem Jahr auch nicht im Foyer des Firmensitzes in der Brandenburger Packhofstraße statt, sondern in der Werfthalle links vor dem Eingang zum Stadtwerke-Firmensitz. Na dann: Prost!
Namensgeber für den Havelstadt-Wein: der Marienberg. Foto: Norman Giese
Namensgeber für den Havelstadt-Wein: der Marienberg. Foto: Norman Giese
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