Profil anzeigen

Bad Belzig im Ohr++Reste verwerten++Auszeit-Orte

MAZ Raus aufs LandMAZ Raus aufs Land
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ich wünsche Ihnen ein frohes und gesundes neues Jahr! 2021 beginnt mit einem nicht nur verlängerten, sondern auch verschärften Corona-Lockdown: In Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 soll sich niemand mehr weiter als 15 Kilometer vom eigenen Wohnort entfernen dürfen - es sei denn, es gibt einen triftigen Grund dafür. Ausdrücklich nicht dazu zählen “tagestouristische Ausflüge”. Damit sollen auch die zuletzt häufigen Massenbewegungen in winterliche Ausflugsgebiete unterbunden werden. Für Potsdamer haben wir hier einmal beispielhaft gezeigt, wo sie demnach noch hin dürften.
Können wir Ihnen trotzdem noch guten Gewissens unser Motto “Raus aufs Land” ans Herz legen? Unbedingt, noch dazu wo Sie dafür in Brandenburg unter Umständen nicht mal 15 Kilometer weit fahren müssen! Immer unter der Voraussetzung, dass Sie beim Wandern oder Radeln weder sich noch andere gefährden. Denn nichts geht doch über die reine Luft eines klirrenden Wintertags, die Farbpalette eines Sonnenuntergangs an kurzen Tagen oder die einzigartigen Kunstwerke aus Eiskristallen auf Blättern und Pfützen. Als es am vergangenen Wochenende die ersten Flocken in der Region gab, genossen viele Märker das Wetter mit Schneemann-Bau und Rodeln vor der eigenen Haustür. In der ersten Newsletter-Ausgabe des jungen Jahres finden Sie nun einen Tipp, wie Sie herausfinden können, wo es ein Maximum an Natur, aber so gut wie keine Menschen gibt. Und wie eine corona-konforme Stadtführung funktionieren kann.
Haben Sie eigentlich Vorsätze gefasst oder haben Sie das Planen in diesen unsteten Zeiten schon lange aufgegeben? Ich für meinen Teil habe mir zumindest vorgenommen, nachhaltiger zu leben - also weniger Müll zu produzieren oder noch besser etwas Neues daraus zu machen. Das fängt bei den Essensresten der Feiertage an (weiter unten lesen Sie unsere Vorschläge für übrig gebliebene Raclette-Zutaten) und hört beim Weihnachtsbaum auf, der sich - sofern er im Topf gekauft wurde - auch wunderbar als neue Gartenpflanze macht. Was Sie dabei beachten müssen, lesen Sie in diesem Newsletter. Und falls Sie Ihren Baum doch wegwerfen müssen: Nächste Woche starten an vielen Brandenburger Orten die Abholungen. Die genauen Termine haben wir Ihnen fürs Havelland, für Oberhavel und für die Prignitz zusammengefasst.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende!
Herzlich, Ihre
Maike Schultz
Stellvertretende Chefredakteurin
***
Ausflug der Woche: Audio-Tour durch Bad Belzig

Maske auf, Kopfhörer rein: Das ist corona-konformes Sightseeing in Bad Belzig. Eine Audio-Stadtführung können auch Gruppen genießen und sich, mit Abstand, um die schönsten Orte der Bad Belziger Altstadt versammeln. Zumindest, solange die Sieben-Tages-Inzidenz hier noch so gering ist, wie das derzeit in Potsdam-Mittelmark der Fall ist.
Die Maske ist kein Muss, schließlich ist man an der frischen Luft. Aber vielleicht verirrt man sich ja doch in eines der Gebäude. Für den pandemiegerechten Stadtrundgang braucht es vor allem ein internetfähiges Smartphone oder Tablet. Mittels eines QR-Code-Scanners, als kostenlose Software im App-Store erhältlich oder direkt über die Kamera, wird am Startpunkt des Bad Belziger Rathauses der QR-Code gescannt.
Dieser führt direkt auf die Webseite der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne Land Brandenburg. Alternativ können Sie auch einfach direkt hier klicken und die Audioführung herunterladen. Um die Dateien abspielen zu können, brauchen Sie die kostenlose App „Hearonymous“ (hier zum Download).
Tipp: Wer Datenvolumen sparen möchte, sucht sich einen öffentlich zugänglichen Wlan-Hotspot zum Download. Einmal heruntergeladen, kann immer wieder auf Kapitel und Karten zugegriffen werden. Der Spaziergang enthält insgesamt 20 Stationen, die man in nummerierter Reihenfolge, aber auch individuell oder im Zick-Zack-Gang ablaufen kann. Besonders schön sind selbst im nasskalten Januarwetter jene Ausblicke, die mitten in Bad Belzig Natur- und Wasserkraft vereinen. Und wenn man die Kopfhörer vergessen hat, dürfen auch passierende Spaziergänger mitlauschen.
„Hier stehen Sie am Rand der historischen Altstadt in Bad Belzig“, ist zum Beispiel im gut dreiminütigen Audio-Kapitel am Wiesenburger Tor bzw. Kämmererweg zu hören. Die markante und eindrückliche Stimme des Sprechers erinnert an die Märchenerzähler auf DDR-Kinderschallplatten und vermittelt interessante historische Fakten. „Das Tor war Teil der Stadtmauer, die den historischen Kern von Bad Belzig umschloss. Heute ist davon nichts mehr zu sehen“, heißt es weiter.
Gutshaus, Burgmannsiedlung, Stadtkirche oder Schlossmühle, sie alle bilden Kapitel in der Playlist des Rundgangs, die auch historische Bilder und Zeichnungen enthalten, aber dennoch nicht vom Umherstreifen des Blickes an den Stationen ablenken. Gut eine Stunde dauert es, sich alle Kapitel in Gänze zu gönnen. Plus Wegzeit ist man sicher zwei bis drei Stunden auf Tour. Wer sich dann zum Beispiel auf Stippvisite auf der Burg Eisenhardt oder in der Stadtkirche verliert, kann gut einen Nachmittag füllen und mit vielen neuen Eindrücken den Tag beschließen.
Die Hörführungen sind Teil der Arbeit der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen im Land Brandenburg. Sie hat 31 Mitglieder und sich unter anderem zum Ziel gesetzt, die kulturelle und geschichtliche Identifikation der Menschen mit ihrer Heimat zu pflegen. Der Bad Belziger Stadtrundgang wurde anlässlich des Themenjahres 2020 unter dem Motto „Zerstört –Erhalten –Gerettet: Lebenswerte Altstädte“ initiiert. Weitere Audiodateien zum Themenjahr sind Altlandsberg und Wusterhausen/Dosse gewidmet. Text und Fotos: Natalie Preißler
***
Brandenburg für Genießer

Raclette-Käse schmeckt nicht nur aus dem Pfännchen gut. Foto: dpa
Raclette-Käse schmeckt nicht nur aus dem Pfännchen gut. Foto: dpa
Haben Sie nach dem Feiertags-Raclette auch noch immer etliche Kidneybohnen, Mais, Kartoffeln und natürlich Raclettekäse übrig? All das lässt sich zu leckeren und simplen Gerichten wiederverwerten. Am besten als Auflauf, denn hier kann im Grunde jede Zutat verwendet werden – überbacken mit Käse schmeckt einfach alles. Hier ein Vorschlag, den Sie natürlich auch durch ihre Reste austauschen können.
Racletteauflauf für vier Personen
  •  2 Zwiebeln
  •  200 g Champions
  •  6 Scheiben Schinken
  •  300 g Kartoffeln
  •  200 g Käse
  •  3 EL Öl
  •  20 ml Sherry oder Apfelsaft
  •  Salz, Pfeffer, Paprikapulver
  •  Tomatenmark
Das Gemüse kleinschneiden und mit etwas Speiseöl in einer großen Pfanne angebraten, dann mit Sherry oder Apfelsaft ablöschen. Das Tomatenmark hinzufügen, danach ein bis zwei Tassen Wasser, je nach Menge des Gemüses, zugeben. Gut fünf Minuten schmoren lassen, dann kräftig mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver würzen. Das Wasser sollte jetzt mit dem Tomatenmark zu einer dickflüssigen Soße verkocht sein.
Die Kartoffeln in Scheiben schneiden und in eine gefettete Auflaufform geben. Das Gemüse auf die Kartoffeln geben, dann mit Käse bedecken, es können mehrere Sorten verwendet werden. Im vorgeheizten Ofen bei 175 Grad etwa 20 Minuten überbacken.
Lecker und einfach: Das Rezept für Raclette-Kartoffeln finden Sie weiter unten. Foto: dpa
Lecker und einfach: Das Rezept für Raclette-Kartoffeln finden Sie weiter unten. Foto: dpa
Weitere Ideen: Übrig gebliebenes Gemüse, Fleisch und der Käse eignen sich auch hervorragend als Pizzabelag. Außerdem lässt sich aus Racletteresten ein köstliches Omelett zubereiten. Auch bei diesem Rezept lässt sich nahezu alles verwenden, was nicht mehr in die Raclettepfännchen (oder den Magen) passte: Braten Sie das Gemüse ein wenig an. Mischen Sie derweil Eier mit klein geschnittenem Raclettekäse und gießen Sie die Mischung dann zum Gemüse in die Pfanne. Lassen Sie alles bei mittlerer Hitze stocken – fertig.
Wer noch viele Kartoffeln da hat, sollte es mit diesen Raclette-Knollen probieren: Jeweils zwei Käsescheiben auf eine Schinkenscheibe legen, eine Kartoffel damit umwickeln und in eine mit Öl gefettete Auflaufform legen. Wichtig ist dabei, darauf zu achten, dass die Kartoffeln mit der Nahtstelle nach unten hineingelegt werden. Die Kartoffeln kommen auf die zweite Schiene von unten in den vorgeheizten Backofen und werden bei 180 Grad Ober-/Unterhitze 15 bis 18 Minuten lang gebacken. Umluft ist bei diesem Rezept nicht ratsam.
Spätzle, Röstzwiebeln und herzhafter Käse ergeben leckere Käsespätzle. Geschmolzener Raclettekäse besitzt genau die richtige Würze und Cremigkeit, die Käsespätzle so unwiderstehlich machen. Im Grundrezept also einfach den Emmentaler durch Raclettekäse ersetzen.
In den meisten Vorratsschränken finden sich Zwiebeln, die sich zu einer würzigen Suppe verarbeiten lassen. Auch zu einer Zwiebelsuppe passt das kräftige Aroma von Raclettekäse. Die fertige Suppe in Schüsseln füllen und mit einer getoasteten Baguettescheibe sowie einer Scheibe Raclettekäse gratinieren, so wird die Suppe richtig aromatisch.
Sollte das alles nicht reichen: Raclettekäse kann man auch problemlos einfrieren. Am besten eignet sich eine Gefrierdose, da der Käse luftdicht verschlossen eingefroren werden sollte. Zwischen die einzelnen Käsescheiben Butterbrotpapier legen, so kleben sie nicht zusammen und es kann später problemlos die benötigte Menge entnommen werden. Der Raclettekäse bleibt tiefgefroren etwa drei Monate frisch. Zum Auftauen sollte man dem Käse Zeit lassen: Am besten die Dose mit dem tiefgefrorenen Käse schon am Vorabend ungeöffnet in den Kühlschrank stellen.
***
Tipps aus der Region

Angler-Wettbewerb für Brandenburg: MAZ sucht Fisch des Jahres 2021
Imker aus Stahnsdorf erklären: So stärkt Honig das Immunsystem
Zehn märchenhafte Winterwanderungen in Deutschland
Gute Vorsätze: So wird die Couch zum Trainingsgerät
***
Raus in den Garten

Haben Sie im vergangenen Jahr auch mal einen Weihnachtsbaum im Topf gekauft? Vielleicht beim Start-up Wundertree, das die Bäume in Zossen wieder einpflanzt? Oder eher, um ihn im eigenen Garten weiterleben zu lassen? Nur leider gelingt das oft nicht. Vor allem dann, wenn man ihn direkt aus dem warmen Haus in die Kälte stellt. Denn beim Auszug aus dem Haus in den Garten muss der Baum sich erst mal an die Witterungsbedingungen gewöhnen. Ratsam ist es daher, den Baum erst für ein paar Tage in den Flur, in einen unbeheizten Wintergarten oder die Garage zu stellen, empfiehlt Niels Reinke, Mitglied im Bund deutscher Baumschulen.
Ist es draußen dann verhältnismäßig warm, ist das Einpflanzen kein Problem. Bei Temperaturen im einstelligen Bereich sollte man hingegen abwarten. Auch der Boden muss beim Einsetzen frostfrei sein: “Mindestens so tief, wie der Topf groß ist”, rät der Experte. Insgesamt sollte der Weihnachtsbaum nicht zu lange im Haus bleiben – über die Festtage, lautet der übliche Tipp. In der Zeit muss er regelmäßig gegossen und mit Wassernebel aus einer Sprühflasche benetzt werden. Achtung: Die Gehölze dürfen nicht direkt vor der Heizung oder einem Kamin stehen. “Wir würden es ja auch nicht mögen, 24 Stunden vor dem warmen Ofen zu sitzen”, sagt Reinke.
In den Baumschulen oder Gärtnereien werden die Bäume mehrmals umgepflanzt. Foto: dpa
In den Baumschulen oder Gärtnereien werden die Bäume mehrmals umgepflanzt. Foto: dpa
Kann man den Weihnachtsbaum im nächsten Jahr wieder ausgraben? Davon rät Reinke ab. Es sei denn, man setzt ihn mitsamt dem Topf in den Gartenboden. “Die Wurzeln werden zwar aus dem Topf herauswachsen. Aber wenn man ihn rausholt, kann man ein wenig drehen, so dass diese Wurzeln abreißen.” Die Weiternutzung als Weihnachtsbaum ist meist nur einmal möglich. Denn Nordmanntannen, der Deutschen liebster Baum, legen pro Jahr 30 bis 40 Zentimeter an Höhe zu.
Nach einiger Zeit wird sich zeigen, ob der Weihnachtsbaum zum Hausbaum im Garten wird. Gelingt dies nicht, kann das auch an der grünen Ware selbst liegen: Viele der Gehölze wachsen in ihrem Leben vor dem Dasein als Weihnachtsbaum nur an einem Standort. Ihre Wurzeln werden bei der Ernte teils abgestochen und in einen Topf gedrückt, erläutert Reinke. “Diese Bäume werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht weiterwachsen.”
***
Fundstück der Woche

Die Kollegen vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) haben eine interaktive Karte entwickelt, auf der man sich seinen Lieblings-Auszeit-Ort anzeigen lassen kann. Für die Analyse wurden Dutzende Datensätze zu LTE-Handynetz-Abdeckung, Naturschutzgebieten und Bevölkerungsdichte ausgewertet. Aus der Kombination dieser Faktoren ergibt sich die Auszeit-Karte.
Natur- und Ruhe-Liebhaber können sich mit dem Tool Gebiete suchen, die möglichst viel Natur bieten, wo aber gleichzeitig wenige Menschen leben und auch wenig Handy-Empfang vorhanden ist. Bundesweit schneidet bei dieser Auswahl das Boitzenburger Land in der Uckermark am besten ab.
Wer viel Natur und wenig Menschen mag, aber trotzdem guten Internetempfang will, sollte der Karte zufolge die Döberitzer Heide im Havelland aufsuchen. Neugierig? Dann bitte hier entlang zum Ausprobieren. Klicken Sie in dem kostenlosen rbb-Tool einfach ihre Kombination an Vorlieben an und finden Sie Ihren idealen Ort in Brandenburg oder dem Rest der Republik.
Foto: Screenshot/rbb24
Foto: Screenshot/rbb24
Hat Ihnen diese Ausgabe gefallen?
Teilen Sie diesen Newsletter:
Wenn Sie diesen Newsletter nicht mehr empfangen wollen, können Sie ihn hier abbestellen.
Wenn Ihnen dieser Newsletter weitergeleitet wurde, können Sie ihn hier abonnieren.