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Ab an den Großen Zechliner See++Käse aus dem Urstromtal++Karamella Propeller

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber bei mir wird die Sache mit dem Fernweh mit andauernder Pandemie leider nicht besser. Asien, Europa oder wenigstens ans Meer - ich wäre flexibel. Hauptsache mal wieder raus.
Die gute Nachricht - in dieser Woche hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zumindest in Aussicht gestellt, dass Sommerurlaube in diesem Jahr stattfinden könnten - er meint: in Deutschland, ich interpretiere: ganz sicher nicht Asien, vielleicht europäische Nachbarn, aber unbedingt endlich ans Meer. Die schlechte Nachricht - für Himmelfahrt oder Pfingsten ist seine Prognose eher verhalten.
Durchhalten bleibt also die Parole. Und Brandenburg erkunden. Immerhin sind wir Märker mit jeder Menge Wasser gesegnet, mit der sich die Sehnsucht nach Meer zumindest vorübergehend stillen lässt. Mit unserem Ausflug der Woche sollte das sogar richtig gut funktionieren, denn der Große Zechliner See bei Rheinsberg im Landkreis Ostprignitz-Ruppin heißt nicht nur so, sondern kommt auch mit einer ordentlichen Größe daher. Das macht ihn nicht zum Meer, aber doch zu einer guten Alternative (fast) vor der Haustür.
Und statt Ramen in Japan, Tapas in Spanien oder fangfrischem Hochsee-Fisch gibt es zu Hause Käse aus dem Baruther Urstromtal. Meine Kollegin Jutta Abromeit war zu Besuch bei Landwirt Rainer Schmitt sowie Yule Seifert und Paul Thomas. Schmitts Jersey-Rinder geben die Milch für Weichkäse, Quark und mehr aus der Herstellung von Seifert und Thomas. In unserer Rubrik “Brandenburg für Genießer” nehmen wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, mit bis in die Käserei.
Ich wünsche schon mal gute Reise und guten Appetit. Haben Sie eine schöne Woche - bis zur nächsten Ausgabe von “Raus aufs Land”!
Ihre
Stephanie Philipp
Leiterin Audience & Content Development
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Ausflug der Woche: Großer Zechliner See

Der Große Zechliner See bei Beckersmühle. Foto: Peter Geisler
Der Große Zechliner See bei Beckersmühle. Foto: Peter Geisler
Wenn Sie die Brandenburg-Karte vor sich haben und darauf die Region finden wollen, in die Sie unser Ausflug der Woche führt, müssen Sie zunächst mal weit in den Norden des Landes schauen. Viel nördlicher geht es - zumindest an dieser Stelle - gar nicht, wenn Sie nicht nach Mecklenburg-Vorpommern wechseln wollen. Es geht in den Rheinsberger Ortsteil Flecken Zechlin und von dort aus einmal um den Großen Zechliner See.
Der gehört zur Rheinsberger Seenplatte, ist etwa 1,8 Quadratkilometer groß und hat eine sehr gute Wasserqualität, weshalb wir empfehlen, schon mal nach den besten Badestellen für den Sommer Ausschau zu halten.
Für die Wanderung brauchen Sie gute Kondition. Etwa 3,5 Stunden sind für die 13 Kilometer veranschlagt, bei denen wir überwiegend auf gut begehbaren Wegen unterwegs sind. Los geht es an der Tourist-Information (Rheinsberger Straße 15) in Flecken Zechlin, wo Sie sich vor dem Start der Wanderung noch mit allerlei Informationen über den See und die Region drum herum versorgen können. Die An- und Abreise ist übrigens wahlweise mit dem Auto oder auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Vom Bahnhof Rheinsberg gelangen Sie mit dem Bus der Linie 785 nach Flecken Zechlin.
Per Klick auf die Karte geht es zur Wanderroute beim Tourenanbieter Komoot.
Per Klick auf die Karte geht es zur Wanderroute beim Tourenanbieter Komoot.
Von der Tourist-Information aus führt unsere Wanderung zunächst am Schwarzen See entlang. Wir folgen der Rheinsberger Straße bis zur Straße Am Markt und biegen dann nach rechts in die Amtsstraße ab. Vorbei an einem Bootsverleih geht es immer geradeaus, bis nach rechts die Parkstraße abgeht, die in den Strandweg mündet. Dem letzten Stück des Schwarzen Sees folgen wir auf der Strandpromenade bis zur Fußgängerbrücke am Zechliner Kanal. Dort angekommen, beginnt zur linken Hand der Große Zechliner See.
Wir überqueren die Brücke nicht (es sei denn, Sie wollen die Runde um den See andersherum drehen) und wandern stattdessen immer am See entlang. Der Uferweg folgt über das nördliche Ufer des Großen Zechliner Sees zur Schookablage, einer großen Wiese. Dem Wanderweg - er ist nicht durch Markierungen gekennzeichnet, wohl aber ausgeschildert - folgen wir vorbei an zwei Campingplätzen zur Siedlitzablage, einer ehemaligen Lagerstätte für Holztransporte.
Der Wanderweg ist bestens ausgeschildert. Foto: Christian Bark
Der Wanderweg ist bestens ausgeschildert. Foto: Christian Bark
Anschließend entfernen wir uns etwas vom See und wandern durch Wald und Wiesen über den Franzosenweg in Richtung Repente und dann immer nach Süden in Richtung Landwehrkanal, wo es einen Rastplatz gibt. Weiter geht es um den südlichsten Zipfel des Sees herum und dann wieder nah am See entlang über Beckersmühle zurück in Richtung Flecken Zechlin.
Kurz vor dem Ende der See-Runde erreicht man eine Badestelle, von der aus es noch etwa einen Kilometer bis zur Kanalbrücke ist, die wir dieses Mal überqueren und dann wiederum am Ufer des Schwarzen Sees entlang zum Ausgangspunkt unserer Wanderung zurückkehren.
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Brandenburg für Genießer

Yule Seifert und Paul Thomas bei der Käseherstellung. Foto: Jutta Abromeit
Yule Seifert und Paul Thomas bei der Käseherstellung. Foto: Jutta Abromeit
Das Baruther Urstromtal ist Käseland - jedenfalls, wenn man Landwirt Rainer Schmitt sowie Yule Seifert und Paul Thomas fragt. Aus der Milch, die Schmitts 450 Jersey-Rinder in Schöbendorf (Teltow-Fläming) geben, machen Seifert und Thomas Käse und Kefir.
Rainer Schmitt hat schon 2018 mit der Käseherstellung angefangen. Seit im Sommer 2020 Engländer Paul Thomas und seine Freundin die Räume zur Käse-Herstellung übernommen haben, geht es nun richtig rund.
Blick in den Hofladen mit Auswahl an der Käsetheke. Foto: Jutta Abromeit
Blick in den Hofladen mit Auswahl an der Käsetheke. Foto: Jutta Abromeit
Die Auswahl, die immer freitags von 15.30 Uhr bis 18 Uhr im Hofladen in Schöbendorf angeboten wird, kann sich sehen lassen: Neben „Baruther Urstromtal“, einem Weichkäse, der langsam zerläuft, wenn er aus dem Kühlschrank kommt, gibt es einen Frischkäse, einen dunklen Käse und einen Weichkäse mit Ascheschicht. Außerdem bieten Seifert und Thomas Kefir aus eigener Herstellung sowie Quark, Joghurt und frische Milch an.
Landwirt Rainer Schmitt mit seinen 450 Jersey-Rindern. Foto: Jutta Abromeit
Landwirt Rainer Schmitt mit seinen 450 Jersey-Rindern. Foto: Jutta Abromeit
Yule Seifert und Paul Thomas haben einen festen Käse-Rhythmus: Immer montags und dienstags produzieren sie. Das heißt: Um sechs Uhr früh holen sie sich bei Landwirt Schmitt insgesamt 700 Liter Milch von den Jersey-Rindern. Die wird hocherhitzt, dann ist sie pasteurisiert. Anschließend kommt der kreative Teil der Arbeit: Nach eigener Rezeptur mischen die beiden den Rohstoff, aus dem ihr Käse wird.
Diesen Rohstoff schöpfen sie in Formen. Und dann müssen die kleinen Käsekörper reifen. In luftigen Regalen lagern sie, oft kommen die Käsemacher zum Begutachten und Wenden. „Käsemachen ist eine körperlich sehr anstrengende Arbeit“, erklärt Yule Seifert. Jutta Abromeit
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Tipps aus der Region

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Raus in den Garten

Es muss nicht immer die Chemiekeule sein, damit Rosen in voller Pracht erblühen. Foto: Florian Schuh/dpa
Es muss nicht immer die Chemiekeule sein, damit Rosen in voller Pracht erblühen. Foto: Florian Schuh/dpa
Wer seine Rosen vor Pilzkrankheiten schützen will, kann diese vorbeugend mit einem alten Hausmittel besprühen. „Dafür mischen Sie Milch mit Wasser im Verhältnis eins zu fünf“, rät Marcus Scheel, Gartenmeister der Königlichen Gartenakademie Berlin. Diese Mischung kommt in eine Sprühflasche und wird ab Anfang Mai regelmäßig etwa alle zwei Wochen auf die Blätter gegeben. Am besten von oben nach unten vorgehen und darauf achten, dass auch die Blattunterseiten etwas abbekommen. “Gesprüht wird immer nach einem Regen, bei schönem Wetter früh morgens oder noch besser abends die Pflanze besprühen“, empfiehlt Scheel. Denn sonst kann Regenwasser den Schutz abwaschen.
Sporen von typischen Schadpilzen wie dem Echten Mehltau befinden sich auf den Blättern, aber auch in der Luft. Sie brauchen Feuchtigkeit, um sich auszubreiten - daher sind sie nach einem Regen besonders aktiv. Der Milch-Mix verändert den pH-Wert auf den Blättern. Der Pilz kann sich dort nicht mehr ansiedeln. Wie anfällig eine Rose ist, hängt in der Regel von der Sorte ab.
Unter Umständen fängt die Milch nach der Anwendung an, zu gären und leicht käsig zu riechen. „Der Geruch ist unschön, geht aber meist nach einem Tag weg“, beruhigt Scheel. Nach dem Besprühen sind auf den Blättern oft weiße Flecken zu sehen - nicht mit Mehltau zu verwechseln.
Ist eine Rose bereits vom Mehltau befallen, verfärben sich die Flecken nach dem Besprühen manchmal von Weiß zu Braun. „Das ist ein Indiz, dass die Anwendung gegen den Pilz gewirkt hat“, sagt Scheel.
Alternativ zur Milch kann man auch ein Päckchen Backpulver mit fünf Litern Wasser mischen - und damit Rosen, aber auch andere Pflanzen wie beispielsweise den Rittersporn vorbeugend gegen Mehltau besprühen. Auch dies verändert den pH-Wert der Blätter.
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Fundstück der Woche

Tanja Zeising mit ihrem Buch „Karamella Propeller und der magische Polkadot“. Foto: Heidrun Voigt
Tanja Zeising mit ihrem Buch „Karamella Propeller und der magische Polkadot“. Foto: Heidrun Voigt
Die Corona-Pandemie stellt den Alltag vieler - vermutlich der meisten - Menschen irgendwie auf den Kopf. Bei Familie Zeising aus Zeuthen (Dahme-Spreewald) ist das nicht anders. „Mit Homeschooling und Homeoffice ist es für uns als Familie ein wenig anders als sonst. Es ist eine ruckelige Zeit, die uns ungebremst durch die Erlebnisse schleudert“, sagt Tanja Zeising, die gemeinsam mit ihrem Mann Matthias die Kreativwerkstatt „Lönneberga“ und die Werbeagentur „Neonrausch“ betreibt.
Kreativität steht aber für sie nach wie vor ganz vorn. Deshalb haben Tanja Zeising und ihre Familie während des ersten Lockdowns gemeinsam ein Buchprojekt realisiert: „Karamella Propeller und der magische Polkadot“. Das Zirkusmächen Karamella erzählt vom quirlig lustigen Artistenleben und was sich alles verändert, als sie einen magischen Zirkuswagen von ihrer Uroma zum 10. Geburtstag geschenkt bekommt. In ihm befindet sich ein – im wahrsten Sinne des Wortes – zauberhaftes Kochbuch. Nach dessen Anleitung können Karamellbonbons zubereitet werden, mit deren Hilfe das Mädchen mit den blauen Locken und ihr Freund Carlo in den Orient katapultiert werden.
„Den Text habe ich schon vor sechs Jahren mit meiner kleinen Tochter entwickelt. Mama, erzähl bitte eine Geschichte … wer kennt das nicht“, sagte Tanja Zeising, die von sich sagt, durch Pippi Langstrumpf geprägt zu sein.
Im ersten Lockdown erinnerte sich die Autorin an das Manuskript in der Schublade. Sie holte den Entwurf hervor, überarbeitete ihn mit ihrer damals 13-jährigen Tochter Rosa und die vier Jahre jüngere Lilo malte die Illustrationen – fantasievolle Aquarelle. Matthias Zeising war für Layout und Druck verantwortlich. Er gestaltete auch eine Internetseite für Karamella und am heimischen Küchentisch entstand ein Hörbuch.
Karamella Propeller erschien im Selbstverlag und Tanja Zeising vertreibt es über Buchläden, veranstaltet Lesungen in Schulen und Bibliotheken. „Es wäre schön gewesen, wenn sich ein Verlag gefunden hätte und mehr Kinder von dem Buch wüssten“, bedauert die Autorin mit dem Künstlernamen Stina Bloom.
Das Buch ist erhältlich unter www.karamellapropeller.de. Das Hardcover kostet 14,99 Euro und ist für Kinder von sechs bis acht Jahren empfohlen. Heidrun Voigt
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